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Wir
wollten mal wieder einen der ruhigeren Aufstiege auf die Schrammsteine
unternehmen und so ist diese Wanderung entstanden. Der Startpunkt liegt am
Ende des Nassen Grundes, der aber schon nach wenigen Metern (< 100 Meter)
nach rechts verlassen wird. Hier steigt die Wanderwegmarkierung roter Strich
nach rechts über den Butterweg aus dem Tal heraus. Obwohl es 150 Höhenmeter
aufwärts geht, kam es uns relativ angenehm vor. Vielleicht lag das aber auch
nur daran, dass der Aufstieg gleich am Beginn der Wanderung lag. Am Ende des
Butterwegs erreicht man eine breite Forststraße, auf der man nach links
weiter wandert. Komischerweise sind wir diesen Weg schon einige Male
gewandert, haben dort aber noch nie irgend jemand anderes getroffen. Dieser
Forstweg ist nicht mehr markiert und führt geradewegs auf die Wildwiese
drauf zu. Im April 1991 wurde hier offiziell der Nationalpark Sächsische
Schweiz durch den Ministerpräsidenten von Sachsen eröffnet. Gegründet wurde
der Nationalpark ein paar Monate früher, im Oktober 1990, aber Gründung und
Eröffnung scheinen etwas unterschiedliches zu sein. Auf jeden Fall erinnert
ein Gedenkstein an der Wildwiese an die Eröffnung.
Wenn
man von dem Gedenkstein über die Wiese blickt, sieht man die Felsen der
Schrammsteinkette. Der Anblick ist wirklich imposant.
Eigentlich müsste die Wildwiese nur überquert werden, um auf der
gegenüberliegenden Seite nach links weiter zu wandern. Wir haben aber
tatsächlich noch nie jemanden auf dieser Wiese gesehen und deshalb geht es
vor der Wildwiese nach links und dann am Ende der Freifläche nach rechts.
Damit erreicht man den parallel verlaufenden Weg auf der gegenüberliegenden
Wiesenseite und auf diesem geht es nach links weiter. Die Wanderung folgt
jetzt ½ Kilometer der Wanderwegmarkierung grüner Strich
,
die am Fuße der Schrammsteine mit Lehne und Schrammsteine ausgeschildert
ist. Da es aber eigentlich viel zu langweilig ist, mal wieder die Lehne hoch
zu schnauben, verlässt die Wanderung 200 Meter hinter der Wegkreuzung den
grünen Strich. An dieser Stelle biegt die grüne Wanderwegmarkierung nach
links ab und die Wanderung geht geradeaus weiter.
Der Aufstieg durch das Schwarze Loch ist ziemlich einfach zu finden,
da
es zum Anfang einfach nur geradeaus aufwärts geht und dann gibt es keinen
anderen Weg, als auf dem Pfad durch das Schwarze Loch aufzusteigen.
Zwischendurch zeigen ein paar naturbelassene Stufen sehr deutlich, dass man
auf dem richtigen Pfad ist.
Der
Weg durch das Schwarze Loch macht wirklich richtig viel Spaß und ist nicht
mehr oder weniger anstrengend als alle anderen Aufstiege auf die
Schrammsteine. Nur, dass auf diesem Aufstieg kaum andere Wanderer unterwegs
sind. Nach dem Aufstieg erreicht man den Wanderweg mit der blauen Markierung
,
dem nach links gefolgt wird. Dieser Weg ist sehr angenehm zu wandern und es
gibt immer wieder lohnenswerte Aussichten, da man auf einer breiten
Felstrasse entlang wandert. Hier braucht aber keiner Befürchtungen wegen
einem kleinen Anfall von Höhenangst zu haben, da an allen Stellen immer noch
ein Grünstreifen zwischen dem Weg und der Felskante steht.
Nach etwas mehr als ½ Kilometer passiert der markierte Wanderweg eine
besonders auffällige Felsengasse mit hoch aufsteigenden Felsen an den
Seiten.
Dabei
handelt es sich um die obersten Ausläufer der Lorenzwände. Wenige Meter
dahinter sieht man den deutlichen Felseneinschnitt des Wilden Grundes und
eigentlich sollte hier ein Weg wieder vom Felsen hinabführen, aber irgendwie
haben wir hier überhaupt keinen brauchbaren Pfad entdeckt. Deshalb geht es
noch ein paar Meter (ca. 300 Meter) weiter auf der blauen Wegmarkierung, bis
nach links die Affensteinpromenade abbiegt. Hier geht es unmarkiert weiter.
Nach ein paar Metern kann man eine der ehemaligen Boofen an der rechten
Wegseite entdecken. Heutzutage gehört diese Boofe nicht mehr in die Liste
der offiziellen Freiübernachtungsplätze und deshalb ist dieser Platz auch
wieder in Vergessenheit geraten.
