Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Auf der Wanderung
Umrundung Hinterhermsdorf war
mir mehrmals ein einzelner Wanderer begegnet, der mich im Weißbachtal
dann gefragt hat, ob ich denn wüsste, wie man von hier zum Vlčí Hora
(Wolfsberg) kommen würde. Oh, dieser Berg erschien mir von der Stelle so
weit entfernt, dass ich einfach keinen guten Rat hatte. Zu Hause erinnerte
ich mich an die Frage. Also bin ich mit dem Finger über die Wanderkarten
gefahren und musste mit Überraschen feststellen, dass es eine Entfernung
ist, die man als Wanderer tatsächlich schaffen sollte. Wenn ich die Strecke
nun schon theoretisch geplant habe, dann
muss diese natürlich auch in der Praxis ausprobiert werden und hier kommt
die passende Beschreibung dazu.
Der Startpunkt für diese Runde liegt in der Dorfmitte von Hinterhermsdorf.
Von hier geht es rechts neben dem Erbgericht auf der Wanderwegmarkierung
gelber Strich
aus dem Dorf heraus. Noch in der Ortschaft passiert man das Pfarrhaus und
den sehr schön gestalteten Platz davor. Es ist sehr nett zu sehen,
wie aus einem hässlichen Wendeplatz so etwas Verstecktes, aber sehr Hübsches
werden kann. Hier haben die Kinder bestimmt viel Spaß, nass zu werden.
Hoffentlich ist es mit dem Platz nicht so wie häufig, dass für die Anlage
einmal Geld zur Verfügung gestellt , aber die Erhaltung dann schleifen
gelassen wird.
Der gelbe Wanderweg führt durch die Senke namens Viehbigt in Richtung Weifberg bzw. Schäferräumicht.
Die Wanderung erfolgt hier nord-östlich
von Hinterhermsdorf über eine leicht geschwungene Wiesenlandschaft und erst
hinter dem Zugang zum Schäferräumicht geht es in den Wald. Nach einem
schnurgeraden Stück von fast einem Kilometer biegt der markierte Wanderweg
nach links ab und führt dann ordentlich den Hang wieder hoch. Der Hügel ist
schon leicht irritierend, wenn man eigentlich davon ausgeht, dass man ins
Weißbachtal absteigen möchte. Aber für die Überquerung der Kalkstraße muss
man die Höhenmeter überwinden.
An der Kalkstraße kreuzen sich gleich mehrere Wege und eigentlich könnte man
schräg nach links vorne weiterhin der gelben Wanderwegmarkierung folgen. Da
die Wanderung aber so einige unmarkierte Waldwege beschreitet, geht es hier
gleich mal geradeaus auf dem Waldweg weiter. Bei diesem Weg handelt es sich
um einen der uralten Verbindungswege zwischen Hinterhermsdorf und Böhmen,
der aber leider heutzutage fast nicht mehr bekannt ist. Noch kann man den
Weg aber ganz gut im Wald erkennen und erst auf den letzten paar Metern vor
dem Bachlauf verteilen sich die Wanderer und damit der sichtbare Pfad. Da es
aber hier durch einen normalen Wald geht, findet man den Waldweg neben dem
Weißbach sehr schnell. Wenn man Glück hat und die Richtung des alten
Zeidlerweges richtig gedeutet oder gleich mit einem
Wandernavigationssystem unterwegs ist, dann betritt man den Waldweg am
großen Grenzstein Nr. 21. Am gegenüberliegenden Ufer plätschert
ein kleiner Bach in den Weißbach und daneben ist der ursprüngliche
Zeidlerweg noch zu erahnen. Ungefähr 100 Meter von dieser Stelle entfernt
hatte mich der schon erwähnte Wanderer auf den Denkanstoß zu dieser
Wanderung gebracht. Weit war also die Möglichkeit zum Wechsel ins böhmische Gebiet und
damit der Weg zum Vlčí Hora (Wolfsberg) nicht entfernt gewesen.
