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Das
Wichtigste zuerst: die Wanderung ist nur möglich, wenn denn auch die
Kahnfahrer unterwegs sind und das sollte man unbedingt vor der Wanderung
klären. Die tägliche Öffnungszeit ist in der Divoká soutěska (Wilde
Klamm) von 9:00 – 17:00 Uhr und in der Edmundova soutěska (Edmundsklamm) 9:00 – 18:00
Uhr. In den
Wintermonaten ist die Kahnfahrt nicht möglich. Darüber habe ich
aber keine offiziellen Zeitangaben gefunden. Meine eigene Erfahrung ist aber, dass
die Kähne von Oktober bis Ostern nicht fahren.
Bei den Kindern unserer Familie kommen die Wanderungen mit Kahnfahrten (egal ob
in Hinterhermsdorf oder auf der Kamenice) immer besonders gut an und so
haben wir mal wieder die große
Prebischtor-Wanderung, allerdings ohne Prebischtor (das wäre sonst zu
weit für die Kinder) unternommen. Der Startpunkt für
die Runde ist der Parkplatz am Ortseingang von Mezná (Stimmersdorf). Von
hier muss man über die Zufahrtsstraße bis zum Anfang der Straße in Mezní
Louka (Rainwiese) zurück wandern. Zum Glück fahren hier nur
ganz wenige Autos, sodass der Verkehr nicht besonders störend ist. Auf
halber Strecke passiert man einen Obelisken auf der rechten Straßenseite, der
an die Opfer der beiden Weltkriege erinnert. Sehr seltsam ist, dass über
Jahrzehnte die Namen auf dem Stein unkenntlich gemacht waren, aber
inzwischen an 3 Seiten neue Granittafeln mit den Namen der Opfer angebracht
wurden. Unter den Namen auf den Tafeln sind sehr viele deutsche Namen
enthalten und das könnte die Erklärung für das Rausmeißeln sein. Die 4., vom Weg abgewandte
Seite hat noch einen ausgemeißelten Schriftzug, den man
aber nicht entziffern kann.
Nachdem man in Mezní Louka (Rainwiese) angekommen ist, geht es um das
besonders auffällige Hotel herum, um dann auf der anderen Seite des Hotels
gleich wieder auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich
dem Touristentrubel zu entkommen. Es ist wirklich zu komisch, dass hier
oben in Mezní Louka (Rainwiese) große Mengen an Besuchern unterwegs sind und
gleich daneben auf dem Wanderweg nur ganz wenige. Dadurch kann man aber sehr
angenehm durch den Wald immer weiter runter schlendern. Obwohl es fast 100
Höhenmeter abwärts geht, merkt man das fast überhaupt nicht, da es ein sehr
angenehmes Gefälle ist. Auf den ersten paar hundert Metern abwärts begleitet
einen noch die blaue Wanderwegmarkierung, danach geht es nach rechts weiter
durch den Soorgrund. Eigentlich müsste hier die ganze Zeit schon neben dem
Weg ein Bachlauf sein, den ich aber tatsächlich noch nie voll Wasser gesehen
habe. Vielleicht, wenn es mal stark geregnet hat oder die Schneeschmelze
im vollen Gange ist. Im Soorgrund hört und sieht man dann auf einmal Wasser in dem
Bachlauf. Es ist schon sehr seltsam, weil das Wasser nicht von irgendeiner
Seite, sondern tatsächlich plötzlich in dem Bachlauf auftaucht. Auf der
linken Wegseite stehen so einige Felswände ziemlich nah am Weg und
wenn dann der Felsen aufhört und nur noch ein relativ schräger Hang
hinaufführt, dann ist auf einmal ein Trampelpfad zu erkennen. Das Komische
ist, dass dieser Weg in keiner einzigen Wanderkarte eingezeichnet ist und
schon meine Neugierde geweckt war. Nach ein paar Metern Aufstieg stand an dem
Felsen eine ziemlich seltsame Leiter, die in ein Loch im Felsen führte. So was
muss natürlich untersucht werden und nach einem kurzen Blick in das Loch war
die Lösung schnell gefunden. Es ist tatsächlich ein kleiner Schatz von den
Geocachern.
