Niedermühle

 
 

 

 

  • Currently 2,1/5 Stars.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Abstimmung 2,1 von 5 Sterne (21 Stimmen)

unsere Bewertung:

Karte:

druckbare PDF-Seiten:

mehr Details hier

 

     
Dauer: Entfernung: Höhenunterschied: beste Reisezeit:
ca. 3,5 Stunden ca. 11 Kilometer ca. 427 Meter eigentlich immer
       
Schwierigkeitsgrad: empfohlene Karte: Region: Untergrund:
leicht
Hinterhermsdorf und die Schleusen; Rolf Böhm Kartographischer Verlag Hinterhermsdorf Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad

Beschreibung:

Zufälligerweise hatten wir erfahren, dass während unseres Aufenthaltes in der Sächsischen Schweiz der Mühlentag ist. Durch eine kurze Recherche auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V (www.muehlen-dgm-ev.de) haben wir festgestellt, dass unter anderen die Niedermühle bei Hinterhermsdorf an dieser Veranstaltung teilnahm. Die Möglichkeit, diese einmal zu besichtigen, war ein willkommener Grund für eine neue Wanderung ins Kirnitzschtal. Die Wanderung sollte aber nicht auf irgendeinem der großen markierten Wanderwege entlang gehen, sondern eher auf einem weniger besuchten Waldweg. Der Start für die Runde liegt in der Dorfmitte von Hinterhermsdorf. Vom Parkplatz bzw. Erbgericht geht es ein paar Meter in die Richtung der Oberen Schleuse auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich , aber schon beim Heimatmuseum verlässt man die gekennzeichneten Wanderwege nach links. Auf der linken Wegseite steht oben am Hang die Hinterhermsdorfer Kirche. Der Weg geht leicht ansteigend aus der Ortschaft heraus, um nach ½ Kilometer über ein ganz kurzes Stück (weniger als 50 Meter) auf dem gelb markierten Wanderweg zu gehen. Hier biegt man nach rechts ab, um auf vollkommen gleich bleibender Höhe in Richtung Langk zu wandern. Der Weg geht relativ parallel zur Hinterdaubitzer Straße, nur dass man hier oben eine viel schönere Aussicht als unten in der Senke hat. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Häuser hinter Hinterhermsdorf noch irgendwo am Hang herumstehen. Auf den ersten 2 Kilometern stößt man gleich auf eine Vielzahl dieser einsam stehenden Häuser. Ungefähr 1 ½ Kilometer hinter dem markierten Wanderweg erreicht man eine Wegkreuzung, an der man nach rechts runter auf die Hinterdaubitzer Straße kommen würde, hier empfiehlt es sich aber, nach links den Langkweg entlang zu wandern. Der Weg geht in einem Zickzack um ein Wohnhaus drum herum, um dann nach einem kurzen Abwärtsstück an der Zufahrt zur Oberen Mühle anzukommen. Auch wenn die Zufahrt zur Oberen Mühle eine Sackgasse ist, so sollte man trotzdem mal einen kurzen Abstecher bis kurz vor die Gebäude unternehmen, da hier auf der rechten Wegseite ein wild romantischer Teich liegt. In diesem wassergefüllten Kalksteinbruch wurde früher direkt an der Lausitzer Überschiebung Jurakalk abgebaut. Die Grenze der Lausitzer Überschiebung verläuft genau an diesem Steinbruch entlang.
Die Wanderung geht wieder zurück auf den Wanderweg und über die ganz neu gebaute Brücke über den Heidelbach auf den breiten Forstweg. Diesem gut ausgebauten Weg folgt man nach links den Berg hoch. Auf der linken Seite steht der mächtige Stumpf einer Andachtsbuche. Leider ist die Buche abgestorben, aber gleich daneben ist eine neue Buche zur Erinnerung gepflanzt worden. Ziemlich genau 100 Meter hinter der Buche verlässt die Wanderung den breiten Forstweg und biegt nach rechts ab. Dieser Waldweg steigt auf den Steinberg an und deshalb heißt der Waldweg auch Niederer Steinbergweg. Eigentlich sollte schon nach 700 Metern ein Waldweg nach rechts abbiegen, der hinunter ins Weißbachtal führt, aber irgendwie haben wir ihn übersehen. Deshalb sind wir noch einen ¼ Kilometer weiter gewandert und dann im spitzen Winkel auf einem ziemlich unscheinbaren Pfad abgestiegen. Zwischendurch ist uns der Weg vollkommen verloren gegangen, aber nach wenigen Metern tauchte ein mit Gras bewachsener Grund auf, der uns sicher bis zur Weißbach hinunter führte. Dem Weißbach folgen wir nach rechts, also bachabwärts. Nach ein paar hundert Metern erreicht man die Mündung des Weißbaches in die Kirnitzsch und auch diesem Bach geht es weiter hinterher. Ab dem Weißbach ist der Wanderweg mit dem gelben Strich markiert und führt als nächstes an zwei Häusern vorbei, bei denen ich mir immer vorstelle, wie es in einem ordentlichen Winter ist. Die beiden Häuser mit der netten Bezeichnung "Im Loch" sind beide ganzjährig bewohnt und hier muss man sich bestimmt drauf einstellen, dass man im Winter auch mal mehrere Wochen nicht mehr nach Hinterhermsdorf