Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Als wir die
Eiszapfenwanderung durchgeführt
haben, ist uns ein Pfad unterhalb der Burg Hohnstein aufgefallen, der nach
einem kurzen Kartenstudium in der Realität erkundet werden musste. Da wir
die Nase voll hatten von den ewigen Parkplatzgebühren, liegt der Startpunkt
auf dem kostenlosen Parkplatz unterhalb des ehemaligen Ritterguts von
Hohnstein an der Neustädter Straße. Diese Straße wandert man etwas mehr als
300 Meter bergab, bis nach rechts ein kleiner Weg abbiegt. Dieser sogenannte
Röhrenweg führt auf vollkommen gleichbleibender Höhe an der nördlichen Seite
von Hohnstein entlang.
Der
Name des Weges stammt aus der Zeit, als dort entlang eine hölzerne Röhre
frisches Wasser von
einer Quelle an der Neustädter Straße zum Marktplatz von Hohnstein transportierte. Von dem Weg kann man sehr schön nach links
hinunter auf
das Treiben in der Stadt blicken.
Ganz
besonders fällt natürlich die Burg Hohnstein auf dem Burgfelsen auf.
Zwischendurch passiert die Wanderung ein relativ großes Denkmal für
die Gefallenen der beiden Weltkriege. Es ist schon ziemlich erschreckend, wenn man auf den
vier Tafel ungefähr 150 Namen liest. Leider weiß ich nicht, wie viele
Einwohner in dieser Zeit in Hohnstein gelebt haben, aber mehr als
die 3.500 heutzutage werden es nicht gewesen sein und dann sind
150 Tote schon eine ziemlich große Zahl.
Der Weg endet kurz unterhalb des Hotels "Zur Aussicht".
Eigentlich führt die Wanderung von hier wieder den Hang hinunter, aber
man sollte noch einen kurzen Abstecher hoch auf die Hotelterrasse
unternehmen, denn das Haus trägt seinen Namen zu Recht. Wer
schon mal einen ersten schönen Eindruck von der Aussicht haben möchte,
sollte auf die Webseite des Hotels (www.hotel-zur-aussicht.de)
gehen und sich dort die Bilder der Webcam ansehen. Die Aussicht ist wirklich
ganz besonders schön und kann mit einem kühlen Getränk noch verbessert
werden. Von hier geht es über die Straße Am Bergborn wieder hinunter ins Tal. Wenige Meter vor der eigentlichen Hauptstraße ist auf der linken
Seite eine Einbuchtung mit einer sehr schön eingefassten Quelle. Selbst in
der trockensten Zeit plätschert hier immer noch Wasser in ein großes
Sandsteinbecken und sogar für die Hunde ist noch ein Sandstein-Trinkbecken
vorhanden.
Die Straße endet im Nadelöhr von Hohnstein. Ich bin um diese Häuserecke
schon wirklich sehr häufig herumgefahren, aber mir ist bis zu dieser
Wanderung noch nie aufgefallen, dass eins der Häuser nur noch eine
leerstehende Ruine ist. Diese Engstelle in der Straße ist immer wieder eine
Erheiterung, weil man hervorragend beobachten kann, wie Mitmenschen nicht
ein kleines bisschen vorausschauend Auto fahren oder sich aus einer ausweglosen
Lage, weil gerade mal wieder ein Bus entgegenkommt, retten können. Da
ich bis heute diese Stelle immer nur im Urlaub passiert habe, hatte ich auch
immer ausreichend Zeit und daher hat mich noch nie ein Wutanfall über solche
Leute gepackt. Die Stelle ist wirklich super eng und so muss man über
einen sehr schmalen Bürgersteig bis zum Marktplatz wandern.
Hier befindet sich auch der Eingang in die Burg Hohnstein (www.burg-hohnstein.info). Gleich
hinter dem Tor muss man einen kleinen Obolus entrichten und dann geht es auf
einen Erkundungsspaziergang. Beeindruckend ist, dass die Burg vermutlich schon 1200 bestanden hat und
1353 das erste Mal urkundlich genannt wurde. Kurz nach dem ersten Weltkrieg
(1925) wurde die
Burg zur damals schönsten und größten Jugendherberge Deutschlands
(angeblich 1.000 Betten) umgebaut.
Die Burg ist sehr gut erhalten und man kann
eine ganze Menge unterschiedlichste Stellen erforschen. Das macht ganz
besonders viel Spaß, wenn man mit seinen Kindern unterwegs ist. Wenn man die
ersten paar Meter die Auffahrt hoch gewandert ist, erreicht man eine lange
Durchfahrt, an der gleich mehrere Räume abzweigen. So kann man ein Verlies,
eine Waffenkammer und einen Kerker entdecken.
