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Im Buch Heimat- und Naturgeschichte der Sächsischen
Schweiz Band 2 von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de)
habe ich eine Beschreibung des Hundsnasenlabyrinths entdeckt und gerätselt,
warum der Pfad in den Bad Schandau-Karten von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de)
nicht eingezeichnet ist. So etwas muss einfach in der Natur angesehen werden und so geht es auf
eine kleine Erkundungstour. Natürlich ließe sich die Stelle mit einer ganz
kurzen Wanderung erforschen, aber das ist einfach zu langweilig und so liegt
der Startpunkt an dem Parkstreifen vor den Sieben-Brüder-Häusern in
Postelwitz. Das erste Stück der Wanderung führt in Richtung Schmilka auf
dem Bürgersteig, bis auf der linken Seite der gelbe Strich
abbiegt. Bei diesem Weg scheint es sich um einen uralten Wanderweg zu
handeln, denn genau auf der Ecke steht eine dieser Sandsteinsäulen, die in
weit vergangenen Zeiten die damaligen Wanderer leiteten. Der Wanderweg führt
an einem Kneippbecken vorbei und erreicht nach den ersten 40 Höhenmetern die
Zufahrtsstraße von Ostrau. Die Straße wird überquert und auf der
gegenüberliegenden Seite geht es nur noch 20 Meter auf dem markierten
Wanderweg weiter. Dann biegt nach rechts ein Pfad ab, auf dem es weiter in
Richtung der Postelwitzer Steinbrüche geht. Obwohl der Haldenweg in Dr.
Böhms Bad Schandau-Karte nur als ein ganz kleiner Pfad eingezeichnet
ist, kann man ihn in der Natur recht gut erkennen und so geht es sehr
angenehm auf vollkommen gleichbleibender Höhe entlang. Schon auf den ersten
Metern des Haldenweges weist ein Schild des Sächsischen Oberbergamts auf die
Steinschlaggefahr hin. Wenn man sich so im Laufe eines Jahres die ganzen
Steinschläge/Felsstürze der Sächsischen Schweiz ansieht, dann ist es
eigentlich verwunderlich, dass man überhaupt noch in die Natur darf. Das
Sächsische Oberbergamt ist für die alten Steinbrüche zuständig und löst das
Problem des Steinschlages, indem es alle Haldenwege durch nette grüne Schilder
sperrt. Da sich der Pfad auf dem Haldenweg aber ein ganzes Stück von der
eigentlichen Felswand fern hält, sollte die Gefahr eines Steinschlages
ziemlich gering sein.
Auf dem weiteren Weg kann man aber auch noch ein paar Schutzbauten oberhalb
der Häuser entdecken,
die
für nicht nur als Schutz vor einem Steinschlag, sondern auch vor größeren Murmeln geeignet sind.
Eine dieser großen Murmeln kann man am Ortsausgang von Bad
Schandau/Postelwitz im Garten eines Hauses entdecken. Nicht nur die
Schutzeinrichtungen kann man hier auf dem Haldenweg erkennen, sondern auch
noch die einzelnen Zugänge zu den Steinbrüchen, zum Teil stehen auch noch
die Steinbruchnummern dran und die Fundamente einzelner Häuser sind auch noch zu
entdecken. Nach 1 ½ Kilometern erreicht man die Berghütte Zum Guten Bier, an
der es nach links an den nächsten Aufstieg geht. Noch bevor es aber
ernsthaft an den Aufstieg geht, passiert man einen Blick entlang der
Steinbruchwände. Natürlich sind die
senkrechten,
30 Meter hohen Felswände schon etwas ganz Besonderes, wenn man aber überlegt,
wie diese Wände entstanden sind, dann ist es bewundernswert. Die
Steinbrecher haben am unteren Rand die Felswand so tief ausgehöhlt, bis sie
unter ihrer eigenen Last abgebrochen ist. Natürlich haben die Steinbrecher
schon ganz raffinierte Techniken benutzt (Steinsäulen stehen lassen,
Glasscherben oder Holzsäulen als akustische Warnung usw.), aber eine
freistehende 30 Meter hohe Felswand birgt dennoch eine ordentliche Gefahr. Zu der
damaligen Zeit ist der Beruf des Steinbrechers auch eine der gefährlichsten,
aber auch bestbezahlten Arbeitsfelder der Gegend gewesen. Sehr erfreulich
war es, wenn denn bei
einem Unfall tatsächlich ein paar Steinbrecher überlebt haben und genau an so
einen Fall wird an einem der großen Felsen neben der Berghütte gedacht. Die
Inschrift ist: Zur Erinnerung an die glückliche Rettung der 24 Verschütteten
1862, 1912 und 1937. Links und rechts neben der Inschrift waren früher Hakenkreuze,
die aber inzwischen herausgemeißelt und nur
noch grob zu erahnen sind.
