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Den Startpunkt habe ich an den ersten Parkplatz
in der großen Kleingartenanlage von Lohmen gelegt. Gleich von dem Parkplatz
geht ein Waldweg geradewegs auf die Fahrstraße zwischen Lohmen und der
Bastei bzw. Rathewalde zu. Diese Straße muss nur überquert werden und dann steigt
die Wanderung durch den Nicolaiweg ab. Auf der rechten Wegseite steht eine
Informationstafel mit einer Erklärung zum Wegnamen:
Nicolaiweg im
Nationalpark "Vordere Sächsische Schweiz" durch das Dürre Gründel zum
Brückwald führend; 1937 benannt nach CARL HEINRICH NICOLAI (1739 - 1823),
seit 1797 Pfarrer in Lohmen, Verfasser des ersten Reisehandbuches über die
Sächsische Schweiz (1. Auflage 1801). Zum Anfang verläuft der Weg noch durch
einen normalen Wald, später steigt er in einen sehr schönen Grund ab. Der
Grund ist relativ eng, so dass links und rechts die Felswände bis knapp an
den Weg heranreichen. Die tiefste Stelle der Wanderung ist mit dem
Schleifgrund an einer Wegkreuzung erreicht, an der man geradeaus wieder über
einen angenehmen Waldweg aus dem Grund aufsteigt. Auf den letzten paar
Metern macht der Waldweg ein seltsames Zickzack, welches man auslaufen
sollte. Verführerischerweise biegt vorher schon eine Abkürzung nach links
ab, die man aber getrost ignorieren sollte, da sie überhaupt keinen
Vorteil bringt und eher noch die Wanderung in die falsche Richtung leitet. Oben
auf dem breiten Forstweg angekommen, geht es ein kleines Stück
von 50 Metern nach rechts, bis zur nächsten Abzweigung nach links. Der Weg führt durch
einen dichten Wald bis zum Bruno-Barthel-Weg. Auch hier weist eine Tafel auf
den Namensgeber hin. Der Inhalt dieser Informationstafel ist: Barthelweg von Uttewalde durch den Nationalpark "Vordere Sächsische Schweiz" nach
Rathewalde führend; 1956 benannt nach BRUNO BARTHEL (1885 - 1956),
Mundarterzähler und Heimatforscher, Sohn eines Uttewalder Steinbrechers. Dem
Bruno-Barthel-Weg folgt man also nach links. Der Weg ist mit dem gelben
Strich
markiert und diesem sehr angenehmen Weg geht es bis zur Basteistraße
hinterher. Leider gibt es an dieser Stelle dann nur noch die Möglichkeit, auf
der Straße weiter zu wandern, aber irgendwie hat sich am
rechten Fahrbahnrand ein Wanderpfad gebildet. Dass dort dieser Pfad ist, liegt nicht daran,
dass so viele Wanderer über den Bruno-Barthel-Weg unterwegs sind, sondern
dass der vordere Parkplatz an der Bastei voll war und die Besucher ihre Fahrzeuge
auf dem Parkplatz an der Tankstelle abstellen mussten. Um die 1,50 € pro
Strecke (Stand 2008) im Pendelbus zu sparen, wandern viele
Parkplatzbesucher. Ob
sich das lohnt, dafür an einer gut befahrenen Straße entlang zu wandern?
Unsere Wanderung muss zum Glück nur 400 Meter auf der Straße bzw. dem
Pfad entlang gehen, dann biegt der Bruno-Barthel-Weg nach rechts in Richtung Rathewalde ab. Dieser Feldweg ist seltsamerweise asphaltiert und
würde bestimmt auch als normale
Fahrstraße benutzt, wären da nicht irgendwo
in der Mitte ein paar Poller. Auf halber Strecke zwischen der Basteistraße
und Rathewalde befindet sich die neugebaute Kläranlage. Die Lage der
Kläranlage ist ziemlich gut gewählt, denn damit wird kein Anwohner mit
seltsamen Gerüchen belästigt. Wenn man nach links über die Felder
hinwegsieht, entdeckt man oben auf dem Hang das Ziel der Wanderung: den Hohburkersdorfer Rundblick.
Sieht man nach rechts über die Felder,
sind die Schrammsteine, Lilienstein und Gohrisch gut zu sehen.
