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Die Wanderung Begangsteig ist nicht auf meinem Mist
gewachsen, sondern stammt von einem netten Leser der Internetseiten, der
mich auf diesen ganz besonderen Pfad oberhalb des Polenztales hingewiesen
hat. Da es ja überhaupt nicht sein kann, dass es einen schönen Weg in der
Sächsischen Schweiz gibt, den die Familie Geier noch nicht gegangen ist,
wurde gleich mal eine Erkundung gestartet. Ein ganz guter Startpunkt der
Wanderung ist der Parkplatz am ehemaligen Schmalspurbahnhof in Hohnstein.
Vom Parkplatz geht es wenige Meter nach links (vom Parkplatz aus gesehen),
bis nach rechts die R.-Breitscheid-Straße abbiegt. Diese Straße führt zur
Waldstraße, der man nach links in Richtung des Parkhotels (www.hotelambiente.com) folgt. Die
Waldstraße wechselt nach ein paar Metern in einen Waldweg. Auch wenn die
restlichen Wege von Hohnstein in Richtung Brandaussicht sehr beliebt
sind, so ist die Verlängerung der Waldstraße, die ab dem Wald Steinbruchweg
heißt, ein extrem ruhiger Waldweg. Nach ungefähr 300 Meter passiert die
Wanderung eine Hütte am Wegesrand. Hier ist bis zum Ende des 2. Weltkriegs
das Handwerk der Köhlerei betrieben worden. Leider befindet sich hier kein
Beispielmeiler, aber in der Waldhusche in Hinterhermsdorf und am
Cunnersdorfer Bad befinden sich noch gut erhaltene Anschauungsobjekte. Die
Wanderung geht weiter, bis die Wanderwegmarkierung grüner Strich
erreicht wird. Dieser Markierung folgt man nach rechts in Richtung des
ehemaligen Steinbruchs. Der Weg fällt leicht ab und passiert bald eine
künstliche Durchfahrt an einer Felswand. Ganz besonders interessant an
dieser Durchfahrt ist die Inschrift auf der rechten Wandseite. Hier sind in
kyrillischen Buchstaben der Stadtname Wolgograd und eine Jahreszahl eingemeißelt.
Wenige Meter hinter der künstlichen Durchfahrt biegt der markierte breite Wanderweg nach rechts ab. Hier verlässt die Wanderung den markierten
Weg und es geht über die Absperrung der Besucherlenkung hinweg. Hier
beginnt der Begangsteig. Verwunderlicherweise bin ich hier schon einmal
entlanggegangen, aber nur um nachzusehen, was Herr Dr. Böhm in seiner
Wanderkarte Brand-Hohnstein mit
Kl.
Kuhstall meinte. Bei der ersten Erkundung habe ich ein Felsentor in luftiger
Höhe für den eingezeichneten Kuhstall gehalten, aber das war ein voreiliger
Schluss. Das eigentliche kleine Kuhstalltor ist auf der Wanderung Begangsteig unübersehbar und befindet sich wenige Meter vor dem Felsenende.
Diesen
Felsenausläufer muss man komplett umrunden und dann geht es in einem
ziemlich wilden Zickzack an den Felsen entlang. Gleich mehrere Stellen
bieten eine extrem ruhige Aussicht auf die gegenüberliegende Seite des Polenztals. Auch liegen am Wegesrand des Begangsteiges mehrere große Höhlen,
die eine ungefährliche Erkundung ermöglichen.
Gleich
an mehreren Stellen führen Schluchten nach links hoch, diese Wege würden
aber nur auf dem Räumichtweg enden und damit wäre der Begangsteig vorzeitig
abgebrochen. Das sollte man nicht machen, weil der Pfad an den Felsen
entlang wirklich Spaß macht. Die Wanderung führt unterhalb des Panoramafelsens
bzw. der Aussicht entlang. Diese Aussicht wird auf der Wanderung
Gautschgrotte ausreichend beschrieben.
