Diese Wanderung ist dadurch
entstanden, dass mich eine nette Leserin meiner Internetseiten per Mail
gefragt hat, ob ich das Jansloch kennen würde und ob man heutzutage den Weg
noch begehen kann. Sie hatte die Beschreibung dieses Aufstiegs aus Axel
Mothes Stiegenbuch "Der Weg ist das Ziel" Band 2. In dem Buch wurde schon darauf hingewiesen, dass
heutzutage der Weg nicht mehr erlaubt ist, da er durch die Kernzone geht. Da
ich aber durch die Mail neugierig geworden war, musste gleich mal eine
Erkundungstour in das wunderschöne Kirnitzschtal unternommen werden.
Irgendwie hat mich der Wahnsinn geritten, als ich mir als Wandertermin einen
sonnigen Samstagnachmittag in den Osterschulferien ausgesucht hatte. Der
Parkplatz an der Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf war gerappelt voll und
die ersten paar Meter in Richtung der oberen Schleuse mit Menschenmassen
gefüllt. Der Weg verläuft auf der roten Wanderwegmarkierung
bis
zum Königsplatz. Hier wurde es schon ruhiger, aber leider noch nicht so ruhig, wie
ich es mir vorgestellt hatte. Das nächste Teilstück der Wanderung hatte ich
auf der Wanderkarte Hinterhermsdorf von Hr. Böhm entdeckt. Es ist ein Pfad,
der von der Vorderseite des Königsplatzes herunter geht. Dazu muss man aber
über ein Geländer an der Aussicht klettern, und das sieht immer blöd aus,
wenn sich noch ein paar andere Wanderer an dieser erstklassigen Stelle befinden.
Also habe ich erstmal die schöne Aussicht genossen, bis kein anderer mehr
da war. Tatsächlich saßen doch noch paar in der kleinen
Hütte, aber die konnten meine Wegwahl nicht sehen. Zuerst führt der Pfad noch
auf Höhe der Aussicht am Hang entlang, bis er deutlich sichtbar nach
links absteigt. Es geht zuerst noch an einer Felszunge entlang, bis der Pfad
über ein paar Stufen und einen schrägen Weg in die Senke absteigt. Unten
angekommen erreicht man die Alte Böhmerstraße, die es nach links weiter den
Berg hinunter geht.
Da es sich eher um eine Forststraße als um einen
Wanderweg handelt, ist hier keine Wegmarkierung zu finden. Kurz vor der
nächsten Wegkreuzung (ca. 10 Meter) kann man auf der rechten Wegseite eine
der alten Schwarzpulverkammern im Felsen entdecken. Heutzutage fehlt der
Kammer die Türe, so dass man bis hinten zur eigentlichen Schwarzpulvernische
durchblicken kann. Früher ist dieses Schwarzpulver zum Entfernen der
Baumstümpfe aus dem Waldboden benutzt worden. An der schon erwähnten
Kreuzung geht die Wanderung nach rechts weiter hinunter zur Kirnitzsch.
Nach ¼ Kilometer auf diesem Weg erreicht man den Wanderweg an der
Kirnitzsch. Jetzt geht es auf dem blauen Strich
den Bachlauf
hinauf
(also nach links). Die Kirnitzsch hat im ersten Teil noch ein breiteres Tal,
so dass sie sich gemütlich hin und her schlängeln kann. Es ist immer wieder
faszinierend, dass man innerhalb von wenigen Jahren zusehen kann, wie sich
der Bach immer wieder ein neues Bachbett sucht und eine neue Schleife anlegt und
wieder weglässt.
Nach ungefähr 1 ½ Kilometern wird das Kirnitzschtal enger und der Bach
verläuft ziemlich geradlinig. Schon nach der nächsten Kurve um einen Felsen
auf der linken Seite verleitet ein breiterer Weg, sich zu verlaufen. Der
Weg ist eigentlich besser ausgebaut als der Pfad an der Kirnitzsch entlang.
Da aber das Ziel das Jansloch sein sollte, geht es unten am Bach
entlang. Ca. 350 Meter hinter dem abzweigenden Pfad soll der Aufstieg hoch
durch das Jansloch sein. Da ich hier weit und breit nichts passendes gesehen
habe, bin ich weiter gewandert, bis ich an den Stufen zur Bärenhöhle ankam.
Laut der Karte von Hr. Böhm wusste ich jetzt, dass ich zu weit gelaufen war.
Also ging es wieder zurück und die ganze Zeit mit einem aufmerksamen Blick
den Hang hinauf. Kurz hinter dem Grenzstein mit der Nummer 27/2 befindet
sich der Aufstieg ins Jansloch. Wenn man ganz aufmerksam schaut, dann sieht
man auch in der ersten Felsmurmel am Aufstieg die Initialen "JL". Der Zugang
zum Jansloch war aber so zugewuchert und es langen solche Mengen an
umgestürzten Bäumen in dem Aufstieg, dass ich mein Vorhaben, durch das Jansloch hoch zu klettern, abbrach.