Die Wanderung führt in die Ortschaft hinein. Hier befindet sich an der
linken Wegseite eine Hecke mit einer passenden
Informationstafel dazu. Gleich neben
dieser Benjeshecke ist eine nette Obstwiese mit einer weiteren
Informationstafel zu Obstwiesen ohne
Monokulturcharakter. Kurz hinter der Wiese findet man das Freibad von
Rathewalde. An der Zufahrt zum Schwimmbad stehen auch noch einige
Informationstafeln mit den Themen Bienenvölker, Aufgaben der Forstwirtschaft,
Fischarten und Nadelbäume. Als ich an einem richtig schönen Frühjahrstag an
dem Schwimmbad vorbeispazierte, war gerade eine Dame auf einer der
Liegewiesen Gras am zusammenharken. Sie rief mir über den Zaun zu, dass das Bad
geöffnet und das
Wasser
"schon" 17° hätte. Diese Temperatur erschien mir
bei mehr als 25° Außentemperatur allerdings nicht gerade als besonders einladend.
Rechts neben dem Schwimmbad befindet sich ein größerer Teich, der ganz nett
zu einer kleinen Rast einlädt. Danach geht die Wanderung bis zur nächsten größeren Straße (Zum
Amselgrund) und dort geht es nach links die Dorfstraße nach oben.
Nach den ersten paar Metern Aufstieg muss man die
relativ vielbefahrene Hohnsteiner Straße überqueren und dann weiter dem blauen Strich
folgen. Am Ortsausgang befindet sich die Grenze zwischen Sandstein und
Lausitzer Granit und genau darüber informiert ein kleiner Platz mit ein
paar Beispielsteinen. Der
markierte Wanderweg führt hinauf bis zum Hohburkersdorfer Rundblick. Von hier
oben hat man eine ziemlich gute Aussicht in alle Himmelsrichtungen.
Netterweise sind hinter der Mauer zwei Aussichtsplattformen, so dass auch
kleinere Mitmenschen die Aussicht perfekt genießen können. An dem riesigen
Gedenkstein befinden sich vier Tafeln. Auf drei Tafeln sind Namen von Opfern
der zwei Weltkriege zu lesen und die vierte Tafel erklärt ein paar
Hintergründe und Fakten zu dem
Denkmal.

Die Wanderung steigt auf der nördlichen Seite wieder von der Aussicht
herunter. Der Weg ist angenehm und erreicht bald die riesig breite
Landstraße zwischen Hohburkersdorf und der Hocksteinschänke. Dass diese
Landstraße so wahnsinnig ausgebaut ist, liegt daran, dass hier eigentlich
eine große Rennstrecke entstehen sollte. Der Baubeginn war 1933 und die
Einweihung am 26. April 1939. Auch vor dieser Zeit gab es auf der noch nicht
ausgebauten Strecke schon das Hohnsteiner Bergrennen, aber erst mit der
ausgebauten Strecke sollten richtig schnelle Rennen stattfinden. Die Strecke
ist zwischen 12 und 24 Meter breit und man hat sich beim Bau die großen
Rennstrecken der Welt als Beispiel genommen. Die Rennstrecke war genau 10
Kilometer lang und anhand des Namens, Deutschland-Ring, kann man schon
erahnen, dass man in Dritten Reich Größeres mit der Rennstrecke vorhatte. Auf der Strecke haben
allerdings niemals richtige
Rennen, ausgenommen von ein paar illegalen, stattgefunden. Dass die
Strecke nach rechts (also in Richtung Hockstein/Hohnstein) so gewaltig
breit ist, liegt daran, dass dort die Startbahn und die Montagehalle
(heutzutage würde man da vermutlich Boxen dazu sagen) sein sollten. Für diese
Wanderung hat die ehemalige Rennstrecke den großen Vorteil, dass die
Überquerung der Straße durch den hervorragenden Überblick sehr einfach ist.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es auf einer Zufahrt runter
nach Hohburkersdorf. Das letzte Stück der Wanderung erfolgt nach rechts
unter der Brücke der Rennstrecke entlang und dann immer weiter geradeaus. Zum Anfang geht es über
einen Feldweg mit ziemlich guter Aussicht nach
Stolpen und dann verschwindet
der Weg im Wald nordöstlich von Lohmen. Als ganz besonders schöne Wanderzeit
hat sich das Frühjahr bzw. die Kirschblüte herausgestellt, weil dann die
Alleebäume in der Kleingartenanlage blühen und damit dann sehr schön weiß
leuchten. Damit ist eine Wanderung zu Ende gegangen, die mich vollkommen
überrascht hat. Ich hätte nicht gedacht, dass die Runde so viel Abwechslung
und solche tollen Aussichten liefert.
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