Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass
mich ein Bewohner von Dittersbach gleich mehrere Male auf die Schönheit
seiner Heimat und das Lieblingstal hingewiesen hat. Da
nicht eine einzige Karte meiner doch großen
Wanderkartensammlung bis Dürrröhrsdorf-Dittersbach reichte, dachte ich zuerst nicht dran, dort wandern zu
gehen. Da der nette Mailschreiber aber nicht locker ließ, haben wir uns an
einem Sonntag in den Sommerferien auf den Weg gemacht. Den Startpunkt haben
wir auf den riesigen Parkplatz neben der Kirche von Dürrröhrsdorf-Dittersbach gelegt. Hier beginnt auch die Straße "Zum
Lieblingstal" und da dieses Lieblingstal das erste Ziel ist, folgt man der
Straße. Markiert ist der Wanderweg mit dem gelben Punkt
.
Die Wanderung passiert ein paar Häuser und schon erreicht man das untere
Ende des Lieblingstals. Die ersten Besonderheiten, die man in dem Tal entdeckt, sind
ein großer bearbeiteter Stein mit dem Schriftzug "Das Lieblingstal von
Johann Gottlob von Quandt", eine sehr schöne Sitzgruppe und die
Hubertuskapelle.
Gleich
neben der sehr schön wiedererrichteten Kapelle befindet sich noch eine weitere Sitzgruppe aus
Sandstein. Die ursprüngliche Hubertuskapelle ist 1840 durch Herrn Johann
Gottlob von Quandt gebaut worden. Leider ist sie aber über die Jahrzehnte
stark verfallen und es war nur noch der Grundsockel vorhanden. Durch den Quandt-Verein Dittersbach (www.quandt-verein.de)
ist diese Kapelle mit den beiden schönen Sandsteinfiguren in ungewöhnlich
kurzer Zeit wieder aufgebaut worden. Dass so ein Wiederaufbau in kurzer Zeit
funktionierte, kann eigentlich nur daran liegen, dass gleich mehrere ganz
besonders engagierte Mitmenschen zusammen anpackten. Nicht nur, dass sie das
untere Stück des Lieblingstals wieder sehr schön hergerichtet haben, es sind
auch gleich der ganze Weg, zwei Denkmale, eine Brücke und zwei Stege neu
gestaltet worden. Alle diese Punkte findet man, wenn man das Lieblingstal
weiter hoch wandert. Deshalb
geht es weiter durch das Lieblingstal und schon nach ½ Kilometer erreicht
man das König-Anton-Denkmal. Von der Säule war nur
noch das Fundament vorhanden und so wurde in einer aufwendigen
organisatorischen
Arbeit
das Denkmal ganz neu gestaltet. Die Büste ist eine Kopie von einem Denkmal
in Dresden, da das Original eingeschmolzen worden war. 100 Meter weiter steht die
Konstitutionssäule, die ebenfalls ganz neu erstellt ist. Auf der Vorderseite
befindet sich die Inschrift: "Zum Gedenken an die Stiftung der ersten Saechsischen Verfassung 1831 durch Koenig Anton mit den Staenden".
Bei der erwähnten Verfassung handelt es sich um Rechte der Mitbürger, die
heutzutage vollkommen selbstverständlich sind, aber in der damaligen Zeit
sehr revolutionär waren. Heutzutage sind Teile dieser ersten Verfassung in
unserem Grundgesetz verankert. Ein paar dieser Rechte sind z.B.
Glaubensfreiheit, Freiheit der Person, Steuer- und Abgabenpflicht für alle.
Die Wanderung geht weiterhin dem Bachlauf der Schullwitz entgegen und
passiert den Bach gleich an zwei neu errichteten Stegen. Die beiden Stege
bzw. die Widerlager der Minibrücken sind aus alten Sandsteinen eines
Wasserwehrs der Schullwitz gebaut worden.
Damit
sollten auch größere Wassermassen nicht mehr den bisherigen gewohnten
Schaden anrichten. Als dritte Bachüberquerung kommt die Teufelsbrücke. Im
Ursprung ist die Teufelsbrücke eine uralte (ca. 500 Jahre) Brücke, die
früher einigen Verkehr aufnehmen musste. Die Sanierungsmaßnahmen waren
gravierend und es ist eine sehr schöne Sandsteinbrücke wieder entstanden.
