Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Eigentlich sollte diese Wanderung zwei
Wanderungen sein, aber irgendwie war ich gerade gut eingewandert, sodass es
eine etwas größere Runde geworden ist. Bis
dahin war ich erst einmal im Diebsgrund, aber damit wusste ich schon, dass es sich um eine
sehr angenehme Wanderecke handelt. Es war also genau die richtige Runde für
den sonnigen Herbstwochenendtag. Der Startpunkt ist der große Wanderparkplatz
vor der Miniortschaft Ottomühle im Bielatal. Von hier geht es ein paar
Meter auf der Fahrstraße in die Ortschaft hinein, bis nach rechts der
Glasergrund abbiegt. Dieser leicht ansteigende breite Forstweg ist mit dem
grünen Strich
markiert. Nach ¼ Kilometer biegt der markierte
Wanderweg auf einen unscheinbaren Weg nach rechts ab. Früher führte der
sogenannte Mehlsteig in einem schräg ansteigenden Weg aufwärts.
Komischerweise ist heutzutage der offizielle Wanderweg mehr nach rechts
verlegt worden und
zuerst geht es bis an den Felsfuß hoch. Ganz wenige Meter vor der Felswand
biegt der Wanderweg nach links ab und man wandert ein paar hundert Meter fast
ohne Höhenunterschied dahin. An der Stelle, an der der alte und der neue
Wanderweg wieder aufeinander stoßen, erfolgt auch der relativ angenehme
Aufstieg auf das Felsplateau. Von hier geht es weiter geradeaus. Der
Wanderweg heißt weiterhin Mehlsteig und gehört schon zu den extrem ruhigen
Wegen. Hinter dem Aufstieg wandert man erst auf einem Pfad, bei dem
ich mir nie so richtig einig bin, ob so ein undeutlicher Weg überhaupt
noch ein offizieller Wanderweg ist. Spätestens, nachdem man die breite
Forststraße mit dem Namen Beutwaldweg überquert hat, ist der Wanderweg aber
wieder deutlich markiert. 1 ½ Kilometer nachdem der Mehlsteig aus dem
Glasergrund aufgestiegen ist, erreicht man die Kreuzung mit dem Forstweg Hirschstange, der mit dem roten Strich
markiert ist.
Hier geht
es nach rechts weiter. Wenige Meter hinter der Kreuzung erreicht man den
kleinen Moorteich mit einem Rastplatz. Zum Glück steht hier eine
Informationstafel, sonst hätte ich diesen Teich nicht als etwas ganz
besonderes in der Sächsischen Schweiz erkannt. So aber lohnt es sich
tatsächlich, eine kleine Rast einzulegen und mindestens den Libellen bei
ihren lustigen Flugmanövern zuzusehen.
Die Wanderung geht jetzt weiter auf der Hirschstange. Eigentlich ist das
Wandern auf diesem breiten Forstweg relativ langweilig, aber auch ziemlich
erholsam, da es sich um einen schönen ruhigen Weg handelt.
Im Herbst 2010
konnte man nach einem Kilometer rechts des Weges eine Fichte mit
Blitzeinschlag entdecken. Es ist schon imposant, wenn ein so mächtiger Baum
der Länge nach gespalten wird. Als ich vorbeikam, war die Fichte schon
gefällt und ich konnte mir die Spuren des Blitzeinschlags von oben bis unten
erstklassig ansehen. Muss das eine Gewalt sein, um einen Baum so zu
zerlegen. Gleich neben dieser zerlegten Fichte liegt seit einigen Jahren
ein großer Behälter, bei dem ich mir überhaupt nicht erklären kann, was
das Ding hier im Wald macht. War oder ist es ein etwas zu groß geratener
Wassertank?
Ein paar hundert Meter hinter dem Metallzylinder erreicht der markierte
Wanderweg einen weiteren breiten Forstweg mit einer Bank. Auf diesem
Forstweg geht es nach rechts noch ein paar Meter (ziemlich genau 100 Meter)
entlang. Dann biegt, wieder nach rechts, ein vollkommen unscheinbarer Waldweg ab.
