Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen und Hühnerleitern
Leiter
Klettern
Beschreibung:
Diese Wanderung hat mir
ein netter Leser unserer Internetseite vorgeschlagen. Er schrieb mir, dass es nicht nur
den Griesgrund von der Bastei runter zur Elbe gibt, sondern auch noch einen
Hirschgrund. Damit wir es mit der Wanderungsplanung ein bisschen leichter
hätten, war an der Mail gleich mal eine komplette Wanderbeschreibung
angehangen. Na, dann musste die Runde natürlich gleich mal ausprobiert
werden. Eine kleine Einschränkung gab es gleich mal in der Runde, es sollte
über den Honigstein und damit an der Lokomotive vorbeigehen. Da es dort
ziemlich an einer Felskante entlang geht, konnte ich leider meine Frau nicht
davon überzeugen, dass sie mitkommt. So bin ich die Runde alleine gegangen
und das hat sich als ganz gut herausgestellt, da es ziemlich viel bergauf
und bergab geht. Der vorgegebene Startpunkt ist der Parkplatz im Zentrum von Rathewalde. Von
hier geht es erstmal den Berg runter in Richtung Amselfall.
Markiert ist der Wanderweg hier mit dem blauen Strich
. Gleich auf den
ersten Metern in der Schlucht befinden sich zwei
Einkehrmöglichkeiten. Einerseits ist es der Lindengarten hinter dem
Parkplatz und dann die Rathewalder Mühle. Diese beiden Lokale sind die letzte Chance,
sich
noch zu relativ humanen Preisen zu stärken. Die nächsten Gaststätten,
die ab jetzt auf dem Wanderweg liegen, haben leider alle Touristenpreise. An
der Rathewalder Mühle (auch Lochmühle genannt,
www.rathewalder-muehlen.de)
finde ich immer wieder schön zu sehen, dass jedes Mal, wenn ich dort
vorbeikomme, an einer anderen Stelle ernsthaft gearbeitet wird. Hier
scheint jemand mit der nötigen Energie den Komplex übernommen zu haben.
Die Wanderung geht durch die Schlucht des Grünbaches bergab. Bei diesem
Bächlein ist es immer wieder verwunderlich, dass so ein armseliges Rinnsal
solch eine Schlucht graben kann. Am 25.05.1906 hat es oben in Rathewalde
einen Starkregen geben und dann sind zum Teil die Wassermassen durch die
Schlucht des Grünbaches abgelaufen. Dadurch wurde die Rathewalder Mühle
ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Auf Bildern von damals ist der Weg an
der Mühle nur noch eine breite und tiefe Furche.
Nach einem Teilstück von etwas
mehr als einem Kilometer erreicht man den Bereich des Amselfalls. Zuerst ist
es ganz interessant, von oben auf den Komplex zu sehen, weil man dann im
Staubecken des Wasserfalls das Prinzip des Abflusses sehr schön sehen kann.
Die Wirkungsweise ist beim Amselfall, genauso wie beim Lichtenhainer
Wasserfall, der Badewannenabfluss. Durch ziehen des
Stöpsels
wird ein Wasserschwall erzeugt, der dann nach Wasserfall aussieht. Das lohnt
sich ganz besonders in den Sommermonaten, denn dann
ist der Grünbach überhaupt nicht in der Lage, genug Wasser für einen
echten Wasserfall zu liefern. So muss der Natur ein Stückchen
nachgeholfen werden. Im Bereich des
Amselfalls befindet sich einerseits eine
kleine Gaststätte, bei der man sich auch ganz gut draußen hinsetzen kann, und
andererseits eine Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz.
Diese ist immer mit einem Nationalparkranger bzw. mit
einem Mitarbeiter des Nationalparks besetzt und die freuen sich wirklich,
wenn man bei ihnen mal reinschaut. Meine Erfahrung mit den Rangern ist bis
jetzt immer äußerst positiv gewesen und jeder von denen hat sehr freundlich
auf irgendwelche Fragen zum Nationalpark reagiert. Deshalb sollte man
auch in die Informationsstelle kurz reinblicken. Weiter geht es die Schlucht herunter, bis nach rechts der Weg in die
Schwedenlöcher abbiegt. Auch wenn sich der Name nicht so richtig nach einer
Schlucht anhört, so ist dieser Aufstieg zur Bastei hoch ein Labyrinth an
Strecke. Der Weg steigt über eine Vielzahl an Stufen aufwärts. Das merkt man
gleich auf den ersten paar Metern, wenn man die ersten hundert Stufen vor
sich sieht. Dieses erste Stück ist schon ziemlich erschreckend, aber für
den darauf folgenden Teil durch die Schwedenlöcher lohnt sich die Strapaze.