Die Wanderung folgt weiterhin der gelben Wanderwegmarkierung und erreicht
bald die Fahrstraße zwischen Dürrröhrsdorf-Dittersbach und Wünschendorf. Die
Straße wird aber nur schräg überquert und dann geht es weiter durch den
Wald. Hier steht noch eine der alten Wegsäulen, die eine Entfernungsangabe
in Wanderzeit angibt, an der Seite
der Straße. Das nächste Ziel ist
die Schöne Höhe, wobei auch schon der Weg dorthin an der nächsten Kreuzung
eine tolle Aussicht liefert. An diesem Waldrand kann man mit einem schönen
Panorama von den Felsen der Vorderen Sächsischen Schweiz bis rüber nach
Pirna blicken. Diese Aussicht hat man auch im weiteren Verlauf der Wanderung
vom Aussichtsturm der Schönen Höhe, aber an dieser Aussicht am Waldrand hat
man eine größere Ruhe.
Die
Wanderung führt noch ein paar Meter durch den Wald bis zur Schönen Höhe.
Hier findet man eine Gaststätte und ein überraschend schönes Gebäude.
Bei
diesem sogenannten Belvedere handelt es sich um ein Denkmal an Johann Wolfgang von
Goethe. Es wurde zwar schon zu Goethes Lebzeiten gebaut, aber der Dichter
konnte es durch sein damals schon hohes Alter nicht mehr besuchen. Der Turm ist manchmal
geöffnet und wird auch von einigen Pärchen als Trauzimmer genutzt. Wenn man
den unteren Raum dieses Gebäudes sieht, dann versteht man auch warum.
Hier
sind an allen Wänden Bilder aus Goethes Gedichten und aufgemalte Vorhänge.
Das sieht wirklich toll aus und gibt dem Raum einen festlichen Eindruck.
Wenn
man Glück hat, dann ist auch jemand vom Quandt- Verein in diesem Raum und
erklärt einem die Hintergründe und den Inhalt der Bilder. Wir haben
insgesamt 1 ½ Stunden einem dieser netten Herren gelauscht. Es war sehr
interessant. Zu guter Letzt sind wir natürlich auch noch auf den Turm
gestiegen und haben den Rundumblick von hier genossen.
Das letzte Teilstück der Wanderung führt von der Schönen Höhe hinunter ins
Wesenitztal. Dazu folgt man der Wanderwegmarkierung gelben Punkt
.
Diese Markierung steigt rechts neben dem Bevedere hinter der Gaststätte ins
Tal hinab. Man passiert ein ganz besonders tolles Haus, welches hier richtig gut
hinpasst. Diese Sorte Häuser der Firma HUF (www.huf-haus.com)
sind schon immer unsere Traumhäuser gewesen, aber leider sind sie für uns zu teuer. So ein Haus benötigt auch ein würdiges Grundstück,
da es in einer normalen Reihenhaussiedlung einfach nicht
reinpasst. Die
Wanderung überquert mal wieder eine kleinere Fahrstraße und nach ein paar
Höhenmetern ist die Wesenitz erreicht. Der Bach läuft schon etwas wilder
durch das Tal und ist in diesem Teilstück ziemlich besucherarm. Genau an der
Stelle, an der man den Bach erreicht, befindet sich ein netter Rastplatz auf
einer riesigen Felsmurmel mitten im Bachlauf. Diese Stelle wird
Teufelskanzel genannt. Die
Wanderung geht flussaufwärts und man erreicht nach einem leicht zu
wandernden Stück den Park des Schlosses Dittersbach. Hier lebte Herr Johann
Gottlob von Quandt und verwaltete seine doch riesigen Ländereien.
Heutzutage
befindet sich das Schloss wieder in privater Hand, aber der Schlosspark ist
netterweise für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach einem Bogen durch den Park geht es an der
linken (nördlichen) Seite durch die kleine weiße Tür wieder hinaus und man
hat schon fast den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht. Das Schloss wird
noch auf der Fahrstraße umrundet und schon ist man am Parkplatz.
Wir waren doch ziemlich überrascht von der Wanderung und haben uns sehr über
die vielen neuen Stellen gefreut. Sehr gut gefallen hat uns, dass
ein paar fleißige Mitmenschen mit einer gehörigen Portion Aufopferung
richtig tolle Sachen zustande bekommen haben. Nur dadurch ist diese Wanderung auch
eine gelungene Wanderung geworden. Danke schön.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Vom Bahnhof fährt die
Buslinie R-236 und R-234 bis
nach Dürrröhrsdorf-Dittersbach.
Auto:
Von Bad Schandau in die Richtung Bastei. Kurz hinter der Hocksteinschenke geht es gerade auf die Kaiserstraße bzw. Rennstrecke. Am Ende der Straße biegt man nach links in die Richtung Stürza ab und dann fährt man geradeaus bis ins Zentrum der Ortschaft Dürrröhrsdorf- Dittersbach. Der Parkplatz befindet sich im Zentrum von Dürröhrsdorf- Dittersbach.
Empfohlener Parkplatz:
Dürrröhrsdorf- Dittersbach Ortsmitte
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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