Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Klettern
Beschreibung:
Als ich mal wieder mit dem Finger über die
Stolpener Karte von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) gefahren bin, habe ich
westlich von
Cunnersdorf einen Eintrag namens Richtungskiefer entdeckt. Irgendwie konnte ich
mir überhaupt nicht vorstellen, was das denn sein könnte und so wurde diese
Stelle gleich mal mit einer ordentlichen Wanderung erkundet. Als ich diese
Wanderung unternommen habe, wehte ein ordentlicher, saukalter Sturm und das
stellte sich als ziemlich unangenehm heraus.
Die Wanderung startet am Ortsrand von Cunnersdorf. Von hier geht es ½
Kilometer in Richtung Ehrenberg (Süden) auf der Fahrstraße entlang, bis
ungefähr auf die Höhe des Dorfendes. Hier biegt nach rechts ein breiter
Feldweg ab. Links neben dem Weg wächst ein wirklich schöner Feldrand mit
unterschiedlichen Bäumen und Sträuchern, die auch immer wieder gepflegt
(zurückgeschnitten) werden. Blöderweise bin ich im Januar hier entlang gewandert und zu dieser Zeit waren die Pflanzen
leider überhaupt kein brauchbarer Windschutz. Trotzdem scheint dieser
Feldrain auch im Winter ein guter Schutz für mehrere Tiere zu sein, da in
den gehäckselten Sträuchern einige Wühlspuren zu sehen waren. Gleich mehrmals
führte auch ein Gang in diese Holzspäne. Der Feldrain steht unter dem Schutz
eines Landschaftsschutzgebietes, was in Deutschland schon so einige Regeln
(z.B. eingeschränkte Bodennutzung und "Charakteränderungen" des Gebiets)
vorgibt. Auf der rechten Feldwegseite befinden sich sehr weitläufige Felder,
die überhaupt nicht erahnen lassen, dass zwischendrin ein relativ tiefes
Tal (Polenztal) liegt.
Nach einer Strecke von fast 1 ½ Kilometern erreicht man eine Kreuzung, an
der es nach rechts weiter geht. Sehr interessant an diesem Weg ist, dass er
mindestens von einem Jäger regelmäßig befahren wird und damit der Jäger auch
bei etwas mehr Schnee nicht vom Weg abkommt, werden im Herbst links und
rechts des Weges Stäbe in den Boden gesteckt,
genauso
bei der Zufahrt
zum Hochsitz auf der linken Seite. Insgesamt führt der Weg etwas weniger als
einen Kilometer über das Feld, bis der Waldrand erreicht wird. Hier stehen
auf der rechten Wegseite ein ungewöhnlich großer Tisch und eine Bank mit der
Inschrift "Anno 99 - Ralphes Ruh - neu 04". Von diesem Rastplatz hat man
einen netten Blick in eine Senke, durch die es jetzt weitergeht. Dazu muss
man von der Bank ein paar ganz wenige Meter zurück wandern, um dann nach
rechts auf einem vollkommen unscheinbaren Weg in die Senke hinunter zu
gehen. Sehr seltsam an diesem Weg ist, dass er als Pferdeweg gekennzeichnet
ist, aber ein fast unsichtbarer Weidezaun über den Beginn verläuft.
Am Wegesrand steht eine Birkenallee, auf deren anderer Seite noch ein
weiterer Waldweg verläuft. Auf diesen Weg sollte man unbedingt wechseln, um
dort auf der linken Seite der Senke weiter abwärts zu wandern. ½
Kilometer hinter dem oben beschriebenen Rastplatz biegt nach links im
spitzen Winkel ein Waldweg ab, auf dem es 100 Meter weiter geht. Dann biegt
wieder im spitzen Winkel ein Weg nach rechts ab, der damit dann parallel zum
vorhergehenden Weg weiter abwärts führt. Der Waldweg fällt relativ steil ab
und schon nach ein paar hundert Metern kann man links
unten im Polenztal die
Fahrstraße entdecken. Bis zu dieser Straße folgt man dem Waldweg, um dann
ganz wenige Meter (ca. 50 Meter) auf der Straße bis zum nächsten Abzweig
weiter zu wandern. Knapp neben der Fahrstraße befindet sich die Heeselichtmühle (www.heeselichtmuehle.de) und quer über deren Hof führt
der rot markierte Wanderweg
in das Polenztal. In der
Heeselichtmühle scheinen Kinder zu wohnen, weil nicht nur ein super lustiges
Holzpferd bzw. ein Reithahn im Garten steht, sondern auch eine Schaukel
oberhalb einer kleinen Staustufe in der Polenz hängt.
Die Wanderung folgt dem sehr annehmen Wanderweg durch das Polenztal.
