Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass
ich mal wieder im kleinen Buchladen von Bad Schandau herumgestromert bin und
mich nach neuen Büchern zur Sächsischen Schweiz umgesehen habe. Dabei fiel
mir ein Buch mit dem Titel "Genusswandern Sächsische Schweiz" auf. Der Titel
hörte sich sehr gut an und so wurde es in die große Sammlung Wanderbücher
der Familie Geier aufgenommen. Gleich die erste Wanderung in dem Buch machte
uns neugierig, da wir bis dahin das Gebiet östlich von Pirna fast immer
ausgelassen haben.
Der Startpunkt der Wanderung liegt in Lohmen an der Kirche. Hier bietet sich
entweder der Parkstreifen oder das Parkhaus vor dem Lohmener Schloss an. Die
Wanderung führt über die Dorfstraße von der Kirche weg und erreicht nach 400
Metern eine komische Kreuzung. Hier geht es auf der gegenüberliegenden Seite
auf der Daubaer Straße weiter. Auf dieser Straße verläuft auch die
Wanderwegmarkierung roter Strich
,
der man ein Stück von 800 Metern folgt. Die Wanderwegmarkierung biegt dann
nach rechts ins Tal der Wesenitz ab, aber die Wanderung bleibt weiterhin auf
der Straße. Nach ein paar hundert Metern stößt die nächste
Wanderwegmarkierung zu der Wanderung. Diesem gelben Punkt
folgt man jetzt ein großes Stück.
Als
erstes wird Lohmen über eine Fahrstraße verlassen, aber überraschenderweise
sind hier nur sehr wenige Autos unterwegs. Sehr nett ist die Aussicht nach
rechts über die Felder. Hier kann man fern unten im Tal Dresden entdecken.
Auf der rechten Straßenseite befindet sich eine Sitzgruppe mit einer
Vielzahl ehemals königlich-sächsischer Grenzsteine. Die
Wanderung erreicht bald die kleine Ortschaft Doberzeit. Hier ist der Weg
durch den Ort sehr unterschiedlich. Die ersten paar Meter führen auf einer
sehr angenehmen Dorfstraße mit einem schönen Grünstreifen, aber dann muss
man an der südlichen Seite des Ortes nach rechts auf eine richtig hässliche
Landstraße abbiegen. Zum
Glück sind das nur 350 Meter, dann biegt der markierte Wanderweg nach links
aufs Feld ab. Hier wandert man dann wieder ganz angenehm über einen Pfad
weiter und nach kurzer Strecke erreicht man Zatzschke bzw. Mockethal. Hier
biegt man nach links auf die Wehlener Straße ab, die aber auch schon 200
Meter später nach rechts verlassen wird.
Die
jetzt begangene Straße heißt Am Rundling und ist mit einem alten schönen
Pflaster ausgelegt. Das Pflaster passt sehr gut zu den älteren Häusern im
oberen Teil der Straße. Gleich mehrere von den Häusern sehen sehr gepflegt
bzw. toll saniert aus und haben nach hinten hinaus eine wirklich schöne
Aussicht. Der Straßenname Rundling kommt von der ursprünglichen Form des
Dorfes. Um das Ende der Straße haben sich mehrere Bauerhöfe sternförmig
angesiedelt und so eine runde Dorfform gebildet.
Auch hier ist der Weg immer noch mit dem gelben Punkt markiert und genau
dieser führt die Wanderung im obersten Teil der Straße über einen Bauernhof.
Als
wir die Wanderung im Sommer 2009 unternommen haben, standen neben den großen
Ställen einige Kälbchen. Das Besondere daran war, dass jedes Kälbchen ein
eigenes Gatter mit einer lustigen Hütte aus Plastik hatte. Vielleicht ist
das gar nichts besonderes, aber als wir drauf zugingen, sah das doch für uns
sehr lustig aus. Die Bäuerin kam gerade aus der Milchküche (oder wie immer
das heißen mag) und hat sehr nett unsere wahrscheinlich dummen Fragen
beantwortet. Die Wanderung führt auf der Rückseite von dem Hof aufs Feld
hinaus.
Nach
einem kurzen Stück zwischen ein paar Kuhweiden hindurch steigt der markierte
Wanderweg runter in den Mockethaler Grund bzw. ins Elbetal. Hier merkt man
gleich an den Häusern, dass es sich einerseits um ein nobleres Viertel
handelt und andererseits auch ein paar künstlerisch begabte Menschen dort
leben.
Die Wanderung kann über zwei nette Wege weiter geführt werden. Entweder
wandert man wie im oben genannten Wanderführer gleich an der Seite des
Mockethaler Grundes auf dem gelben Punkt wieder hoch zur Schönen Höhe oder
man geht unten an der Elbe in Richtung Pirna. Wir wollten lieber die schönen
Häuser im Elbetal bestaunen und deshalb haben wir den Weg über die Postaer
Straße gewählt.
Die
Häuser hier unten sind durch die Bank in einem wirklich tollen Zustand und
der Blick rüber auf die andere Elbeseite mit der Stadt Pirna und dem Schloss
Sonnenstein ist wirklich sehr schön. Nach einem Kilometer treffen die beiden
Wege (Elbeweg und gelb markierter Schöne-Höhe-Weg) wieder aufeinander und es
geht noch ungefähr ½ Kilometer weiter, bis man die Hauptstraße erreicht.