Mit einem Satz oder einem bisschen Steinebalancieren ist man auf der
gegenüberliegenden Bachseite angekommen und nach 50 Metern steht man an
einem tschechischen Kernzonenschild. Wenn ich das Schild und die roten Ringe
an den Bäumen richtig deute, dann hat man soeben gerade 50 Meter Kernzone
illegal durchquert. An dem
Nationalparkschild beginnt ein sehr gut sichtbarer Waldweg, der nach links
hochführt. Nach ein paar hundert Metern kommt man an einen der typischen
Nutzwälder in Tschechien, in dem die Fichten streifenweise gefällt werden.
So ein Wald sieht zwar ganz hervorragend aufgeräumt aus, aber als reine
Monokultur ist diese Waldform auch stark für Schädlinge anfällig und
besonders ästhetisch ist so ein Wald auch nicht.
Die Wanderroute ist sehr einfach zu finden, da man einfach immer den breiteren
Waldwegen folgt. Nach 1 ¼ Kilometer gabelt sich der Waldweg an einer
ziemlich großen Wildfütterungshütte und man wählt für den weiteren Weg die
rechte Richtung. Noch mal 350 Metern später gabelt sich der Weg erneut und
auch hier wandert man nach rechts auf dem leicht abfallenden Waldweg weiter.
Ein paar hundert Meter später wird der Wald verlassen und die Wanderung
führt über eine schöne große Wildwiese. Bald wird ein ganz kleiner Wald auf der rechten Wegseite passiert und dahinter biegt man im
spitzen Winkel nach rechts ab. Auch hier verläuft die Wanderung sehr schön
weiter über die Wildwiesen und vorbei an ganz vereinzelt liegenden Häusern.
Es
handelt sich um die oberen Häuser von Kopec (Hemmehübel), von denen man sehr
schön über das Tal rüber zum Vlčí Hora (Wolfsberg) blicken kann. Zwischen
diesen Häusern und der eigentlichen Ortschaft wandert man auf der
Zufahrt abwärts. Der Weg ist gewaltig hubbelig, was beim
Wandern nicht ganz so stört, aber als Autofahrer würde ich mir schon Sorgen
machen oder nur super vorsichtig fahren.
Gleich am Ortseingang (eigentlich ist es eher das Ende des Orts) von
Kopec (Hemmehübel) passiert man eine
Gaststätte, die durch ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis ziemlich beliebt bei
den Deutschen ist. Die Wanderung führt auf der Dorfstraße entlang. Sehr
ungewöhnlich sehen die flachen Wiesen rechts neben der Straße aus. Entweder
war hier mal irgendein Betrieb mit massig Platzbedarf oder
es sind einfach nur verlandete Mühl- oder Fischteiche. Zwischendurch verlässt man das
bewohnte Gebiet, aber es geht weiter auf dieser Minilandstraße in Richtung Brtníky (Zeidler) bis zur
Hauptstraße. Hier wandert man geradewegs auf ein ziemliches
großes Gebäude
drauf zu. An dem heutzutage leeren Gebäude hängt eine verwitterte Tafel mit
dem Text: Školské rekreační středisko; OPRAVÁRENSKÁ ZÁKLADNA; ČEZ;
KONCERNOVÝ PODNIK; TEPLICE. Google sei Dank, lässt sich am heimischen
Rechner herausfinden, dass der Text im Deutschen ungefähr folgendes
bedeutet: Schule Ferienort; OPRAVÁRENSKÁ ZÁKLADNA; ČEZ; Konzern Werk;
TEPLICE. Aha, es war also anscheinend mal ein Ferienheim von einer Konzernfiliale aus Teplice.
Auf der Hauptstraße geht es nach rechts bis zu der abknickenden
Vorfahrtsstraße, wo man ein wunderbar
saniertes Gebäude passiert,
das heute als
Heim benutzt wird. An der Vorfahrtsstraße geht es noch ein kleines Stück
(150 Meter) geradeaus. An der Stelle, an der die beiden Wohnhäuser ohne
Vorgarten gleich an der Straße stehen, biegt dahinter die
Wanderwegmarkierung roter Strich
nach rechts ab. Hier läuft man ganz besonders schnell vorbei, weil die paar
Treppenstufen eher so aussehen, als wenn man in den Garten des Hauses kommt.
