Bei einem Spaziergang durch Wald und Feld bleiben vielen Tiere,
vor allem die meisten Säugetiere, unseren Blicken verborgen, weil sie
dämmerungs- beziehungsweise nachtaktiv und sehr scheu sind.
Doch auch tagaktive Tiere können wir selten beobachten, da sie unsere
Anwesenheit meist früher bemerken als wir die ihre und sich verstecken.
Tiere wirken auf ihre Umwelt mehr oder wenig ein. Dabei hinterlassen sie
sichtbare Spuren. Dem Kundigen erzählen diese Spuren vieles über die Anwesenheit
und das Verhalten der Tiere. Ob Fraßspuren, Vogelnester, Wohnhöhlen, Trittspuren
im Erdreich oder Scheuer- und Verbissspuren an Bäumen, dem aufmerksamen
Naturbeobachter verraten diese Zeichen spannende Zusammenhänge zwischen den
Tieren untereinander und den Wechselwirkungen mit der Pflanzenwelt und den
klimatischen Besonderheiten der verschiedenen Jahreszeiten.
In früheren Zeiten war es lebensnotwendig, Tierspuren erkennen und deuten zu
können, da davon oft der Jagderfolg abhing. Heutzutage ist die Fähigkeit, Spuren
lesen zu können, noch für Förster und Jäger von Bedeutung, da sie dadurch in der
Lage sind, Wildbestände besser einschätzen zu können.
Doch auch dem naturinteressierten Waldbesucher erschließt die Spurenkunde eine
völlig neue Welt.