Forstweg und aspaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Erstmal vorneweg: Ich bin kein großer
Höhlenforscher, und da ich die kleine Wanderung alleine unternommen habe,
bin ich bei den Höhlen gerade die ersten paar Meter reingekrochen und dann
habe ich kehrtum gemacht. Da es mich aber interessierte, wie weit ich hätte
gehen/kriechen können, habe ich mich durch den Höhlenführer der Sächsischen
Schweiz (ISBN 3-00-002609-6) von Hr. Winkelhöfer (www.der-hoehlenforscher.de)
im Nachhinein schlau gemacht. Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich
im Frühjahr 2006 die Wanderung zum
Sachsenstein unternommen habe, aber leider keine Taschenlampe dabei
hatte. Also habe ich mir an einem Nachmittag vorgenommen, mir die Höhlen im
Bereich des Bielatals bzw. der Ottomühle mal genauer anzusehen. Bei der
Wanderung sollte man auf jeden Fall keine schmutzempfindliche Kleidung
tragen und mindestens eine Taschenlampe dabeihaben. Hier ist die
Beschreibung für die 3 1/2 Höhlen:
Der Startpunkt ist der große Wanderparkplatz vor der Ortschaft Ottomühle.
Anscheinend ist der Parkplatz immer kostenlos, solange man nicht zu den ganz
großen Hauptzeiten (Wochenende in der Wander-/Klettersaison) dort parken
möchte. Gleich in der Mitte des Parkplatzes gibt es auf der
gegenüberliegenden Straßenseite ein kleines Rondell, das irgendwie auffällt
und uralt aussieht. Zum Glück steht gleich daneben eine kleine
Informationstafel mit der
Auskunft, dass es sich um einen Gedenkplatz an Sachsens ersten König
Friedrich August handelt. Das erste kleinere Stück der Wanderung geht durch
die Ortschaft Ottomühle. In der eigentlichen Ottomühle (www.ottomuehle.de)
befindet sich heutzutage eine Gaststätte und Herberge mit sehr angenehmen
Preisen und lädt damit zu einer Erfrischung schon nach 400 Metern ein.
Gegenüber der Ottomühle befindet sich ein kleiner Kiosk, bei dem man fast
alles kaufen kann, was so unterwegs notwendig ist (Wanderkarte, Eis am Stil,
Flaschenbier usw.). Es geht weiterhin die Dorfstraße hoch, bis rechts auf
einem wirklich unscheinbaren Pfad der rot markierte Wanderweg
abbiegt. Diesen kleinen Aufstieg geht es bis hinter die Gärten hoch. An der
Stelle, an der der Wanderweg nach links abbiegt, geht es einfach geradeaus
durch den Wald weiter. Nach
wenigen Metern erreicht man einen gut ausgebauten Forstweg. Diesen Weg
überquert man nur, um dann gegenüber dem Wegweiser zur Bennohöhle zu folgen.
Die paar Meter des Aufstieges bis zur Bennohöhle sind sehr leicht zu
schaffen. Die
Bennohöhle befindet sich leicht links und ist am Eingangsloch mit einem
Schild markiert. Nur im Eingangsbereich muss man sich leicht bücken, die
restliche Höhlenerkundung kann vollständig stehend erfolgen. Die Höhle ist
insgesamt 35 Meter lang und geht mit etwas Gefälle 13,8 Meter nach unten.
Das Gefälle ist so, dass man es als normaler Wanderer ohne jegliche
Sicherungsmaßnahmen schafft. Irgendwo in der Höhle soll es eine gefälschte
Inschrift gegen, die ich aber nicht entdeckt habe.
Von der Bennohöhle geht es noch ein paar Meter (höchstens 100 Meter) den
Hang hinauf, bis auf der linken Seite ein Felseinschnitt mit einem deutlich
sichtbaren Pfad kommt. In diesen breiten Felseinschnitt steigt man ein paar
Meter hoch und dann sieht man auf der linken Seite eine riesige Höhle bzw.
vorne sieht es nach einem Felsentor aus. Hier kann man ganz hervorragend
drin herumturnen. Auf der rechten Seite sind zwei unterschiedliche Eingänge
in Höhlen zu sehen. Zum Anfang des Pfades sieht man eine kleine Schräge, die
in einem Höhlenmundloch endet, das ich aber nicht als Zugang erkannt habe.
Es ist der Zugang zur Winkelklufthöhle. Diese Höhe soll tatsächlich für
Menschen begehbar sein. Sie ist 14 Meter lang und dazu 11 Meter tief. Das
hört sich meiner Ansicht nach so an, als wenn das Verhältnis Länge zu Tiefe
nur für echte Höhenforscher mit Kletterzeug möglich ist. Ein
paar Meter den Pfad nach oben gegangen, dann sieht man auf der rechten Seite
eine kleinere Schlucht, die nicht den Eindruck macht, als ob sich hier ein
Eingang für eine Höhle befindet. Das Höhlenmundloch für die Tiefe Höhle
befindet sich unter dem Felsen, der als Zugang dient.