Warum auch immer an dieser Stelle kein Hinweisschild auf den Zauschengrund
bzw. den Diebsgrund steht, verstehe ich nicht, aber auf jeden Fall geht es
hier über den Zauschengrundweg abwärts. Es handelt sich um einen breiten
Waldweg, der auch befahren werden könnte, aber das scheint nur sehr
selten zu geschehen, da eine dichte Grasschicht den Weg bedeckt. Der Abstieg
ist sehr angenehm zu wandern und mit zunehmender Strecke kann man am
Wegesrand Sandsteinfelsen entdecken.
Der Zauschengrundweg endet nach etwas weniger als einem Kilometer am
Diebsgrundweg. Bei dem Diebsgrund sieht der Weguntergrund wieder wie ein
typischer Forstweg aus, aber dafür stehen links und rechts des Weges schöne
Sandsteinfelsen. Irgendwie finde ich
es immer wieder verwunderlich, dass auf
einmal in einer Ebene ein solcher Grund (ähnlich wie das Bielatal, nur in
viel kleiner) die Landschaft zerschneidet. Nach ½ Kilometer im Diebsgrund erreicht man
eine Sandsteinsäule auf der rechten Wegseite.
Bei dieser Säule soll es sich
um einen Gedenkstein an eine Wildschweinjagd im Jahre 1875 handeln.
Heutzutage sind die größten Teile der Säule schon so verwittert, dass man
sie nicht mehr entziffern kann. Aber ein paar Teile sind doch noch zu lesen.
So werden auf einer Seite der Säule mehrere Namen und deren Wohnorte
aufgelistet und auf einer anderen Seite steht etwas von einer Jagd. Aber
wenn die Säule tatsächlich schon seit 1875 hier im Wald steht, dann muss es
einen tatsächlich nicht verwundern, wenn man die Schrift nur noch sehr
schlecht lesen kann.
Je länger man jetzt durch den Diebsgrund wandert, desto mehr hört man
irgendwelche Fahrzeuggeräusche. Diese stammen von der S171 (Straße zwischen Markersbach und Raum), der man sich aber maximal bis auf 100 Meter nähert.
Vorher geht es am Ende des Diebsgrundes nach rechts auf die Rosenthaler
Straße. Diese heißt zwar Straße, aber es handelt sich um
einen angenehmen Waldweg, der mit der Wanderwegmarkierung blauer Strich
gekennzeichnet ist. Parallel zu diesem Weg verläuft eine
Hochspannungsleitung, unter der eine Vielzahl unterschiedlich großer
Weihnachtsbäume wachsen. Damit wird der Bewuchs angemessen klein gehalten und sogar
noch ein bisschen sinnvoll genutzt.
Noch bevor die Rosenthaler Straße aber nach 1,3 Kilometern ins Bielatal
absteigt, wird die blaue Wanderwegmarkierung verlassen und es geht nach
links der Wanderwegmarkierung grüner Punkt
hinterher. Der Weg führt
eigentlich ziemlich nah an der Felskante des Bielatals entlang, aber
praktisch merkt man das nicht.
Nach einem ¾ Kilometer erreicht man eine
große Wiese mit zwei Schuppen auf der linken Wegseite. Wozu auch immer diese
riesige Wiese angelegt worden ist, sie fällt auf jeden Fall sehr auf und ist
als Kennzeichen für diese Wanderung gut geeignet. Am Ende der Wiese
erreicht man eine Kreuzung, an der der markierte Wanderweg nach links
abbiegt. Die Wanderung geht aber schräg nach rechts auf einem unmarkierten
Wanderweg weiter. Zuerst passiert man ein Waldstück und dann tritt man auf
ein Feld heraus. Schon nach wenigen Metern erreicht der Feldweg die
Zufahrtsstraße der Ortschaft Brausenstein.
