Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass
gleich mehrmals in der Sächsischen Zeitung (www.sz-online.de)
von dieser Runde geschrieben wurde. So etwas muss doch gleich mal erkundet
werden und wenn es sich auch noch um so eine kleine Runde handelt, dann kann man
sie auch zu allen möglichen Zeiten (auf der Zu-/Abfahrt zu einer größeren
Wanderung, als Nachmittagswanderung usw.) durchführen. So auch meine Planung: es
sollte ein festliches Mittagsessen geben und danach könnte man noch die
Wanderung absolvieren.
Der Startpunkt liegt gleich beim Orteingang von Zeschnig. Hier befindet sich
eine große Informationstafel, die darüber informiert, wie die
geschichtliche Entwicklung von Zeschnig verlaufen ist, die Pflanzenwelt mit
Buschwindröschen, Märzenbechern und Wiesengoldstern aussieht und ein paar
besondere Tier wie Feuersalamander und Wasseramseln. Auch wird
hier schon einmal auf das besondere Insektenhotel hingewiesen. Der
Himmelschlüsselweg ist mit einem eigenen Symbol (einer blühenden
Himmelschlüsselpflanze) sehr gut gekennzeichnet. Genau diesem Symbol folgt
man von der ersten Informationstafel in Richtung Dorfmitte auf der Straße
Am Grund. Schon nach 70 Metern weisen zwei Schilder auf
unterschiedliche Richtungen für den Himmelschlüsselweg. Es handelt sich um
einen Rundweg und beide Richtungen führen über den gleichen Bogen. Wir
würden die linke Richtung (ausgeschildert als Insektenhotel) empfehlen. Das super interessante
Insektenhotel ist nach 200 Metern erreicht. Hier befindet sich auch eine
sehr ausführliche Informationstafel, für welche Tierchen so eine
Unterkunft wichtig ist und welche nützlichen Insekten sich um welche Schädlinge kümmern. Es ist wirklich schön,
dass sich eine Privatperson so aufwändig um
diese kleinen Helfer kümmert. Ganz besonders ist die Größe des
Insektenhotels hier in Zeschnig. In der Sächsischen Schweiz kann man an
mehreren Stellen Insektenhotels entdecken, aber solch eine Größe ist bis
jetzt einmalig.
Links neben dem Insektenhotel geht es auf einem kleineren Verbindungsweg
nach Hohburkersdorf. Nach ein paar Metern (30 Metern) informiert eine Tafel
darüber, dass hier im Tal bzw. an den Hängen mehrere
kleine Häuser gestanden haben. Von den Häusern ist heutzutage wegen der doch
ziemlich mangelhaften Bausubstanz fast nichts mehr sichtbar.
Aber in den
Gärten der Häuser haben Obstbäume gestanden und von denen stehen tatsächlich
noch mehrere in dem Tal. 130 Meter weiter abwärts befindet sich auf der
linken Wegseite eine Tafel, die daran erinnert, dass hier die
Schriftstellerin Gisela Kulinna (*31.07.1936 – †27.08.1994) in den
Jahren 1962 – 1984 gewohnt hat. Von Frau Kulinna stammt das nette Gedicht "Mein
Dorf".
Gleich oberhalb von dem Wohnhaus stehen zwei ganz hervorragende Tafeln, auf
denen man einerseits einheimische Tiere und andererseits Pflanzen erraten soll. Damit man
das Ergebnis auch kontrollieren kann, befindet sich der jeweilige Name in
Spiegelschrift unterhalb des Bildes. Wenige Meter vor den ersten Häusern von
Hohburkersdorf steht eine neu aufgestellte Bank mit einer Tafel zu dem Bächlein,
das
durch das Tal fließt. Auf der Tafel wird nett gefragt, ob es wirklich stimmt, dass
in dem Bach tatsächlich mal Gold geschürft worden ist, aber auf jeden
Fall gibt es am Rande so einige Kostbarkeiten an Pflanzen, z.B. Bärlauch,
Brunnenkresse und Himmelschlüssel. Von dem Rastplatz geht es noch ein paar
wenige Meter den Weg aufwärts. Hier fällt auf, dass auch heutzutage noch
richtig tolle Geländer an einen normalen Dorfweg montiert werden können. Es
ist schon ziemlich verwunderlich, weil eigentlich an der Stelle überhaupt
keine Gefahr vorhanden ist und man höchstens ½ Meter tief in den
Goldbach fallen kann.
