|
Bei
dieser Wanderung handelt es sich eher um einen Spaziergang, den man
jederzeit unternehmen kann. Man muss nicht unbedingt auf die Blütezeit der
Rhododendren warten, da die Runde und der kleine Park zu jeder Jahreszeit
einen Ausflug wert sind. Der Startpunkt liegt am Gamrig-Parkplatz zwischen
Waltersdorf und Rathen. Von hier spaziert man ein paar wenige Meter auf der
Straße in Richtung Waltersdorf, bis nach rechts ein Schild auf den
Rhododendronpark hinweist. Dieser wirklich gut ausgebaute Feld- bzw. Waldweg
führt sehr angenehm fast ohne Höhenunterschiede von der Straße weg. Sehr
unterhaltsam sind die vielen unterschiedlichen Straßenbeläge, die am
laufenden Band wechseln.
Es
gibt gewalzten Schotter, stabile Rasengittersteine, ein kurzes Stück Asphalt
und Pflastersteine. An mindestens zwei Stellen sind ordentliche Durchflüsse
von dem Feld auf die andere Straßenseite gebaut worden. Sehr interessant
sieht es beide Male aus, wenn man nach rechts schaut, wohin das Wasser dann
weiter läuft. Hier sind ganz besonders tiefe Einschnitte in den Sandstein
entstanden. In diese Schluchten sollte man lieber mal nicht hineinfallen,
die Spalten sind höchstens 2 Meter breit, aber dafür bestimmt tiefer als 10
Meter. Hier hat das Regenwasser von den Feldern ganze Arbeit geleistet.
Wenn man nach links über das Feld sieht, dann kann man oberhalb des Waldes
den Lilienstein und die Festung Königstein entdecken. Diese Perspektive ist
ziemlich trügerisch, da zumindest bei der Festung Königstein noch das
Elbetal dazwischen liegt. Erst mit Erreichen des Waldes wird der Weg etwas
unebener und ziemlich überraschend stößt man dann auf die kleine Anlage des
Rhododendronparks.
Wenn
man zur Blütezeit diese Runde unternimmt, dann fällt natürlich gleich der
gigantische Strauch auf der rechten Seite auf.
Das
ist auf jeden Fall der größte Rhododendronbusch, der mir bis jetzt begegnet
ist. Auf der linken Wegseite befinden sich ein neu eingerichteter Rastplatz
und ein paar Kinderspielgeräte. An der Stirnseite des Parks steht eine
hässliche Antenne und der Eingang in eine Kleingartenanlage. Wenn man von
diesem Eingang nach links am Zaun entlang geht, erreicht man nach einem
Miniabstieg eine der vielen Aussichten mit dem Namen Kleine Bastei. Bei
jeder dieser Kleinen Basteien handelt es sich um hervorstehende
Felsenkanzeln,
von
denen man einen
schönen
Blick auf die Elbe hat. In diesem Fall ist es eine sehr schöne Aussicht und
von dieser Stelle hat man fast den gleichen Blick wie von der großen Bastei.
Der große Vorteil von dieser Aussicht ist aber, dass sich hier nur ganz
wenige andere Besucher hin verirren und man so einen angenehmen ruhigen
Platz vorfindet.
Für den weiteren Spaziergang geht es jetzt wieder an dem Zaun entlang zurück
und gegenüber des Eingangs weiter. Am Ende des Zauns erreicht man ein paar
Gebäude, die früher ein FDGB-Heim waren. Nachdem die Häuser über lange Zeit
leer gestanden haben, sind jetzt fleißige Privatpersonen eingezogen und
haben die Gebäude wieder in einen erstklassigen Zustand versetzt. Ganz
besonders ulkig finde ich das große Fenster an der Ecke. Wenn man den
gekennzeichneten Weg nach Rathen entlang wandert, passiert man dieses große
Fenster
und irgendwie muss man hier unweigerlich hineinblicken. Ich würde es mal für
ein Wohnzimmer mit einem schönen Blick in den Rhododendronpark halten.
Gleich vor den Gebäuden befindet sich auch noch ein ehemaliger Teich, der
erst in den letzten Jahren wiederhergestellt worden ist. Dieser Platz sieht
mit seinen uralten Bäumen ziemlich romantisch aus.
Hinter dem Gebäude beginnt der Abstieg über so einige schräge
Zick-Zack-Wege. Irgendwie kann man den Weg abwärts nur schwer beschreiben,
da gleich mehrere Wege den Hang hinunterführen, aber der Weg ist relativ
einfach zu finden und schon steht man auf der Hauptstraße in Rathen. Auf
dieser Straße herrscht eigentlich immer richtig Betrieb. Dabei handelt es
sich aber nie um größere Fahrzeugmengen, sondern um Besuchermassen, die zu
Fuß unterwegs sind. Egal, welchen Abstieg man gewählt hat, für den weiteren
Spaziergang geht es nach rechts leicht ansteigend bis zum gut sichtbaren
Gemeindehaus (Touristeninformation und Feuerwehrhaus). Rechts von dem Haus
(höchstens 15 Meter entfernt) befindet sich ein vollkommen unscheinbarer
Pfad, der ansteigend aus dem Dorf herausführt. Der Weg hat den komischen
Namen Aspichgraben und ist ausgeschildert mit Waltersdorf.
Der
Name Graben hört sich nicht gerade danach an, dass man eine gute Aussicht
hat, das ist aber bei diesem Weg ganz und gar nicht so. Nachdem man die
ersten paar Meter Aufstieg bewältigt hat, hat man nach links über eine Wiese
einen super überraschenden Blick auf die Feldsteine, Honigsteine, Lokomotive
und das Felsental oberhalb von Rathen. Das Ulkigste an dieser Aussicht ist,
dass sie sich gravierend ändert, wenn man die 100 Meter an der Wiese hoch
wandert. Auf dieser kurzen Strecke tauchen die unterschiedlichsten Felsen im
Blickwinkel auf.
Sehr komisch finde ich, dass mir dieser Weg bis zu diesem Jahr noch nie
aufgefallen ist, obwohl ich schon mehrere Male über die Straße von Rathen
nach Waltersdorf gewandert bin. Das wird nicht noch mal passieren, da der
Weg durch den Aspichgraben um ein Vielfaches schöner ist, als auf der Straße
entlang zu gehen. Der Aspichgraben endet wenige Meter vor dem
Gamrigweg wieder auf der Straße. Nach 100 Metern auf der Straße hat man dann
auch schon den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht. Damit ist eine
weitere kleine Runde zu Ende gegangen, die sich ganz hervorragend als
Nachmittagsspaziergang anbietet. Obwohl man sich im Bereich mit den meisten
Besuchern der Sächsischen Schweiz bewegt, sind auf diesem Spaziergang nur
wenige Leute unterwegs und so kann man die unterschiedlichen Aussichten gut
genießen.
|