Hier ist die Wanderung mit dem gelben Punkt markiert und damit wird man nach
rechts durch den Ort Brausenstein geführt. Am Ortsausgang bzw. kurz davor
biegt der markierte Weg zwischen den Häusern nach links ab und es geht ins
Bielatal abwärts. Nachdem man das bewohnte Gebiet verlassen hat, weisen
gleich zwei Schilder auf den Abstieg hin. Der Inhalt des ersten Schildes
ist: „Touristischer
Fußsteig in das Bielatal.“ Das zweite Schild
übertreibt es meiner Ansicht nach ziemlich: „Achtung! Teilweise schwierige
Wegstrecke (Treppen).“ Dass ein paar Naturstufen schon als schwierig
beschrieben werden, empfinde ich doch als etwas übertrieben. Auf jeden Fall
ist der Abstieg keine langweilige Forststraße und so erreicht man nach ein paar
Metern vor dem ehemaligen Hochofen Brausenstein die Fahrstraße. Ziemlich
auffällig an dieser Stelle ist das hölzerne Buswartehäuschen und die
Erklärungstafel zu einer ehemaligen Harfenfichte.
Die Wanderung geht ein paar Meter nach rechts,
um die Ruine des Hochofens
Brausenstein zu erreichen. Hier erklärt eine große
Informationstafel und
mehrere kleine Schilder den historischen Hintergrund der Ruine. Links hinter
der Ruine geht die Wanderung über eine versteckte Treppe wieder aus dem Tal
heraus. Bei diesem Aufstieg handelt es sich um den historisch- touristischen Fußweg für Gäste der Schweizermühle.
Komischerweise ist dieser Aufstieg heutzutage vollkommen in Vergessenheit
geraten. Knapp bevor man die obere Kante des Bielatals erreicht hat,
kann
man auf der linken Seite deutliche Spuren eines alten Sandsteinbruchs
erkennen. Nachdem man den Aufstieg gemeistert hat, geht es am Waldrand in
südlicher Richtung (also nach links) weiter. Hier kann man durch den Wald
immer mal wieder die zerklüftete Felskante des Bielatals erkennen. Damit
noch ein paar Höhenmeter zu der Wanderung dazukommen, wird die Ebene nach
½ Kilometer noch mal verlassen und es geht nach links hinunter ins
Bielatal. Wenn man den richtigen Abstieg gefunden hat, dann kommt man an der
Gaststätte Zur Schweizermühle (www.zur-schweizermuehle.de) im Tal
heraus. Hier liegt eine gewaltige Felsmurmel, die in weit vergangenen Zeiten
von der Felskante abgebrochen ist. Die Murmel ist genauso groß wie das Haus
rechts davon.
Für die weitere Wanderung muss man bis zur Fahrstraße gehen und dann auf
dieser ca. 350 Meter entlang wandern. Das ist aber eigentlich nicht so
besonders schlimm, da sich der Verkehr meistens sehr in Grenzen hält und
außerdem eine kleine Kirche bestaunt werden kann. Diese befindet sich
zwischen der Straße und dem Berghang. Sie ist sehr gut von
der Straße aus zu sehen.
Ziemlich komisch finde ich, dass diese kleine
Waldkapelle 1979 an Bergsportfreunde verkauft wurde und seitdem in privater
Hand ist. Auf jeden Fall geben sich die heutigen Besitzer viel Mühe, dieses
romantische Bauwerk zu erhalten. Die Wanderung passiert bald einen größeren
Teich und gleich dahinter wird die Straße nach rechts verlassen.
