Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Uns sind schon einige Male die komischen
Symbole in der Form einer liegenden Acht im Bereich Rathewalde und Bastei
begegnet, aber irgendwie hat es mehrere Jahre gedauert, bis wir hinter die
Erklärung gekommen sind. Einen Hinweis fanden wir an einer Informationstafel
in Rathewalde und dann ein sehr schön gemachtes Heftchen in der Kirche von
Rathewalde. In dem Heft ist auch erklärt, dass es sich eigentlich um drei
separate Wege handelt. So soll ein Weg der Achtsamkeit zur Bastei führen,
ein Weg steigt zum Hohburkersdorfer Rundblick auf und der letzte Weg ist ein
Rundweg auf dem Bruno-Barthel-Weg. Da uns die Wege einzeln zu kurz
waren, haben wir aus allen drei Wegen eine Gesamtwanderung gemacht.
Den Startpunkt haben wir gleich
neben das schöne Freibad von Rathewalde gelegt. Der Bruno-Barthel-Weg führt
auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich
aus der Ortschaft heraus. Nach ein paar hundert Metern erreicht man auf der
linken Wegseite die erste Station (Nr.13) mit der liegenden Acht. Es handelt
sich um einen Rastplatz mit einer schönen Aussicht über die Felder auf die
Felsen der Sächsischen Schweiz. Sehr ungewöhnlich ist, dass sich
auf der Rückseite des Weges die kleine Kläranlage von Rathewalde befindet,
aber man überhaupt keine Geruchsbelästigung feststellen kann.
Die Wanderung folgt weiter dem Bruno-Barthel-Weg bis zur Basteistraße.
Netterweise ist diese beliebte Zufahrtsstraße zur Bastei im Sommer 2011 mit
einem Fahrrad- und Wanderweg ausgestattet worden und so lässt es sich
entspannt den nächsten
½ Kilometer nach links wandern. Zwischendurch hat die gelbe
Wanderwegmarkierung die Wanderung verlassen und es geht unmarkiert weiter,
bis kurz vor dem Wald nach links die Kirschallee abbiegt. An dem Feldweg
stehen einige alte Kirschbäume, von denen auch immer mal wieder einer abstirbt,
aber auch dann sind sie noch Lebensgrundlage für reichlich
Kleintiere. Hier wird an Station Nr.14 mit einer hochwertigen
Informationstafel das Leben in Alt- und Totholz erklärt. Ziemlich am Ende
der Kirschallee befindet sich sogar noch eine weitere von diesen schönen
Tafeln, welche den Lebensraum Wegesrand erklärt.
Am Ende der Kirschallee biegt die Wanderung nach rechts ab und erreicht bald
den gelb markierten Rathewalder Fußweg
zur Bastei. Neben
diesem Weg passiert man gleich auf den ersten paar Metern ein schönes
Gebäude, das sich ein bisschen in Richtung des Grünbachtals versteckt.
Dabei handelt es sich um das ehemalige Wohnhaus von Dr. Pusinelli, einem
angesehenen Arzt am Sächsischen Hof (Station Nr.15.1). Auf dem Rathewalder
Fußweg zur Bastei passiert man, ein paar wenige Meter abseits des Weges, auf
der rechten Wegseite eine mächtige Buche, die tatsächlich so aussieht, als ob
sie die Arme hebt. Dabei handelt es sich um die Station Nr.1 des Weges der
Achtsamkeit.
Kurz bevor der Rathewalder Fußweg die Basteistraße erreicht, biegt man an
einer gut sichtbaren Steinsäule nach links ab, um weiter der gelben
Wanderwegmarkierung zu folgen. Die Steinsäule ist die Station Nr.2 und hier
wird darauf hingewiesen, dass einem häufig der Weg vorgegeben ist, aber man
auch immer wieder seinen eigenen Weg finden muss. Interessant ist aber auch
der Gedanke, wer denn früher schon alles an dieser alten Steinsäule vorbei
gekommen ist.
Nachdem der Weg ein Stückchen parallel zur Basteistraße gewandert ist,
erreicht man die nächsten beiden Stationen. Dabei handelt es sich um einen
Grenzstein (Station Nr.3), an dem sehr schön erklärt wird, dass es sichtbare
und unsichtbare Grenzen gibt.
Die
nächste Station ist Nr.4 und dabei handelt es sich um eine deutlich
sichtbare Wildschweinsuhle auf der linken Wegseite. Es ist sehr interessant,
dass man, auch ohne die Tiere zu sehen, weiß, dass sie hier ordentlich Spuren
im Wald hinterlassen haben und die Frage des Weges der Achtsamkeit ist hier,
welche Spuren man selber mit seinem Leben hinterlässt.