Im hinteren Teil der Burg befindet sich ein Turm mit einer sehr schönen
Aussicht auf das Polenztal. Der Weg führt über eine sehr große
Treppe
aufwärts und hier zweigen einige Türen zu größeren Mehrbettzimmern ab. Als
ich das letzte Mal mit unseren Kindern auf der Burg war, fand gerade ein
englischer Sprachurlaub hier statt. Überall klebten Schilder in Englisch und
eine der Türen zum Mädchenschlafraum stand offen. Es sah wirklich lustig
aus, weil auf
jedem der Betten mehrere Stofftiere lagen. Von der obersten Etage des Turms
kann man in alle vier Himmelsrichtungen durch große Fensterscheiben blicken.
Meistens ist auch das mittlere Fenster geöffnet, so dass man auch so
einigermaßen gute Bilder von der schönen Landschaft fotografieren kann.
Von
hier kann man schon auf das nächste Ziel der Erkundung blicken: den
Burggarten mit der Freilichtbühne. Dazu geht es wieder vom Turm herunter und über
die
offene Treppe in den Garten. Dieses Gelände ist eine der schönsten Plätze der
gesamten Burg, auch wenn es hier mindestens einen traurigen Ort gibt. An der
Spitze eines der Felsen befindet sich eine Gedenktafel an fünf Gefangene. Die
Burg Hohnstein hat tatsächlich einen dunklen Teil in der Geschichte. 1933
war hier ein Lager für politische Gefangene und im 2.
Weltkrieg wurde die Burg als Kriegsgefangenenlager benutzt. Heutzutage ist
wieder ein viel fröhlicheres Leben in die Burg eingezogen und das können
Jugendgruppen, Motorradfahrer oder einfach nur normale Besucher sein. Hoffen
wir mal, dass es so weiter geht.
Im Burghof kann man sich auch ganz nett hinsetzen und erfrischen.
Für
den weiteren
Weg wandert man die längere Durchfahrt wieder hinunter. Unten angekommen,
kann man noch ganz kurz durch das untere Gebäude gehen, um auf der anderen
Seite auf eine Terrasse herauszutreten. Von hier kann man sehr nett auf
Hohnstein und hinunter in den Bärengarten blicken. Ganz besonders gut kann man
die Reste der oberen Mauer des ehemaligen Bärengeheges sehen. Sie befindet
sich genau vor einem, rechts neben dem untersten Haus.
Genau dorthin soll es als nächstes gehen und dazu wird die Burg wieder
verlassen. Rechts neben dem Ausgang befindet sich ein größeres Denkmal für
die Opfer des Dritten Reiches. Der Marktplatz wird nach rechts verlassen und
nach wenigen Metern erreicht man das sehr schöne Rathaus von Hohnstein. Der
Vorplatz ist so schön hergerichtet, dass die Stelle auch immer wieder von
Hochzeitspaaren für Fotos benutzt wird. Rechts neben dem Rathaus geht es auf
einer Ministraße abwärts.
Hinter
dem letzten Haus auf der rechten Straßenseite weist ein Schild auf den
Burgweg hin. Dieser kleine Weg schlängelt sich am Fuße des Felsens entlang
und ist überraschend einfach zu wandern. Nach etwas mehr als ½
Kilometer erreicht man die Slalomstraße, an der es aber sofort wieder nach
links auf dem angenehmen Lehrpfad von Hohnstein
weiter geht. Das Gefälle des Wegs ist schon ganz ordentlich und
netterweise wird der nächste Bogen der Straße mit einem Tunnel unterquert.
Erst kurz bevor man im Grunde des Polenztals angekommen ist, muss man einmal
die Straße überqueren und nach rechts ein ganz kurzes Stück an der Straße entlang
wandern. Dadurch, dass aber vor der Ruine der Maimühle ein kleiner Parkplatz
ist, stört der Straßenverkehr nur ganz wenig.
Nachdem man die Polenz überquert hat, geht es nach links auf der Zufahrt
der Gaststätte "Zum Polenztal" weiter. Hier können einem zwar noch einige wenige Autos begegnen,
aber es hält sich doch sehr in Grenzen. Nach ein paar hundert Metern ist es
vorbei mit dem angenehmen Wandern in der Horizontalen und es geht
mittelmäßig ansteigend nach rechts hoch. Für den Aufstieg auf den Hockstein
wird der Weg durch den Kohlichtgrund gewählt. Im Gegensatz zum direkten
Aufstieg geht es gleichbleibend aufwärts, aber dafür muss man tatsächlich
zweimal die Slalomstrecke vom Polenztal zum Hockstein überqueren. Eigentlich
hatte ich es mir noch viel schwieriger vorgestellt, als es dann in der
Realität war. Zwischendurch war es sogar ziemlich interessant, da gleich
mehrere Auto- und Motorradfahrer die Aufwärtsfahrt als Rennstrecke
benutzten. Man kann die beiden Stellen sehr gut überblicken und mit einem
Paar offener Ohren ist die Überquerung kein Problem.
Nachdem man auch das zweite Mal die Straße überquert hat, geht es angenehm
weiter in Richtung Hockstein. Die Wanderung erreicht den Hockstein von der
Rückseite.
