| Ich habe die Waldhusche irgendwann mal aus
einem Zufall heraus entdeckt. Eigentlich war ich auf dem Weg von
Hinterhermsdorf ins Kirnitzsch und bin dabei durch das Gebiet der Waldhusche
gekommen. Da ich die damals gesehenen Ausstellungsstücke schön für sehr
interessant empfunden habe, haben wir, Familie Geier, einen Ausflug zu dem
Gelände unternommen.
Als
erste Empfehlung zu der Erkundung, man sollte sich unbedingt vor Beginn der
Runde in der Gaststätte Buchparkhalle den kleinen Waldführer kaufen. Er
kostet 2,50 € und man bekommt sogar noch einen Teilausschnitt aus H. Böhm
seiner Hinterhermsdorfkarte. Der Waldführer erklärt alle Stationen und
liefert noch ein paar wissenswerte Details zum Wald. An den Stationen
befinden sich keine erklärenden Hinweise. Die Wanderung lässt sich mit einem
Kinderwagen und einem bisschen gutem Willen bewältigen.
Der
Startpunkt ist der große Parkplatz an der Buchenparkhalle. Von dort geht es
durch das unübersehbare Eingangsportal. Eigentlich hatten wir uns
vorgenommen der gelben Wegmarkierung zu folgen und deshalb geht es
wenigstens die ersten paar Meter auf diesem Weg entlang. Nach ein paar
Metern kommt schon die erste Attraktion, die aber schon leicht abseits
liegt. Die rote Markierung zweigt nach links ab und man kann den
Wurzeltunnel erreichen. Es ist so super interessant wie unterschiedlich die
einzelnen Wurzelform und -größen sind. Noch besser ist die Idee, dass man
unter den Wurzeln her kriechen kann. So bekommt man einen wirklich
anschaulichen Eindruck und es macht auch Kindern mehr als ausreichend Spaß.
Von
dem Wurzelgang geht es wieder zurück auf den gelb markierten Weg. Nach ein
paar Metern erreicht man eine Station, an der aus Baumrinde zwei kleine
Gestelle gebaut worden sind, um Baumrinde zu trocknen. Diese Baumrinde ist
früher zur Herstellung von Gerbsäure benutzt worden, um Leder und
Häute zu Bearbeitung. Die Station heißt Lohrindengewinnung. Hinter dieser
Station ist uns die gelbe Wegmarkierung verloren gekommen, da sie wieder auf
dem gleichen Weg zurückgeht.
Wir
sind also auf dem gleichen Weg weitergegangen und haben vermutlich die
unterhaltsamste Station für unsere Tochter entdeckt. Es ist ein riesiges
Spinnennetz mit einer wirklich großen Spinne. Es ist so groß das sie
drunter, als auch drauf herum klettern konnte. Wirklich sehr schön gemacht.
Hoffentlich machen nicht irgendwelche Wahnsinnigen das Ding kaputt, bzw.
hoffentlich hat der Nationalpark immer das Geld kleine Wartungsarbeiten an
dieser Station durchzuführen.
Weiter
geht es auf dem Weg, der an der Stelle mit der roten Markierung versehen
ist, bis zum großen „Kreisverkehr“. An diesem Platz sind gleich zwei
unterschiedliche Stationen aufgebaut. Einerseits sind an einer Stelle
unterschiedlich große Holzstapel aufgeschichtet. Sie verdeutlichen sehr gut,
das es unterschiedliche Größen an Holzmaßen gibt:
| |
Fußlänge
|
Ein Klafter ist |
Entspricht
|
 |
| Preußen
|
0,31385 Meter |
108 handelsübliche Kubikfüße |
3,3389 m³ |
| Sachsen
|
0,2833 Meter |
108 handelsübliche Kubikfüße |
2,45 m³ |
| Darmstadt
|
0,25 Meter |
100 handelsübliche Kubikfüße |
1,5625 m³ |
Außerdem
wird an einem andern Holzstapel das historische Verkaufmaß in Sachsen,
genannt Schragen, verdeutlicht. 1 Schragen beinhaltet 3 Klafter, wobei beim
Nadelholz die Scheitlänge ./. Ellen (0,86 m), die Stapelhöhe 3 Ellen (1,7 m)
und die Stapelbreite 3 Ellen (5,1 m) entspricht. Beim Hartholzschragen kann
die Scheitlänge entweder ./. Ellen (1,0m) oder ./. Ellen (1,27m) betragen.
