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Nachdem wir eine geführte Wanderung auf den
Spuren von Napoleon rund um den Lilienstein mit dem Nationalparkführer
Christian Neumann unternommen hatten und uns der Stil von Hr. Neumann sehr
gut gefallen hat, haben wir gleich ein paar Tage später eine weitere
geführte Wanderung mit ihm unternommen. Auf der Internetseite des
Nationalparks (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de)
wurde die Führung wie folgt angeboten:
Auf den Spuren Bruno Barthels
Im Gebiet von Lohmen, Uttewalde und
Wehlen war bis vor 50 Jahren Bruno Barthel, Sandsteinbrecher,
Mundartdichter und Botaniker, zu Hause. Kurz vor dem Tod erschien sein
Heimatbuch "Im di Bastei rim". Wir erkunden die Schauplätze
Barthel'scher Geschichten, kommen von der Waldidylle in Teufelsküche und
hören seine Steinbrechergeschichten in einem stillgelegten Bruch. Gönnen
Sie sich einen faszinierenden Tag im Elbsandsteingebirge. Erleben Sie
spannende, lustige und nachdenkliche Barthel'sche Geschichten an
Originalschauplätzen. Ich freue mich auf Sie!
Termin: Mo
02.10.2006 10.00
Uhr
Anmeldung: erforderlich
Treffpunkt: Anreise: S-Bahn bis Wehlen, dann mit Fähre
übersetzen nach Stadt Wehlen bis zum oberen oder unteren Parkplatz
(beide sind gebührenpflichtig).
Zeitdauer: ca. 4 Stunden; je nach Leistungsvermögen
Konzept und Durchführung: Nationalparkführer: Christian Neumann
Preis: Erw. 6,- €; Kinder 3,- €
 Das heißt natürlich, dass es sich auch hierbei nicht um eine gewöhnliche
Wanderbeschreibung handelt, sondern um einen Erfahrungsbericht zu einer
geführten Wanderung. Die telefonische Anmeldung klappte wie bei allen
anderen Führungen perfekt und am vereinbarten Termin trafen wir uns vor der
Wehlener Kirche. Die Kirche nennt sich seit dem Jahre 2004 auch
Fahrradfahrerkirche und das muss einen nicht wundern, da bei schönem Wetter
der Elbe-Fahrradweg eine riesige Anzahl Besucher nach Wehlen schwemmt. Die
Kirche haben wir, als Start der Führung, kurz umrundet, da auf der Rückseite
zu den Zeiten von Bruno Barthel (27.02.1885 - 23.02.1956) eine Apotheke sich
befand, die in einer seiner Geschichten einen tragende Rolle spielte. Von
Stadt Wehlen sind wir in Richtung Buschholz aus dem Elbetal heraus
gestiegen. Da der Aufstieg auf gewöhnlichen Fußwegen und einer Fahrstraße
erfolgte, war die Steigung ganz angenehm und wir konnten uns sehr gut
unterhalten. Hr. Neumann erzählte eine paar Eckdaten über Bruno Barthel,
z.B. wie seine familiären Verhältnisse gewesen sind, dass er als
Steinbrecher gearbeitet hat und wo er gewohnt hat. Nach dem Aufstieg sind
wir dann über die Teufelsschlüchte wieder in den Wehlener Grund abgestiegen.
Der Weg durch die Teufelsschlüchte hat wirklich viel Spaß gemacht, da es
nicht einfach nur ein gewöhnlicher Pfad durch eine Schlucht ist, sondern man
schon ein paar Mal unter herabgestürzten Felsbrocken drunter her klettern
muss. Vor bzw. in der Schlucht hat Hr. Neumann uns die Entstehung der
Schluchten durch die drei Eiszeiten sehr eindrucksvoll erklärt. Daran
konnten wir sehr deutlich heraushören, was er irgendwann mal studiert hat,
da er uns dieses Thema spitzenmäßig erklären und veranschaulichen konnte.
Im Wehlener Grund sind wir dann ein kurzes Stück aufwärts gegangen, bis zum
Abzweig des Uttewalder Grundes. Auf dem Teilstück der Wanderung hat uns Hr.