Die nächste Station (Nr.6) auf dieser Wanderung ist die Aussicht an der
Bastei. Der Blick von der
Basteiaussicht
auf die Elbe soll verdeutlichen, dass alles im Fluss ist und das Wasser ein
ganz gravierendes gestalterisches Element in der Sächsischen Schweiz ist. Für
einen besinnlichen Aufenthalt ist die Basteiaussicht zu den meisten Zeiten
nicht gerade geeignet, aber das ändert sich mit der nächsten Aussicht. Dazu
wandert man einen ¾ Kilometer wieder zurück und biegt dann nach rechts auf
die Wanderwegmarkierung blauer Strich
in Richtung Schwedenlöcher ab. Kurz bevor der eigentliche Abstieg durch
die Schwedenlöcher beginnt, befindet sich an der rechten Seite noch eine
Aussicht auf die Basteibrücke und den Wehlgrund. Es ist wirklich
verwunderlich, dass nur ½ Kilometer Luftlinie noch große Mengen
Besucher über die Brücke und zur Aussicht gehen, aber hier eine wirkliche,
friedliche Ruhe herrscht.
Da der Weg der Achtsamkeit
für
die Bastei keine weiteren Stationen vorsieht, empfehlen wir den Abstieg
durch die sehr interessanten Schwedenlöcher. Der Weg hinunter erfolgt über
eine Vielzahl an unterschiedlichsten Stufen, die zwischendurch sogar eine kleine Höhle und
mehrere wirklich beeindruckende Schluchten passieren. Mindestens an einem
Felsen neben dem Weg kann man eine Inschrift mit der Jahreszahl 1897
entdecken, was aber nur ungefähr der touristischen Erschließung der Schlucht
entspricht. Im Ursprung wird die Schlucht schon viel länger als eine Art
Schutzraum benutzt. Daher auch der Name, da die Anwohner sich und ihr
Hab und Gut im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) hier in Sicherheit
gebracht haben.
Am Ende der Stufen erreicht man den Amselgrund, den es dann weiterhin auf
der blauen Wanderwegmarkierung nach links aufwärts geht. Bis zum Amselfall
steigt der Weg über eine Schräge, die noch vom Geländewagen des Gastwirtes
bewältigt
werden kann, an. Der Amselfall ist eine nette kleine Möglichkeit, sich in einer
Gaststätte zu erfrischen oder auch im Nationalparkinformationshaus zu
bilden. Von dem kleinen Wasserfall geht es über ein paar Stufen weiter
aufwärts, bis nach einem ¾ Kilometer links eine kleine Schlucht abbiegt.
Wenn man die Schlucht von unten aufwärts blickt, dann kann man eine kleinere
Brücke erkennen. Das Komische ist, dass diese Fußgängerbrücke (Station
Nr.16) für ein armseliges Bächlein gebaut worden ist. Aber vermutlich können
bei einem ordentlichen Regenguss gewaltige Wassermassen von den Feldern oberhalb
herabrauschen. Der Weg führt in einem kleinen Zickzack aufwärts,
zwischendurch kann man sich auf einer Bank von dem Aufstieg erholen. Hinter
der Bank befindet sich eine Gedenktafel an den Auftraggeber für den Bau des
Weges ("Eugen Biehn,
brasilianischer Konsul in Dresden, 1914"). Der Eugen-Biehn-Weg
ist die Station 15.2 des Weges der Achtsamkeit.
Auf dem weiteren Weg in Richtung Rathewalde passiert die Wanderung eine
gewaltige Eiche (Station Nr.17), die vermutlich 1895 zum 80. Geburtstag von
Otto von Bismarck hier gepflanzt wurde. Das Haus daneben (Hausnummer 11) mit
der lateinischen Inschrift "Ille terrarum mihi praeter omnes angulus ridet"
(übersetzt: Dieses Plätzchen auf der Erde gefällt mir besser als alle
anderen) wurde zeitweise von Herrn Eugen Biehn bewohnt.
Die Wanderung führt über den Basteiweg nach Rathewalde hinein. An der Kirche
biegt man nach rechts zwischen den Löschteich und den Parkplatz
ab. Auf der Teichstraße geht es ca. 160 Meter, bis der Querweg erreicht ist.
Hier führt die Wanderung nach links zuerst am Ortsrand entlang, dann wird
die Landstraße zwischen Rathewalde und der Hockstein-Schänke überquert und
es geht relativ angenehm ansteigend weiter. Nach 400 Metern erreicht der
asphaltierte Feldweg die riesig breite Straße der ehemaligen
Rennstrecke, die aber auch nur überquert werden muss, um dann gegenüber auf
der kleinen Zufahrtsstraße von Zeschnig weiter zu wandern. Kurz vor der
Ortschaft biegt man nach links ab und dann führt der Weg in einem Bogen
durch die Ortschaft bis zum sehr schönen Insektenhotel. Diese
Insektenhotels sieht man schon von Zeit zu Zeit mal irgendwo
herumstehen, aber so ein schönes und großes haben wir noch nie gesehen. Hier
hat sich jemand wirklich sehr viel Mühe gegeben.
An dem Insektenhotel biegt auch ein unscheinbarer Pfad in Richtung
Hohburkersdorf ab. Dieser Weg führt einmal
durch die Senke zwischen den beiden Orten und endet auf der Straße vor dem Permahof. Da die Straße hier eine Sackgasse ist, kann man sehr angenehm
auf ihr nach links wandern. Wenige Meter vor der hohen Brücke, die quer über die
Dorfstraße führt, biegt nach links eine Zufahrtsstraße ab. Diese wandert man hoch bis zur ehemaligen Rennstrecke, die aber auch hier wieder
nur überquert werden muss, um dann gegenüber die paar Höhenmeter zum
Hohburkersdorfer Rundblick aufzusteigen (blauer Strich
).
