Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Klettern
Beschreibung:
Ich hatte schon so hier und da vom
Kerbensteig gelesen und irgendwie wurde dieser Pfad immer ganz besonders
gelobt. Nachdem ich ihn auf den Wanderkarten der
Sächsischen Schweiz erst mal an einer vollkommen falschen Stelle gesucht habe (ich hatte ihn im unteren
Bereich des Kirnitzschtals vermutet), bin ich dahinter gekommen, dass sich
der Steig in der Nähe von Hinterhermsdorf befindet. Da der Weg über den
Kerbensteig nicht ganz legal ist, sollte man sich vor dem Wandern dazu
Gedanken machen, ob man die Erkundungstour trotzdem unternehmen möchte. Aus
meiner Sicht hat sich der Ausflug runter ins hintere Kirnitzschtal gelohnt,
aber sicherheitshalber hatte ich den Wanderzeitpunkt auch auf einen Wochentag in
den späten Herbst gelegt, sodass die Gefahr, erwischt zu werden, möglichst
gering war.
Der Startpunkt liegt an der Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf. Von hier
geht es auf einem sehr angenehmen Wanderweg zuerst mal in Richtung Königsplatz. Dazu folgt man der Wanderwegmarkierung roter Strich
. Das erste Stückchen geht schnurgerade neben einer
Schrebergartensiedlung entlang, aber schon am Ende der Gärten biegt der
Wanderweg nach rechts ab und der Waldweg wird interessanter. Noch vor dem
Königsplatz passiert man die Aussicht Grünstellige, die einen schönen
Blick auf die Wälder in Richtung Grenze liefert. Diese Aussicht ist im
Gegensatz zu dem Königsplatz viel seltener besucht und hätte die Wanderung
nicht gerade erst begonnen, könnte man hier ein hervorragendes Picknick
machen. Es
geht weiter in Richtung Königsplatz. Der Waldweg verläuft auf
fast gleichbleibender Höhe durch einen Buchenwald, der ganz besonders schön
in der herbstlichen Sonne strahlt, aber auch sonst viel schöner als so ein
langweiliger Fichtenwald ist. Der Königsplatz ist eine wirklich einfach zu
erreichende Aussicht mit 2 ½ Bänken und einer Schutzhütte mit Aussicht. Von
hier kann man sehr schön auf den Raumberg, den Großen Winterberg und das Tal
der Hinteren Sächsischen Schweiz blicken.
Für die weitere Wanderung geht es wieder ein kurzes Stück (ca. 100 Meter)
zurück, um dann nach rechts über die Stufen der roten Wanderwegmarkierung zu
folgen. Beim Abstieg passiert man
einen großen, schräg abfallenden Tunnel, der aber ohne
jegliches Kriechen passiert werden kann. Dieser Durchgang ist größtenteils
dadurch entstanden, dass zwei Felsen auf eine Felsspalte gefallen sind, aber
damit man so komfortabel wie heute durch wandern kann, wurde der eigentliche
Weg noch ein Stück tiefer und auch in der Breite ausgebaut.
Auch
hinter dem Tunnel geht es weiter abwärts, bis ein richtig breiter Forstweg
erreicht wird. An dieser Kreuzung wird die rote Wanderwegmarkierung
verlassen und man wandert auf dem Forstweg nach rechts weiter. Der
sogenannte Hollweg ist mit dem Kirnitzschtal ausgeschildert und wurde laut
einer Inschrift auf der linken Wegseite in den Jahren 1926 - 1934 von den
Erwerbslosen von Hinterhermsdorf erbaut. Ziemlich auffällig sind die beiden
Quadrate auf der Inschrift, die deutlich herausgemeißelte Hakenkreuze
erahnen lassen. Nach einem ¾ Kilometer passiert man eine Felsmurmel auf der
linken Wegseite, auf der zwei Jahreszahlen (1793 und 1896) und eine Person mit
einem Waldhorn zu sehen sind.
Nachdem der Forstweg das Tal der Kirnitzsch erreicht hat, geht es nach links
auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich
weiter. Der
Weg an der Kirnitzsch entlang ist immer wieder ein Wohlgenuss und
überraschenderweise trifft man hier unten auch relativ selten andere
Wanderer. Auf den ersten 1 ½ Kilometern hat die Kirnitzsch noch genügend
Platz, um reichlich Mäander (Flussschlingen) zu bilden, aber dann rücken die
Felswände zueinander
und der Bach kann nur noch geradlinig durch das Tal fließen. Ziemlich
komisch sah im Herbst 2011 ein Baum bzw. die Konstruktion drum herum in dem
breiten Stück der Kirnitzsch aus. Hier war ein Baum mit mehreren Stämmen ins
Bachbett gefallen und auf der tschechischen Bachseite war eine super stabile
Stützkonstruktion gebaut worden. So viel Mühe für die Rettung eines Baumes
weist schon auf ziemlich viel Naturliebe oder einen besonderen Spieltrieb
hin.
Nach wenigen Metern in dem engeren Teil des Tals fällt nach vorne ein vollkommen mit
gefällten Bäumen verbarrikadierter Aufstieg auf. Es handelt sich um den
Rotkehlweg, der aus dem Tal hoch nach Hinterhermsdorf führt. Irgendwie ist
es aber doch sehr seltsam, wenn man einerseits einen einzelnen Baum mit so viel
Aufwand stützt und andererseits für eine Sperrung mehrere Bäume auf den
Weg metzelt. Für diese Wanderung ist der Rotkehlweg aber auch uninteressant,
da es noch weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung bis zu den Steinstufen
vor der Wolfsschlucht geht.