Neumann die Geschichte des kleinen Bruno Barthel erzählt, als er von seiner
Mutter zur Apotheke nach Wehlen geschickt worden ist. Ich möchte die
Geschichte hier nicht wiedergeben, da man sie sich auf der geführten Runde
von Hr. Neumann selber anhören sollte, oder im Buch " Im di Bastei rim" von
Bruno Barthel nachlesen kann (was aber für einen normalen hochdeutsch
sprechenden Menschen wie mich eine unlösbare Aufgabe ist). Wir sind nicht in
den Uttewalder Grund reingewandert, sondern am Freundschaftsstein nach
rechts weiter gegangen.
Auch hier haben wir uns über Kleinigkeiten wie z.B.
einen "Strudeltopf", der rechts des Weges zu sehen ist, gefreut. Normalerweise läuft man an so einem seltsamen Loch vorbei, und nur wenn man
ganz aufmerksam ist, stellt man sich die Frage, warum genau an dieser Stelle
irgendwelche Leute so ein seltsames Loch gebohrt hätten. Mit einem
geschulten Führer wandert man an solch einem Loch nicht einfach vorbei. Wir
sind der roten Punkt Wegmarkierung
weiter gefolgt und nach einem angenehmen Aufstieg am
Steinernen Tisch angekommen.
Natürlich hat uns Hr. Neumann auch hier den Hintergrund zu dieser steinernen
Sitzgruppe erklärt.
Da wir die Bastei und den ganzen Bereich drum herum schon ganz gut kannten,
haben wir einen anderen Weg gewählt, als Hr. Neumann normalerweise geht, und
so sind wir quer rüber bis zum Amselfall gegangen. Da sich meine Frau noch
kurz in der Nationalpark- Informationsstelle Amselfall umgesehen hatte,
haben wir das Glück gehabt, dass irgendein netter Besucher die 30 Cent für
das kurz-Wasserfall-laufen-lassen ausgegeben hat. Wenn denn die Schleuse per
Fernsteuerung geöffnet wird, dann ist der Wasserfall auch seinen Namen wert.
Es rauscht und plätschert würdig. Nach dieser kleinen Einlage ging es auf
dem viel besuchten Weg bis nach Rathen runter. Auf dieser Strecke waren an
dem Brückentag schon so einige Wanderer unterwegs und es nahm mit dem
Näherkommen an Rathen immer mehr zu. An der Elbe angekommen, ging es in die
Richtung Wehlen, aber nicht auf dem Elberadweg, sondern auf der Terrasse der
Steinbrüche. Hier oben haben wir überraschenderweise keinen einzigen anderen
Mitmenschen angetroffen. Hr. Neumann hat uns einiges zu den gefährlichen
Arbeitsweisen, den Hintergründen und der Geschichte der Steinbrüche erzählt.
Es war sehr beeindruckend, wenn man auf dem kleinen Pfad über die Terrasse
der Steinbrüche entlang wandert und so schön erklärt bekommt, wie es vor
hundert Jahren hier ausgesehen hat. Knapp neben der Bergsteigerhütte, die
beinah durch den Felssturz des Wartturms verschüttet wurde, haben wir eine
kleine Rast eingelegt. Von hier oben konnten wir gut die Menschenmassen
beobachten, die mit der Gierseilfähre in Rathen einfielen. Unser weiterer
Weg führte zwischen dem Steinbruch und den ehemaligen Häusern der
Steinbrecher vorbei. Heutzutage werden diese Häuser als Ferienhäuser
benutzt. Faszinierend schön sind die steinernen Garten"türchen". Kurz hinter
dem Ortsanfang Wehlen sind wir dann wieder auf den Elberadweg gestoßen. Von
hier aus ging es die letzten Meter bis zum Ausgangspunkt zurück.
Damit war eine sehr schöne Wanderung zu Ende, die meiner Frau und mir sehr
gut gefallen hat. Was uns auch ganz besonders gut gefallen hat, war, dass
wir bei der Verabschiedung noch mal so etwas wie eine schriftliche
Zusammenfassung der Wanderung erhalten haben. Hiermit möchten wir uns
nochmals bei Hr. Neumann bedanken für die sehr gelungenen Führungen und die
sehr gut rüber gebrachten Hintergrundinformationen.
Nachtrag: H. Neumann hat inzwischen eine eigene Internetpräsenz (www.nationalparkfuehrer-christian-neumann.de),
auf der man alle seine geführten Wanderungen aufgelistet sind. |