Forstweg und aspaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Nachdem ich mit der Wanderung
Rudolfstein festgestellt hatte, wie
schön die Gegend nördlich von Jetřichovice (Dittersbach) ist, sollte es
diesmal eine größere Runde werden. Die Runde, wie ich sie
gelaufen bin und jetzt hier beschreibe, ist ziemlich genau so auch in dem erstklassigen
Wanderführer Böhmische Schweiz von Dr. Rölke (www.bergverlag-roelke.de)
beschrieben. Die Wanderung startet im Zentrum von Jetřichovice
(Dittersbach). Hier befindet sich gleich eine ganze Ansammlung von
Parkplätzen. Es gibt den einen offiziellen Parkplatz rechts neben der Kirche
und noch eine ganze Ansammlung im Bereich vor dem Kindererholungsheim bzw.
den Gaststätten. Von allen Ausgangspunkten geht es auf jeden Fall nach links
auf der Wanderwegmarkierung
gelber Strich
aus der Ortschaft heraus. Nach wenigen Metern erreicht man das riesige
Gelände des Kindererholungsheims mit dem prächtigen Gebäude. Im Gegensatz
zur Wanderung Rudolfstein geht es diesmal aber rechts an dem Grundstück
entlang, weiterhin
auf dem markierten Weg. Die Wanderung passiert noch ein paar
kleinere Hütten, die rechts hinten im Grundstück des Kindererholungsheim
stehen und dann geht es ins Harový dùl (Stammbrückental) hinaus. Nach
wenigen Metern kann man auf der linken Wegseite die deutlichen Spuren des
Waldbrandes im Sommer 2006 sehen. Im Jahre 2008 konnte man schon wieder die
ersten kleinen Pflänzchen erkennen, die als Pionierpflanzen den Vorreiter
für einen neuen Wald spielen. Bis aber diese Narbe wieder zugewachsen ist,
werden noch einige Jahre vergehen. Auch wenn es hier durch
einen Grund geht, so steigt der Weg mit der Zeit an und erreicht kurz vor
der Balzhütte den höchsten Punkt der Wanderung. Hier wechselt man auch auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich
und folgt dieser Markierung nach links. Obwohl die Balzhütte ein ganzes Stück von der nächsten Parkmöglichkeit bzw.
Zivilisation entfernt ist, ist hier an schönen Tagen schon einiges los. Dass
die Balzhütte so weit von jeglichen Ortschaften entfernt ist, liegt an
der Geschichte der Siedlung. Im Ursprung ist hier ein Rastplatz für
Jäger des Fürsten Kinsky gewesen. In den Wäldern um die Balzhütte wurde Jagd
auf Waldvögel und insbesondere auf balzende Auerhähne betrieben und daraus
resultiert auch der Name. Heutzutage befindet sich hier eine Gaststätte mit
relativ angenehmen Preisen und lädt zum Verweilen ein. Was mir persönlich
gut gefällt, ist die Farbe der Gebäude. Dadurch, dass die vier Gebäude schwarz gestrichen sind, passen sie sich ganz gut in den Wald
ein und wirken
nicht wie ein störender Farbklecks in der Natur. Der einzige leuchtende
Farbklecks in diesem Bereich ist das blau gestrichene Schwimmbecken, welches
aber nur sichtbar wird, wenn man links auf den Felsen hochsteigt. In den
Kopf des Felsen ist eine richtige große Wanne für ein Schwimmbecken
eingebaut. Auf dem
markierten Weg wird die Siedlung nun wieder verlassen.
Jetzt beginnt ein längeres Stück Waldwanderung, das mit einer
überraschenden Ruhe aufwartet. Der gut ausgebaute Waldweg schlängelt sich am
Felsfuß der Hohen Wand entlang und ist sehr angenehm zu wandern.
Nach etwas
mehr als 2 Kilometern auf diesem Weg steht auf der rechten Wegseite die
Hubertusbuche mit einem Gemälde in ca. 4 Meter Höhe. Auf dem Bild ist
deutlich zu sehen, dass genau diese Buche dort gemalt ist. Das Gemälde der
Hubertusbuche (buk sv. huberta) ist mit sehr kräftigen Farben gemalt und
sieht so aus, als wenn es entweder in der letzten Zeit erst erstellt oder
restauriert wurde. Die Wanderung geht weiter auf dem blau markierten
Wanderweg bis zur sogenannten Jungferntanne. Im Bereich dieser Wegkreuzung
soll in weit vergangenen Zeiten ein Mädchen vor einem Jäger bei einem Köhler
Unterschlupf gefunden haben. Zum Andenken daran soll an der Tanne ein Bildnis
gehangen haben, aber leider hat sich das Bild in Luft aufgelöst. Genauso geht
es den vielen mächtigen Tannen, die in dieser Ecke der Böhmischen Schweiz
gestanden haben sollen. Vielleicht ist der Köhler dran schuld gewesen.