Hier beginnt der wirklich lustige Teil der Wanderung. Gleich auf der
gegenüberliegenden Bachseite befindet sich der Anfang des Kerbensteigs. Um
auf die andere Bachseite zu gelangen, gab es früher eine Brücke,
aber heutzutage muss man entweder über einen querliegenden Baum balancieren
oder die Wanderschuhe ausziehen und durch die immer kalte Kirnitzsch waten.
Tatsächlich
führt auf der tschechischen Seite ein ganz netter Pfad gleich am Bach
entlang. Super lustig sehen nach ein paar Metern die unzähligen
Steintürmchen aus. Wer auch immer die vielen
dutzend
Türmchen auf den Felsvorsprung gestapelt hat, er hat bestimmt gewaltig Spaß
dabei gehabt. Der Kerbensteig führt noch ein Stückchen weiter, bis ein
Felsen das Weiterkommen am Bach versperrt. Die Spuren zeigen aber deutlich
den Hang hinauf und deshalb bin ich dort hoch gekrochen.
Auf
der gegenüberliegenden Bachseite ist in luftiger Höhe eine Steintreppe in
den Felsen gearbeitet, aber irgendwie habe ich nicht erkannt, wie man dort
hinkommen sollte. Es sieht eigentlich so aus, als wenn der Weg an der
Unterseite der Treppe nach rechts (von gegenüber gesehen, also Bachaufwärts) auf dem Felsenband weiter geht. So kann es also gar nicht so falsch sein,
über den Felsausläufer zu wandern und dann gleich wieder in die Pytlácká
rokle (Raubschützenschlüchte) abzusteigen, um an die Kirnitzsch hinunter zu
gelangen. Beim Aufstieg auf den Felsen
fällt auf der rechten Seite im Graben eine ziemlich große Hütte auf, die
zwar heutzutage eingefallen ist, aber relativ aufwendig hier im Gelände
versteckt liegt.
Nach dem Abstieg, der überraschend einfach bis zur Kirnitzsch hinunter geht,
steht man am Bachrand und gegenüber ist eine angeschwemmte Ebene zu sehen.
Also
die Wanderschuhe zum zweiten Mal ausziehen und hinüber waten. Irgendwie
hatte ich gehofft, von der Ebene auf das Felsband und damit dann die Treppe
aufwärts zu kommen, aber das war leider nichts.
Auf der Sandbank lagen
seltsamerweise zwei Holzkonstruktionen (einmal zwei Stämme zu einem Steg
verbunden und mehrere Latten zu einer kleinen Platte verbunden), aber
irgendwie war nur ein super steiler Aufstieg durch eine Schlucht sichtbar.
Von der Sandbank die Kirnitzsch in beide Richtungen geblickt, fallen die
Felswände mit den polierten Flächen im unteren Teil auf. Hier kommt man ganz
sicher auch nur durch einen ordentlich nassen Spaziergang weiter und der
Rückweg noch mal durch den Bach hat mir überhaupt nicht gefallen. So ging es
in der Schlucht aufwärts mit einer ordentlichen Kletterpartie. Eigentlich
ist nur ein Absatz im ganz unteren Teil besonders anspruchsvoll und dann
geht es ganz gut bis hoch zum offiziellen Wanderweg.
Dieser ist mit dem bekannten blauen Strich
markiert und wird für diese Wanderung nach rechts weiter gegangen. Etwas
mehr als ½ Kilometer ist jetzt als Erholung zu genießen, um dann nach
links abzubiegen.
Wer
diese Tour wandert, sollte natürlich nicht den schlappen Aufstieg über die
breiten Stufen wählen, sondern den Weg durch die langgezogene Felsspalte.
Der Aufstieg ist mit dem roten Strich
gekennzeichnet und mit dem Hermannseck ausgeschildert. Die Aussicht nach
dem Aufstieg ist nicht gerade spektakulär, weil man nur in das dicht
bewaldete Kirnitzschtal blickt, aber immerhin schaut man von einer
Felskanzel ins Tal.
Die Wanderung folgt weiter der roten Wanderwegmarkierung. Auf dem ersten
Teilstück
bis zum Wettinplatz stehen am Wegesrand so einige uralte verknöcherte
Eichen. Am Wettinplatz hat der Nationalpark die mächtigen
Bäume
aus Wegsicherungspflichten gefällt. Ich finde, das sieht sehr seltsam aus, da
jetzt genauso wie an der Buchenparkhalle nur noch Stümpfe herumstehen. Vom Wettinplatz geht es auf dem sehr gut ausgebauten Forstweg in Richtung
Buchenparkhalle weiter. Nach 200 Metern auf dem unmarkierten Forstweg biegt
nach links ein breiter, aber etwas stärker ansteigender Waldweg in Richtung Buchenparkhalle ab. Dieser Weg sieht ganz besonders toll im
Herbst aus, weil dann die gelben Blätter der Buchen besonders
leuchten. Die letzten Meter bis zur Buchenparkhalle werden auf der
Wanderwegmarkierung blauer Strich
bewältigt.
Irgendwie hatte ich mir von dem Kerbensteig aber einfach mehr versprochen, als
nur einen Pfad, der 300 Meter neben der Kirnitzsch entlang läuft. Vermutlich
ist der Weg früher auch viel schöner gewesen, da der Zugang mit zwei Brücken
erfolgte und man dadurch einen netten Blick in das Kirnitzschtal hatte und
außerdem kein blödes Klettern unternehmen musste.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. In Hinterhermsdorf den Schlidern "Obere Schleuse" folgen.
Empfohlener Parkplatz:
Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
4 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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