Forstweg und aspaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Nachdem uns die Runde am
Rosenkamm sehr gut gefallen hat, sollte
jetzt noch eine Wanderung oberhalb der Böhmischen Elbe stattfinden. Die
Grundidee zu dieser Wanderung ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern
eine Wanderempfehlung von Dr. Rölke (www.bergverlag-roelke.de). Diese Wanderung ist im Wander- und
Naturführer Böhmische Schweiz von Dr. Rölke enthalten. Was uns als erstes
bei der Beschreibung von Hr. Rölke verwundert hatte, war, dass er den Startpunkt
auf einen Miniparkplatz hinter der Ortschaft Hřensko (Herrnskretschen)
gelegt hatte. Uns hatte es verwirrt, dass man erst von dem Elbetal durch
eine Klamm hochsteigen soll. Aber wenn man die Runde gewandert ist, dann
versteht man warum.
Also wie schon gesagt, ist der Startpunkt 700 Meter hinter dem Ortsausgang
von Hřensko (Herrnskretschen). In den Karten von Dr. Böhm ist an dem Ende der
wilden Dürrkamnitzschlucht eine Gaststätte eingezeichnet.
Das ist sehr nett
gemeint, weil eigentlich müsste eher eine rote Laterne dort eingezeichnet
sein. Der Parkplatz fasst nur 5 - 7 Autos, aber wenn ich das richtig
gesehen habe, dann kann man auch auf der Straßenseite zur Elbe sein Auto
abstellen. Der Aufstieg durch die wilde Dürrkamnitzschlucht ist mit dem
roten Strich
markiert. Nach wenigen Metern durch die Schlucht weiß man,
warum Dr. Rölke diesen Weg gewählt hat. Dies ist eine der ganz
besonders schönen Schluchten der Sächsischen bzw. hier der Böhmischen
Schweiz. Links und rechts des Weges stehen sehr abwechslungsreiche Felswände
und es ist immer wieder verwunderlich, wie der Minibach Namens Suchá Kamenice
(Dürrkamnitz) solch eine Schlucht fräsen kann. Gleich im unteren Teil liegen riesige Felsmurmeln, die irgendwie von größeren
Wassermassen hier runter transportiert worden sind, so dass man anscheinend in
anderen Größenordnungen als dieses Rinnsal denken muss. Wenn man von unten
aus dem Elbetal die Schlucht hoch wandert, dann muss man schon die Augen gut
aufmachen, um auf der linken Seite den
Bunker zu sehen. Am Hang im unteren
Teil der Schlucht steht ein kleinerer Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Da
dieser Bunker aber ausreichend stabil gebaut worden ist, wird er vermutlich
viel länger stehen bleiben als die zwei Mühlen, die in der Schlucht früher
gestanden haben. Heutzutage kann man nur noch das Stauwehr im Bachlauf
entdecken. Faszinierend finde ich, mit was für riesigen Blöcken man das Ding
gebaut hat und dass diese Felsklötze selbst in den letzten 100 Jahren
weggespült wurden. Wenn man dann weiter dem Bach entgegen wandert, kommt man an einer
steinernen Bank am rechten Felsen vorbei. Diese in den Felsen geschlagene
Bank hängt heute in reichlich einem Meter Höhe. Wir gehen davon aus, dass die Bank
früher auf Bodenniveau gestanden hat, und da oberhalb die Jahreszahlen 1848-1908
eingeschlagen sind, so kann man gut sehen, dass innerhalb von einem
Jahrhundert das Bachtal um einen Meter abgetragen worden ist. Der Aufstieg
geht weiterhin durch das wildromantische Tal. Nach ungefähr 1,7 Kilometern
biegt der rot markierte Weg nach rechts in die Richtung Belveder ab. Der
Waldweg ist im Winter 2006/2007 grundlegend überarbeitet worden. Im Frühjahr
2007 sah er noch ziemlich zerwühlt aus. Aber das richtet die Natur schon
wieder. Nach noch einem kleineren Stück den Hang hoch, erreicht man die
Ortschaft Labská Stráň (Elbleiten). Hier hat man das erste Mal einen
erstklassigen Ausblick zu den Felsen des Prebischtors. Wenn so einigermaßen
schönes Wetter bzw. Sicht ist, dann kann man auch das rote Dach der
Gaststätte am Prebischtor als Anhaltspunkt in der Felswand finden. Wenn man
hinweg über das ganze Elbetal blickt, sieht man den anscheinend kleinen
Zirkelstein. Die Wanderung geht quer durch die Ortschaft auf der roten
Markierung entlang und vom Ortsausgang bis zum Namensgeber der Wanderung ist
es dann nur noch ½ Kilometer. Vom Fels aus sieht man schon die
Gaststätte Belvedér.
Die Aussicht ist im 18. Jahrhundert vom Fürst Franz-Karl Clary-Aldringen
angelegt worden. Damals ist die Aussicht auch für Theateraufführungen
genutzt worden. Deshalb befindet sich auch diese
Nische an der Felswand und
die ungewöhnliche Stufenanordnung an der Ebene. Gleich neben der Aussicht
befindet sich eine größere Gaststätte mit einer schönen großen
Terrasse. Die
Gaststätte ist bei Deutschen sehr beliebt, da man auch mit dem Auto bis an
die Aussicht bzw. Gaststätte fahren kann und die Preise in einem sehr
angenehmen Rahmen liegen. Zwischen der Aussicht und dem ehemaligen Schloss Binsdorf (leider 1790 abgebrannt) gibt es eine schnurgerade
Allee, auf der
die Wanderung weiter verläuft. Eigentlich stimmt die Bezeichnung
schnurgerade nicht ganz, da die Strecke nur auf der Wanderkarte schnurgerade
ist. In der Realität geht es kurz hinter der Aussicht Belvedere einen Hügel
hoch und damit bekommt die Schnur einen Höhenkomponente. Durch diesen
Hügel bietet sich aber nochmal eine super Panoramaaussicht an. Nachdem man
fast bis zur Spitze des Hügels hoch gewandert ist, sollte man sich umdrehen und den Blick in die Landschaft genießen.