hinauf kommt. Aber in den letzten Jahren sind die Winter ja sowieso fast ausgefallen und so sollte diese einsame Lage kein Problem sein. Kurz hinter dem zweiten Haus biegt der markierte Wanderweg vollkommen unauffällig nach links in den Wald ab, um nach einem kleinen Abstieg unterhalb des Mönchsteins auf einem ungewöhnlichen Rastplatz zu enden. Damit erreicht man dann auch wieder die Hinterdaubitzer Straße. Wir haben auf dem ganzen Bogen über den Steinberg nur zwei kleinere Wandergruppen getroffen. Das änderte sich jetzt schlagartig, da wir überraschenderweise nicht die einzigen waren, die am Mühlentag zur Niedermühle (www.niedermuehle-hinterhermsdorf.de) unterwegs waren. Der größte Teil der Besucher kam über die Straße von Hinterhermsdorfer heruntergewandert und wir waren vollkommen überrascht, wie viele Besucher schon an der Niedermühle herumsaßen. Netterweise war für Bewirtung in Form einer Gulaschkanone und Getränke gesorgt. Außerdem konnte man sich so ziemlich überall die Mühlentechnik ansehen. Zum Teil war es zwar ein ziemliches Rätselraten, wie denn wohl früher die ganzen Räder miteinander funktioniert haben, aber genau das machte es auch richtig interessant. Auch fand ich es sehr gut, dass in einem der oberen Räumen eine Rohrturbine mit Erklärung stand, so konnten wir uns gut vorstellen, wie heutzutage die Riemen und der Generator angetrieben werden. Vor ein paar Jahren stand der Komplex der gesamten Niedermühle noch ziemlich trostlos leer im Kirnitzschtal, aber jetzt sieht man, dass wieder richtig Schwung in das uralte Gemäuer gekommen ist und wir hoffen, dass den neuen Besitzern nicht zu große Hindernisse in den Weg gelegt werden.
Nach dieser sehr interessanten Besichtigung ging es das erste Mal über die Kirnitzschbrücke hinter der Niedermühle. Auch heutzutage steht noch ein Schild an der Brücke, dass man wegen der Baufälligkeit nicht drüber gehen darf, aber wenigstens ist es heutzutage kein illegaler Grenzübertritt mehr. Der Weg geht ein kleines Stück durch Tschechien und stößt wieder auf den gelb markierten Wanderweg. Der markierte Wanderweg steigt aus dem Kirnitzschtal heraus und irgendwie kamen mir die 100 Höhenmeter besonders anstrengend vor, obwohl es sich eigentlich um einen recht angenehmen Aufstieg ohne jegliche Stufen handelt. Nach den 100 Höhenmetern erreicht man ein Hinweisschild zur Taubenstein-Aussicht. Eigentlich liefern die Aussichten im hinteren Kirnitzschtal nichts besonders Aufregendes, da das Tal ziemlich dicht bewaldet ist, aber in diesem Fall kann man ganz gut auf die Niedermühle hinuntersehen und deshalb lohnt sich der Abstecher doch. Von dieser Aussicht geht es über das letzte Stück zurück nach Hinterhermsdorf. Die Wanderung führt weiterhin auf der gelben Wanderwegmarkierung auf die Ortschaft drauf zu. Dieses Teilstück ist ziemlich angenehm zu wandern, da der Weg über den Lehmhübelweg fast ohne Höhenunterschied verläuft. Am linken Wegesrand steht ein Gedenkstein für Wilhelm Pöhlig von 1889. Die Inschrift auf dem Stein lautet wie folgt: Hier verschied am 24. Juli 1889 der Waldarbeiter Wilhelm Pöhlig aus Hinterhermsdorf auf dem Heimweg von der Arbeit in Folge eines Schlagflusses. Sein Andenken gewidmet von den Mitarbeitern. Der Wanderweg tritt kurz vor dem Neudorf von Hinterhermsdorf aus dem Wald und hier stehen einige Bänke, die zum Verweilen und Genießen der Landschaft einladen. Der markierte Weg führt die Wanderung bis ins Zentrum von Hinterhermsdorf zurück. Damit ist eine eigentlich ganz nette Wanderung zu Ende gegangen, die mit sehr ruhigen Teilstücken aufwartet. Leider ist der Streckenverlauf am Steinberg nur sehr schwer zu erahnen und ohne eine gute Wanderkarte wie z.B. die Karte Hinterhermsdorf von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) kaum zu finden. Super interessant war die Besichtigung der Niederen Mühle im Kirnitzschtal. Wir waren vollkommen überrascht, wie viele Besucher zur Mühle herunter gewandert waren.
 

Anfahrtsbeschreibung:

Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. Der große Parplatz liegt gleich im Zentrum von Hinterhermsdorf am Erbgericht. Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Ortsmitte ; Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3 €

GPS Daten:

geplanter Track aufgezeichneter Track geplante Route MapSource Google Earth

Dateigröße:
1,77 kByte

Dateigröße:
4,65 kByte

Dateigröße:
1,79 kByte

Dateigröße:
5,94 kByte

Dateigröße:
30,29 kByte
Bitte benachrichtigen sie mich, wenn sie Schwierigkeiten haben, die Datei in ihr Programm zu laden oder sie irgendwie fehlerhaft ist.

Seitenzugriffe:
1576