Nachdem man den Aufstieg erfolgreich gemeistert hat, bietet sich eine
sehr schöne Aussicht zum Verschnaufen an. Dazu verlässt man kurz den blau
markierten Weg und geht einfach am Ausgang der Schwedenlöcher geradeaus.
Nach ca. 150 Metern erreicht man die sehr ruhige Aussicht.
Auf der anderen
Talseite kann man den Trubel um die Basteibrücke sehr gut sehen. Manchmal
klingen auch noch einzelne Töne vom Drehorgelmann am Basteihotel herüber,
aber dem Geklimper wird man zu einem späteren Zeitpunkt noch näher kommen.
Jetzt ist erstmal Verschnaufen an der Aussicht angesagt.
Nach dieser angenehmen Pause geht die Wanderung weiter auf dem blauen
Strich. Dieser Wanderwegmarkierung folgt man aber nur noch ein kleines Stück
von ca. 250 Metern, bis nach rechts der gelbe Strich
abbiegt. Dieser
Markierung folgt man wieder nur ein kleines Stück von 350 Meter,
bis man sie ganz kurz vor der Brandstraße wieder verlässt.
Die Brandstraße wird nur überquert und gegenüber geht es auf dem gut
ausgebauten Forstweg weiter. Der Weg führt von der Brandstraße zum
Steinernen Tisch. Dieser Platz heißt wegen der
steinernen Sitzgruppe so,
die natürlich auch gleich für die Gaststätte daneben zum Namensgeber wurde.
Um die Gaststätte geht es einmal herum, um ein paar wenige Meter (ca. 120
Meter) der Wanderwegmarkierung grüner Strich
in Richtung der Bastei zu
folgen. Knapp hinter dem letzten Gebäude (ich glaube es ist eine Garage)
verlässt man den markierten Weg für einen besonderen Abstecher nach rechts.
Hier befindet sich so eine seltsame Absperrung, welche die normalen
Touristen daran hindern soll, durch die Botanik zu latschen, aber der Abstieg
in den Griesgrund ist mit einem grünen Pfeil markiert. Diese Kennzeichnung
steht für einen Bergpfad, der "Nur für Geübte" empfohlen wird. Das
verspricht natürlich einen ganz besonderen Anreiz und relativ wenige andere
Wanderer. Der Abstieg ist ganz sicher nicht so schwierig und wenn
man dann in diese tolle Schlucht blicken kann, dann lohnt es sich doppelt.
Der Griesgrund endet auf dem
Steinbruchweg, dem man nach links (also
Richtung Rathen) folgt. Der Pfad verläuft auf dem ehemaligen Plateau der
einzelnen Steinbrüche. Das hört sich so an, als ob man durch mehrere
Steinbrüche wandern müsste, aber eigentlich ist es ein riesiger Steinbruch,
der aber in einige Parzellen aufgeteilt war. Heutzutage hat sich die Natur
schon einen Großteil der Fläche zurück erobert, nur die weißen Wände werden
wohl noch ein paar Jahrhunderte zu erkennen sein. Auf dieser Fläche
der Steinbrüche stehen einige kleinere Häuschen, die heutzutage von
Bergsteigervereinen betrieben werden. Nach ca. 300 Metern steht eins dieser
Häuschen auf der linken Seite und rechts neben diesem geht es jetzt wieder
aufwärts. Hier liegt auch noch am Wegesrand eine Gedenktafel mit folgendem Inhalt:
"Hier fand im April 1933 eine illegale Zusammenkunft der Genossen der VKA mit
bereits in der Illegalität lebenden Genossen statt." VKA ist die Abkürzung
für "Vereinigte Kletterabteilung" im Touristenverein "Die Naturfreunde".