Die Wanderung erreicht bald die Kamenice (Kamnitz) und hier geht es nach
rechts dem Bach hinterher. Noch auf dem
ersten Meter, gleich hinter der
Minibrücke vom Soorgrundbach, kann man an der Felswand einen Strudeltopf
entdecken. Das deutet darauf hin, dass entweder der Bach in früheren Zeiten
doch mal ordentlich Wasser geführt oder die Kamenice (Kamnitz) hier
einen kleinen Schlenker in den heutigen Soorgrund unternommen hat. Hier
liegt heutzutage ganz besonders feiner Sand, der immer mal wieder mit einem
Hochwasser angeschwemmt wird.
Der Weg durch die Divoká soutěska (Wilde Klamm) ist immer wieder etwas
Besonderes. In der Schlucht stehen die Felsen sehr nah am Bachlauf und so
geht es zuerst noch über einen Weg am Felsenfuß entlang,
bis dieses durch
die Enge der Schlucht auch nicht mehr passt und der Weg über einen eisernen Steg
weiter geführt wird. Hier braucht man sich keine Gedanken machen, dass es
irgendetwas mit Klettern zu tun hat: der Weg ist einen Meter breit,
vollständig mit Eisenplatten ausgelegt und sogar mit einem mehr oder weniger
stabilen Geländer ausgestattet. Sehr seltsam finde ich an diesem Steg immer
wieder, dass er zwar konstant gewartet und gepflegt wird, aber dann die
Reste von diesen Reparaturen entweder auf den Steg gestellt oder
sogar in den Bach geworfen werden. Meine eigenen Erfahrungen zu einer
vollbrachten handwerklichen Arbeit waren zumindest in der Lehre, dass man
seine Arbeit erst erledigt hat, wenn der Arbeitsplatz aufgeräumt ist. Tja
das scheint in dem Tal, vielleicht auch durch die etwas erschwerten
Bedingungen, anders zu sein.
Von dem Weg/Steg aus kann man auf der gegenüberliegenden
Bachseite
zwischendurch einen weiteren sehr gut erkennbaren Strudeltopf und deutlich
sichtbare Gesteinsschichten entdecken. Kurz vor der oberen Bootsstation in
der Divoká soutěska (Wilde Klamm) wird der Bach auf einer relativ hohen (5 Meter
über Bachbett) Brücke überquert. Vermutlich ist diese Höhe
auch
der Garant dafür, dass die Brücke die unterschiedlichen Hochwasser in der
letzten Zeit gut überstanden hat. Die Preise (Stand Sommer 2011) für die
Kahnfahrt in der Divoká
soutěska (Wilde Klamm) sind wie folgt: Erwachsene 50,- Kč (2,- €); Kinder
bis 15 Jahre und Rentner über 65 Jahre 20,- Kč (1,- €). Dass man das Geld so
einigermaßen passend haben sollte, ist eigentlich selbstverständlich, da die
Kahnfahrer nur sehr begrenzt
Kleingeld zur Verfügung haben. Die eigentliche
Kahnfahrt ist ganz unterhaltsam und wenn man nicht in den Hauptzeiten
(schönes Wochenende zwischen 13:00 und 15:00) unterwegs ist, dann kann es
sogar passieren, dass der Kahnfahrer nur mit einer Handvoll Gäste unterwegs
ist. Jeder der Kahnfahrer erzählt ein bisschen
zu der eigentlichen Kahnfahrt
(Tiefe, Länge, Kälte) und erklärt einige Felsengebilde. Das Erkennen der
einzelnen Figuren ist ganz lustig und scheint mit steigendem Alkoholspiegel
(z.B. am Vatertag) immer besser zu klappen. Ganz besonders lustig ist, dass
die Kahnfahrer sogar eine Überleitung in die Kahnfahrt Edmundova soutěska (Edmundsklamm)
einbauen, weil dort der Kopf der längsten Schlange der Welt aus dem Felsen
schauen soll.
