Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass uns
ein netter Leser unserer Webseite gefragt hat, ob wir die "Teufelskegelbahn"
kennen würden. Er wäre die Strecke in der Nähe von Rynartice (Rennersdorf)
vor 20 Jahren gewandert und möchte jetzt die Schlucht noch mal durchqueren.
Leider wussten wir aber auch keinen Rat und der Leser fand es dann über
andere Wege doch selbst heraus. Der Name hörte sich aber für uns so
interessant an, dass auch wir uns gleich mal in Richtung Rynartice
aufgemacht haben.
Der Startpunkt liegt ziemlich in der Mitte der Ortschaft, gleich neben dem
Friedhof. Von hier geht es ein paar Meter die Dorfstraße abwärts, bis am
Ende von Rynartice (Rennersdorf) die Straße einen Rechtsknick macht. Hier
biegt nach links die Wanderwegmarkierung blauer Strich
ab. Das Gefälle nimmt mit der Wanderzeit zu, bis der Chribská Kamenice (Kreibitzbach)
erreicht ist. Hier führt eine kleine Fußgängerbrücke über den Bach und dann
geht es eigentlich bequem dem Bach hinterher.
Als wir die Wanderung im
Sommer 2010 gegangen sind, waren die ersten paar Meter des Pavlínino
údolí (Paulinengrund) noch sehr leicht zu bewältigen, aber dann kam von links
ein Bachtal hinzu. Es
handelt sich um den Minibach Studený (Kaltenbach). Hier hatte aber ein
ordentliches Gewitter gigantische Wassermassen in das Tal gedrückt, sodass
das weitere Tal ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Der
Wanderweg hinter dem Bachzulauf war so stark ausgespült, das sich zum Teil
knietiefe Pfützen gebildet hatten. Diese Stellen ließen sich aber noch ohne
ein Problem umgehen.
Viel lustiger wurde es dann nach den ersten 400 Metern durch das Tal.
Hier hat vor dem Gewitter eine Brücke den Chribská Kamenice (Kreibitzbach)
überquert. Diese Eisenkonstruktion lag jetzt in einem ziemlich geknickten
Zustand am Bachrand. Da der markierte Wanderweg aber auf der
gegenüberliegenden Bachseite weiter ging, musste der Bach überquert werden.
Dazu boten sich die beiden Möglichkeiten Durchwaten oder über eine
umgestürzte Fichte balancieren an. Wir haben uns für die trockene Variante
entschieden und es tatsächlich geschafft, den 6 Meter breiten Bach ohne
unterhaltsame Bruchplatschlandung zu überqueren.
Der Wanderweg bzw. das, was davon übrig geblieben ist, hat die
Wanderwegmarkierung roter Strich
und so geht es wieder ein paar Meter bachabwärts. Schon nach dem nächsten ½
Kilometer sollte eigentlich auch wieder eine Brücke die Bachüberquerung
ermöglichen, aber auch von dieser Brücke waren nur noch die Brückenköpfe
vorhanden. Da aber ein deutlich sichtbarer Waldweg neben dem Bachlauf weiter
ging, haben wir hier den Bach nicht schon wieder überquert.
Leider
hörte der Pfad dann aber doch ziemlich abrupt auf und die nächste
Bachüberquerung stand an. Da wir nicht die ersten waren, die von den
fehlenden Brücken überrascht wurden, lagen ein paar Schonungszäune bzw. die
Teile davon im Bachbett. Das war zwar eine ziemlich wackelige Sache, aber
auch diesmal ist keiner von uns Baden gegangen.
Nach einem weiteren Wegstück neben dem Bachlauf entlang erreichten wir mal wieder eine
intakte Brücke, an der eine Tafel mit dem Inhalt
"Alle Brücken im Paulinental wurden von den Angestellten des Hotels Bellevue
in Jetřichovice als Geschenk unserer schönen Böhmischen Schweiz
repariert. Mai 1997." angebracht war. Sollte diese Tafel womöglich erklären, dass die Brücken nicht das
erste Mal Opfer des Baches geworden sind? Die Wanderung geht auf jeden Fall
weiter und als nächstes wird eine doppelte Brücke erreicht. Aus der
Entfernung gesehen, waren wir schon fast enttäuscht, dass es gar keine
spannende Bachüberquerung mehr gab, aber beim Näherkommen waren doch einige
Schäden zu erkennen. An
der Stelle befindet sich ein Wehr und die beiden Brücken führen über die
neben dem Wehr entlang führende Fischtreppe und den Bach selbst.
Bei
dem Gewitterguss hat sich der Bach aber einen neuen Weg gesucht und zwischen den beiden Brücken alles weggerissen. Zum Glück sind alle Bauwerke
(Brücken, Fischtreppe und Wehr) heile geblieben, nur so einiges an Geröll
ist an falschen Stellen abgeladen worden.