Die Wanderung verlässt die blaue Markierung und biegt nach links auf die
grüne Markierung
ab. Auch dieser Weg führt ziemlich einsam durch den Wald und spätestens hier
weiß man, dass es gut ist, wenn man keine Kinder mit bei der Wanderung dabei
hat. So ein Weg, der einfach nur durch den ruhigen Wald führt, ist überhaupt
nicht das richtige für das wandernde Jungvolk. Selbst mir wurde dieses
Teilstück schon ein wenig langweilig, da ich diese Wanderung alleine
unternommen hatte. Auf dem Stück ging mir schon durch den Kopf, mit wie viel
Sternchen ich die Wanderung bewerten wollte und das Ergebnis war nicht
wirklich positiv, aber es sollte noch anders kommen. Was die Meinung zu
dieser Wanderung hier noch verschlechterte, war, dass mich ein übelster
Regenschauer erwischt hatte und jetzt noch ein körperliches Unwohlsein dazu
kam. Nach einer Strecke von 3 Kilometern erreicht man die Kirnitzsch bzw.
den Grenzübergang rüber nach Hinterhermsdorf. Hier hat bis nach dem 2.
Weltkrieg die Ortschaft Zadní Jetřichovice (Hinterdittersbach) gestanden. Es
gibt einige Webseiten (z.B.
www.hinterdittersbach.de), auf denen alte Bilder dieser Siedlung zu
sehen sind. Anscheinend haben hier unten im Kirnitzschtal bis kurz nach dem
2. Weltkrieg 7 größere Häuser gestanden. Im Ursprung ist sogar die Planung
gewesen, dass die Kirnitzschtalbahn bis hier hinten fahren sollte. Das wäre
dann eine Straßenbahnstrecke von insgesamt 20 Kilometer geworden und damit
das dreifache von der heutigen Strecke. Ob diese Ausbaustufe der hinteren
Sächsischen Schweiz gut getan hätte, bezweifele ich, zumindest wären damit
die Besucherzahlen im hinteren Kirnitzschtal viel höher geworden. Bis 1945 führte die
Böhmerstraße quer zwischen den Häusern hindurch und außerdem kreuzten sich hier gleich
mehrere Wanderwege, so dass früher in diesem tiefen Tal weitaus mehr Betrieb
geherrscht hat als jetzt. Heutzutage kann man von dieser ehemaligen
Siedlung nur noch kleine unauffällige Spuren erkennen.
Von hier geht es auf den Rückweg. Die nächsten paar Meter vom Grenzübergang
wieder zurück ins Böhmische sind weiterhin mit dem grünen Strich markiert.
Nach einer Strecke von einem ¾ Kilometer biegt der markierte Wanderweg nach rechts
ab, die Wanderung bleibt aber noch ein kleines Stück auf dem breiten Weg im
Tal. Die nächsten 400 Meter geht es auf dem Waldweg, der auch als einer der
gut ausgebauten Radwege markiert ist, weiter, bis gegenüber des Tümpels der Mlýnská rokle (Müllergrund) abbiegt. Eine kleine Schranke dient zur
Besucherlenkung, vermutlich soll aber nur verhindert werden, dass durch den
Grund Radfahrer oder andere Fahrzeuge fahren. Es ist aber erlaubt, die Strecke zu Fuß zu
bewältigen und wirklich lohnenswert.
Der Mlýnská rokle
(Müllergrund) ist ein wunderbar natürlicher Weg mit einer extremen Ruhe. Auf
der linken Wegseite befinden sich gleich einige Brücken, die zwar so gebaut
sind, als wenn hier Forstfahrzeuge drüber fahren sollten, aber inzwischen
sehen die Brücken eher so aus, dass man auch als Fußgänger lieber außen herum geht.