Dann würde man aber einen ganz besonders interessanten Punkt
auf dieser Wanderung verpassen.
Nach einem leichten
Anstieg stößt man auf
eine ganze Allee mit Bildern aus dem Leben von Jesus. Die Bilder sind in 12
Sandsteinsäulen eingefasst und führen bis zu einer Kapelle. Leider kann man
das Gebäude nur von außen und durch die gläserne Türe betrachten, aber
trotzdem kann man sehr gut den sanierten Innenraum und den kleinen Altar
erkennen. Gleich hinter der ersten Kapelle befindet sich eine etwas kleinere
zweite Kapelle, an deren Stirnseite ein Bild mit dem aufgebahrten Jesus ist.
Die Sandsteinsäulen und die beiden Kapellen stehen auf einem langgezogenen
Bergrücken, der jetzt auch bis zum Ende am Waldrand weiter bewandert wird.
Hier ist mir die Wanderwegmarkierung irgendwie mal wieder verloren gekommen,
aber wenn man sich schräg rechts hält, dann kommt man nach ein paar
Metern auf einen Feldweg. Da man den Vlčí Hora (Wolfsberg) schon sehr
deutlich vor sich sieht, ist es selbstverständlich, dass es auf dem Feldweg
nach links weiter geht. Zuerst geht der Weg noch ein paar wenige Meter
bergabwärts, um danach bis hinauf auf den Vlčí Hora (Wolfsberg) anzusteigen.
Zwischendurch ändert sich noch die Wanderwegmarkierung in den gelben Strich
,
aber beim Vlčí Hora (Wolfsberg) ist es nicht besonders schwierig, den
Aufstieg zu finden, da es sich um einen dieser typischen kegeligen
Vulkanberge handelt. Kurz bevor man den Gipfel des Berges erreicht hat, kann
man auch schon einen ganzen Klotz Basaltsäulen neben dem Aufstieg entdecken.
Oben auf dem Gipfel lassen sich noch viel mehr dieser
Sechsecke entdecken und
sogar der Aussichtsturm ist auf einen ganzen Klotz davon gebaut
worden. Unten
im Turm in einem wirklich kleinen Verschlag sitzt ein Herr, an den man einen Obolus für den Aufstieg entrichten muss. Im
gesamten Treppenhaus hängen kleine Bilder von anderen Aussichtstürmen, über
deren Vielfalt an Formen man staunen kann. Der Ausblick vom
Turm ist wirklich sehr gut und hier ist auch deutlich zu erkennen, dass die
Bäume um den Turm herum immer wieder gestutzt werden, damit die
Aussicht nicht zuwächst. Daran könnte man sich auf deutscher Seite (z.B. am
Winterberg) ein sehr
gutes Beispiel nehmen.
Auf der gegenüberliegenden (südlichen) Seite des Vlčí Hora (Wolfsbergs) geht
es wieder hinunter und am Waldrand in Richtung des bewohnten Gebietes
der Ortschaft Vlčí Hora (Wolfsberg). Die Dorfstraße kreuzt bald
die Hauptstraße, die man nur überquert und dann gegenüber weiter wandert. Nach
¼ Kilometer erreicht man eine Aussicht mit einer Erklärungstafel, von der man sehr schön auf
das Lausitzer Gebirge blicken kann. Der Feldweg
endet auf einem Querweg, den man nach rechts weiter wandert. Der Weg ist
sehr angenehm zu gehen und man kann immer mal wieder nach rechts zum Vlčí
Hora (Wolfsberg) blicken. Insgesamt führt der Weg fast 1 ½ Kilometer
schnurgerade über die Höhe und erst am Ende kurz vor der Fahrstraße geht es
abwärts.
Der Wanderweg endet auf dem offiziellen Fahrradweg mit der Nummer 3033 und
führt nach links ins Tal des Vlčí potok (Wolfsbach).
