Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Startpunkt dieser kleineren Runde ist die
Kirche von Lohmen. Rund um die Kirche befinden sich einige
Parkmöglichkeiten, so dass hier kein Parkplatzproblem entstehen sollte. Als
Erstes empfehlen wir einen kleinen Ausflug auf den Lohmener Friedhof. Hier
liegen mindestens zwei besondere Persönlichkeiten im Bezug auf Wandern und
Sächsische Schweiz. Zuallererst ist es Carl Heinrich Nicolai, geboren am 26. November 1739 in Berlin
und gestorben am 18. September 1823.
Herr
Nicolai wird als der erste Wanderführer der Sächsischen Schweiz bezeichnet.
Ganz faszinierend ist sein Lebenslauf. Zuerst war er Lehrer und mit 58
Jahren schulte er um zum Theologen und nahm die Pfarrstelle in Lohmen an.
Sein Grabmal kann man an der Stirnseite der Kirche finden. Ein paar Meter
links davon befindet sich das zweite erwähnenswerte Grab. Es handelt sich um
das von
Bruno Barthel. Auch er war eine besondere Persönlichkeit, was man schnell
daran erkennen kann, dass es mehrere Wege gibt, die nach ihm benannt worden
sind. Er war ein besonderer Heimatdichter der Sächsischen Schweiz und lebte
vom 27. Februar 1885 bis zum 23. Februar 1956 hier.
Nach diesem Abstecher auf den Lohmener Friedhof geht es vom Friedhof kommend
nach rechts. Nach wenigen Metern sieht man das sehr schön sanierte Lohmener
Schloss. Kleine Kinder sollte man nicht mit dem Ausdruck "Schloss" zu der
Stelle locken, da die Zwerge irgendwie doch eine ganz bestimmte Vorstellung
von einem Schloss haben, und hier fehlen die Türmchen und der Prunk, aber trotzdem ist
es ein ganz schöner Ort. Die Sanierung ist zwischen den Jahren 1999 und 2004
geschehen. Auf der rechten Seite des Schlosshofes befindet sich eine
Informationstafel, die
über die geschichtliche Entwicklung berichtet. In der Ecke der beiden großen
Gebäude befindet sich ein kleiner unscheinbarer Balkon, der einen
erstklassigen Ausblick ins Wesenitztal bietet. Der Balkon ist mit einer
hohen Mauer und einem schmiedeeisernen Tor versehen, das aber anscheinend
nie abgeschlossen wird. An der rechten Hauswand befindet sich eine sehr alte
Erinnerungstafel, die leider nicht mehr saniert werden konnte. Deshalb hängt
gleich daneben noch mal eine Sandsteinplatte, die den Inhalt der Tafel
wiedergibt. Auf dieser Tafel ist folgendes geschrieben:
Wie wunderbar die Vorsicht oft errette lehrt Hartmann uns- er glaubt,
er steig ins Bette und stürzt, halbschlafend, in die Tief hinab, und
fand doch nicht den Tod in Wellen, und fand - fiel er gleich acht und
dreißig Ellen, doch nicht durch diesen Fall sein Grab; dankt Gott der
ihm zu helfen eilte, dem Menschenfreund, der Pfleg´ und Unterhalt im gab
und seinem Arzt, der ihn so glücklich heilte.
den 18. August 1784
Neuanfertigung 2001
In
der Ecke des Schlossgartens befindet sich ein neumodisch aussehender
Springbrunnen mit der Jahreszahl 1792. Diese Sitzecke ist wirklich sehr
schön angelegt und lädt zum Verweilen ein.
Nach der Schlossbesichtigung geht es runter ins Wesenitztal. Dazu geht man
wieder zurück zur Dorfstraße, der Straße also, die vor dem Friedhof und der
Kirche entlangläuft, und wandert nach rechts, bis schon nach wenigen Metern,
wieder nach rechts, ein paar Stufen über eine breite Treppe herunter führen.
Dieser Weg führt gleich neben der Schlossmauer entlang. Unten angekommen,
stößt man am Kraftwerk der Walzenmühle auf die Wesenitz. Dieser folgt man
bachaufwärts. Es geht zwischen dem Bach und dem Schloss entlang. Zuerst
wandert man durch ein kleineres Wäldchen und dann erreicht man die
Walzenmühle selber. Im Juni 2007 wurde gerade der Hof vor der Mühle
neu gepflastert. Nicht nur, dass so ein Pflaster aus Sandsteinklötzen richtig
schön aussieht, es ist auch eine echte Knochenarbeit, es zu verlegen. Die
Wanderung folgt der Wanderwegmarkierung blauer Punkt
.