Von dem Pfad kann man ganz hervorragend nach links auf den gerade
beschrittenen Weg blicken. Dies geht ganz besonders gut, wenn die Bäume noch
ohne Blätter sind, aber auch im Sommer lässt sich der vollkommen horizontale
Weg so einigermaßen erkennen. In diesem Teilstück ist der Obere
Affensteinweg spitzenmäßig zu wandern, was aber auch noch einige andere
Wanderer immer wieder feststellen und so trifft man häufiger auf
Gegenverkehr. Die Wanderung erreicht bald die Wanderwegmarkierung gelber
Strich
,
der man nach links folgt. Nach ungefähr ¼ Kilometer auf der gelben
Wanderwegmarkierung steigt der Wanderweg von den Felsen hinunter. Der
Abstieg hier heißt Kleiner Dom, sollte aber noch um ein paar Minuten
verschoben werden, da in der Verlängerung des Wanderweges eine ganz
besonders schöne Aussicht erreicht werden kann.
Der
Nationalpark hat genau am Abstieg ein paar Bäume in den weiteren Weg
gefällt, damit auch wirklich jeder mitbekommt, dass man nicht weiter gehen
soll und sich hier der Abstieg befindet. Um aber zur schönen Aussicht am
Domerker zu kommen, geht es über die Absperrung hinweg und nach ein paar
Metern auf einem Pfad erreicht man die schöne Aussicht. Von hier hat man den
gleichen Blickwinkel wie vom Carolafelsen, aber die Besuchermassen sind an
dieser Stelle viel geringer. Der Falkenstein ist hier in einem schönen
Rahmen von den Schrammsteinen und der Hohen Liebe zu sehen.
Für die weitere Wanderung geht es wieder die paar Meter auf dem Pfad zurück,
um dann den Abstieg am Kleinen Dom herunter zu nehmen. Der Weguntergrund ist
schon ziemlich abwechslungsreich. Zum Anfang ist es ein gut gehbarer
Wurzelweg, dann wechselt es auf einen hölzernen Steg mit ein paar
Halteklammern am Felsen und dann kommt noch eine Hühnerleiter/Holzleiter.
Ein paar Meter hinter der Holzleiter kommt eine Felskanzel, die eine sehr
nette Aussicht über das Sandloch rüber zum Falkenstein bietet. An dieser
Stelle wird der Falkenstein eingerahmt von den Felsen des Sandlochwächters
und dem Kleinen Dom.
Nach dieser kleinen, aber überraschenden Aussicht geht es weiter runter ins
Sandloch. Hier fällt es nicht mehr so auf, dass man in einem Grund mit hohen
Felswänden links und rechts wandert. Nach etwas mehr als ½ Kilometer
erreicht man den breiten Zeughausweg, der hier auch noch mit der
Wanderwegmarkierung grüner Punkt markiert ist. Dieser Forstweg wird aber nur
überquert, um dann auf der gegenüberliegenden Seite in den unmarkierten
Jordangrund abzutauchen. Warum auch immer, der Weg durch den Jordangrund ist
immer wieder besonders nett. Vielleicht ist es der dichte Wald, die
Felsmurmel auf dem Weg oder einfach nur der Untergrund, der Jordangrund ist
ein besonders schöner Verbindungsweg zum Nassen Grund.
Nachdem der Weg den Nassen Grund erreicht hat, könnte man noch einen kurzen
Abstecher zu einer ganz besonderen Boofe (so heißen die
Freiübernachtungsplätze in der Sächsischen Schweiz) unternehmen. An der
Kreuzung der drei Wege (Nasser Grund, Jordangrund und Reitsteig) befindet
sich rechts oben die Boofe im Nassen Grund. Zu erreichen ist die Boofe vom
Hang am Reitsteig und von dort geht es an einem der oberen Terrassenpfade
des Nassen Grundes entlang.
Die
Boofe ist deutlich zu sehen und das ganz besondere ist, dass diese Boofe ein
Boofenbuch besitzt. Was für jeden Besucher selbstverständlich sein sollte,
dass man den Platz genauso oder im besseren Zustand verlässt wie man ihn
vorgefunden hat.
Dieses
Boofenbuch liegt zur sicheren Aufbewahrung in einem Kästchen und häufig sind
noch ein paar andere nützliche Dinge (Kerze, Taschentücher, Gummibärchen)
mit drin aufbewahrt. Es macht ziemlich viel Spaß zu lesen, was die Besucher
der Boofe alles Nettes in das Büchlein schreiben. Ganz besonders interessant
fanden wir auch, dass sich immer wieder Kinder mit kleinen Bildern verewigt
haben.
Nach diesem äußerst interessanten Abstecher geht es wieder zurück in den
Nassen Grund. Für die letzten paar Meter der Wanderung wandert man auf dem
gut ausgebauten Forstweg durch den Nassen Grund bis runter zum Ausgangspunkt
der Wanderung. Damit ist eine super schöne Runde beendet, die wirklich alles
zu einer gelungenen Wanderung gehörende enthielt: Es waren ruhige Wege
enthalten, gleich mehrere schöne Aussichten, ein toller Felsengrund, einige
sehr lohnenswerte Ansichten auf Felsen und ein besonderer Höhepunkt durch
die Boofe im Nassen Grund.
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