Als ich den Abstecher zu dieser Aussicht unternommen hatte, war ich
überrascht, als ich auf dem Zugang auf einmal in einer Schlucht ein Pärchen
absteigen sah. Nun weiß ich, dass diese Schlucht auf dem Begangsteig
endet. Die Wanderung passiert eine Selbsthilfebox und dann kann man auf der
rechten Seite den Aufstieg aus dem Polenztal sehen. Genau auf diesen Weg
muss man jetzt hinunter steigen. Irgendwie habe ich nicht so ganz den
perfekten Weg herunter gefunden. Aber genauso ist es auch in der Wanderkarte
von Dr. Böhm eingezeichnet. Der Pfad löst sich mit der Zeit ins Nichts auf
und irgendwann hat auch der letzte Wanderer den Weg quer runter in die
Schlucht eingeschlagen.
Bei mir hat diese Entscheidung ziemlich lange gedauert, bis ich dann doch
mal abgebogen bin.
Damit
die Wanderung nicht schon auf dem Hinweg zu einer langweiligen Runde
verkommt, empfehle ich, dann den Neuweg abzusteigen, bis nach links eine
breitere Schlucht mit einem gut sichtbaren Pfad abbiegt. Der Pfad führt
durch den Mittleren Saugrund und im oberen Teil ändert sich sein Name in
Eisenbahnerloch. Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob der Weg durch eine
Kernzone des Nationalparks führt, da aber auf dem Weg im Sommer 2008 frisch
gefällte Buchenstücke lagen, mache ich mir dazu weniger Gedanken. Auch
dieser Aufstieg ist äußerst ruhig, obwohl die Spuren deutlich
darauf hindeuten, dass einige Wanderer diesen Weg als Abkürzung zur Brandaussicht
wählen. Nach einem sehr angenehmen Aufstieg erreicht man die Brandstraße,
der man nach rechts folgt. Der Weg über die Brandstraße ist natürlich genau
das Gegenteil vom Begangsteig. Wenn man aber wenigstens den Wanderzeitpunkt
außerhalb der Hauptbesucherzeit legt, dann kann auch dieser Weg ganz
angenehm sein. Nach einer Strecke von einem Kilometer erreicht man die Aussicht am Brand. Nicht nur, dass
der Ausblick toll ist, hier befindet sich
auch noch die nette Brandbaude (www.brandbaude.de)
und ein Informationshaus des Nationalparks Sächsische Schweiz.
Nachdem man sich an der Aussicht satt gesehen hat oder die Dunkelheit
angekrochen kommt, sollte man sich auf den Heimweg machen. Der Weg zurück
ist unwahrscheinlich einfach zu finden, es geht einfach nur die Brandstraße
und damit die blaue Wanderwegmarkierung
zurück. Im Sommer 2008 ist die Straße komplett neu befestigt worden, aber
man braucht sich keine großen Gedanken wegen zu hohen Verkehrsaufkommens zu
machen. Die Straße ist immer noch eine Schotterstraße, die an der Brandbaude
endet. Auch ist es normalen Autofahrern untersagt, bis zur Aussicht
vor zu fahren.
Die
Wanderung passiert eine steinerne Säule aus dem Jahre 1795 und den Waldborn.
Diese Quelle war die letzten Male, als ich da vorbei kam, trocken. Vielleicht
war
es nur Zufall, oder die Schichtquelle ist versiegt. Zum Glück
wird die Brandgaststätte heutzutage über eine konventionelle
Trinkwasserleitung versorgt. Nach einer Strecke von etwas mehr als 2 ½
Kilometern über die Brandstraße erreicht man den Ausgangspunkt der
Wanderung. Damit ist eine ganz nette Wanderung zu Ende gegangen, die zwei
unterschiedliche Extreme bot, einerseits die totale Abgeschiedenheit des Begangsteigs und
andererseits dann der breite Wanderweg über die Brandstraße.
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