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Nachdem ich mal wieder mit dem Finger auf der Landkarte herumgefahren bin,
ist mir ein Zipfel am südlichen Ende des Bielatals aufgefallen, durch den
ich bis dahin noch nicht gestreift war. Seltsamerweise gab es selbst im
Internet zu dem Waldstück keine nennenswerten Einträge. Der Große Schaftwald
bei der Grenzplatte wurde mehrmals erwähnt und ich bin selber schon einige
Male durchspaziert, aber ein Kleiner Schaftwald? Direkt erkunden!
Netterweise kamen auch noch Bekannte aus Celle mit auf diese Wanderung, da
schon bei der ersten Planung deutlich zu sehen war, dass diese Runde auch
sehr gut hundegeeignet sein würde.
Der Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz an der alten Zollstation
von Rosenthal. Von hier geht es auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich
ungefähr ½ Kilometer wieder zurück bis zum Ortseingang von Rosenthal. Gleich
hinter der ersten Scheune auf der linken Seite biegt ein Feldweg, der
sogenannte Mühlsteig, ab. Der Untergrund dieses Feldweges ist irgendwie
etwas ungewöhnlich, da er aus großen Betonplatten besteht. Vermutlich hatte
ein Bauer in vergangenen Zeiten die Nase voll davon, dass seine Fahrzeuge
den Weg immer wieder zerstört haben und deshalb den etwas massiveren
Untergrund gewählt. Dieser Wegbefestigung passiert ganz sicher nichts mehr.
Zu dem Feldweg stoßen gleich zwei Wanderwegmarkierungen und hiervon wird der
rote Strich
ein Stück verfolgt.
Ganz kurz vorm Waldrand sieht es so aus, als ob der Wanderweg sich nur nach
links und rechts gabelt, aber es geht auch noch ein Pfad weiter geradeaus
über die Wiese. Nur, wenn die Wiese gerade frisch gemäht ist und man dann
nicht mehr die Spuren von anderen Wanderern sieht, ist er schwieriger zu
erkennen. Auch liegt der Eingang in den Wald ziemlich versteckt, aber es
geht hier tatsächlich weiter über einen Waldweg abwärts. Nach den ersten 100
Metern im Wald biegt nach links ein Pfad zum Großvaterstuhl ab.
Bei
dem Weg handelt es sich um einen wirklich unscheinbaren Pfad, der aber ganz
lohnenswert ist. Schon nach wenigen Metern erreicht man die erste von zwei
Aussichten.
An
dieser Aussicht ist eine Bank in den Felsen eingearbeitet und man kann
meistens sehr angenehm ruhig ins Bielatal und auf die Ortschaft Ottomühle
herunterblicken. Sehr interessant sehen auch die Felsengebilde links und
rechts von der Aussicht aus. Die Wasserbecken auf dem rechten Felsen sind
ebenfalls ziemlich überraschend.
Die zweite Aussicht gleich links neben der ersten hat einen sehr ähnlichen
Blickwinkel und bietet sich als Ausweichplatz für die erste Aussicht an.
Eigentlich müsste man jetzt für die weitere Strecke wieder zurück auf den
markierten Wanderweg und den Hang bis zur Wegkreuzung hoch wandern. Da wir
aber wussten, dass der Pfad gleich auf der Rückseite der Aussichten bzw. des
Waldes entlangläuft, haben wir versucht, einen Querfeldeinweg zu finden.
Irgendwie war es aber tatsächlich nur ein Versuch und praktisch nicht so
richtig zu empfehlen. Es ging erstklassig durch ein paar Brombeersträucher,
aber den Pfad haben wir dann doch erreicht.
Die Wanderung führt nach rechts knapp am Waldrand entlang, bis nach einem ¾
Kilometer der Wald betreten wird. Durch dieses sehr ruhige Waldstück wandert
man, bis der Weg nicht mehr weiter geradeaus geht. Hier biegt man nach links
ab, um dann sofort wieder nach rechts weiter zu wandern. Der Weg geht
weiterhin ziemlich parallel zum Bielatal durch den Wald. Leider sind auf der
Seite des Tales überhaupt keine weiteren Aussichten und so ist es nur eine
Wanderung durch einen ruhigen Wald. An zwei Stellen kommen Schluchten mit
Wegen aus dem Bielatal, die aber nicht abgestiegen, sondern nur umgangen
werden. Danach erreicht die Wanderung die Wanderwegmarkierung gelber Strich
,
der ein kleines Stück nach rechts gefolgt wird.
Der
markierte Wanderweg steigt nach wenigen hundert Metern ins Bielatal ab, die
Wanderung geht aber an der alten Sandsteinsäule noch ein kurzes Stück
weiter. Zuerst wird noch das Bächlein Dürrebiele überquert und gleich
dahinter biegt ein Waldweg ab. Der Untergrund des Weges ist mit Gras bedeckt
und macht den Eindruck, dass sich ganz sicher kaum ein anderer Wanderer
hierher verirrt. So ein Weg kann gleich zwei Nachteile haben: wenn es
geregnet hat oder früh morgens noch Tau vorhanden ist, dann werden auch
ordentliche Wanderschuhe durchgeweicht und noch hinderlicher sind die
kleinen gemeinen Blutsauger, die super gerne im Gras auf ihre Opfer warten.