Diese breite Straße kommt von der Elbebrücke herunter und man wandert auf
dieser Straße nach rechts weiter. Hier haben wir uns ganz elend reingelegt,
da leider ein grober Fehler in den Wanderführer eingebaut war. In der
abgebildeten Karte für diese Wanderung ist ab hier vollständiger Mist
eingetragen. Einerseits stimmt die Karte überhaupt nicht mehr mit der
Beschreibung überein und im Bereich des Ortsteils Hinterjessen ist ein
Wegverlauf eingezeichnet, der aber der Flussverlauf der Wesenitz ist. Hätten
wir uns an die Beschreibung gehalten statt an die abgebildete Karte, dann
wären wir besser zurecht gekommen, aber so sind wir ziemlich dämlich durch
Wohngebiete und auf breiten Straßen herumgeirrt.
Die Empfehlung ist, auf der Hauptstraße nach rechts dem blauen Punkt
zu folgen. Insgesamt geht es ½ Kilometer auf dieser hässlichen Straße
entlang und dann biegt der Wanderweg nach links (Pillnitzer Straße) ins
Wohngebiet ab. Von Pirna zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung ist es so,
je länger man unterwegs ist, desto schöner wird der Weg wieder. Nach der
mehrspurigen Straße kommt die Wohngebietsstraße, dann die Wohngebietsstraße
durch einen Wald und als Höhepunkt erreicht man dann den sehr schönen
Liebethaler Grund. Nachdem die Fahrstraße (aber nicht unsere Wanderung) den
Liebethaler Grund verlassen hat, erreicht man zunächst die
Trainingswand für die Kletterer. Hier kann man sehr schön sehen, wie
sinnvoll die sächsischen Kletterregeln sind. An dieser Wand ist mit Magnesia
geklettert worden und so sind einige hässliche weiße Stellen zu sehen. In
der Sächsischen Schweiz ist dieses zum Glück verboten und das
Landschaftsbild dank es den sehr voraus schauenden Regelerstellern.
Hinter dem Wendehammer kommt zuerst an der Wesenitz ein Wasserkraftwerk, das
heutzutage eine relativ große Menge Strom in einer sehr ruhigen und
unauffälligen Variante herstellt.
Als
nächstes passiert man die Ruine des Copitzer Elektrizitätswerks. Auch wenn
die eigentliche Ruine traurig aussieht, so ist sie im Zusammenspiel mit der
Wesenitz doch ziemlich romantisch. Genauso
ist der Mühlstein, der im linken (in Flussrichtung gesehen) Bachufer steckt.
Wie viele Jahrzehnte wird diese schwere Steinscheibe schon den Bach abwärts
bewegt? Die nächste größere bzw. auffälligere Stelle ist das riesige Richard
Wagner Denkmal.
Ich
finde es immer wieder überraschend, dieses gewaltige Denkmal hier unten in
der unscheinbaren Schlucht zu finden. Aber vermutlich ist in weit
vergangenen Zeiten hier unten auch viel mehr Betrieb gewesen. Wenn
man ein paar Meter weiter den Bach hoch wandert, dann erreicht man die
Lochmühle und der gesamte Bereich sieht dann auch so aus, als dass hier
früher große Mengen Gäste eingekehrt sind. Die Wanderung wechselt die
Bachseite und folgt immer noch der blauen Wanderwegmarkierung. Hier und an
der Lochmühle sind an den Felsen einige kleine Tafeln von Studenten der TU
Dresden angebracht worden. Nach einem weiteren kurzen Stück durch das
Wesenitztal erreicht die Wanderung die Daubemühle (www.daubemuehle-lohmen.de).
Hier hält sich tapfer eine Gaststätte mit einem gemütlichen Gastraum und
auch hier wird elektrische Energie durch die Wesenitz erzeugt. Ab der
Gaststätte steigt die Wanderung aus dem Bachtal heraus und stößt wieder auf
die bekannte Straße oberhalb des Tals. Das letzte Stück verläuft zuerst
zwischen dem Tal und dem Wohngebiet und dann die letzten paar Meter über die
Dorfstraße bis zur Kirche zurück.
Uns hat die Wanderung nicht so richtig gefallen, da es doch über sehr viele
Fahrstraßen geht und die Strecke durch Pirna ist nur im Bereich der Elbe
schön. Dadurch, dass wir dann auch noch, durch den falschen Streckenverlauf
aus dem Wanderführer, in Pirna ziemlich durch die Gegend geirrt sind, hat
sich der Eindruck zu dieser Wanderung nur noch verschlechtert. Ich hoffe,
dass uns selber so ein Missgeschick mit den Wanderkarten nicht passiert,
aber dann lässt sich eine Online-Ausgabe sehr schnell korrigieren (wenn wir
denn drauf hingewiesen werden).
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Mit der S-Bahn nach Pirna und von dort mit der
Regionalbahn bis zum Bahnhof Lohmen.
Auto:
Bis Pirna auf der B172 und dann über die alte Elbebrücke fahren. Von dort ist über die S164 Lohmen schon ausgeschildert. Die Kirche befindet sich, wie so häfige bei Kirchen, im Zentrum der Ortschaft und ist nicht zu übersehen.
Empfohlener Parkplatz:
Lohmen Kirche
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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