Nach kurzer Strecke an der Wesenitz entlang erreicht man den Lohmener
Steinbruch. Netterweise
führt der Wanderweg auf einem kleinen Stück über eine Straße im Steinbruch,
sodass man ein bisschen mehr als nur einen Blick in den Steinbruch erhaschen
kann. Wenn man die Straße ein ganz kleines Stück weiter nach oben wandert,
dann erreicht man eine Aussicht über den Steinbruch. Was auch immer das für
ein Platz ist, von dem man in den Steinbruch rein schaut.
Irgendwie sieht es so aus, als wenn hier Steinreste wieder in den Steinbruch
zurückgekippt werden. Hinter dem Steinbruch erreicht man einen angenehm
ruhigen Waldweg an der Wesenitz entlang. Zwischendurch erreicht man noch das
Wasserkraftwerk Niezelgrund.
Wirklich gewagt finde ich die Konstruktion des Mühlgrabens. Eigentlich ist
die Bezeichnung Mühlgraben auch ziemlich irreführend, da es sich um ein 150
Meter langes Viadukt handelt, das vom Wanderweg durchquert wird.
Faszinierend finde ich, dass einerseits das Wasserkraftwerk über
Jahrzehnte
nicht in Betrieb war und andererseits die riesige Staumauer. Jetzt darf man
sich nicht vorstellen, dass vor einem der Assuan-Staudamm steht, aber für
das kleine Wesenitztal ist dieses Bauwerk schon ziemlich groß. Vom
Wasserkraftwerk steigt der Wanderweg ein paar Meter am Hang hoch und
verläuft dann neben der Wesenitz bis zur Forsterbrücke. Hier verlässt man
die blaue Wanderwegmarkierung und es geht auf dem gelben Strich
über die Wesenitz hinüber. Auf der Gegenseite geht es über ein paar
Naturstufen aus dem Wesenitztal heraus. Der Wanderweg verläuft ziemlich
geradlinig durch den Wald. Wenn man so einigermaßen aufmerksam den linken
Wegesrand beobachtet, dann findet man einen Grenzstein, der der Schnittpunkt
des GPS Koordinatengitters N 51° und O 14° ist.
An
der Aussicht am Waldesrand befindet sich genau zu dieser Besonderheit der
Mühlsdorfer Koordinatenstein. Neben dem Koordinatenstein befinden sich zwei
Bänke, die zum Genießen der Aussicht einladen. Nur wenn mal wieder der Raps
zu hoch geschossen ist, dann hat sich das mit der Aussicht erledigt.
Die
Wanderung geht weiterhin am Waldrand entlang, bis nach links der erste Weg
in Richtung Lohmen abbiegt. Hier verlässt die Wanderung den markierten
Weg und es geht auf der Alten Lohmener Straße weiter. Der Weg fällt zuerst
langsam und dann in Lohmen steiler ab. Kurz vor dem Wesenitzbach erreicht
man wieder die Fahrstraße. Nach rechts geht die Richard-Wagner-Straße über eine
beeindruckende Pflasterstraße den Hang hoch. Dass über eine solche
Straßenoberfläche heutzutage noch eine Straße geführt wird, überrascht mich
immer wieder. Die Wanderung geht aber die Straße weiter nach unten. Nach
wenigen Metern überquert man auf einer Brücke mit einem großen steinernen
Kreuz die Wesenitz. Auf dem Kreuz ist gekennzeichnet, dass hier die
Gemeindegrenze zwischen Lohmen und Mühlsdorf verläuft. Die letzten paar
Meter gehen wieder auf das Schloss zu und dann den kleinen Weg neben dem
Schloss zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Mit der S-Bahn nach Pirna und von dort mit der
Regionalbahn bis zum Bahnhof Lohmen.
Auto:
Bis Pirna auf der B172 und dann über die alte Elbebrücke fahren. Von dort ist über die S164 Lohmen schon ausgeschildert. Die Kirche befindet sich, wie so häfige bei Kirchen, im Zentrum der Ortschaft und ist nicht zu übersehen.
Empfohlener Parkplatz:
Lohmen Kirche
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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