Ungefähr ½ Kilometer hinter der Heeselichtmühle erreicht man die
Scheibenmühle. Es ist schon ziemlich beeindruckend, wie riesig die einzelnen
Gebäude (wie z.B. der Speisesaal) sind.
Sobald man die Gebäude passiert
hat, fällt ein breiter Überlauf auf, der noch aus den Zeiten stammt, als die
Mühle mit Wasserkraft angetrieben wurde. Da der Mühlgraben doch relativ hoch
ist, muss er natürlich auch ziemlich lang sein und das kann man auf dem
nächsten Teilstück der Wanderung ganz gut erkennen. Sehr ungewöhnlich ist,
dass die Mühle im Ursprung mit dem Wasser aus dem Dorfbach betrieben werden
sollte. Schon im ersten Jahr nach der Inbetriebnahme (1798) war der Bach im Sommer versiegt und deshalb
wurde nach einem langwierigen Rechtsstreit die Polenz zum Antrieb benutzt.
Spätestens hinter der Scheibenmühle kann man am rechten Hang sehr gut
erkennen, dass das Polenztal im diesem Teil durch den Granit der Lausitzer
Verschiebung verläuft. Einerseits sehen die Felsen viel gröber und eckiger
aus und außerdem sind die kleineren Schluchten zur Seite viel V-förmiger als
im Sandstein. Ab
der Scheibenmühle wird der Wanderweg aber auch schmaler und zwischendurch
geht es ein wenig hubbelig hoch und runter. Von der Scheibenmühle wandert
man fast 2 Kilometer auf der roten Wanderwegmarkierung bzw. auf dem
Karl-Lampe-Weg, bis der Wanderweg schnurgerade auf einem Bergkamm aus dem
Tal herausführt. Der rot markierte Wanderweg biegt zwar zwischendurch nach
links ab, aber die Wanderung führt immer weiter auf dem breiten Weg aus dem
Polenztal heraus. Hier fällt ganz besonders der Weguntergrund auf, weil es
sich um Granit handelt, man aber das Gefühl hat, auf einem alten Bahndamm zu
wandern.
Nach ½ Kilometer flachem Aufstieg verlässt die Wanderung den Wald und
tritt heraus auf ein paar Wiesen.
Rechts neben dem Feldweg stehen einige
Birken zu einer nett aufgereihten Allee und wenn man 400 Meter über die
Wiesen gewandert ist, erreicht man einen nach links abzweigenden Feldrain.
Dieser relativ breite Streifen sieht so aus, als ob hier hunderte Tiere Zuflucht finden können und die vielen Büsche
sind eine optimale Windbremse.
Genau an diesem Kreuzungspunkt zwischen dem Feldrain und dem Feldweg mit der
Birkenallee steht auch wirklich die Richtungskiefer. Eigentlich ist es eine
ziemlich unscheinbare Kiefer, an der man ohne den Hinweis in der Wanderkarte
einfach nur vorbei wandert.
Die Wanderung führt weiter auf dem Feldweg in
Richtung Cunnersdorf. Zuerst passiert man eine Senke mit einem
kleinen
Biotop und dahinter befindet sich auf der rechten Wegseite ein etwas
größerer Tümpel. Dieses Gewässer ist ganz bestimmt künstlich angelegt und
wird von einem Mitmenschen sehr nett gepflegt. Auf der südlichen Seite steht eine
richtige Hecke aus Tannen und die Staumauer hat durch mehrere Laubbäume eine
bessere Stabilität.
Von hier geht es den letzten ¾ Kilometer bis zum Ausgangspunkt zurück.
Eigentlich war die die erste Planung zu dieser Tour, dass von dem Teich noch
ein kleiner Schlenker nach links führen sollte, aber irgendwie ist mir in
der Realität der Weg verloren gekommen, oder ich habe die Augen einfach
nicht auf bekommen. Diese Wanderung ist keine besonders spektakuläre Runde,
aber auf jeden Fall führt sie durch eine sehr angenehme ruhige Ecke der
Sächsischen Schweiz und es gibt unterschiedliche Landschaftsteile zu
entdecken.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Cunnersdorf ist gleich über drei Buslinien (Linie 235 bis 237)
aus unterschiedlichsten Richtungen zu erreichen.
Auto:
Entweder wenn man aus dem Bereich Sächsische Schweiz kommt über Hohnstein nach Cunnersdorf oder aus dem Bereich Pirna/Dresden über Stolpen nach Cunnersdorf. Der Parkplatz befindet sich gleich am Ortsrand an der abkickenden Vorfahrtsstraße.
Empfohlener Parkplatz:
Cunnersdorf Landweg
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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