aspaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen und Hühnerleitern
Klettern
Beschreibung:
Die Wanderung zu den beiden Schrammtoren ist
durch das Buch "Bergpfade & Andere Wege" von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de)
entstanden. Obwohl ich doch schon wahnsinnig häufig durch das Große
Schrammtor gewandert bin, war es mir noch nicht bewusst, dass es auch noch
ein weiteres Schrammtor gibt und so etwas muss sofort untersucht werden. Der
Startpunkt liegt an der Straße zwischen Bad Schandau/Postelwitz und
Schmilka. Hier bietet sich ganz hervorragend als Parkplatz der ehemalige
Campingplatz an. Obwohl der Campingplatz seit dem Hochwasser 2002
verschwunden ist bzw. geschlossen wurde, heißt die Bushaltestelle davor immer
noch (2009) Campingplatz. Von dort geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite
der B172 den Hang hoch.
Der Aufstieg erfolgt bis auf die untere Terrasse
der ehemaligen Postelwitzer Steinbrüche in einem wilden Zickzack.
Gleich an
dem Aufstieg stehen zwei sehr gut gepflegten Hütten und ich vermute, dass
hierin auch der Grund für den blitzeblanken Zickzack-Pfad liegt. Ganz
besonders unterhaltsam fand unsere große Tochter (zu dem Zeitpunkt 7 Jahre)
den Tisch der rechten Hütte. Hier ist an einer schönen Aussicht ein Tisch
mit zwei Bänken um eine Birke gebaut worden. Irgendwie sieht der Baum auch
wirklich so aus, als ob er auf dem Tisch steht.
Die Wanderung führt, von unten kommend, nach links weiter an der zweiten
Bergsteigerhütte vorbei. Eigentlich müsste die Wanderung kurz hinter der
Hütte nach rechts in der Einkerbung weiter den Hang hoch wandern, aber vorher
lohnt sich noch ein ganz kurzer Abstecher weiter auf der Steinbruchterrasse.
Hier sind an einer dicken Felsmurmel gleich zwei
Gedenktafeln zu einem
positiven Ende eines unbeabsichtigten Felssturzes. In dem Postelwitzer
Steinbruch war eine Felswand von 120 Meter Länge und einer Höhe von 40
Metern über Jahre zum Fällen vorbereitet worden. In der Mittagszeit des 25.
Januar 1862 ist diese Felswand ohne erkennbare Vorwarnung eingestürzt und
hat 24 Steinbrecher unter sich begraben. Wenn die Dimensionen (120 m x
40 m) der Felswand auch nur andeutungsweise stimmen, dann ist der Felssturz
des Wartturms nur ein leichtes Husten im Vergleich zu diesem Urknall gewesen. Auch
wenn man es sich kaum vorstellen kann, so sind die 24 Leute alle fast
unbeschadet nach etwas mehr als zwei Tagen aus der entstandenen Felsspalte
befreit worden. Inhalt der Tafel: Zur Erinnerung an die glückliche Rettung
der 24 Verschütteten; 1862; 1912; 1962. Inhalt der Felsinschrift: Zur
Erinnerung an die glückliche Rettung der 24 Verschütteten; 1862; 1912; 1937
(links und rechts der Jahreszahl sind rechteckige Aussparungen, die deutlich
danach aussehen, als wenn hier im Nachhinein ein Hakenkreuz erst
reingeschlagen worden ist und dann wieder entfernt wurde).
Die Wanderung geht durch den schon erwähnten Felseinschnitt nach oben. Am
Anfang kann man noch mal sehr gut an der Felswand des Steinbruchs entlang
sehen und hier dürften die Dimensionen 120 x 40 m schon ganz realistisch
erscheinen. 100 Meter hinter der Felswand gabelt sich der Weg und es
empfiehlt sich, nach links weiter zu wandern. Hier befindet sich der Gutebierborn, der auch wieder durch eine besondere Sauberkeit auffällt.
Vermutlich wird aus dieser Quelle die Wasserversorgung für die beiden
Bergsteigerhütten bewerkstelligt. Nicht nur das steinerne Becken ist sehr
klar, sondern auch das davor befindende Edelstahlbecken mit Deckel ist blitzeblank. Die Wanderung führt durch die leicht ansteigende Senke bis hoch
auf den Elbleitenweg. Hier trifft man auf die erste Wanderwegmarkierung
dieser Runde, den grünen Punkt
.
Der Markierung folgt man nach links, um die südlichen Ausläufer der
Schrammsteine zu umrunden. Nach einer Strecke von etwas mehr als ½
Kilometer erreicht man eine große Wegkreuzung mit einer Informationstafel
zur Sächsischen Schweiz. Hier geht es nach rechts auf der blauen Markierung
,
bis man nach 50 Metern schon das große Schrammtor vor sich sieht. Hier kann
man nach links an der Felswand weiter wandern. Dazu muss man die
Besucherlenkung überwinden, was aber durch den markierten Kletterzugang gar
kein Problem ist.