Der Waldweg verläuft oberhalb des Dürrebielegrundes in nordwestliche
Richtung, um nach einem Kilometer mit einem scharfen Linksknick oberhalb des
Bielatals weiter zu gehen. Obwohl hier überall an der Kante eine Vielzahl an
Felsen stehen, gibt es keine einzige Aussicht runter ins Bielatal oder den
Dürrebielegrund.
In diese Richtung geht es wieder ungefähr einen Kilometer durch den super
ruhigen Kleinen Schaftwald, bis nach rechts ein deutlich sichtbarer
Kletterfelsen und ein Pfad runter ins Bielatal beginnt. Eigentlich sollte an
der Stelle ein direkter Pfad gleich runter ins Bielatal zum Abzweig mit dem
offiziellen Wanderweg führen, aber den haben wir nicht gefunden und so sind
wir genau an der Grenze über den nächsten Pfad abgestiegen. Man erreicht
über diesen Abstieg einen breiten Weg mit dem Namen Pflasterweg bzw.
Kohlschlucht. So wie der Weg aussieht, würde ich mal vermuten, dass es sich
um einen der uralten Waldwege im Bereich des Bielatals handelt. Die
Wanderung führt durch ein Stück Hohlweg weiter abwärts ins Tal und anhand
der Grenzsteine wird man bis zur Straße ins Bielatal geführt.
Mit dem Erreichen dieses sehr gut ausgebauten Weges hat man das Gefühl, dass
einen die Zivilisation wieder hat. Die Straße durchs Bielatal ist für den
normalen Autoverkehr gesperrt, aber sie wird gerne von Radfahrern benutzt,
da sie wirklich sehr gut ausgebaut ist. Noch eine weitere Steigerung wäre,
wenn der Waldweg asphaltiert wäre. Die Wanderung führt jetzt runter ins
Bielatal. Der Weg bietet so einige Male Blicke auf die Felskante links und
rechts des Tales. Dass sich hier die Kletterer sehr wohl fühlen, kann man
sich gut vorstellen und bei schönem Wetter auch deutlich sehen. Die
Wanderung passiert bald den Abzweig zur Grenzplatte (linke Seite), der eine
ganz kleine Besonderheit liefert. Normalerweise beschreibe ich nichts in den
Wanderbeschreibungen,
wenn
es schnell wieder entfernt werden kann. In diesem Fall ist es aber ein
kleines Wasserrad aus Esslöffeln, das schon seit einigen Jahren im Bachlauf
vor der Brücke im Wasser plätschert. Hier scheint sich immer wieder ein
guter Geist, oder ist es ein Opa mit seinem Enkel, um den Erhalt dieses
Wasserspielzeuges zu kümmern.
Ab dem Abzweig zur Grenzplatte ist der Wanderweg mit der Wanderwegmarkierung
gelber Strich
markiert.
Nach
einer Strecke von einem Kilometer auf der Forststraße erreicht man eine
Sandsteinsäule, die den Weg nach rechts zum Schneeberg und geradeaus zur
Ottomühle anzeigt. Nach rechts würde man wieder hoch in den Dürrebielegrund
kommen. Die Wanderung verlässt den markierten Wanderweg, da es noch ½
Kilometer weiter das Bielatal hinunter geht. Dann biegt nach rechts der
Lattenweg ab. Wenn man noch ein paar wenige Meter das Bielatal herunter
wandert, dann findet man den Singeborn, der sich wenige Meter neben dem
Forstweg befindet. Das ganz klare Quellwasser wird in einem kleinen Becken
aufgefangen und ist wie so typisches Quellwasser bibberkalt.
Die Wanderung führt über den Lattenweg aus dem Bielatal wieder heraus. Der
Aufstieg ist für die 60 Höhenmeter sehr angenehm und man erreicht am Ende
den schon bekannten Waldweg, dem man aber nur 50 Meter nach links folgt.
Dann geht es nach rechts auf den Feldweg heraus. Der Weg macht einen
ziemlichen Zickzack, der sinnvolle Wanderweg ist aber trotzdem sehr
eindeutig zu finden, da man schon gut das nächste Ziel, die Alte
Schneeberger Straße, nach links vorne sehen kann. Genau auf dieser
ehemaligen Verbindungsstraße zwischen Rosenthal und Schneeberg geht es dann
die letzten paar Meter nach links bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Heutzutage wird die Straße nur noch ganz selten von einer Buslinie und von
einigen Radfahrern und Wanderern benutzt.
Mit dem Erreichen des Parkplatzes ist eine Wanderung zu Ende gegangen, von
der ich irgendwie viel mehr erwartet hatte. Es ist zwar eine schöne ruhige
Runde gewesen, aber irgendwie hat ihr der nötige Pep gefehlt. Immerhin weiß
ich jetzt, was sich hinter dem Namen Kleiner Schaftwald verbirgt, nämlich
ein super ruhiges Waldstück, in das sich kein Wanderer verirrt, weil einfach
keine einzige brauchbare Aussicht vorhanden ist.
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