Schutz kulturhistorisch wertvoller Denkmal im Nationalpark
Sächsische Schweiz
Die kurfürstlich- und königliche Jagd in Sachsens Wäldern
Der in der Mitte dieser Anlage befindliche Steintrog ist eine sogenannte
Salzlecke. Sie diente zur Deckung des Salzbedarfes des Rotwildes, da
natürliche Salzvorkommen in der Sächsischen Schweiz fehlen.
In ihm wurde aus zwei Drittel Lehm und einem Drittel Salz "Brote" oder
"Kugeln" geformt. Die Salzgabe wirkte sich positiv auf den Knochenaufbau und
die Geweihbildung des Rotwildes aus. Bei der spätfeudalen Jagd war die
Trophäe das hauptsächlichste Ziel.
Die Einzäunung (Vermachung) diente dazu, das Vieh der Bauern aus den
umliegenden Dörfern, aber auch Wildschweine, von der Salzlecke fernzuhalten.
Es war zur damaligen Zeit erlaubt das Vieh auf sogenannte Waldweiden (Hutung
im Wald) zu treiben. Die Bauern hatten bis zur Ablösung der Waldgerechtsame
einige Nutzungsrechte im Wald.
Um ein Durchschlüpfen kleinerer Tiere zu verhindern, wurden stellenweise
nochmals senkrechte Latten angebracht. So wurde das Weidevieh ausgesperrt.
Für das Rotwild war der Zaun (Vermachung) kein Hindernis, um an die
Salzlecke zu gelangen, da es in der Lage ist, die Umzäunung zu überspringen.
Liebe Berg- und Wanderfreunde!
Die Waldweidesperre am sog. "Kälberstall" ist ein kulturhistorisch
bedeutsames Denkmal im Nationalpark Sächsische Schweiz.
Sandsteintrog für das Salz - Lehmgemisch Salzlecke mit Waldweidesperre am
"Kälberstall"