Um
zum Zugang zu kommen muss man ein bisschen klettern, aber wer dann in die
Höhle möchte, der muss sowieso klettern können. Die ersten paar Meter sind
im Kriechgang um eine scharfe Ecke zu bewältigen, danach geht es in einem
Kaminschacht von 6,5 Meter nach unten. Hier war für mich die Höhlenerkundung
zu Ende, da ich dafür überhaupt nicht ausgerüstet bin. Insgesamt ist die
Tiefe Höhe, laut dem Höhlenführer der Sächsischen Schweiz, 45 Meter lang und
22,5 Meter tief. Im vorderen Bereich der Höhle gibt es eine Stelle, die
Eisraum heißt, da im Winter von oben Schnee und Eis in die Höhle eindringen
kann.
Die weitere Wanderung geht jetzt zu einer Höhle die Eisloch/Eishöhle heißt
und auch wieder für Normalsterbliche zu erreichen ist. Von der Tiefen Höhle
geht es wieder auf dem bekannten Weg zurück bis runter auf die asphaltierte
Straße des Bielatals. Auf der Straße wandert man nach rechts und kommt schon
nach ein paar Metern an der Bielatal-Hütte des Sächsischen Bergsteigerbundes
vorbei. Kurz hinter dem Bergsteigerhaus hört die asphaltierte Straße auf und
geht in einen normalen Forstweg über. Ungefähr 100 Meter hinter dem Asphalt
biegt nach links ein Pfad ab, der mit Schwedenhöhle/Eisloch ausgeschildert
ist. Diesem Pfad folgt man ungefähr 300 Meter und dann geht es nach links
den Hang hoch. Auch an diesem Abzweig steht netterweise ein Hinweisschild
für die Höhlen. Die beiden Höhlen befinden sich an der Stirnseite des
Talkessels. Das
Eisloch ist auf der rechten Seite der Felswand. Es ist sehr einfach zu
finden. Ich war wirklich verwundert, aber bei mir hat sich der Name
bewahrheitet. Anfang Juni lag doch tatsächlich noch Schnee in dem Loch. Das
Eisloch ist 11,5 Meter lang und 8 Meter tief. Mir ist es selber nicht so
tief vorgekommen, aber vielleicht hat ja tatsächlich so viel Schnee noch in
dem Loch gelegen. Auf jeden Fall fällt die Höhle nach hinten ab und es sind
schon einige Meter. Vom
Eisloch geht es an der Felswand entlang bis zur linken Seite der Stirnseite
des Talkessels. Hier befindet sich der Eingang in die Schwedenhöhle. Das
Mundloch ist nur im Kriechgang zu bewältigen. Der Weg schlängelt sich mit
einigen Haken durch den Felsen und ist aber für fast jedermann zu
bewältigen. Insgesamt
geht die Höhle 22 Meter in den Felsen und ist eigentlich nichts anderes als
eine Spalte zwischen ein paar senkrecht stehenden Felswänden. Der Höhlenname
kommt aus Zeiten zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und den Napoleonischen
Befreiungskriegen. Die Bezeichnung Schweden… taucht an einigen Stellen der
Sächsischen Schweiz auf und deutet immer drauf hin, dass die Einheimischen
sich und ihr Eigentum vor Schwedischen Invasoren hier in Sicherheit
brachten. Im Bereich der Bastei gibt es z.B. noch die Schwedenlöcher und am
Steinbruchpfad der Stadt Wehlen befindet sich eine weitere Schwedenhöhle.
Dass die Höhle schon ziemlich lange bekannt ist, beweisen die zwei
Jahreszahlen 1818 und 1847, die in den Felsen gemeißelt sind.
Da
ich leider ziemlich unvorbereitet in die Höhle gekrochen bin, habe ich nicht
versucht, das Ende der Höhle zu finden. Laut der Beschreibung in dem Heft
02/2004 des Sächsischen Bergsteigerbundes ist die Höhle aber als
kindergeeignet eingestuft und wird extra für eine Kinderwanderung empfohlen.
Also scheint wirklich nichts Gefährliches dran zu sein. Vielleicht sollte
man seinen Zwergen sagen, dass sie nicht an der Decke der Höhle rumfummeln
sollen, da mindestens an einer Stelle ein paar ältere kleine Baumstämme die
Decke stützen.
Nach der Exkursion in die Schwedenhöhle geht es wieder auf dem bekannten Weg
zurück. Also auf dem Pfad von der Schwedenhöhle bis zur Bielatalstraße und
dann über die Bielatalstraße bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit hat
man eine nette kleine Runde absolviert, die einige Spannung erzeugen kann
und mal nicht die ganze Zeit nach oben zielt, sondern auch mal in die
Unterwelt abtaucht. Die Zeitangabe zu dieser Wanderung ist natürlich nur für
meine Runde geeignet. Wer eine der beiden größeren Höhlen ausgiebig erkunden
möchte, muss mit viel mehr Zeit rechnen und, mindestens bei der Tiefen
Höhle, eine wirklich ordentliche Ausrüstung dabeihaben. Was bei so einer
Höhlenbesuch auch unabdingbar ist, ist dass man nicht alleine in der
Höhle rumkriecht, weil
das im Falle eines Unfalls sehr unangenehm werden kann.