Aber
die Wanderung führt sowieso nur den Mlýnská rokle (Müllergrund) weiter
aufwärts. Auf der rechten Seite zweigen mehrere romantische Gründe ab, die
aber auch alle so aussehen, als wenn sie ins Nichts führen. Der Weg durch
den Grund steigt kaum merklich 100 Höhenmeter an, bis wieder ein markierter
Wanderweg erreicht wird. Dieser roten Wanderwegmarkierung
folgt man nach links. Hier erreicht man nach ein paar Metern einen
asphaltierten Waldweg. Warum auch immer dieser Waldweg so luxuriös ausgebaut
ist, auf jeden Fall führt er leicht ansteigend bis zum Kleinen Prebischtor.
Das Kleine Prebischtor ist sehr leicht auf der rechten Seite zu erreichen
und es ist im Gegensatz zum Großen Prebischtor sogar erlaubt, oben auf
den Felsbogen drauf zu steigen.
Von hier geht es weiter, jetzt aber abwärts, auf der roten
Wanderwegmarkierung zum nächsten Ziel, dem Hohenleipaer Raubschloss. Dieses
Raubschloss auf dem Saunstein ist immer wieder einen Aufstieg wert. Die
einzigen beiden Gründe dagegen wären besonders große Besuchermassen, die im schmalen Aufstieg fest hängen, oder dichter
Nebel. Zu allen anderen Zeiten sollte man unbedingt durch die Felsspalte auf
den Felsen hoch kraxeln. Vom Saunstein geht es weiter den Berg hinunter, bis
zur alten Hohenleipaer Straße bzw. später wechselt der Straßenname in
Böhmerstraße. Die Wanderung folgt dieser Straße nach links, weiterhin mit der roten Wanderwegmarkierung. Heutzutage ist die Straße für den Verkehr
gesperrt, aber man kann deutlich dem Untergrund ansehen, dass es sich früher
um eine normale Verbindungsstraße gehandelt hat. Dieser Straße folgt man ein
kleines bisschen mehr als 1 Kilometer, um dann mit der Wanderwegmarkierung
nach rechts abzuzweigen. Jetzt geht es noch die ersten paar Meter auf einem
angenehmen Waldweg entlang, der aber bald über ein paar ausgewaschene Stufen
aufwärts strebt. Der Aufstieg wird aber bald belohnt, da es am Fuße des Koliště (Golischt) über den Jubiläumsweg mit einer sehr netten Aussicht
entlang geht. Nach einer Strecke von 1 ½ Kilometern verlässt die Wanderung
die rote Wanderwegmarkierung und biegt nach rechts auf die grüne
Markierung
ab. Jetzt kommt das letzte Stück der Wanderung und dazu muss man natürlich
wieder den Hang absteigen. Dieses erfolgt über einen sehr angenehmen
Forstweg, an dem man deutlich erkennen kann, dass es relativ viel Arbeit war
ihn anzulegen. Nachdem man fast im Tal angekommen ist, wandert man ein paar
Meter über einen Waldweg mit einer richtig hohen Sandschicht, die von den
Forstfahrzeugen immer mal wieder umgepflügt wird. Kurz hinter diesem großen
Sandkasten müssen die letzten 10 Höhenmeter überwunden werden und dann
erreicht man eine große Wiese mit einem sehr guten Blick von unten auf den Mariina skála (Marienfelsen). Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie
die Hütte auf diesen Felsen gebaut wurde. Die Wanderung erreicht die
Ortschaft Jetřichovice (Dittersbach) wieder am Kindererholungsheim und damit
ist eine ganz nette Runde zu Ende gegangen. Das erste Stück war durch
den riesig langen Waldweg ein wenig langweilig (zumindest Besucher der
Sächsischen Schweiz sind solche langen Waldwege ohne Aussicht nicht
gewohnt), aber dafür wurde das zweite Stück umso besser und damit ist dann
doch noch eine richtig hochwertige Wanderung entstanden.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Tja da fällt mir nur ein, dass ich mit der S-Bahn bis Schöna fahren würde
und dann mit der kleinen Fähre über die Elbe übersetzen wurde. Als nächstes
weiß ich, dass in Hřensko als auch in Jetřichovice (Dittersbach) eine Bushaltestelle ist.
Wie die Buslinie heißt, entzieht sich leider meinen Kenntnissen.
Auto:
Auf der B172 über den Grenzübergang Schmilka. Hinter dem Grenzübergang in Hrensko nach links in die Richtung Jetrichovice (Dittersbach). Zuerst kommt die Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese), Vysoká Lípa (Hohenleipa) und dann Jetrichovice (Dittersbach). In Jetrichovice (Dittersbach) befindet sich der Parkplatz auf der linken Straßenseite in der Ortsmitte knapp neben der Kirche.
Empfohlener Parkplatz:
Dittersbach Ortsmitte
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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