Die Wanderung steigt also an den Gute Bier Wänden hoch in Richtung Elbleitenweg. Der Aufstieg hier ist super angenehm zu wandern. Es geht
durch eine langgezogene
Senke
aufwärts, in der man nach ¼ Kilometer den Gutebierborn erreicht. Diese Quelle unterteilt sich in zwei unterschiedliche Gefäße.
Das
erste ist ein Trog aus Sandstein, der einem sofort ins Auge fällt. Der
zweite Behälter ist aus Edelstahl mit einem ordentlich schweren Deckel. Wenn
man den Deckel aufklappt, sieht es darin richtig toll aus. Der Behälter ist blitzeblank sauber und das Wasser darin glasklar. Das geht natürlich
nur, wenn keine Blätter oder Sonstiges reinfallen und darauf sollte man beim
Öffnen unbedingt achten.
Die Wanderung führt weiter durch die Senke bis hoch zum Elbleitenweg. Dieser
breite Forstweg ist mit dem grünen Punkt
gekennzeichnet und wird nach links weiter gewandert. Dieser Weg ist nicht
besonders interessant zu gehen, aber dafür wandert man sehr angenehm auf
ziemlich gleichbleibender Höhe um den südlichsten Ausläufer der
Schrammsteine. Auf der gegenüberliegenden Seite des Ausläufers trifft man
nach ½ Kilometer auf eine große Wanderwegkreuzung, an der in alle
vier Himmelsrichtungen Wanderwege weg gehen. Vollkommen unauffällig führt
gleich hinter den typischen Nationalpark-Informationstafeln der
Hundsnasengrund hinunter.
Der
Abstieg ist wirklich super einfach zu gehen und auch den passenden Weg zu
finden ist sehr leicht. Als ich den Grund hinunter gegangen bin, standen
auf einmal rechts vom Weg zwei Kletterer, die mich fragten, ob ich auch die
Hundsnase suchen würde. Schon ganz schön komisch, wenn man einen Felsen zum
Klettern sucht und ihn nicht findet. Aber vielleicht ist es auch ganz gut,
dass die beiden Kletterer den Felsen nicht gefunden haben, weil dieser
eigentlich ganzjährig für Kletterer gesperrt ist.
Nach ca. 200 Metern erreicht man einen richtig großen Felskessel, der nach
vorne hin zur Elbe weit
geöffnet
ist. Auch wenn es von oben erst mal nicht so aussieht, so fällt schon nach
wenigen schrägen Metern die Felswand über mehrere dutzende Meter senkrecht
ab. Hier sollte man lieber nicht zu sehr an der Kante herumturnen, aber das
ist auch überhaupt nicht notwendig, weil die Ebene des Felskessels wirklich
riesig ist. Auch wenn es zuerst nicht so aussieht, so führt noch ein
weiterer Grund (linker Hand, wenn man von der Kante in Richtung Felsen
schaut) aus dem Felskessel heraus.
Dieser
Aufstieg ist ein bisschen steiler als der Abstieg, aber immer noch ganz gut
zu bewerkstelligen. Auch stehen hier die Felsen ein ganzes Stück näher
beieinander und zwischendurch kann man auch noch einen mächtigen Strudeltopf
entdecken. Genauer gesagt, wandert man mitten durch diese Stelle, an der das
Wasser in weit vergangenen Zeiten am Felsen genagt hat. Der linke Grund hat
eine Länge von weniger als 100 Metern und dann stößt man auf eine Gabelung.
Auf der rechten Seite sind zwei Felsmurmeln in die Schlucht gefallen, die
man zwar noch unterqueren kann, aber dahinter ist der weitere Weg zu
Ende. Deshalb führt die Wanderung weiter nach links durch die schmale
Schlucht. Im Herbst 2011 lag hier ein richtig großes Stück von einer
Bienenwabe. Woher auch immer dieses Stück gekommen ist, es war schon sehr
komisch, in dieser feuchten Schlucht Spuren eines Bienenvolks zu finden.