Diese Gruppe von fast 350 Mitgliedern wurde im 3. Reich schwer verfolgt und
in die Illegalität abgedrängt.
Die Wanderung steigt also jetzt diesen ersten möglichen Pfad nach links den
Berg hoch. Hier muss man leider etwas mogeln, da der Aufstieg mit dem
schwarzen Pfeil markiert ist. Diese Kennzeichnung weist auf einen Weg, der
eigentlich nur
als Kletterzugang gedacht ist, hin. Das heißt nicht, dass man klettern muss,
sondern nur, dass der Weg durch den Hirschgrund normalerweise nicht für
Wanderer gedacht ist. Der Schwierigkeitsgrad ist identisch mit dem Weg durch
den Griesgrund und der Weg ist auch sehr einfach zu finden. Es geht einfach nur durch
die Schlucht auf einem Pfad nach oben. Auch diese Schlucht/dieser Grund
sieht genauso romantisch aus wie der Griesgrund, nur wenn man von unten
kommt, fällt einem das nicht ganz so auf. Wenn man sich aber von Zeit zu
Zeit herumdreht, dann kann man den Blick in die Natur gut genießen. Der
Aufstieg erfolgt an gleich mehreren Stellen über Stufen, die in den Felsen
geschlagen sind. Diese Spuren stammen aus weit vergangenen Zeiten, als die
Steinbrecher den Hirschgrund als Aufstieg benutzt haben. Nachdem man auch
diesen Aufstieg erfolgreich gemeistert hat, kommt man wieder auf den
bekannten Waldweg zwischen dem Steinernen Tisch und der Bastei. Der
Wanderwegmarkierung grüner Strich
folgt man jetzt weiter nach rechts.
Nach einer kurzen Strecke erreicht man zuallererst die Andenkenbude
(Souvenir-Kiosk) der
Bastei und dann die Basteistraße. Hier latscht man einfach den
Touristenströmen bis zur Bastei hinterher. Die Aussicht von der
Bastei ist
schon wirklich toll und die Brücke bis zur Felsenburg Neurathen ist auch
sehr nett. Hier kann man sehr gut verstehen, warum so viele Touristen herumwackeln, wenn die Anreise so wunderbar einfach ist. Sobald man aber auf der
anderen Seite den Berg wieder herunter wandert, nehmen die Besucherzahlen
rasant ab. Bis zur unteren Aussicht sind noch ein paar Urlauber unterwegs,
aber ab dort sind nur noch sehr wenige Wanderer auf dem Weg nach Rathen
anzutreffen. Der Abstieg ist weiterhin mit dem grünen Strich markiert. Diese
Wanderwegmarkierung biegt nach dem größten Teil des Abstieges nach links in
Richtung Amselsee/Freilichtbühne Rathen ab. Es geht also weiter der
Markierung bis zum Amselsee nach. An der Staumauer des Amselsees verlässt
man den markierten Weg und es geht über die Staumauer auf die andere
Seeseite hinüber. Dieser viel schöneren Seeseite folgt man ca. 70 Meter, bis
der eigentliche Weg einen Knick nach links macht. Hier geht es weiter
geradeaus über die seltsame Absperrung. Die Absperrung hat extra eine
Aussparung, damit man leichter drüber steigen kann. Hier geht es mal wieder
den Berg hoch. Der Weg ist einfach zu finden, auch wenn er nicht markiert
ist, da er doch anscheinend von sehr vielen Bergsteigern benutzt wird. Der
Pfad steigt an der linken (nördlichen) Seite des Feldsteins empor, bis man
einen gut ausgebauten Aufstieg auf die Honigsteine erreicht. Ab jetzt wird
es sehr einfach, den weiteren Weg zu finden:
Es gibt nur einen Pfad, der über
die Honigsteine führt. Zweimal kann man zwar auch noch die falsche Richtung
einschlagen, aber schon nach kurzer Strecke stellt man fest, dass es dort
nicht weiter geht. Beide Male ist der Weg in der Horizontalen die falsche
Richtung. Das erste Mal geht der richtige Weg nach links die Felsen hoch, beim zweiten Mal
ist der richtige Aufstieg mit einem schwarzen Pfeil markiert. Nachdem man
die Lokomotive erreicht hat, kann man von der Vorderseite eine wunderbare
Aussicht auf die Gansfelsen und den Bereich der Bastei genießen. Hier oben
herrscht meistens eine erstklassige Ruhe, die höchstens von ein paar
Kletterern unterbrochen wird. Aber im Verhältnis zu vielen Wanderern sind
die Kletterer fast immer viel leiser in der Natur unterwegs. Ganz witzig ist
der Durchgang durch den Nachbarfelsen von der Lokomotive. Leider weiß ich
nicht, wie der Felsen heißt, aber dieses
Felsentor
ist immerhin so groß, dass ein erwachsener Mann fast aufrecht durch gehen
kann. Es könnte sein, dass dieser Felsen Lamm heißt. Vor diesem bzw. hinter
diesem Felsentor ist eine größere Aussichtsfläche, die zu einer Rast
einlädt. Nach diesem wirklich erstklassigen Platz geht es auf der Rückseite
der Lokomotive über einen relativ leichten Pfad wieder von den Honigsteinen
abwärts. Der Abstieg erfolgt über ein paar Stufen bis runter zum Pionierweg.