Der Weg überquert auf einer kleinen Brücke die Biela und biegt kurz vor den
Felsen nach links ab. Auf dem Pfad, parallel zu den Felswänden, passiert man
so einige interessante Stellen, die netterweise auch noch mit Hinweistafeln ausgestattet
sind. Zu allererst findet man eine Stelle mit einigen Erinnerungstafel im
Sandstein, dann kommt man an den sogenannten Erik-Meyer-Helmund-Stein und gleich
gegenüber befindet sich die Sophien-Quelle. Hinter der Quelle sieht man noch einen gut erhaltenen Turm, der sich aber auf Privatgelände befindet
und damit nicht betreten werden darf. Die Wanderung geht weiter auf dem Pfad
das Bielatal aufwärts. Wenn man nach links hoch blickt, dann kann man an der
Felskante die Kaiser-Wilhelm-Feste entdecken. Wenige Meter, bevor man wieder die Rosenthaler Straße erreicht, geht es nach
rechts den Hang zum Sachsenstein hoch.
Dieser frei stehende Felsen ist
relativ beliebt, aber durch seinen langen und schmalen Zugang überhaupt nicht
für größere Besuchermassen ausgelegt. Wenn sich mehr als 5 Besucher hier
treffen, dann sollte man sich schon auf Wartezeiten am Fuße des
Felsens einstellen. Aber der Aufstieg lohnt sich und so kann man sich drüber
freuen, wenn man, wie ich, zu spät zu der Wanderung gestartet ist und damit
dann erst in den späten Nachmittagsstunden den Sachsenstein erreicht. Auf
meiner Wanderung war gerade mal eine Familie auf dem Felsen, wobei der
Papa mit einem Sprössling wegen Höhenangst schon den Rückzug angetreten
hatte.
Nach diesem sehr interessanten Abstecher geht es den Hang weiter hinauf, bis
wieder der bekannte Weg mit der gelben Wanderwegmarkierung
erreicht
wird. Normalerweise mag ich es überhaupt nicht, auf dem gleichen Weg eine
Strecke zweimal zu wandern, aber in diesem Fall handelt es sich um weniger
als 200 Meter und das geht gerade noch so. Die Wanderung biegt also nach links in die
Richtung der Rosenthaler Straße, die dann überquert wird, ab. Schon wenige Meter
auf der gegenüberliegenden Straßenseite erreicht die gelbe Wanderwegmarkierung
die Johanniswacht. Eigentlich ist die Aussicht von hier nicht viel anders
als vom Sachsenstein, aber trotzdem ist es ein Punkt, den man nicht
auslassen sollte. Ganz besonders nicht, wenn man ihn mit so wenig Aufwand
erreichen kann. Auch von dieser Aussicht kann man ganz hervorragend hinüber
auf die andere Bielatalseite mit der Kaiser-Wilhelm-Feste blicken.
Gleich unterhalb der Johanniswacht steigt die gelbe Wanderwegmarkierung
hinunter ins Bielatal und damit werden auch die letzten Höhenmeter (im
Abstieg) bewältigt.
Der Abstieg ist noch einmal ganz abwechslungsreich, da
es durch ein paar engere Felsspalten und zwei Höhlen (Felsmurmeln, die von
oben in die Spalte gefallen sind) abwärts geht. Nach dem
Abstieg muss man ganz wenige Meter nach rechts wandern und schon hat man den
Ausgangspunkt der Wanderung erreicht. Damit ist dann eine Runde zu Ende
gegangen, die wieder mal ganz typisch für den Bereich des Bielatals
war. Hier kann man angenehme Wanderwege mit mancher Abwechslung finden, das
Bielatal bietet eine riesige Anzahl zerklüfteter Felsen und das Beste ist
die wunderbare Ruhe, selbst wenn sich in der Sächsischen Schweiz die Autos
stapeln.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr: Buslinie 242 (Königstein -
Rosenthal) oder 245 (Pirna -
Leupoldishain - Rosenthal) oder
247
(Schulbus Langenhennersdorf - Bahra - Rosenthal)
Auto:
B172 - Köingstein - Bielatal - Ottomühle.
Empfohlener Parkplatz:
Ottomühle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
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