|
Nachdem uns ein netter Leser gemailt hatte und meinte, die Wanderung
Hockstein könnte man auch noch
anders ganz gut laufen, haben wir das gleich mal ausprobiert und
folgendes ist dabei herausgekommen. Die Wanderung startet am
Wanderparkplatz Ziegenrücken/Füllhölzelweg. Von diesem Ausgangspunkt geht
es erstmal über die Wanderwegmarkierung roter Strich
den Füllhölzelweg bergab. Der Weg verläuft mit einem sehr angenehmen
Gefälle runter ins Tal, ist meistens ziemlich leer und führt bis
runter in die Ortschaft Rathen. Hier unten ist schon ein ganzes Stück
mehr Betrieb, aber das ist überhaupt kein Wunder bei den
Touristenmagneten: Bastei, Felsenbühne, Amselfall und Amselsee.
Die
Wanderung biegt am Feuerwehrhaus nach rechts auf die Ortsstraße. Der
Weg geht bis zum
Hotel "Amselgrundschlößchen" und hier
wandert man nach
rechts in den Amselgrund hinein. Die ersten paar Meter bis zum Zugang
der Felsenbühne sind unmarkiert, ab dort ist der Weg mit dem
grüner Strich
markiert.
Die Wanderung führt am Amselsee vorbei. Hier empfiehlt es sich, nicht auf
dem breiten Weg entlang zu wandern, sondern über die Staumauer und auf der
anderen Seeseite entlang zu gehen. Diese Seite ist viel ruhiger und bietet
den schöneren Blick über den Amselsee. Am Ende des Wegs erreicht man den
sogenannten Pionierweg. Ich habe immer gedacht, der Weg heißt so, weil er
vielleicht irgendetwas mit der Pionierorganisation der DDR zu tun hätte, aber
die Bezeichnung kommt daher, weil der Weg vom Königlich Sächsischen
Pionier Bataillon 12 vom 12.April bis 21.Juli 1895 gebaut wurde, was man
auf einer Gedenktafel an einem Felsen am Weg erfahren kann.
Da auch
damals Pioniere nicht nur Fußvolk waren, ist der Weg sehr angenehm zu
gehen. Man wandert mit einer sehr angenehmen Steigung wieder bergauf.
Dieser
Aufstieg ist weiterhin mit dem grünen Strich markiert. Nachdem man fast
wieder
am Ziegenrücken angekommen ist, erreicht man eine Wiese auf der
rechten Wegseite. Hier befindet sich auf der linken Wegseite ein
steinerner Trog, der mit ein paar Steinsäulen umrahmt ist. Was auch
immer das für eine Wanne ist, aber solche Dinger kann man immer wieder
im Wald der Sächsischen Schweiz finden. Ein anderer ist z.B. am
Franzosenborn neben dem Lilienstein zu finden, oder noch einer ist neben
den Brandstufen zu sehen. Es wird vermutet, dass es mal
Pferdetränken gewesen sind.
Den Ziegenrücken muss man nur überqueren, um dann gleich gegenüber am
Parkplatz wieder auf dem grünen Strich weiter zu wandern. Der Weg führt
fast ohne einen Höhenunterschied bis vor zur Burgwarte Hockstein.
Einerseits hat man von der vorderen Aussicht einen super Blick in das Polenztal und über das Tal hinweg auf die Stadt/Burg Hohnstein und
andererseits kann man auf dem Felsen noch deutliche Spuren der
ehemaligen Burgwarte entdecken. So sieht man ein künstlich erweitertes
Felsengemach, mehrere Falze an der Teufelsbrücke und noch vor der
Teufelsbrücke einen hohen Erdwall. Ich finde die Teufelsbrücke immer
wieder nett, und wenn man überlegt, dass diese steinerne Brücke schon
fast 2 Jahrhunderte (Baujahr 1822) hält, dann wächst der Respekt noch
mehr. Vom Hockstein geht es durch die Schlucht abwärts ins Polenztal.
Der Abstieg erfolgt zuerst über einige sehr schmale
Stufen und wenn man dann die Schlucht verlassen hat geht es weiter über
ein paar normale Stufen bis nach unten. Ganz in der Nähe der Gaststätte
"Zum Polenztal" erreicht die Wanderung die Straße im Polenztal. Diese
Straße ist nur die Zufahrt bis zur Gaststätte. Hier kann man sehr nett
im Biergarten draußen sitzen und die Kinder können unbekümmert rumtoben.
Das Einzige, was passieren kann, ist dass sie in die Polenz fallen und
nass werden. Hinter der Gaststätte geht es dann mal wieder aus dem Tal
heraus. Der Aufstieg ist mit der blauen Wanderwegmarkierung
versehen. Es geht durch den Schindergraben hoch. Fast am Ende dieses
Aufstiegs erreicht man das untere Tor des ehemaligen Bärengeheges. Hier
sollen Bären für die Unterhaltung der Dresdener gehalten worden sein.
Rechts neben der Bärengehegemauer sieht man in luftiger Höhe eine
Gedenktafel für Wilhelm Lebrecht Götzinger. Götzinger hat von 1783 bis
1787 als Hauslehrer in Hohnstein gearbeitet und außerdem ist er in der
Sächsischen Schweiz eine besonders erwähnenswerte Persönlichkeit, da er
die Gegend als Erster ausführlich beschrieben hat.
