Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Netterweise hatte mir der Weihnachtsmann einen
von den schönen Kalendern von Dr. Rölke (www.bergverlag-roelke.de)
geschenkt. Auf der Rückseite des Kalenderblattes befindet sich jeden Monat
eine Wanderbeschreibung, die sich immer wieder lohnt zu wandern. So haben
wir eine Runde zum Spičák (Sattelberg) entdeckt, der zwar ein ganzes Stück
abseits der eigentlichen Sächsischen Schweiz liegt, aber wenigstens der
Landkreis heißt hier immer noch Sächsische Schweiz. Der gesamte Bereich
zwischen dem Elbsandsteingebirge und dem Osterzgebirge ist bei uns besonders
beliebt, wenn die Sächsische Schweiz mal wieder vollkommen überlaufen ist.
Hier findet man dann immer noch eine wunderbare Ruhe. Diese Runde ist ein
Teilstück des langen
Montanhistorischen Wanderwegs mit einem Ausflug zum Spičák (Sattelberg).
Der Startpunkt für diese Wanderung liegt am unteren Rand der Miniortschaft
Bienhof. Wir freuen uns immer wieder über das große
Gebäude
auf der rechten Straßenseite. Es sieht wie ein richtig schönes
herrschaftliches Gebäude aus und man kann gut erkennen, dass die Besitzer es
mit der Zeit wieder nett herrichten. Auch in das ehemalige Ferienheim auf
der gegenüberliegenden
Straßenseite ist inzwischen wieder Leben eingezogen. Die Wanderung führt
rechts neben dem dritten Gebäudekomplex, einem alten Bauernhof, vorbei in
das Tal des Mordgrundes. Das Tal ist ziemlich breit und auch ungewöhnlich
lang. Bei einem Unwetter oder einem ordentlichen Gewitterschauer kann sich
also sehr viel Wasser sammeln und genau aus dem Grund befindet sich auch
unterhalb von Bienhof die Staumauer. Hier wird nicht Trinkwasser gesammelt,
sondern es soll nur verhindert werden, dass das Wasser sonst unkontrolliert
in die Bahra und die Gottleuba herunter stürzt.
Im Mordgrund führt die Wanderung an der rechten Seite des Tals ganz leicht
ansteigend aufwärts. Im
gesamten Talgrund befindet sich eine ungewöhnlich große Wiese, die eine
riesige Artenvielfalt an wilden Pflanzen liefert. Man kann das ganze Jahr
über (na gut, nicht im Winter) viele unterschiedlichste Blüten entdecken. Am
Ende der Wiese geht es auf dem Pfad weiter in den Wald hinein. Auch hier ist
der Weg ganz angenehm, einzig und alleine hier stellen sich die wenigen
Wanderer als Manko heraus. Der Pfad ist nicht mehr besonders breit und hier
und da versucht die Natur, ihn zurück zu erobern. In den meisten Fällen ist
es aber nur Farn, nur selten versuchen Brennnesseln oder Brombeeren, den Weg
zu versperren. Als wir den Pfad gewandert sind, haben wir es mit ein
bisschen Vorsicht ganz gut auch ohne verbrannte oder zerkratzte Beine
geschafft, obwohl wir nur kurze Hosen anhatten.
Nach einer Strecke von einem Kilometer tritt der Pfad wieder aus dem Wald
heraus und es geht am Waldrand auf einer Wildwiese entlang. Bei dieser
Blumenwiese handelt es sich um ein Naturschutzgebiet und deshalb sollte man
lieber nicht quer über die Fläche wandern. Durch die geringen Besuchermengen
entsteht aber auch nur ein schmaler Pfad. Nach 300 Metern auf der Wiese
erreicht man eine Informationstafel des Montanhistorischen Wanderwegs zum
Thema Spičák (Sattelberg). Die Tafel wird aber nicht mehr so besonders lange
hier stehen, denn irgendwie sind zwischen die Tafel und die Plexiglasplatte
richtig viele Spänne gerieselt. Hier scheint irgendein Insekt ganze Arbeit
zu leisten.
Von der Tafel aus kann man den Namensgeber dieser Wanderung schon ganz gut
erkennen. Es ist der Berg rechts, auf der anderen Seite der Grenze und genau
dahin geht es jetzt. Wenn man auf der rechten Seite von dem Schild vorbei
wandert, dann führt ein Pfad durch den schmalen Wald und auf der Rückseite
des Waldstreifens befindet sich dann ein Feldweg mit deutlich sichtbaren
Fahrspuren. Auf diesem Weg wandert man ein paar Meter nach rechts, um dann
quer über die nächste Wiese zum Spičák (Sattelberg) aufzusteigen. Das Ziel
ist der Waldrand am Spičák (Sattelberg). Hier führt ein Feldweg um den Berg
herum, auf dem man nach rechts wandert. Der Weg geht in den Wald hinein und
schon bald steigt ein gut sichtbarer Zugang nach links den Hang aufwärts.
