Zuerst mal das Wichtigste vorne weg: dies ist
keine Wanderempfehlung, sondern ein Erfahrungsbericht zum Wandern im
nördlichen Teil von Ehrenberg. Wer eine ordentliche Wanderempfehlung sucht,
sollte lieber auf der anderen Seite von Ehrenberg wandern gehen.
Ich habe mal wieder die Mädels zum Reiten beim Andershof (www.anders-hof.de)
weggebracht und wollte die Wartezeit mit einer kleinen Wanderung im
nordöstlichen Teil von Ehrenberg verbringen. Vor jeder Wanderung schaue ich
mir erst die Runde auf einer Wanderkarte an und meistens erstelle ich mir
sogar auch die GPS-Strecke. So brauche ich in der Natur nicht ganz so viel
über die Strecke herumrätseln. Genau das habe ich auch bei dieser Wanderung
zum Birkenberg gemacht und deshalb sollte diese kleine Runde überhaupt
kein Problem sein. Der Startpunkt liegt im Zentrum von Ehrenberg und von
dort geht es die ersten paar hundert Meter auf der Straße in Richtung
Lohsdorf (also bergabwärts). Auf der rechten Straßenseite kann man immer
noch den alten Bahndamm der Schmalspurbahn entdecken und als Bürgersteig
benutzen. Zwischendurch führt die ehemalige Bahnstrecke an dem
Bahnhofsgebäude vorbei, das witzigerweise auch heute noch der Bundesbahn
gehört (zumindest deuten die Schilder so etwas an). Eigentlich sollte ein
paar Meter hinter dem Bahnhofsgebäude nach links ein Feldweg abbiegen, in
der Praxis ist an der Stelle ein ehemaliger Bauernhof, aber irgendwie kein
Weg zu sehen. Selbst wenn man an den Gebäuden vorbei blickt, ist nichts
Begehbares zu entdecken und deshalb muss die Wanderung noch ein paar hundert
Meter weiter bis zur Fahrstraße nach Krumhermsdorf weiter gehen. Na ja, die
Realität kann sich schon mal im Verhältnis zum Zeitpunkt der
Kartenerstellung ändern.
Auf der nächsten nach links abbiegenden Straße muss man ein kleines
Stückchen von ¼ Kilometer wandern, bis nach links hinter den letzten
Häusern ein Feldweg abbiegt. Der Weg steigt leicht an und führt über einige
Felder und Wiesen. In diesem Bereich trifft man normalerweise kaum
irgendjemanden. Ich
vermute mal, dass das abends anders ist, da mir noch nie eine Stelle begegnet
ist, an der mehr Hochsitze als hier stehen. Die Wiesen und Felder sind
eigentlich so gut überblickbar, dass viel weniger Hochsitze notwendig wären,
aber vermutlich unterschätze ich die Gewehre oder die Sehfähigkeiten der
Jäger. Auf jeden Fall geht es über die großen Wiesen leicht ansteigend
aufwärts, bis der breite Feldweg in den Wald verschwindet. Genau an dem
Waldrand sollte denn auch ein Feldweg abbiegen und tatsächlich war hier ein
Weg gut sichtbar. Dieser Feldweg sollte laut Karte bis auf die andere Seite der Wiese
bzw. noch ein kleines Stück durch den Wald gehen. Tja, nur leider sah auch
hier die Praxis mal wieder ganz anders aus. Der vorhandene Feldweg endete
blöderweise an einem Hochsitz. Da ich aber dachte, dass vielleicht der
Feldweg durch die Ackerarbeiten eines Bauern verschwunden ist, bin ich
gleich mal am Feldrand/Waldrand weiter gewandert. Blöderweise wurde der
Untergrund hinter dem Feld aber nicht besser, sondern wechselte in eine
ordentlich sumpfige Wiese. Aber zurückgehen ist was für Schwächlinge und so
bin ich in die geplante
Himmelsrichtung weiter gewandert. Überraschenderweise tauchte dann
tatsächlich ein Pfad neben einem Bachlauf (ein Ausläufer des Schwarzbaches)
auf. Na also, dann geht es halt auf diesem unbekannten Weg weiter.