Diese schöne Panoramaaussicht ist die Station Nr.10. Auf dem Berg hat man
nicht nur eine fantastische Rundumsicht, sondern hier steht zwischen den
mächtigen Linden auch noch ein großer Gedenkstein an die Opfer der beiden
Weltkriege. Die Aussicht mit ihren Bänken lädt immer wieder zum Verweilen
ein.
Nun geht es abwärts in Richtung Rathewalde. Am Ortseingang
befinden sich gleich mehrere Stelen,
in
die ganz viele unterschiedliche Steine eingelassen sind. Unsere Kinder haben
ganz besonders die vielen versteinerten Schnecken usw. beeindruckt. Die
Schautafeln sind wirklich sehr schön gemacht und haben die Stationsnummer 9.
Nach einem weiteren Stückchen in Richtung Dorfmitte muss eine ziemlich
hässliche Straße überquert werden. Es handelt sich um die schon bekannte
Straße zwischen der Hocksteinschänke und der Bastei. Hier darf der
Querverkehr zwar nur Tempo 30 km/h fahren, aber die Stelle ist ziemlich
unübersichtlich und macht als Fußgänger mit Kindern überhaupt keinen Spaß.
Danach geht es aber auf der
Dorfstraße
(Amselgrundstraße) sehr angenehm weiter. Auf der linken Straßenseite
passiert man ein kleines Kneippbecken und das neu sanierte ehemalige
Feuerwehrhäuschen von 1840. In so ein Häuschen passt heutzutage noch gerade
ein Personenwagen hinein, aber jegliches Feuerwehrauto hätte keine Chance,
darin zu parken (Station Nr. 8). Auf der rechten Straßenseite befindet sich
knapp neben der Kirche das Geburtshaus des ersten Mundarterzählers der
Vorderen Sächsischen Schweiz Willy Alwin Rotzsch (1883 - 1912) (Nr.7).
Seltsamerweise hat ausgerechnet die schöne kleine Kirche von Rathewalde
keine Station bei dem Weg der Achtsamkeit erhalten. Trotzdem sollte man
einen kurzen Abstecher in die Kirche unternehmen, da man sich viel
Mühe
mit der Sanierung gegeben hat. Es ist schon wirklich
beeindruckend, dass der Ursprung des Gebäudes das Jahr 1647 ist.
1860
wurde die Kirche noch mal umgebaut. Gleich neben der Kirche befinden sich
die ehemalige Schule und das Wohnhaus des Kantors (Station Nr.11).
Neben
bzw. hinter dem Haus befindet sich der ziemlich große Pfarrteich, der mit
seinen Seerosen und Schilf sehr natürlich aussieht. Das neu sanierte Freibad
daneben sieht hingegen blitzblank aus und hat uns am
Ende
der Wanderung zu einem Badenachmittag eingeladen.
Es hat sowohl uns als auch den
kleinen Familienmitgliedern einen riesigen Spaß gemacht, nach einer
ordentlichen Wanderung ins kühle Nass abzutauchen. Nur seltsamerweise war es
den älteren Familienmitgliedern zu kalt, während die Kinder das Wasser
erst wieder verlassen haben, als die Lippen ordentlich blau angelaufen waren und
die Milchzähne vor lauter Geklapper fast heraus fielen.
Von dem Schwimmbad ging es dann noch die letzten paar Meter auf dem Bruno-Barthel- Weg zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Hier befindet sich auf
der rechten Wegseite eine Streuobstwiese mit so einigen Bienenstöcken. Ganz
besonders nett ist, dass eins der Bienenvölker in einem Bienenschaukasten
wohnt. Hier darf man auf das Privatgelände gehen und den fleißigen Tierchen
bei ihrer Arbeit zusehen.
Die Wanderung über den Weg der Achtsamkeit hat wirklich Spaß gemacht. Es war
alles enthalten, was eine schöne Wanderung in der Sächsischen Schweiz
ausmacht: Aussichten, Felsen, Schluchten, Ruhe.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit
dem Bus R-237 bis
nach Rathewalde.
Auto:
Von Bad Schandau in die Richtung Bastei. Kurz hinter der Hocksteinschenke mit der wirklich komischen Kreuzung erreicht man die Ortschaft Rathewalde. Die einzige Straße in Rathewalde, die nach links abbiegt, fährt man bis zur Kirche. Dort befindet sich der Parkplatz.
Empfohlener Parkplatz:
Rathewalde Ortsmitte
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
2,07 kByte
Dateigröße:
4,15 kByte
Dateigröße:
0,69 kByte
Dateigröße:
6,50 kByte
Dateigröße:
31,71 kByte
Bitte
benachrichtigen sie mich,
wenn sie Schwierigkeiten haben, die Datei in ihr Programm zu laden oder
sie irgendwie fehlerhaft ist.