Die zweite Station an dem „Kreisverkehr“ ist ein nachgebautes Sägegatter. An
dem Ding kann man sich sehr gut vorstellen, wie früher Baumstämme längs
getrennt würden.
Hinter
dem Sägegatter geht es auf der gelben Markierung den Berg runter. Der
markierte Weg biegt nach ein paar Metern vom dem Forstweg nach links in
einen kleineren Weg ab. Der Weg führt zu einer der aufwendigsten Stationen,
der Waldhusche. Die Namensgeberin der Ausstellung ist eine riesige
Holzrutsche, um gefällte Baumstämme kontrolliert den Hang runter zu
bekommen. Leider habe ich das bis jetzt noch nie im Einsatz gesehen. Das
dürfte wirklich beeindruckend sein, wenn ein Baumstamm mit Schwung den Berg
runter schießt und dann unten von einer Prallwand aufgefangen wird. Um die
Wanderung mit einem Kinderwagen bewältigen zu können, muss man jetzt auf den
Forstweg zurück und dann den Berg runter. Für alle anderen geht es gleich
neben der Waldhusche den Hang runter zum unteren Ende der Rutsche.
Unten aus der Senke geht es jetzt weiter über den gelben Strich auf der anderen Seite
den Berg hoch. Fast oben auf dem Berg angekommen erreicht man neben der
Hinterhermsdorfer Wettineiche die nächste
Station. An dieser Station geht es um Identifizierung von unterschiedlichen
Käfern. Anhand eines simplen Spieles kann man die Namen der Käfer, ihrer
Spuren und ihrem Aussehen zuordnen.
Weiterhin
geht es auf dem gelben bzw. auch roten und blauem Weg. Für die Fahrer eines
Kinderwagens geht es ein paar Meter weiter geradeaus und dann im spitzen
Winkel wieder zurück, die anderen folgen einfach nur dem Weg über die Stufen
den Berg hoch. Nach ein paar Metern erreicht man eine wirklich schön
gemachte Aussichtsplattform, die zu einer kleinen Rast einlädt. Bei schönem
Wetter lädt die Aussichtplattform auch zu einem kleinen Picknick ein.
Die
nächste Station ist nur einen Katzensprung von der Station Aussichtplattform
entfernt. An der Station Feldgehölz kann man durch eine Art Fernglas einen
Grünstreifen mit sehr unterschiedlichen Sträuchern und Bäumen beobachten.
Das Fernglas sieht zwar eher so aus, als wenn es eine Kanone wäre, aber man
kann wirklich gut gezielt einzelne Bäume anpeilen und dann auch mit mehren
Personen nacheinander ansehen.
Jetzt
geht es auf der Wegmarkierung roter Strich weiter zur letzten Station dem
Balancierparcour. Eigentlich sind es zwei unterschiedliche Stationen, die
aber beide etwas mit Balancieren zu tun haben. Auf der einen Station sind
einige Holzstämme im Boden eingegraben und man kann von einem zum anderen
Stamm springen bzw. balancieren.
Der
zweite Teil der Station sind zwei Baumstämme, die sich immer weiter von
einander entfernen. Das ist bestimmt witzig wenn man zu zweit auf dem Ding
rumturnt. Jetzt geht es die letzten paar Meter weiter bis zum Ausgangspunkt
dem Parkplatz an der Buchenparkhalle. Die Runde hat mir und meiner Familie
so gut gefallen, das wir ganz sicher dieses Jahr noch mal zur Waldhusche
kommen werden um uns dann die restlichen Stationen auch noch anzusehen.
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