Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen und Hühnerleitern
Leiter
Klettern
Beschreibung:
Den Wartturm haben vermutlich schon
hunderttausende Besucher der Bastei bestaunt, aber nur sehr wenige, zumindest im
Verhältnis zu den Besucherzahlen der Bastei, sind auch schon bis zum Fuß dieses Felsens vorgedrungen. Zu
diesen wenigen Besuchern wollten wir auch zählen und deshalb ging es los.
Der Startpunkt der Wanderung liegt auf dem vorderen Parkplatz der Bastei und
damit sollte sich jeder bewusst sein, dass diese kleine Wanderung nur
empfehlenswert ist, wenn man noch auf dem vorderen Parkplatz einen
Stellplatz findet. Wer schon auf den Parkplatz an der Zufahrt geleitet wird,
sollte resistent gegen größere Menschenmassen sein oder diese Menschenmengen
einfach ausblenden können. Gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite
verlässt die Wanderung erstmals die Besuchermassen und es geht auf einem
kleineren Pfad quer durch den Wald, bis man auf den markierten Wanderweg mit
dem Namen Fremdenweg stößt. Diesem breiten Waldweg geht es nach links
hinterher, bis nach rechts ein weiterer breiter Weg abzweigt. Dieser Weg ist
normalerweise mit einer Schranke versperrt, aber nur, damit die
Besuchermassen sich nicht verirren und in geregelte Bahnen gelenkt werden.
Der Weg ist mit dicken Betonplatten ausgelegt und den Grund dafür kann man
schon nach wenigen Metern (ca. 300 Meter) Abstieg erkennen.
Hier
steht ein riesiger Zylinder,
der
anscheinend das Abwasser der Bastei-Gebäude auffängt, welches dann per LKW
abtransportiert wird. An dem Ding wandert man rechts dran vorbei und gleich
dahinter steigt der Pfad über ein paar Treppen vom Felsen ab. Es sind nur
ein paar wenige Stufen und schon steht man auf der Rückseite, oder ist es
die Vorderseite, des Wartturms. Na, das war ein wirklich einfacher Zugang.
Die Aussicht neben dem Wartturm ist wirklich gigantisch. Von hier
kann man genauso gut wie von der Bastei-Aussicht oben runter ins Elbetal sehen,
nur dass hier normalerweise eine
wunderbare
Ruhe und kein Gedrängel herrscht. Wenn man links um den Felsen herum blickt,
sieht man deutlich die helle Seite, an welcher der Felsen auseinander
gebrochen ist. Dieser Felssturz ist am 22. November 2000 passiert und hat
1/3 des Felsen ins Elbetal bzw. auf die Ebene der Steinbrüche geworfen.
Dabei sind immerhin 450 m³ Felsen mit einem Gewicht von ca. 800 Tonnen in
die Tiefe gestürzt. Da der Felsen über 100 Meter nach unten gestürzt ist,
hat das ganz bestimmt gut gescheppert und das könnte auch sehr gut erklären,
dass außer einem Sandhaufen nichts davon übrig geblieben ist. Damals wurde
davon berichtet, dass in der Bergsteigerhütte gleich neben der
Einschlagstelle ein Bergsteiger übernachtet hatte. Ich schätze mal, dass der
Mann in dieser Nacht vor lauter Adrenalin nur noch schwer Schlaf gefunden
hat. Die Abbruchstelle kann man vom Felsfuß nur relativ schwer
überblicken, da es eigentlich nur eine riesige helle
Felswand ist. Im späteren Teil der Wanderung wird man den Wartturm besser
sehen können. Bevor
die Wanderung in westliche Richtung weiter geht, bietet sich ein kurzer
Abstecher zur Vehmhöhle an. Dazu umrundet man den Wartturm und geht am
Felsfuß in Richtung der Bastei. Der Pfad ist ziemlich einfach zu finden. In
der hintersten Ecke des Grundes, unterhalb des Basteihotels, befindet sich
die Vehmhöhle, eine langgestreckte Klufthöhle. Der Grund unterhalb des
Basteihotels wird Hängetales Hoffkluns oder Eisenbahngründel genannt. Die
Vehmhöhle ist insgesamt 18 Meter lang und hat die größte Inschriftenwand
aller sächsischen Höhlen. Auf der Felswand sind einige uralte Jahreszahlen,
z.B. 1813, 1706 und 1836 zu lesen. Außer den Jahreszahlen und Namenskürzeln
sind aber auch noch ein paar Bilder mit Tieren, Menschen und ein Schiff zu
erkennen. Nach diesem kleinen Zwischenstopp muss man erst wieder zum
Wartturm zurück, um dann den nächsten Abschnitt der Wanderung zu
absolvieren.
