|
Es gibt eine große Anzahl toller Fotos, auf denen die
beiden Wasserfälle Amselfall und Lichtenhainer Wasserfall in den
Wintermonaten als riesige Eiszapfen zu sehen sind. Das wollte ich mir
zumindest beim Amselfall ansehen und deshalb habe ich diese nette Runde
unternommen. Es wäre natürlich ein Leichtes gewesen, mal eben von Rathewalde
die paar Meter bis zum Amselfall hinunter zu wandern und den Wasserfall zu
begutachten, aber so etwas würde nicht meinen Vorstellungen von
einer ordentlichen Wanderung entsprechen. Deshalb startet die Runde in
Rathewalde und geht vom Parkplatz in der Ortsmitte auf dem Basteiweg der
Wanderwegmarkierung gelber Strich
hinterher. Diese kleine Anliegerstraße führt sehr angenehm auf fast
gleichbleibender Höhe zuerst noch am Rande von Rathewalde entlang. Als
erstes passiert man das nette "Kleine Landhotel" (www.landhotel-luk.de)
und danach einen alten Bauernhof (Lindenhof), an dem die Balkone an den
Hausecken ganz besonders auffallen. Dieser Bauernhof ist wirklich riesig und
besonders nett sieht die Durchfahrt auf der hinteren Seite der Gebäude aus,
durch die man auf die hinteren Wiesen des Gehöfts kommen könnte.
Die Wanderung geht aber weiter auf dem Basteiweg und führt bald aus der
Ortschaft heraus. Auch wenn dieser Weg die direkte Verbindung zwischen
Rathewalde und der Bastei ist, so ist er ein sehr angenehmer ruhiger Weg,
zumindest bis zur Basteistraße. Dass die Basteistraße eine von den
vielbefahrenen Straßen in der Sächsischen Schweiz ist, sollte allen bekannt
sein, aber zum Glück verläuft die Wanderung in einem gewissen Abstand zu
dieser Straße. Erst wenn die Besuchermassen an der Bastei zu gewaltig sind,
so
dass der vordere Parkplatz besetzt ist, dann ist auch auf dem Waldweg relativ
viel Betrieb, da man über den Waldweg auch zum Reserveparkplatz kommt. Diese
Befürchtungen braucht man aber in den Wintermonaten nicht zu haben.
Der
markierte Wanderweg führt sehr angenehm bis zur Bastei. Ich habe schon
einige Male auf der Wanderkarte Bastei von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de)
gleich neben dem Basteiparkplatz einen Eintrag gesehen, der
Basteikreuz heißt. Auch wenn ich die Stelle schon sehr häufig passiert habe, so
habe ich dort noch nie ein Kreuz im Wald entdeckt. Selbst auf einer
Wanderung mit einem Nationalparkführer konnte sich dieser wissende
Profiwanderer nicht an ein Kreuz erinnern. Jetzt im Winter war das Kreuz auf
einmal sehr deutlich genau in der Mitte zwischen dem Wanderweg und der
Begrenzung des Parkplatzes zu sehen. Dem Aussehen nach handelt es sich um
ein uraltes Sühnekreuz, das schon seit mehreren hundert Jahren im Basteiwald
steht.
Die Wanderung führt weiter auf die Bastei zu. Wenn man die Bastei nur
aus der warmen Jahreszeiten kennt, dann ist man wirklich sprachlos, wenn man
im Winter auf einmal vollkommen alleine über die Zufahrtsstraße spaziert und
selbst an einem Freitag Nachmittag die Bastei menschenleer ist. Das ist ein
wahrer Hochgenuss. Im Januar 2009 war selbst der Bereich um das Hotel ganz
menschenleer, da das Berghotel/Panoramarestaurant Bastei (www.bastei-berghotel.de)
wegen Instandhaltungsmaßnahmen geschlossen hatte. Die Aussichtsplattformen
boten im Januar 2009 einen kleinen Vorgeschmack auf etwas,
was den Rest der Wanderung
noch häufiger auftauchen sollte: gemeines Glatteis. Der seitliche Weg runter
zur Basteibrücke war spiegelglatt und nur
noch durch seltsames Trampeln auf
dem äußersten Rand zu bewerkstelligen. Aber hier hatte ich noch die
Hoffnung, dass dieses Glatteis durch die größeren Besuchermassen nur bis zur
Basteibrücke gehen würde. Die Felsenlandschaft um die Bastei sieht mit einer
Schneeschicht noch viel toller aus, als sie im Sommer sowieso ist.