Das muss man sich natürlich ansehen und deshalb geht es nach der Bootsfahrt
weiter durch das Tal der Kamenice (Kamnitz). Auf dem Weg bis zur nächsten
Bootsstation geht es diesmal durch mehrere aus dem Felsen
herausgeschlagene
Stege und zum Teil auch durch kurze, aber trotzdem stockdunkle Tunnel.
Zwischendurch passiert man sogar einen kleinen Imbiss, an dem bei
einigermaßen schönem Wetter sogar gegrillt wird. Was den Kindern, wenn welche dabei
sind, als erstes auffällt, sind die leuchtend grünen Bruchstücke von Kähnen,
die hier und da im Bach liegen.
Um den Zwergen gleich mal eine unruhige Nacht zu ersparen, sollte man
unbedingt erklären, dass es sich um bei einem Unwetter zerstörte Boote handelt und kein Ergebnis eines gekenterten Bootes ist. Sehr seltsam finde
ich, dass die Boote bzw. die Reste davon einfach hier in der Schlucht liegen gelassen
werden. Ich würde doch mal davon ausgehen, dass die Touristen als die Geldgeber für die
Kahnfahrten in das Tal kommen, weil sie eine tolle Natur genießen wollen. Wenn dann aber etliche Müllstücke (nicht
nur Bootsteile, sondern auch Autoreifen und Plastikflaschen) in dem Bachbett
liegen, dann wird dieser Eindruck doch schwer getrübt.
Die Kahnfahrt in der Edmundova soutěska (Edmundsklamm) ist ein Stückchen teurer
als oben in der Divoká soutěska (Wilde Klamm): Erwachsene
70,- Kč (3,- €);
Kinder bis 15 Jahre und Rentner über 65 Jahre 30,- Kč (1,50 €). Dafür ist
die Kahnfahrt hier aber auch ein Stückchen länger und mit einer besonderen
Überraschung bestückt. Am Ende der Bootsfahrt erreicht man die unterste
Staumauer,
die schon ziemlich raffiniert in die gegebenen Bedingungen des
Tals eingebaut ist. So werden die Felsen im Bachlauf als Widerlager für die
Staumauer benutzt und die Fischtreppe ist unter einem Felsenüberhang verlegt
worden. Nach fast 2 Kilometern erreicht man die Ortsgrenze von Hřensko
(Herrnskretschen). Mit dem Betreten der Straße fängt jetzt das blödeste
Stück dieser Wanderung an. Es geht nach rechts für die nächsten 1 ½
Kilometer die Straße leicht ansteigend aufwärts. Zuerst passiert die
Wanderung eine Gaststätte, dann den großen langgezogenen Parkplatz am oberen
Ende von Hřensko (Herrnskretschen) und dann folgt man der
Wanderwegmarkierung roter Strich
.
Über diese Straße müssen auch alle Besucher des Prebischtors und so bin ich
immer wieder überrascht, dass es keinen Bürgersteig gibt. Da die Straße aber
wenigstens breit genug ist, kommt es normalerweise nicht dazu, dass die
Fahrzeuge einem zu nah kommen.
Wenn der roten Wanderweg nach links abbiegt, dann folgt man dem gelben
Strich
nach rechts den Hang hoch. Nur die ersten paar Meter sind etwas steiler,
danach wandert man sehr angenehm durch einen Mischwald bis zur Ortschaft Mezná (Stimmersdorf) und damit zum Startpunkt der Wanderung. Diese Wanderung
ist ein nettes Teilstück aus der großen
Prebischtor Wanderung und ähnlich wie diese hat auch diese Runde
ganz gut Spaß gemacht. Ganz besonders lustig und abwechslungsreich ist das
größte Stück der Wanderung durch das Tal der Kamenice (Kamnitz) mit den
Kahnfahrten und der eigentlichen Schlucht.
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