Eigentlich sind die 3
Kilometer durch das Tal nicht besonders interessant, weil es nichts außer
einem kleinem Bach und ein paar Felsen zu sehen gibt, aber trotzdem ist der
Weg ganz angenehm und nach den vorangegangenen Höhenmetern sehr erholsam.
Der Vlčí potok (Wolfsbach) schlängelt sich zum Teil mit wildesten Schlenkern
runter ins Tal und an mehreren Stellen sind sich die Felsen so nah, dass
man für den Weg einige nachbearbeiten musste. Sehr seltsam sind auch die
steinernen Säulen, die immer wieder rechts vom Weg stehen. Sie sehen aus wie
alte Zaunsäulen, aber was machen die hier mitten im Wald? Vielleicht sind
sie noch aus der Zeit, als Kühe im Wald gehalten wurden, oder war mal
zwischendurch hier überhaupt kein Wald mehr und deshalb eine Weide?
Am Ende des Tals Vlčí potok (Wolfsbach) erreicht man den Rastplatz namens
Turistický most (Touristenbrücke) an der Křinice (Kirnitzsch). Ab hier ist
der Weg durch das Khaatal mit der Wanderwegmarkierung roter Strich
gekennzeichnet
bzw. was in Tschechien meistens besser gekennzeichnet ist, sind die Radwege
und deshalb die Radwegnummer 3032. Die Wanderung folgt der Křinice
(Kirnitzsch)
flussabwärts und hier kann man am Bachlauf immer wieder
entdecken, dass der Bach früher anscheinend mit ganz vielen bearbeiteten
Sandsteinklötzen geführt wurde. Im Gegensatz zum Tal des Vlčí potok
(Wolfsbach) ist das Khaatal schon ein ganzes Stück breiter, aber trotzdem
kann man immer mal wieder schöne Felsengebilde entdecken.
Insgesamt wandert man mal wieder 3 Kilometer, diesmal durch das Khaatal, um
dann einen weiteren Rastplatz und den
Grenzübergang zu erreichen. Hier wird
die Kirnitzsch überquert und dann geht es noch ½ Kilometer in
Deutschland an dem Bachlauf entlang. Dieses Teilstück von dem
Grenzübergang bis zum Verlassen der Kirnitzsch ist ohne jegliche
Wanderwegmarkierung, danach geht es nach rechts auf der deutschen
Wanderwegmarkierung roter Strich
für 150 Meter weiter in Richtung Hinterhermsdorf. Da die Wanderung mit
ihren 24 Kilometern meiner Ansicht nach lang genug ist, wird schon an der Kreuzung
der markierte Wanderweg verlassen und nach links die langgezogene Hinterdaubitzer
Straße hoch gewandert. Hinterhermsdorf wird im Ortsteil Neudorf erreicht und
am Ende der Dorfstraße ist man im Zentrum und damit am Startpunkt der
Wanderung wieder angekommen.
Eigentlich hätte ich vermutet, dass die Wanderung noch viel länger war, aber
der andere Wanderer hatte Recht, dass man die Strecke ohne weiteres schaffen
könnte. So wie ich die Route geplant und auch gewandert habe, gab es in
der Mitte der Wanderung ein paar nette Aussichten, aber insgesamt waren ein
paar sehr langgezogene Talstrecken enthalten. Die sind zwar wandertechnisch
sehr angenehm, aber wenn man die Strecke alleine unternimmt doch ein wenig
monoton.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. Der große Parplatz liegt gleich im Zentrum von Hinterhermsdorf am Erbgericht.
Empfohlener Parkplatz:
Hinterhermsdorf Ortsmitte
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
4 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
2,23 kByte
Dateigröße:
5,52 kByte
Dateigröße:
0,67 kByte
Dateigröße:
7,42 kByte
Dateigröße:
39,17 kByte
Bitte
benachrichtigen sie mich,
wenn sie Schwierigkeiten haben, die Datei in ihr Programm zu laden oder
sie irgendwie fehlerhaft ist.