Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Eigentlich sollte die Wanderung Schöberlinie
den Namen Grundmühle tragen. Normalerweise plane ich die Wanderungen vor dem
Start am Schreibtisch bzw. am Rechner und meistens passt der Name dann schon
ganz gut. In diesem Fall fand ich den Namen Schöberlinie aber im Nachhinein besser
passend. Trotzdem sind aber am Wegesrand auch noch die Grundmühle und eine
interessante Felsenkapelle zu sehen. Aber nacheinander: Der Startpunkt liegt gleich rechts am Ortseingang
von Jetřichovice (Dittersbach)
vor der Güntermühle. Von hier geht
es am Bach Große Biele entlang. Dies ist eigentlich ein unauffälliger
Bach, das einzige sehr Auffällige sind die riesigen Mengen Quellen links
und rechts des Bachlaufes. Ganz besonders auffällig ist an diesen Quellen,
dass sie anscheinend ziemlich eisenhaltig sind, da die kleinen Zuflüsse alle rot gefärbt
sind. Mehrere dieser Quellen sind auch noch mit einer kleinen Hütte oder
mindestens einer Umrandung ausgestattet. Die Wanderung folgt der gelben
Wanderwegmarkierung
. Nach ungefähr 1,8 Kilometern erreicht die Wanderung
die
Kamenice (Kamnitz) und die blaue Wanderwegmarkierung
.
Hier geht
es ein kleines Stück nach links auf den beiden Markierungen dem Bachlauf
entgegen. Nach wenigen Metern steht auf der rechten Wegseite ein Kreuz, das so aussieht, als wenn sich dort ein Grab befindet.
Auf jeden Fall
steht
dieses Kreuz genau unter einer beeindruckenden Fichte. Diese sogenannte
Königsfichte ist 180 Jahre alt, hat einen Stammumfang von 2,9 Meter und eine
Höhe von 27 Meter. Alle diese technischen Daten können aber kaum ausdrücken,
wie beeindruckend es ist, wenn man am Stamm steht und nach oben sieht.
So viele Äste an einem Baum kann man wirklich nur an Bäumen finden, die an
einem separaten Standort stehen. Die blaue Markierung biegt schon nach
wenigen Metern nach links ab. Hier geht es erstmal dran vorbei noch ein
kleines Stück auf der gelben Markierung geradeaus, bis nach rechts ein Weg
abbiegt. Ganz witzig ist das gelbe Schild auf der linken Wegseite.
Ich habe noch nie ein Schild
gesehen, auf dem abgebildet ist, dass Fahrradfahrer ihren Drahtesel schieben müssen.
Hier wird drauf
hingewiesen,
dass es in 150 Metern nicht weiter geht.
An der Stelle befindet
sich die Ruine der Grundmühle an der Kamenice (Kamnitz). Es ist schade, dass die Mühle heutzutage
verfällt. Wenn man überlegt, dass die Mühle das erste Mal 1515 genannt wurde
und jetzt so endet, dann ist das schon traurig. Trotzdem ist es interessant,
die Ruine zu erforschen und die ganzen Keller kreuz und quer im Felsen zu
finden.
Von der Mühle geht es wieder zurück bis zum blau markierten Weg kurz vor der
Königsfichte. Hier geht es steil den Berg hoch. Zuerst findet man die Ruine
eines alten Gebäudes mitsamt eines Kellers und dann kann man den
ersten
Bunker der Schöberlinie in einer Spitzkehre auf der rechten Wegseite sehen.
Die Schöberlinie ist 1937 vom tschechischen Militär gebaut worden und zieht
sich von der Elbe bis ins Lausitzer Gebirge. Sehr häufig sind natürliche
Hindernisse, wie z.B. die Kamenice-Schlucht, mit in diesen Verteidigungsring eingebaut
worden. Insgesamt sollen über 9.000 Bunker und noch ein paar hundert schwere
Festungen in diesem Verteidigungsring betoniert worden sein. Von dem Bunker
geht es weiter den Berg auf der blauen Markierung hoch. Auf der rechten
Wegseite kann man im Wald noch mehrere Bunker sehen, da der markierte
Wanderweg ziemlich genau an der Bunkerlinie entlang geht. Zwischen der
Grundmühle bzw. Kamenice und der Ortschaft
Srbská Kamenice (Windisch-Kamnitz) ist die Bunkerlinie in einer
Reihe ausgebaut worden. Ab der Ortschaft hat man anscheinend, durch die
ruhigere Landschaft, die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs der Deutschen für
wahrscheinlich gehalten und deshalb sind zwei Reihen Bunker über die Hügel
verteilt. Es geht also einmal über den Ausläufer des
Růžák (Rosenberg) hoch und dann auf der Seite wieder herunter.