Sehr
schön ist, wenn man von der Basteibrücke über den Wehlgrund hinwegsieht
und dort die Felsen z.B. der Kleinen Gans mit einer Schneeschicht bedeckt
sind.
Die Basteibrücke ließ sich ganz hervorragend passieren und die Felsenburg
Neurathen sah mit dem Schnee einfach nur romantisch aus. Von der
Basteibrücke aus ist der Wanderweg mit dem grünen Strich
markiert. Der Abstieg von der Felsenburg bis zur Tiedge- Aussicht (Aussicht
hinter
der großen Felsmurmel) waren ein ziemliches Herumgeeier, aber zum Glück
hat keiner gesehen, wie ich mit beiden Händen am Geländer die Treppen
abgestiegen bin. Hinter der Aussicht waren die Treppenstufen dann auf einmal
wieder gut zu passieren und es ging abwärts bis zum Kassenhäuschen der
Felsenbühne.
Mit dem Erreichen des Grünbaches ist auch der tiefste Punkt der
Wanderung erreicht und es geht wieder aufwärts. Dazu folgt man der grünen
Wanderwegmarkierung nach links auf den Amselsee drauf zu. Ich bin mir nicht
ganz sicher, ob der Amselsee genauso wie die Obere Schleuse in
Hinterhermsdorf im Winter immer abgelassen wird, aber im Winter 2008/2009 war der
Amselsee nur noch eine Pfütze. Es kann aber auch sein, dass er nur
wegen den Bauarbeiten für die neue Randbefestigung abgelassen worden ist.
Die Wanderung steigt langsam aber stetig dem Grünbach immer weiter entgegen.
Die Wanderwegmarkierung verlässt am Ende des Amselsees den Grünbach, aber
die Wanderung bleibt weiterhin am Bachlauf. Nach einem relativ leichten
Aufstieg erreicht man die Gebäude am Amselfall. Auch hier herrscht im Winter
vollkommene Ruhe.
 Das einzige Hörbare ist das Geplätscher des Wasserfalls,
welches aber auch nur sehr gedämpft passiert, da sich im Winter tatsächlich
ein gewaltiger Eiszapfen bildet. Dadurch, dass die Schlucht ziemlich eng
ist, hält sich die Eissäule hier auch viel länger als die restlichen Eissäulen in
der Sächsischen Schweiz. So fand ich den gefrorenen Wasserfall des
Amselfalls viel imposanter als den gefrorenen Lichtenhainer Wasserfall. Nachdem man sich an dem Wasserfall bzw. dem riesigen Eiszapfen erfreut hat,
geht es die letzten paar Meter (1,4 Kilometer bzw. 60 Höhenmeter)
bis zum
Ausgangspunkt zurück. Zwischendurch passiert man noch die Gebäude der Rathewalder Mühle (www.rathewalder-muehlen.de).
Der gesamte Komplex sieht so aus, als wenn hier ein paar mutige neue
Besitzer Hand angelegt haben und mit viel Einsatz dieser Anlage das alte
Flair wiedergeben möchten.
Am Ende des Grundes wird die Ortschaft Rathewalde wieder erreicht und damit
der Ausgangspunkt der Wanderung. Insgesamt habe ich mich sehr über die Runde
gefreut, da sie selbst auf der Bastei eine wunderbare Ruhe hatte und auch im
Winter noch neu zu entdeckende Punkte (z.B. Basteikreuz oder gefrorener
Amselfall) bietet. Da ist ein kleines Hindernis wie ein spiegelglatter
Wanderweg/Abstieg schnell vergessen.
|