Seltsamerweise passierte ich schon nach wenigen Metern eine wilde Müllkippe,
aber praktisch kann das ja nur ein gutes Zeichen sein, dass Zivilisation
nicht mehr weit entfernt ist und tatsächlich standen links oben am Hang die
ersten Häuser von Krumhermsdorf/Neuhäuser. Ich hätte mich auch auf dem Weg
rüber zur Dorfstraße machen können, aber der Pfad führte immer noch am
Waldrand und dem Bachlauf entlang und so bin ich weiter hier entlang gewandert.
Nach 600 Metern hörte der Pfad tatsächlich mal wieder im Nichts vor
einem Weidezaun auf. Die Straße war aber sehr gut sichtbar ein paar wenige
Meter entfernt und so ging es quer über die Wiese runter zur Straße. Ich
habe diese Straße genau am letzten Haus betreten und gestaunt, dass hier
unten im Tal so eine ordentlich asphaltierte Straße lang läuft. Die
eigentliche Dorfstraße ist vorher den Hang auf der gegenüberliegenden
Talseite hoch gestiegen.
Nach einem angenehmen Stück von etwas weniger als ½ Kilometer stößt
die Wanderung auf die bekannte Fahrstraße zwischen Ehrenberg und
Krumhermsdorf. Der Weg verläuft parallel zum Schwarzbach und ist mit
dem gelben Strich
markiert. Der markierte Wanderweg führt nur ein kurzes Stück von 100 Metern
über die Fahrstraße und biegt dann gleich nach rechts ab. Der Weg sieht
eigentlich so aus, als wenn es sich nur um die Zufahrt zu dem ersten Haus
von Krumhermsdorf handelt, aber tatsächlich führt der Wanderweg rechts neben dem Haus weiter am Schwarzbach entlang. Noch vor dem nächsten großen
Haus biegt
der markierte Wanderweg nach rechts ab und es geht weiter am
Schwarzbach. Der Bachlauf ist wirklich interessant, weil er sich hier immer
mal wieder einen neuen Verlauf ausdenken darf. Natürlich sind die
Rahmenbedingungen durch die Hänge gegeben, aber trotzdem werden immer mal
wieder neue Schleifen gebildet.
Nach ein paar Metern durch das Tal stößt man auf gleich mehrere gelbe
Warnschilder mit so interessanten Inhalten wie: „Privatgrundstück; Betreten
auf eigene Gefahr!“ oder noch besser: „Vorsicht!! freilaufender Bulle!
LEBENSGEFAHR.“ Da aber der Weidezaun hier offen stand, machte ich mir keine
weiteren Sorgen, auch wenn meine Jacke leuchtend rot war. Der Weg ist
sehr angenehm zu wandern und zwischendurch lädt auch noch eine Bank zu einer
Rast ein.
Nachdem man den Wald erreicht hat, sollte eigentlich nach rechts ein Weg
auf den Birkenberg abbiegen, aber der gesamte Hang zeigt noch nicht mal eine
Andeutung an Pfad und so bin ich den bekannten
und
markierten Weg weiter gewandert. Bald erreichte der Waldweg die
Fahrstraße
zwischen Ehrenberg und Lohsdorf, auf der es ein paar Meter in Richtung
Lohsdorf weiter geht. Auf so einer Straße mit Leitplanken links und rechts
macht das Wandern überhaupt keinen Spaß, aber zum Glück waren es auch nur
200 Meter, bis nach rechts der markierte Weg abbog. Hier geht es noch ein
paar wenige Meter auf der gelben Wanderwegmarkierung weiter, bis nach rechts
der ehemaligen Bahndamm der Schmalspurbahn abbiegt. Auf diesem sehr
angenehmen Weg geht es jetzt wieder zurück nach Ehrenberg.
Ich bin überrascht, dass mich eine Wanderkarte auf einer so kurzen Strecke
gleich drei Mal so ordentlich hereinlegen kann und damit ist ein ganz
bestimmter Wanderkartenverlag mal wieder sehr unangenehm aufgefallen.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit dem
Bus R-236 oder
Bus R-237.
Auto:
Über die B172 Bad Schandau > Porschdorf > Hohnstein. Oder auch von Pirna die Elbe auf der alte Brücke überqueren und dann über Lohmen nach Hohnstein. In Hohnstein an der abknickenden Vorfahrtstraße nach links und dann bis Ehrenberg. Einen Kilometer hinter dem Ortseingang (an der Schmalstelle) befindet sich der Parkplatz auf der rechten Straßenseite.
Empfohlener Parkplatz:
Ehrenberg Ortmitte
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
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