Zwischendurch verläuft der Wanderweg auf einem asphaltierten Waldweg
entlang, biegt aber dann an einer ziemlich unauffälligen Stelle nach links
auf einen Pfad ab, der dann bis runter nach Srbská Kamenice (Windisch-Kamnitz) führt. Man folgt einfach nur dem
markierten Wanderweg und durchquert den Anfang der Ortschaft. Auf der
anderen Seite geht es zuerst noch auf der Rückseite der Häuser und an einem
wirklich stabil gebauten Schafstall entlang.
Der
Weg führt den Hang hoch, bis am Scheitel ein Museumsbunker auffällt. Ich
habe ihn mir mal angesehen. Der
Bunker ist sehr detailgetreu wieder hergerichtet worden. Die Bunker der
Schöberlinie sind fast alle vom sogenannten Modell 37. Das heißt, dass
7 Mann Besatzung in dem Bunker waren, nach links und rechts jeweils ein
Maschinengewehr herausragte, es in die Richtung des Feindes nur einen
Sichtkontakt über Periskope gab und nach hinten einen doppelt gesicherten
Ein-/Ausgang. Nachdem man diesen Punkt passiert hat, geht es auf der
anderen Seite wieder den Hang runter, bis nach links am Waldrand ein
breiterer Waldweg abbiegt. Hier verlässt man den markierten Wanderweg und es
geht das letzte Mal an einem Bunker vorbei. Der Weg macht einen Bogen durch
einen kleineren Wald und man erreicht nach ungefähr einem Kilometer die
Ortschaft Všemily (Schemmel). Damit man nicht auf der Landstraße entlang
wandern muss, sollte man am Kriegerdenkmal nach links gehen und die
Landstraße nur überqueren.
Gegenüber
auf der Straße wandert man in die Ortschaft hinein und biegt gleich an der
ersten Möglichkeit wieder nach rechts ab. Diese Straße verläuft parallel zur
Landstraße und man verlässt sie erst wieder, wenn nach links die
Schemmler Kapelle bzw.
Felsenkapelle ausgeschildert ist.
Die
Felsenkapelle liegt gleich am Wegesrand und es ist ein Wunder, dass ein so
ausgehöhlter Felsen überhaupt noch halten kann. Aber das macht er immerhin
schon seit mindestens Oktober 1835. Man kann zwar im Inneren sehen, dass
sich das Regenwasser den Weg durch den Felsen bahnt, aber genau das macht
die Wirkung der Kirche aus. Von der Kirche geht es den Hang hoch. Der Weg
erreicht bald eine weitere Straße oberhalb der Ortschaft. Hier geht es nach
rechts. Auch dieser Weg geht netterweise parallel zur Landstraße
entlang. Nach einer ganz angenehmen Strecke an ein paar sehr schick
aussehenden Häusern entlang erreicht man nach ungefähr einem Kilometer die
Landstraße zwischen
Všemily (Schemmel) und
Jetřichovice (Dittersbach). Damit das nächste Stück nicht auf der
Landstraße weiter geht, biegt man im spitzen Winkel nach links ab, und es
geht an einigen Wochenendhäusern entlang. Der Weg führt auf eine Anhöhe,
auf der man nach links zum
Růžák
(Rosenberg) und nach rechts zum Studenec (Kaltenberg) und Na Valech (Hoher
Eichberg) blicken kann. Der Anreiz der Aussicht verführt ziemlich schnell
dazu, den Abzweig nach rechts zu verpassen und dann in einer dieser
Wochenendsiedlungen herum zu irren. Also geht es ganz knapp vor dem
Scheitelpunkt der Anhöhe nach rechts zwischen ein paar Wiesen runter nach Jetřichovice
(Dittersbach). Die letzten paar Meter (ca. 800 Meter) muss man leider auf
der Ortsstraße wandern, bis nach links die Zufahrt zur Güntermühle bzw. dem
Parkplatz erreicht ist.
Damit ist eine überraschende Wanderung zu Ende gegangen. Ich habe schon
mehrmals etwas von der Schöberlinie gehört, dass die Bunker aber in so einem
knappen Abstand zueinander stehen, hat mich stark überrascht. Auch hätte ich
keine Vorstellung, was der Sinn dieser Bunker war und wie sie überhaupt
funktionierten. Durch das kleine Bunkermuseum oberhalb von
Srbská Kamenice (Windisch-Kamnitz) bekommt man einen kleinen
Eindruck und detailliertes Hintergrundwissen.
Anfahrtsbeschreibung:
Auto:
Auf der B172 über den Grenzübergang Schmilka. Hinter dem Grenzübergang in Hrensko nach links in die Richtung Jetrichovice (Dittersdbach). Zuerst kommen die Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese) und Vysoká Lípa (Hohenleipa). Gleich am Ortseingang von Jetrichovice (Dittersdbach) geht es nach rechts auf einem Schotter Weg bis zum Parkplatz an der Alten Mühle (Güntermühle).
Empfohlener Parkplatz:
Güntermühle Dittersbach
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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