Hier geht es wieder über so eine seltsame Absperrung mit Durchgang. Auf dem
Pionierweg geht es das letzte Mal runter ins Tal. Markiert ist der Weg mit
dem grünen Strich
.
Genau an der Stelle, an der man von den Honigsteinen auf den Pionierweg
trifft, nimmt der markierte Weg auf der gegenüberliegenden Wegseite eine
Abkürzung. Hier wird eine größere Schleife des Pionierweges über ein paar
Stufen abgekürzt. Danach geht es auf dem Pionierweg fast bis runter an den
Amselsee. Kurz vor dem See (ca. 100 Meter) zweigt nach rechts eine
unscheinbare Schlucht ab. Irgendwie bin ich mir nicht so ganz einig, ob
dieser Weg womöglich mal wieder einer dieser gesperrten Wege im Bereich
einer der Kernzonen ist. Wer lieber auf der sicheren Seite unterwegs sein
möchte, kann auch das letzte Stück bis nach Rathewalde an dem schon
bekannten Grünbach hoch gehen. Ein Schild von der Kernzone habe ich auf
jeden Fall nicht gesehen und deshalb geht der Wanderweg in den Nassen Grund
rein. Der Pfad durch den Grund steigt angenehm an und ist relativ einfach zu
finden. Nach ungefähr ½ Kilometer biegt die Wanderung nach links in das
Adlerloch ab. Dieser
Grund führt bis fast auf die Ebene von Rathewalde. Ganz knapp vor der Ebene
biegt der Weg nochmal nach links ab. Diese Stelle ist sehr einfach zu
finden, da es für ein Weiterwandern keine sichtbare andere Möglichkeit gibt
und links ein eindrucksvoller Baum mitten auf einer Kuhwiese steht. An dem
Baum geht es ganz knapp dran vorbei und nach wenigen Metern erreicht man den
Ortsrand von Rathewalde. Hier steht ein besonders auffälliges Haus auf der
linken Wegseite. Es sieht irgendwie ganz anders aus, als die ganzen
restlichen konventionellen Häuser. Einerseits ist es ein ganzes Stück größer
als ein normales Haus in Rathewalde und andererseits sieht es so aus, als ob
eine Ecke von dem Haus abgeschnitten worden ist. Damit ist eine schöne
Hausseite entstanden, die einen erstklassigen Ausblick in die schöne
Landschaft der vorderen Sächsischen Schweiz liefert. Die letzten Meter
erfolgen über die Teichstraße bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit
dem Bus R-237 bis
nach Rathewalde.
Auto:
Von Bad Schandau in die Richtung Bastei. Kurz hinter der Hocksteinschenke mit der wirklich komischen Kreuzung erreicht man die Ortschaft Rathewalde. Die einzige Straße in Rathewalde, die nach links abbiegt, fährt man bis zur Kirche. Dort befindet sich der Parkplatz.
Empfohlener Parkplatz:
Rathewalde Ortsmitte
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
2 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
2,33 kByte
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