Sehr
interessant sieht der Kanal links neben dem Bachlauf aus. Dadurch, dass
dieser Kanal mit einem massiven Eisengitter gegen Geröll und Treibgut
gesichert ist, sind keinerlei Schäden durch die Flutwelle entstanden. Zuerst
fließt der Kanal noch neben dem Wanderweg und biegt dann aber nach links um
einen Hügel ab.
Die Wanderung erreicht bald das Ende des Pavlínino údolí (Paulinengrund) und
vor uns befinden sich der Campingplatz und das Freibad von Jetřichovice
(Dittersbach). Hier wird das Tal verlassen und es geht nach rechts auf der
asphaltierten Zufahrtsstraße aufwärts. Der Wanderweg ist immer noch mit dem
roten Strich markiert und erreicht nach einem kleinen Aufstieg die
Fahrstraße zwischen Všemily (Schemmel) und Jetřichovice (Dittersbach).
Vor der Straße biegt nach rechts der markierte Wanderweg
ab und es geht wieder ein paar Höhenmeter abwärts.
Noch bevor der Wanderweg den nächsten Schlenker der Fahrstraße erreicht,
verlässt die Wanderung an der ersten Möglichkeit den markierten Wanderweg
nach rechts. Die
Wanderung steigt in die anfänglich schon erwähnte Teufelskegelbahn. Die
Schlucht ist sehr angenehm aufwärts zu steigen und es ist ziemlich
beeindruckend,
welche Felsen und Felswände links und rechts des Weges stehen. Anscheinend wird der Weg aber nur sehr selten betreten, da
der Pfad mit
fortschreitendem Aufstieg schmaler wird. Nach ½ Kilometer
durch die Schlucht gabelt sich der Weg vor einem Felsen und man sollte sich rechts halten. Auf
der rechten Wegseite fallen rote Ringe an den Bäumen auf. Diese Markierungen
signalisieren die Kernzone der Böhmischen Schweiz und können sehr gut als
Orientierungspunkte für die Wanderung benutzt werden.
Nach einer Strecke von ungefähr 1 ½ Kilometern durch die sehr ruhige
Schlucht erreicht man den Rand von Rynartice (Rennersdorf). Hier geht es
noch ein paar Meter auf der Zufahrtsstraße der typischen böhmischen Häuschen
entlang, bis die bekannte Verbindungsstraße zwischen Jetřichovice
(Dittersbach) und Rynartice (Rennersdorf) erreicht wird. Wenn man die
Wanderung mit Kindern unternommen hat, dann bietet sich an dieser Stelle noch
ein kurzer Abstecher nach links hinunter an. Nach weniger als 200 Metern
befindet sich auf der rechten Straßenseite eine Felsengasse.
Hier
hat um 1870 der Rennersdorfer Landwirt Eduard Vater und darauffolgend sein
Sohn eine Vielzahl Zwerge in den Felsen gehauen.
Zum
Glück erstrahlen die Wichte auch heute noch in unterschiedlichen Farben und
so haben Kinder die nette Aufgabe, alle Felsenbilder zu finden. Insgesamt
sollen es 7 Zwerge und das Schneewittchen sein. Da ich schon bei einer
anderen Zwergenhöhle mit meinen
Kindern darüber diskutieren und dann auch noch eingestehen musste, dass es
sich nicht wie im Namen "Trpasličí jeskyně (Die Zwergenhöhle)" um eine Höhle,
sondern nur um einen Felsengang handelt, empfehle ich anderen Eltern lieber
nicht die Bezeichnung Höhle. Nicht das der Nachwuchs sich eine tolle Höhle
vorstellt und dann mit einer Felsspalte unzufrieden ist.
Die letzten paar Meter geht es entweder am oberen Waldrand entlang oder man
wandert über die Fahrstraße bis zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Für
uns war die Runde durch den seltsamen Wegverlauf im Pavlínino údolí
(Paulinengrund) ganz besonders interessant und abwechslungsreich. Der
Aufstieg durch die ruhige Schlucht der Teufelskegelbahn war für
uns neu und hat sich gelohnt. Ob die Schlucht denn wirklich Teufelskegelbahn
heißt, konnten wir bis heute nicht in Erfahrung bringen, aber es ist
eigentliche eine nette Bezeichnung für die zerklüftete Schlucht.
Herzlichen Dank für die Anregung zu dieser Wanderung.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Tja da fällt mir nur ein, dass ich mit der S-Bahn bis Schöna fahren würde
und dann mit der kleinen Fähre über die Elbe übersetzen wurde. Als nächstes
weiß ich, dass in Hřensko als auch in Jetřichovice (Dittersbach) eine Bushaltestelle ist.
Wie die Buslinie heißt, entzieht sich leider meinen Kenntnissen.
Auto:
Empfohlener Parkplatz:
Rynartice Ortsmitte
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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