Jetzt geht die Wanderung mit ein paar kleineren Kletterpartien an der
Felskante entlang.
Mal muss eine hölzerne Treppe hoch gestiegen, dann wieder an einer
Felskante entlang gewandert werden und auch eine Felsspalte muss man hochklettern. Also viel aufregender als nur eine langweilige
Strecke über einen gut ausgebauten Waldweg. Auf dem Pfad können einem schon so
einige Kletterer auf dem Weg zu ihren Kletterfelsen begegnen, aber
eigentlich sollte jeder Wanderer mit dieser Form an Besucher der Sächsischen
Schweiz gut auskommen. Die Art des Pfades hat nichts mit dem Klettern von
richtigen Kletterern zu tun. Das kann man ganz gut daran erkennen, dass
meine 6jährige Tochter die
gesamte Strecke alleine absolviert hat. Na gut, die
Mami war nicht dabei, aber deren Anwesenheit wäre vermutlich für diese
Wanderung auch wirklich störend gewesen ("Komm an meine Hand, geh nicht so
nah an der Kante, guck, wo du lang läufst, ich kann das nicht sehen ...")
(Anm. d. Mami: Ich glaube, ich wäre um Jahre gealtert, wäre ich dabei
gewesen oder hätte ich auch nur gewusst, wo die beiden sind. Ich dachte an
diesem Tag, sie wären im Labyrinth...). Nach diesem sehr netten Teilstück
erreicht man den Hirschgrund, den es jetzt wieder bergauf geht. Der Aufstieg
ist mehr ein Wandern mit ein paar kleineren Hindernissen als eine
Kletterpassage. Trotzdem muss man mit diesem Aufstieg insgesamt 120
Höhenmeter überbrücken, um dann wieder auf den schon bekannten Fremdenweg zu
stoßen. Dieser
Weg ist mit der roten Wanderwegmarkierung
gekennzeichnet, aber eigentlich braucht man hier oben für die kurze Strecke
nach rechts keine besondere Markierung, da es sehr einfach ist, das nächste
Ziel der Wanderung zu finden: die Bastei-Aussicht. Zuallererst erreicht man
die asphaltierte Zufahrtsstraße. Hier nehmen die Besucherzahlen dann
schon sprungartig zu. Was mich an der Bastei bzw. der Aussicht immer wieder
erfreut ist, dass man normalerweise keine grölenden Betrunkenen oder
lärmenden Schulklassen trifft.
Fast
immer stehen alle nur andächtig an der Aussicht und staunen über den
wunderbaren Blick ins Elbetal. Die schönste Aussicht liegt gleich hinter der
Restaurantterrasse. Hier kann man auch ganz hervorragend auf den Wartturm
hinunter blicken. Falls man denn doch bei schönerem Wetter oder an einem
langen Wochenende auf die Bastei gezogen ist, dann sieht man auf der linken
Seite vor Rathen die beiden
Elbefähren
Besuchermassen über die Elbe schippern. Zurück geht es auf dem gleichen Weg bis
zum Parkplatz. Noch eine kleine Attraktion am Wegesrand ist die
Ausstellung zum Malerweg im Schweizerhaus. Wir hatten unsere Wanderung auf ein
gut besuchtes Wochenende gelegt und waren dann vollkommen überrascht, keinen
einzigen Besucher in der Gemäldeausstellung anzutreffen. Zu finden ist die
Ausstellung bzw. das Schweizerhaus zwischen dem Hotelkomplex und dem rechten
Restaurant. Man kann über die Terrasse des Restaurants gehen und gleich
neben den Sitzplätzen ist eine separate Türe für diese kostenlose(!)
Dauerausstellung.
Damit ist eine sehr nette Wanderung zu Ende gegangen, die so einige
ungewöhnliche Passagen beinhaltete und mal ganz andere Perspektiven vom
Gebiet der Bastei lieferte.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit
dem Bus R-237.
Auto:
In Pirna auf die rechte Elbeseite wechseln und dann über die Basteistraße (S167/S164) nach Lohmen. Hinter Lohmen auf der S165 weiter in die Richtung Hohnstein. Spätestens ab dort ist die Bastei perfekt ausgeschildert.
Empfohlener Parkplatz:
Bastei
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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