Damit die Wanderung aber trotzdem noch etwas mit einer Erkundungstour zu tun
hatte, bin ich bis zu dem eben schon erwähnten Pfad aus dem Kirnitzschtal
gewandert. Dieser Pfad mit dem Namen Rotkehlweg führt eigentlich direkt aus
dem Kirnitzschtal hoch auf die grüne Wanderwegmarkierung. Nach 250 Metern
Aufstieg teilt sich der Weg, und damit die Wanderung nicht zu langweilig
wird, geht es nach rechts. Man kann deutlich merken, dass hier oben vor gar
nicht so langer Zeit größere Forstgeräte herumgefahren sind. Der Aufstieg
bis hoch auf die Ebene oberhalb der Kirnitzsch ist nur breiter als normale
Wege, aber oben angekommen, kann man deutlich sehen, was ein
5 Tonnen
schweres Gerät an einem Waldweg anrichten kann. Irgendwie ist es für mich
schwer zu verstehen, dass den Wanderern erklärt wird, dass man in der
Kernzone die Wege nicht verlassen darf, aber dann diese Maschinen solche
Furchen in den Wald ziehen. Dass Hr. Böhm den Zugang von oben zum Jansloch
nicht eingezeichnet hat, liegt einfach nur daran, dass in dem lichten
Nadelwald keine Spuren von Weg im Waldboden zu sehen sind. Auf der Ebene geht es den
ersten Weg wieder nach links. Der Name des Weges ist Janslochweg. Diesen Weg
geht man 130 Meter vom Kirnitzschtal weg. Dann zweigt man im spitzen Winkel
nach rechts ab und wandert wieder 270 Meter in Richtung zum Kirnitzschtals
bzw. auf der Karte kann man sogar gut sehen, dass es genau auf das Hermannseck zugeht. Nach den 270 Metern biegt man erneut im
spitzen Winkel
nach links ab.
 Der Weg führt an einer Wildwiese mit dem passenden Namen Jansfang vorbei.
Sehr unterhaltsam war mal wieder der Versuch, die Wanderkarte von Hr. Böhm
richtig zu lesen. An der Wildwiese sind gekreuzte Linien mit Rechtecken an
den Enden eingezeichnet. Ich hatte es irgendwie als Bergbauzeichen gedeutet
und daraufhin den Wald an der Wildwiese untersucht. Aber ich fand leider
nichts passendes, bis mir die zwei Grenzsteine unterhalb einer Fichte
auffielen. Beide Steine sind mit einer Krone gekennzeichnet und damit sind
es Königliche Forstgrenzsteine, die den königlichen Wald markierten.
Der letzte Teil der Wanderung führt auf der grünen Wandermarkierung
entlang.
Nach ein paar Metern auf dem gut ausgebauten Forstweg erreicht man den Wettinplatz. Hier erinnert ein Gedenkstein an die 800jährige Herrschaft der
Wettiner. Hinter dem Wettinplatz folgt man der Ausschilderung
Buchenparkhalle. Zwischendurch verlässt die Wanderung den breiten Forstweg
und steigt auf einem alten Waldweg aufwärts. Es geht am Cupetiusstein vom 17.
Juni 1834
vorbei.
 Die Inschrift auf der Vorderseite erinnert an den Tod von Johann
Gottlieb Cupetius am 17.Juni1834 in Folge eines Blutschlag. Bei dem Gedenkstein ist es besonders interessant, dass es sogar auf
der Rückseite eine Inschrift gibt. Ein paar Meter hinter dem Gedenkstein
erreicht man die „Wanderautobahn“ zwischen dem Parkplatz und der Oberen
Schleuse. Dieser letzte Weg ist mit dem blauen Strich
markiert. Es geht nach links bis zum Ausgangspunkt zurück.
Damit ist eine Wanderung zu Ende gegangen, die eigentliche eine Erkundung
war und anders laufen sollte. Auf jeden Fall habe ich zwei Dinge bei der
Wanderung erfahren: Zuallererst werde ich nie wieder auf die blödsinnige
Idee kommen, an einem sonnigen Wochenende im Bereich der Oberen Schleuse zu
wandern, und zweitens ist das Jansloch heutzutage nicht mehr begehbar.
Vielleicht wird das Jansloch irgendwann mal wieder passierbar, aber darauf mache ich
mir bei den Wegekonzepten im Bereich der Kernzonen des Nationalparks sehr
wenig Hoffnungen. Was ich noch als eine kleine Entschuldigung für die
riesigen Besucherzahlen im Bereich der Buchenparkhalle und der Oberen
Schleuse zu meinem Wandertermin im Nachhinein erfahren habe war, dass an dem Tag
(14.04.2007) die neuen Kähne auf der Oberen Schleuse getauft wurden.
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