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Die Wanderung zum Frinzberg ist dadurch entstanden,
dass ich mal wieder mit dem Finger auf den Wanderkarten von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de)
herumgefahren und auf dem Frinzberg an einem Symbol einer "Alten Burgstätte"
hängen geblieben bin. Sollte es auf dem Ausläufer vor der Brandaussicht eine
alte Ruine geben? Das muss natürlich gleich mal untersucht werden. Der
günstigste Startpunkt ist der Wanderparkplatz am Ende des Polenztals vor der
Frinzthalmühle. Hier bietet sich ein kleiner Schlenker zu einem dunklen
Kapitel der
deutschen Geschichte an. Dazu geht es ein paar wenige Meter auf der
Fahrstraße bachabwärts und dann gleich auf das Gelände der ehemaligen Frinzthalmühle. Heutzutage sind hier einige unterschiedliche Firmen
angesiedelt, so dass es gar nicht auffällt, wenn man über das Gelände
wandert. Nach etwas weniger als 200 Metern befinden sich auf der linken
Seite ein paar Garagen, die aber in einigem Abstand von der Felswand stehen.
Die Garagen kann man auf der rechten Seite umrunden und dahinter ist ein
deutlich sichtbarer Stolleneingang.
Genau solche Stollen sind im Elbtal bei der
Ortschaft Strand in großer Menge zu finden. Im
Dritten Reich sollten darin Mineralölfabriken entstehen. Alle diese Bauvorhaben wurden
seinerzeit unter seltsamen Decknamen geführt und so hießen die Stollen an
der Elbe Schwalbe 2/Eisenrose und hier
im Polenztal Schwalbe 3/Mondstein. Im Gegensatz zu den Stollen an der Elbe
handelt es sich im Polenztal aber nur um einen einzelnen 15 Meter langen
Gang. Zum Glück ist in diesem Fall das Kriegsende schneller da gewesen, als
dass hier noch viele KZ-Häftlinge bis zur Erschöpfung schuften mussten.
Die Wanderung führt über das Gelände der Frinzthalmühle und verlässt dieses im hinteren Teil
wieder. Hier ist zwischen dem bebauten Gelände und dem
Polenztalweg ein Zaun, der aber ein großes Tor und so einige Löcher neben
der letzten großen Halle enthält.
Von hier geht es in das Polenztal hinein. Der Wanderweg ist mit dem roten
Punkt
markiert. Schon auf den ersten Metern ist man eigentlich ganz nah am Ziel
der Wanderung, dem Frinzberg, aber praktisch liegen ziemlich genau 100
Höhenmeter dazwischen. Eine Abkürzung nach rechts den Hang hoch wäre
vielleicht möglich, aber dann würde die Wanderung doch einige sehr schöne
Stellen verpassen.
Nach ein paar Metern durch das Polenztal erreicht man auf
der linken Wegseite einen Flussrechen. Da der Bachlauf nach den
Nationalparkregeln nicht mehr von Treibholz und umgefallenen Bäumen bereinigt
wird, hat man hier zum Schutze der nachfolgenden bewohnten Gebiete einen
Auffangzaun in die Polenz gestellt. Dieses Bauwerk ist wirklich stabil
geraten und sollte bei geeigneter Pflege seine Arbeit wirklich gut
verrichten.
Die Wanderung folgt weiterhin dem markierten Wanderweg durch das Polenztal,
bis die Wanderwegmarkierung nach links abbiegt. Man könnte der
Wegmarkierung zwar auch folgen, aber der schönere Weg verläuft auf der
rechten Bachseite (von unten gesehen). Zumindest kommt hier noch etwas
Interessantes neben dem Forstweg. Nach etwas weniger als einem Kilometer
befinden sich mächtige Betonklötze zwischen dem Weg und der Polenz. Dies sollen
Fundamente für die soeben erwähnte Treibstoffproduktion sein. Auch wenn sich die Natur
inzwischen das gesamte Gebiet wieder zurück erobert hat, so wird es
vermutlich noch Jahrhunderte dauern, bis auch diese massiven Reste verschwunden sind. Vielleicht nimmt sich der Nationalpark
der Problemstelle an. Auf jeden Fall kann ich mir kaum jemanden vorstellen,
der in diesem Fall dagegen protestieren würde.
 Die Wanderung erreicht bald die uralte Brücke (Baujahr 1898) an der Waltersdorfer Mühle, die aber nur passiert wird, um dann nach rechts den
Aufstieg zur Brandebene zu beginnen. Die Wanderung ist ab dem Aufstieg mit
dem roten Strich
markiert und im Verhältnis zu den Brandstufen ein wirklicher Spaziergang.
Auch hier müssen etwas mehr als 130 Höhenmeter überwunden werden,
aber das
geht durch den Schulzengrund wirklich sehr angenehm. Nach 200 Metern
leichtem Aufstieg befindet sich auf der rechten Wegseite gleich neben dem
Weg eine größere Felsmurmel, in die einige seltsame Zeichen eingeritzt sind.