Der Weg ist sehr angenehm
zu gehen. Ein bisschen komisch sind die bearbeiteten Felsbrocken links und
rechts des Weges. Es sind Klötze, die so ungefähr alle 50 Meter aufrecht in
der Erde gesteckt haben. Heutzutage fehlen ein paar oder sind umgestürzt,
aber trotzdem kann man deutlich den alten Zustand sehen. Vom Ortsausgang Labská Stráň (Elbleiten) geht es 1,6 Kilometer auf der ehemaligen Allee
entlang. Ich weiß, dass es für Wanderer ohne Navigationssystem bzw.
irgendeinem anderem Wegmesser schwierig ist, 1,6 Kilometer abzuschätzen, aber
irgendwie bietet sich kein besseres Erkennungszeichen an. Vielleicht hilft
es, dass ein durchschnittlicher Wanderer die Stelle nach ca. 20 Minuten
erreicht haben sollte. An der Stelle verlässt man auf jeden Fall den
markierten Weg nach links. Der Weg biegt im spitzen Winkel ab. Nach kurzer
Strecke gabelt sich der Weg noch mal und es geht nach rechts weiter, bis an
den Waldrand. Genau am Waldrand biegt nach rechts der so genannte Arnsdorfer
Panoramaweg ab. Im Winter 2006/2007 ist der Weg vollständig untergepflügt
worden, aber schon im Frühjahr 2007 sind so viele Traktoren über den
Feldrand gefahren, dass es auch für Wanderer kein Problem mehr ist, auf den
Traktorspuren
bis Arnoltice (Arnsdorf) zu finden. Ganz witzig sieht der Blick nach
Arnoltice (Arnsdorf) zum Anfang aus.
Da die Ortschaft in einer Senke liegt,
kann man erst nur den leuchtend weißen Kirchturm sehen. Auf die Kirche
steuert man auch die ganze Zeit drauf zu. Leider ist es wie mit sehr vielen
Kirchen in Tschechien so, dass je näher man kommt, desto schlimmer
sieht sie aus. Auch der Kirchengemeinde von Arnoltice (Arnsdorf) fehlt das
nötige Geld, um diese riesige Kirche zu erhalten, und so sind die Standbilder
zerfallen, der Putz in großen Teilen abgeblättert und das Dach hat im
Kirchenschiff ein Loch. Aber vermutlich ist das auch kein Wunder, da sich
die Bewohnerzahl der Gemeinde Arnoltice (Arnsdorf) innerhalb von 45 Jahren
(von 1961 zu 2006) um 75 % (von 896 Bewohner auf 224) reduziert hat.
Auf der rechten Seite der Kirche (von vorne gesehen) geht die Wanderung auf
dem blau markierten Weg
weiter. Zuerst geht es noch ein Stück
durch die Ortschaft, aber schon nach ½ Kilometer erreicht man die
ersten Ausläufer des Baches Suchá Kamenice (Dürrkamnitz). Der blau markierte
Weg führt durch den oberen Teil der Dürrkamnitzschlucht und endet genau an
der Stelle, an der man mit der roten Markierung aus der Schlucht in Richtung
Belvedere abgebogen ist. Die Schlucht wird anscheinend sehr häufig zum
Freiübernachten benutzt. Ich habe noch nie auf so kurzer Strecke solche
Mengen Boofen gesehen. Auf einer Strecke von einem Kilometer sind mindestens
drei ordentlich eingerichtete Boofen am Bachlauf zu sehen. Die letzten Meter
der Wanderung gehen jetzt auf der roten Markierung
den schon
bekannten Weg durch die Schlucht wieder hinunter.
Damit ist eine sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen, die gleich mehrere
schöne Aussichtpunkte geboten hat, eine Stückchen Historie gezeigt hat, zu
allein Zeiten angenehm ruhig war und eine beeindruckende Schlucht
beinhaltete.
Anfahrtsbeschreibung:
Mit der S-Bahn bis nach Schöna und dann mit der
kleinen Personenfähre über die Elbe.
Auto:
Auf der B172 über den Grenzübergang Schmilka. Hinter dem Grenzübergang fährt man durch Hrensko (Herrnskretschen) auf der Straße an der Elbe entlang. Ungefähr 1,4 Kilometer hinter der Kreuzung in Hrensko (Herrnskretschen) befindet sich der Parkplatz auf der linken Straßenseite.
Empfohlener Parkplatz:
Dürrkamnitz
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
1,26 kByte
X
Oh! kein aufgezeichneter Track.
Dateigröße:
1,31 kByte
Dateigröße:
1,23 kByte
Dateigröße:
2,56 kByte
Bitte
benachrichtigen sie mich,
wenn sie Schwierigkeiten haben, die Datei in ihr Programm zu laden oder
sie irgendwie fehlerhaft ist.