Dann geht es immer an der Felswand entlang.
Zwischendurch geht es über eine relativ lange Hühnerleiter, die als
Erosionsschutz angelegt worden ist. Das Mittlere Schrammtor ist
vollkommen anders beschaffen als das Große Schrammtor. Hier geht es
tatsächlich ein paar Höhenmeter hoch und man darf auch ein bisschen
klettern. Aber es liegt noch alles im erträglichen Rahmen. Damit sich jeder
vorstellen kann, wie viel geklettert werden muss: Meine 7-jährige Tochter
hat es ohne fremde Hilfe geschafft. Wenn man den
höchsten Punkt des Mittleren Schrammtors erreicht hat, dann bietet sich
eine schöne Aussicht umrahmt mit den Felswänden.
Auf der gegenüberliegenden Seite geht es ein paar Höhenmeter abwärts,
bis man den blau markierten Wanderweg
wieder erreicht hat. Um das Große Schrammtor auch noch zu besichtigen, geht
es nach rechts auf der Wanderwegmarkierung zurück. Man muss nur ein paar Stufen hoch bzw.
dann wieder runter
und schon steht man in der großen Fläche des Schrammtors. An der Felswand
auf der rechten Seite finden sehr häufig Kletterübungen für Anfänger von einem
Kletterveranstalter statt. Nicht immer sieht das besonders
elegant aus, aber bis jetzt haben wir dort immer extrem gut gelaunte
Mitmenschen getroffen. Auf der linken Seite des Großen Schrammtors befinden
sich ein kleinerer Durchgang und ein Felsen, auf dem schon so viele Kinder
ihre ersten Kletterübungen gemacht haben, dass der Felsen deutlichste
Abnutzungserscheinungen zeigt.
Die Wanderung führt auf dem blauen Strich bzw. dann kombiniert mit dem
gelben Strich weiter, bis nach links der gelbe Strich
abbiegt. Kurz bevor die Wanderung in den Zahnsgrund bzw.
ins Elbtal absteigt,
sollte man unbedingt noch einen Abstecher nach links zur Königsnase
unternehmen. Auch an dieser Stelle muss man über eine Besucherlenkung hinweg
klettern und bis zur Felswand vorgehen. Damit erreicht man eine sehr
schöne Aussicht ins Elbtal, auf die Emmabank
und nach Krippen. Nach diesem Genuss für die Augen geht es den besagten
Weg runter und man erreicht die Zufahrtsstraße nach Ostrau.
Diese muss aber
nur überquert werden, um dann auf der gegenüberliegenden Seite gleich weiter
abzusteigen. Ganz kurz bevor man die Häuser von Postelwitz erreicht, bietet
sich auf der linken Wegseite an, in einem neu sanierten Kneippbecken die Füße
zu kühlen oder die Durchblutung anzuregen. Dieses Kneippbecken wird aus der
Quelle Zahnsborn gespeist und auch hier scheint irgendein guter Geist
auf die Sauberkeit zu achten.
Die letzte Etappe der Wanderung geht jetzt noch ein paar Höhenmeter bis auf
die Bundesstraße B172 herunter und dann die ersten paar Meter (etwas mehr
als ½ Kilometer) an der Straße nach links. Dann verlässt die Wanderung
die Straße und biegt nach rechts auf den kombinierten Fuß-/Radweg ab.
Gleich
an mehreren Stellen kann man noch mal ganz hervorragend die Felswände
inklusive der Königsnase auf der linken Seite bestaunen. Der Weg unten an
der Elbe ist ziemlich schön und das einzige Störende sind die Fahrradfahrer,
die von hinten kommen. Wenn man sich aber als Wanderzeit eine ruhigere Zeit
(bezogen auf die Besucherzahlen) aussucht, dann macht auch dieses Teilstück
ziemlich viel Spaß. Nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht man den
ehemaligen Campingplatz und damit einen Weg hoch zur Straße. Was mich stark
überrascht ist, dass die Ruinen des Campingplatzes selbst nach mehr als 7 Jahren
immer noch hier herumstehen. Aber auch dieses dürfte nur noch eine Frage von
kurzer Zeit sein, bis dieser Schandfleck verschwunden ist.
Damit ist eine nette Wanderung zu Ende gegangen, die gleich einige besonders
interessante Stellen mit tollen Aussichten bot.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-252b.
Auto:
Ungefähr einen halben Kilometer auf der B172 hinter dem Ortsausgangsschild von Bad Schandau befindet sich der ehemalige Campingplatz auf der rechten Straßenseite.
Empfohlener Parkplatz:
Postelwitz ehem. Campingplatz
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
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