Dabei soll es sich um Arbeitsgeräte von Wegbauern handeln, was mit einem
kleinen bisschen Fantasie sein könnte. Erst mit den letzten paar Metern des
Aufstieges wird es etwas steiler und dann ist schon die
Brandstraße erreicht.
Als Wanderweg mag ich eigentlich die Brandstraße nicht besonders, aber auf
dieser Wanderung ist es auch gerade mal ¼ Kilometer nach rechts und
schon ist die tolle Brand-Aussicht erreicht. Häufig wird diese Aussicht auch
"Balkon der Sächsischen Schweiz" genannt und wir finden das gar nicht
übertrieben, da man vom Geländer eine wirklich schöne Aussicht über das
Polenztal hinweg auf die Tafelberge der Sächsischen Schweiz hat.
Bevor sich die Wanderung aber an den Abstieg macht, kann man sich in der neuen
Gaststube der Brandbaude (
www.brand-baude.de)
noch einmal stärken. Dann geht es weiterhin auf der roten
Wanderwegmarkierung die Brandstufen hinunter. Insgesamt soll es sich um
etwas mehr als 850 Stufen handeln, aber die Wanderung macht eine kleine
Unterbrechung am Felsfuß. Hier tritt man aus der Felsenschlucht in einen
Bergsattel, an dem deutlich sichtbar ein Pfad geradeaus weiter verläuft.
Nach wenigen Metern erreicht man eine Salzlecke aus dem Jahre 1810. Der Pfad
führt mindestens bis zu dieser Stelle. Danach fängt eine kleine
Erkundungstour an. Dazu geht man einfach weiter geradeaus und steigt leicht
nach
links den Hang hinauf. Der Pfad ist hier nicht besonders
gut zu finden, aber spätestens, wenn man auf der ersten Ebene steht, ist
er wieder sichtbar. Der Pfad schlängelt sich über drei Felserhebungen mit
den dazwischenliegenden
Einkerbungen. Praktisch muss man diesem Pfad einfach nur in die
südliche Richtung folgen und nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man die
gut sichtbare Höhle.
Dass diese Höhle entweder komplett oder in großen
Teilen künstlich ist, kann man auch als Normalsterblicher mit ein Paar
offenen Augen erkennen. Oberhalb des Eingangs ist in den Felsen der Name
Maria eingeritzt, wobei wir aber glauben, dass es sich dabei um ein späteres
Werk handeln muss. Die vermuteten Bewohner hätten diesen Namenszug nicht so
geschrieben. Beim Frinzberg handelt es sich um eine ehemalige Vorburg der
Burg Hohnstein, die auch schon unter mehreren anderen Namen (z.B. Frindsberg und Frintzbergk) im 15. Jahrhundert (urkundlich im Jahre 1456)
erwähnt wurde. Die Burg Frinzberg
bestand
aber aus zwei Höhlen und der zweite ausgearbeitete Raum befindet sich
ein paar Meter unterhalb der ersten Ebene. Dazu steigt man die ersten paar
Meter (ca. 8 Höhenmeter) von der Ebene ab und geht dann nach rechts. Nach
wenigen Metern erreicht man eine zweite Höhle, die größer und tiefer als die
erste ist. Nur dadurch, dass sie nicht ganz so extrem ausgebaut worden ist,
fällt sie weniger auf.
Von hier aus geht es auf den Rückweg. Dazu muss man über den gleichen Pfad
zurückfinden.
Netterweise haben die damaligen Burgbewohner
an mehreren Stellen ein paar
Stufen in den Felsen gearbeitet und so ist das Auf und
Nieder doch ganz angenehm. Insgesamt muss man drei Mal auf Felsen
hochsteigen. Bei der mittleren Erhebung führen jeweils Pfade links und
rechts herum, aber das einzige Weiterkommen führt oben über die
Ebene. Hier steigt eine Treppe in einer kleinen Felsspalte aufwärts.
Überraschend schnell ist wieder die Salzlecke erreicht und es geht über den
zweiten Teil die Brandstufen in den Tiefen Grund abwärts.
Über die Brandstufen und auch im Tiefen Grund folgt man der
Wanderwegmarkierung roter Strich
weiterhin. Bis vor wenigen Jahren verlief der markierte Wanderweg ziemlich
hässlich über die Fahrstraße, aber netterweise ist inzwischen ein Pfad neben
dem Bachlauf angelegt worden. Dass dieser Weg natürlich nicht ganz so eben
wie die Fahrstraße ist, sollte jedem klar sein, aber dafür wird man maximal
durch die Fahrzeuggeräusche gestört. Am Ende des Pfades erreicht die
Wanderung den
Ausgangspunkt an der Frinzthalmühle.
Wanderungen im Bereich des Polenztals und der Brandscheibe sind immer wieder
sehr schön und auch diesmal ist es so gewesen. Mir hat die Wanderung zum
Frinzberg so gut gefallen, dass ich sie zuerst mit meiner großen Tochter,
anders herum als die beschriebene Wanderung, unternommen habe und kurze Zeit
später noch mal mit meiner Frau so wie beschrieben. Auch beiden Mitwanderinnen hat
es sehr gut gefallen und so wird dieser Insidertip weiterempfohlen.
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