Am Ende des Schlucht-Ausläufers sollte man sich links halten, um noch zu
einer schönen Aussicht zu gelangen. Blöderweise ist für die nächsten 100
Meter kein richtiger Pfad mehr zu sehen, da der Weg einfach nur in einem
flachen Wald entlang führt. Aber die Richtung ist eine Verlängerung der
Schlucht und verläuft parallel zur Felskante. Nach den besagten 100 Metern
stößt man wieder auf einen Waldweg, der nach links zur Felskante der
Steinbrüche führt. Diese Aussicht ist ein ganz besonderer ruhiger Platz, von
dem man einen schönen Blick auf die Elbe und die Tafelberge der linken
Elbseite hat.
Auf dem Zugang zu der Aussicht geht es wieder zurück bis zum blau markierten
Wanderweg
.
Dieser Wanderwegmarkierung
folgt
man nach links. Das erste Stück verläuft noch in der Horizontalen und bevor
es über so einige Stufen runter in den Lattengrund geht, befindet sich
rechts vom Weg noch eine kleinere Aussicht. Von hier kann man
nett nach links bzw. geradeaus auf den Falkenstein und nach rechts auf den
Torstein blicken.
Der
Weg durch den Lattengrund ist angenehm zu wandern und sieht durch die hohen
Felswände immer wieder
nett aus. Der Lattengrund endet an dem bekannten
Zahnsgrund. Natürlich könnte man jetzt die Wanderung abkürzen und nach links
die Straße ein paar Meter hinunter wandern, um gleich wieder zum
Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen, aber viel schöner ist noch ein
kleiner Abstecher zur Emmabank.
Dazu geht es gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite weiter der
blauen Wanderwegmarkierung hinterher. Nach etwas weniger als 200 Metern
Aufstieg erreicht man eine Wanderwegkreuzung
mit
einem Hinweisschild zur Emmabank/Meergründel nach links. Der Aufstieg ist
relativ angenehm und passiert bald ein paar Wiesen mit Blick auf kleinere
Felsen. Diese Felsen fallen irgendwie besonders auf, da sie ungewöhnlich
klein und rund aussehen und so nett am oberen Rand der Wiese stehen. So
könnten sie auch in irgendeinem Vergnügungspark oder einer Miniaturwelt
stehen.
Am Ende des Meergründels biegt die
Wanderung
nach links ab und es geht auf fast gleichbleibender Höhe zur Emmabank. Die
Emmabank ist keine spektakuläre Aussicht, aber sie erlaubt einen netten
Blick aus dem Zahnsgrund auf die Elbe. Diese Aussicht ist ein ziemlich
beliebter Punkt bei den Gästen der Falkenstein-Klinik, da man den Platz
super angenehm von Ostrau aus erreichen kann. Die meisten Gäste nutzen den
Spaziergang in den Nachmittagsstunden zwischen 14 und 16 Uhr. Den Weg nach
Ostrau geht es entlang. Hier fallen ganz besonders die riesigen Eichen am
Wegesrand auf. Nach einer Strecke von einem Kilometer kreuzt der Wolfsgraben
den Weg und die Wanderung biegt nach rechts in Richtung
Ostrau ab. Eigentlich soll die Wanderung durch den Wolfsgraben herunter führen,
aber es empfiehlt sich, zuerst noch ein paar Meter bis zu den ersten Häusern
weiter zu gehen. Dann erreicht man eine sehr nette Aussicht nach rechts
über die Felder auf die Schrammsteinkette und den Falkenstein.
Nachdem man sich an diesem schönen Blick satt gesehen hat, geht es durch den
besagten Wolfsgraben abwärts. Der Abstieg ist mit dem grünen Punkt
markiert und im Herbst ein bisschen unangenehm zu wandern, wenn reichlich
Blätter auf dem Weg liegen. Vermutlich ist der Weg aber auch im
Winter
mit einer geschlossenen Schneedecke nicht viel besser.
Ungewöhnlicherweise hat der Weg aber sogar eine Straßenbeleuchtung und im
unteren Teil wird das Wandern auch wieder viel angenehmer. Der Wolfsgraben
erreicht das bewohnte Gebiet in Bad Schandau/Postelwitz an der
B172-Engstelle. Die letzten Meter bis zum Ausgangspunkt erfolgen nach links
auf dem Bürgersteig.
Damit ist dann eine nette Wanderung zu Ende gegangen, die mal wieder ein
paar interessante Punkte (Postelwitzer Steinbrüche und Hundsnasengrund)
geboten hat, die nicht so ganz zu den Standard-Wanderungen in der
Sächsischen Schweiz gehören.
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