Wenige
Meter vor dem eigentlichen Bereich des Felsens passiert man eine nette
kleine Steinbrücke, die ähnlich wie der große Bruder an der Bastei aussieht,
aber ein ganzes Stück kürzer ist. An einem der rechten Felsen kann man die
Jahreszahl 1821 entdecken. Ich finde solche Inschriften immer wieder
faszinierend, wenn man überlegt, dass schon zu dieser Zeit hier Menschen zu
ihrem Vergnügen herumgekrabbelt sind. Auf dem Hockstein ist bei weitem nicht
so viel Betrieb wie auf der Bastei und man kann auch von mehreren
Stellen
eine sehr schöne Aussicht ins Polenztal und auf die gegenüberliegende Burg
Hohnstein genießen. Irgendwie hält sich das Gerücht, dass es in weit
vergangenen Zeiten eine lederne Brücke rüber zur Burg gegeben haben soll.
Wenn es denn wirklich so war, dann muss das etwas für ganz besonders starke
Nerven gewesen sein. Es gibt Mütter, die lassen ihre Töchter
noch nicht mal bis zum Geländer ohne Ermahnungen und hier soll man sich auf ein geknüpftes
Lederband verlassen?
Ich würde jeder Hängebrücke lieber den Weg durch das Tal vorziehen und so
geht es über den sehr interessanten Abstieg neben der Schutzhütte abwärts.
Der Weg durch die Felsspalte ist wirklich nicht besonders schwer zu gehen,
einzig wenn es Gegenverkehr gibt, muss man ein bisschen kreativ sein. Aber
mit ein bisschen gutem Willen sollte das kein ernstzunehmendes Problem sein.
Ganz
am Ende der Schlucht wird es noch mal etwas enger und man muss normalerweise
den Rucksack abnehmen. In der Schlucht könnte ich mir sehr gut vorstellen,
dass Leute mit Platzangst Probleme oder zumindest kleinere Schwierigkeiten
haben. Danach kommt man am Felsfuß an und schon hat man die Hälfte des Abstiegs
bewältigt. Für das nächste Stück geht es nach links der Wanderwegmarkierung
blauer Strich
weiter hinterher.
Nach einigen unterschiedlichsten Stufen erreicht man wieder die bekannte
Stelle mit der Zufahrt zur Gaststätte Polenztal. Auf der Zufahrt geht es
nach rechts und schon bald erreicht man auch die Gaststätte, in der man sich
sehr nett im Biergarten ein wenig erfrischen könnte. Gleich hinter dem
Biergarten biegt der markierte Wanderweg nach links ab und es geht durch den
Schindergraben hoch nach Hohnstein. Ungefähr auf der halben Strecke passiert
man die untere Mauer des Bärengeheges.
Heutzutage
ist der Bachdurchfluss eine ganz besonders fotogene Stelle, da das Wasser über
einige Steine und moosbewachsene Felsen läuft. Wenige Meter
daneben befindet sich an der Felswand ein sehr ausdrucksstarkes Porträt von
Wilhelm Leberecht Götzinger (1758 - 23. April 1818). Herr Götzinger hat in
Hohnstein gearbeitet und war eine ganz besondere Persönlichkeit für die
Sächsischen Schweiz.
Der Weg führt weiter nach oben und je länger man nach
Hohnstein aufsteigt, desto breiter wird auch der Weg. Zwischendurch passiert
man die untere und die obere Mauer des Bärengeheges und dann erreicht man
wieder die Ortschaft. Am Rathaus biegt die Wanderung nach rechts ab und es
geht über die Rathausstraße weiter bis zum großen Parkplatz an der Eiche. Ab
hier beginnt ein nicht ganz so schöner Teil der Wanderung, da man an einer
normalen Fahrstraße weiter gehen muss. Für das letzte Stück folgt man der
Straße von der Eiche bergauf in Richtung Neustadt/Ehrenberg. Insgesamt ist es ½
Kilometer am Straßenrand der Neustädter Straße, bis man den Ausgangspunkt
der Wanderung erreicht. Die Wanderung war mal wieder ein typisches Beispiel
dafür, dass man jahrzehntelang durch die Sächsische Schweiz wandern kann und
es immer noch reichlich neue Stellen zu entdecken gibt. Natürlich kennt man
nach einigen Jahren die Hauptpunkte dieser schönen Gegend, aber immer wieder
kann man sehr schöne Wege und Pfade entdecken, die eine Erkundung wert
sind.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit
dem Bus R-236 oder
Bus R-237.
Auto:
Über die B172 Bad Schandau > Porschdorf > Hohnstein. Oder von Pirna die Elbe auf der alte Brücke überqueren und dann über Lohmen nach Hohnstein. In Hohnstein liegt der Parkplatz an der Neustädter Straße auf der rechten Straßenseite.
Empfohlener Parkplatz:
Hohnstein Neustädter Straße
GPS Daten:
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