Auf der Fahrstraße angekommen, geht es nach rechts in die Sackgasse hinein.
Oberhalb der Straße befindet sich der Permahof (www.permahof.de),
der durch seine interessanten Veranstaltungen und die abwechslungsreiche
Jugendbildung auffällt. Außerdem führt der Betreiber des Permahofs, Herr
Frank Eichler, sehr gelungene geführte Wanderungen durch den Nationalpark Sächsische
Schweiz durch.
Tja, eigentlich müsste ab der Stelle der Himmelschlüsselweg auch weiter
führen, was er denn auch macht, aber ohne jegliche weitere Hinweisschilder.
Man kann am Ende der Sackgasse auch auf einem sehr angenehmen Waldweg
entlang
spazieren, aber irgendwie ist es schon ziemlich komisch, wenn auf dem bis
dahin gegangenen Teilstück so tolle Tafeln standen und auf einmal keine
Tafeln oder Hinweise mehr vorhanden sind. Trotzdem ist es ein schönes Tal,
zumindest für die nächsten 200 Meter. Dann biegt der Himmelschlüsselweg im
spitzen Winkel nach rechts ab. Hier kann man sehr gut alte Umweltsünden
erkennen. Der Hang, auf dem man gerade noch gewandert ist, war anscheinend
früher mal eine Müllhalde und auch wenn diese mit Erde bedeckt wurde,
so "wachsen" diese Zivilisationsspuren hier großflächig wieder aus der Erde
hervor.
Das ist überhaupt nicht schön, aber immer mal wieder in der Natur zu sehen.
Manchmal haben die Gemeinden in der Sächsischen Schweiz es aber geschafft,
mit ordentlichen Fördermitteln solche Schandflecke zu entfernen. Ganz
besonders natürlich, wenn durch eine solche Müllkippe ein Gewässer gefährdet ist.
Gleich am Ortsrand von Zeschnig befindet sich dann auch noch eine Stelle, an
der in der heutigen Zeit ganze Berge an Grünabfällen in die Senke gekippt
werden. Hier steht zwar ein Schild, dass man das eigentlich nicht machen
sollte, aber irgendwie wurde es auch im Herbst 2011 ignoriert.
Nach diesem doch ziemlich enttäuschenden Stück des Himmelschlüsselwegs geht
es durch die Ortschaft weiter aufwärts.
Nach
ganz wenigen Metern ist die Fahrstraße Im Grund erreicht. Hier wohnt
anscheinend ein Vogelliebhaber, der für die kleinen Piepmätze im Winter ganz
besondere Speiseplätze aufbaut. Die interessanteste Konstruktion war eine
Vielzahl von Birkenringen, auf einen Eisenpfosten aufgefädelt und am oberen Ende
mit einigen Weißdornbeeren
(oder was für Beeren könnten es sonst sein?) verschönert.
Ein paar wenige Meter in die Straße Im Grund nach links hinein
befindet sich eine sehr schön angelegte Feuerstelle mit ein paar Bänken drum
herum. Hier scheint irgendjemand Eulenfan zu sein, da gleich mehrere
unterschiedliche Eulenfiguren herumstehen.
Die Wanderung führt auf dem bekannten Weg die letzten paar Meter bis hoch
zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück. Diese Runde müsste man für die
Beurteilung auf jeden Fall zweiteilen. Das erste Stück bis rüber nach
Hohburkersdorf war sehr gut als Dorfrundgang gestaltet, aber das
darauffolgende weist noch so einige Mängel auf, die ganz bestimmt in naher
Zukunft noch beseitigt werden.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit
dem Bus R-237 bis
nach Hocksteinschänke.
Auto:
Von Bad Schandau in die Richtung Bastei. An der komischen Kreuzung der Hocksteinschenke fährt man geradeaus weiter auf die ehemalige Rennstrecke. Fast einen Kilometer hinter der Gaststätte Hocksteinschänke biegt nach rechts die Zufahrt zur Ortschaft Zeschnig ab. Der Parkplatz befindet sich gleich am Ortseingang.
Empfohlener Parkplatz:
Zeschnig Orteingang
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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