Am Ende des Aufstiegs erreicht man einen meiner Lieblingswege. Hier geht
es auf dem grünen Strich
nach rechts entlang. Der Weg schlängelt sich oberhalb des Polenztals immer an den Felsen entlang und ist sehr angenehm zu gehen.
Nach ungefähr 600 Metern auf dem Waldweg kann man nach links in eine
Felsausbuchtung sehen. Früher hat hier mal ein Hinweisschild auf die
Gautschgrotte gestanden, aber irgendwie hat es sich selbstständig
gemacht. Hier sollte man unbedingt einmal reingehen. Diese Felsgrotte
ist wirklich imposant. Rund um den Standort ragen die Felswände zwischen
10 und 20 Meter hoch und man kann deutlich eine weichere Felsschicht
erkennen. Durch dieses weichere Gestein hat sich an der Gautschgrotte
rundherum ein überhängender Felsen ausgebildet. Ganz besonders
interessant soll es im Winter aussehen, wenn durch das hinabtropfende
Wasser ein gewaltiger Eiszapfen entsteht. Ich habe sogar schon mal
Bilder gesehen, auf denen an diesem Eiszapfen Kletterer Eiswandklettern
übten. Irgendwie kann ich mir schönere Beschäftigungen bei eisigen
Temperaturen vorstellen. Von der Grotte geht es wieder zurück auf den
Wanderweg und dann weiter über den grünen Strich. An mehreren Stellen
kann man auf der linken Felswand Inschriften erkennen. Ganz besonders gut lassen sich die Inschriften am Steinbruch, den
man nach einem Kilometer auf der linken Seite entdecken kann, entziffern. Der Weg
geht ein kleines Stück aufwärts und an einem künstlichen Felsdurchbruch
kann man auf der linken Felswand sogar eine russische Inschrift lesen. Es
geht weiter über die grüne Wanderwegmarkierung. Ungefähr nach 150 Metern
erreicht man eine Kreuzung, an der es nach links in Richtung
Hohnstein geht, die Wanderung verläuft aber weiter auf der
Wanderwegmarkierung nach rechts. Der Wanderweg macht einen Bogen und
dann sieht man links vor sich eine Wiese.
Hier
bietet sich ein Abstecher zu einer erstklassigen Aussicht an. Es geht ziemlich genau 10 Meter vor der
Wiese nach rechts, also gegenüber der Wiese, auf einem Pfad entlang. Der Weg führt 300 Meter vom markierten Weg
weg, bis man zu der besagten Aussicht kommt. Von der Aussicht des Panoramafelsens, der ganz bestimmt nicht umsonst diesen Namen trägt,
kann man einerseits in den Talkessel des Neuwegs, andererseits zu den
Tafelbergen der Vorderen Sächsischen Schweiz blicken. Das beste an dieser Aussicht ist aber, dass man
normalerweise hier keinen einzigen anderen Wanderer antrifft.
Nach einem angenehmen Aufenthalt an der Aussicht geht es wieder zurück
auf den markierten Wanderweg. Ungefähr ½ Kilometer hinter der
Wiese erreicht man die Kreuzung mit der roten Wanderwegmarkierung
.
Hier verlässt man den grünen Strich und wandert nach rechts auf dem
Neuweg ins Polenztal hinunter. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen und
nach ungefähr ¼ Stunde erreicht man die Polenz auf der Rückseite
der Waltersdorfer Mühle. Heutzutage ist von der eigentlichen Mühle
nichts mehr zu sehen, außer einem größeren Haus. Früher ist die Mühle
ein beliebtes Ausflugslokal gewesen, aber die Zeiten scheinen vorbei zu
sein. Die Wanderung geht einmal um die Waltersdorfer Mühle herum.
Erwähnenswert ist die Brücke, auf der man die Polenz überquert, da an
ihrer Stirnseite immerhin die Jahreszahl 1898 steht und dass man sich vor
zwei Jahren (also 2005) eine große Mühe gegeben hat, die Brücke zu
sanieren. Der Wanderweg geht weiterhin auf der roten Wanderwegmarkierung
entlang. Nach 300 Metern im Polenztal biegt der markierte
Wanderweg nach links aus dem Tal heraus ab. Der Aufstieg führt wieder
bis zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Wer
jetzt noch Lust auf eine weitere ruhige Aussicht hat, der sollte ca. 100
Meter auf der Straße in Richtung Waltersdorf wandern. Nach links
biegt die Zufahrt zur ehemaligen Sandgrube ab. Hier gehts um die
Schranke herum und dann hält man sich gleich links. Der Pfad führt an
einer Wiese entlang und man sieht den Carolastein schon. Hier geht ein
Pfad den Felsen hoch und nach einem leichten Aufstieg erreicht man eine
sehr ruhige Aussicht. Von der Aussicht blickt man auf die Felsen
gegenüber des Polenztals und man kann auch die Aussicht oberhalb des
Panoramafelsens wiederfinden. Der Rückweg zum Ausgangspunkt der
Wanderung erfolgt über den gleichen Weg, wie man zum Carolastein
hingekommen ist.
Damit ist eine ganz nette Wanderung zu Ende gegangen, die selbst bei
großem Betrieb in der Sächsischen Schweiz noch ganz angenehm ruhig ist.
Was mich schwer verwunderte ist, dass mir diese Wanderung als
Kinderwanderung empfohlen wurde. Eine Runde von 15 Kilometern ist für
unsere Zwerg noch viel zu lang, aber es gibt ja auch Kinder, die
älter sind und dann doch einiges mehr aushalten.
|