Schon
hier kann man den seltsamen Untergrund, der aus Basaltsteinen besteht,
entdecken. Die letzten paar Meter sind tatsächlich mal ein echter Aufstieg
mit ein paar Höhenmetern, aber wenn man dann oben ankommt, steht man auf
einem Berg mit einem gigantischen Panoramablick. Spätestens dann merkt man
auch, dass
es sich um einen Berg mit immerhin 724 Meter Höhe handelt. Damit ist der
unscheinbare Spičák (Sattelberg) 160 Meter höher als die höchsten
Berge/Steine der Sächsischen Schweiz. Der Gipfel des Spičák (Sattelberg)
sieht sehr ungewöhnlich aus. Einerseits erklärt sich durch die Form des
Gipfels sehr gut der Name. Hier befinden zwei leicht unterschiedlich hohe
Gipfel ganz knapp nebeneinander, die beide vollständig aus Basaltsäulen
bestehen. Auf
dem einen Gipfel steht ein Kreuz, was in der Sächsischen Schweiz doch
relativ ungewöhnlich ist. Ziemlich blöd ist am Spičák (Sattelberg), dass in
weniger als ½ Kilometer die Autobahn A17 von Dresden nach Prag verläuft.
Hier hört man zu allen Tageszeiten ein Rauschen, aber dafür kann man von
hier auch sehr gut erkennen, dass der Autobahnbau aufwändig und kostspielig
war. So haben wir mindestens 5 größere Brücken und einen Tunnel gezählt.
Jetzt geht es auf den Rückweg der Wanderung. Dazu steigt man wieder die
bekannte Strecke bis ganz knapp vor die Grenze bergab. Hier kann man sich
ein wenig mehr links halten. Ungefähr an der Stelle, an der die tschechische
Wiese in die deutsche Wiese übergeht, sollte man die Grenze überqueren. Wir
haben uns schon die ganze Zeit darüber gewundert, dass hier die Grenze so
unsichtbar und die Grenzüberquerung so einfach möglich ist. Ganz besonders
wenn man an anderen Stellen die verbarrikadierten Grenzen kennt, dann wirkt
diese Stelle besonders verführerisch, aber praktisch ist hier ein Erdwall
und direkt dahinter ein Graben vorhanden, der sich aber unter einer ganzen
Menge Farn und Brennnesseln versteckt. Mit einem kleinen Satz überwindet man
als Wanderer diese Hürde und dann geht es geradeaus weiter. Den Sprung
scheinen doch einige andere Wanderer auch zu unternehmen, da man an mehreren
Stellen Trampelspuren über den Hügel und durch den Graben finden kann.
Von der Grenze ist nach schräg rechts vorne ein Feldweg als das nächste Ziel
zu sehen. Ungefähr ¼ Kilometer von der Grenze entfernt befindet sich eine
Feldrandhecke, an der eine Tafel über das Naturschutzgebiet Sattelbergwiesen
informiert. Die
Wanderung führt ziemlich geradeaus in Richtung Oelsen. Sehr ungewöhnlich
sind die Steine auf dem Weg. Sie schimmern in den unterschiedlichsten
Schichten und sehen bei Sonnenschein immer wieder besonders interessant aus.
Bald befindet sich auf der rechten Wegseite ein Minihügel, der Oelsener Höhe
genannt wird. Auch
wenn das nur ein Hügel ist, so kann man von dieser Aussicht bei schönem
Wetter auf die Berge der Sächsischen Schweiz hinunter (!) blicken. Die
Oelsener Höhe ist immerhin 644 Meter hoch und damit 80 Meter höher als die
höchsten Berge der Sächsischen Schweiz und z.B. 220 Meter höher als der
Lilienstein. Wenn man von der Oelsener Höhe nach hinten blickt, kann man
noch mal ganz gut den Spičák (Sattelberg) sehen.
Die Wanderung führt weiterhin auf dem Feldweg in Richtung Oelsen. Der
Untergrund wechselt in asphaltiert und wird zwischendurch mit einer Schranke
für den Autoverkehr gesperrt. Kurz vor den ersten
Häusern
befinden sich auf der rechten Wegseite ein mächtiger alter Baum und ein
uraltes Sühnekreuze. An der ersten Möglichkeit, nach rechts abzubiegen, geht
es dann auch auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich
weiter. Zuerst führt der Feldweg auf gleichbleibender Höhe bis zum Wald und
dann folgt man dem breiten Weg (gelb gekennzeichnet) weiter abwärts. Nach
einem kurzen Stück durch den Wald erreicht man wieder die Miniortschaft
Bienhof und damit den Ausgangspunkt.
Das Wandern im Bereich zwischen der Sächsischen Schweiz und dem
Osterzgebirge ist zwar nicht ganz die typische Landschaft für diese Website,
aber dafür hat man hier eine vollkommene Ruhe und erreicht mit kleinem
Aufwand ungewöhnliche Aussichten.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Für diese Wanderung muss der Startpunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
nach Oelsen verlegt werden. Also:
Buslinie 219 (Pirna - Bad
Gottleuba) und dann weiter mit dem Bus
214 (Bad Gottleuba -
Oelsen), manchmal fährt der Bus
219 auch von Hellendorf weiter bis nach Abzweigung Oelsen.
Auto:
Über die S174 von Pirna oder die S171 in die Richtung Grenzübergang Baratal. In der Ortschaft Hellendorf nach rechts abbiegen auf die Grenzlandstraße. Nach 1,5 km ist links Bienhof ausgeschildert. Der Parkplatz befindet sich rechts vor dem schönen Haus in Bienhof.
Empfohlener Parkplatz:
Bienhof
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
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