Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen und Hühnerleitern
Beschreibung:
Hier handelt es sich um den Bericht über eine
geführte Wanderung. Wir genießen es auch immer mal wieder,
an einer geführten Wanderung von einem der offiziellen Nationalparkführer
teilzunehmen. Alle angebotenen Führungen in der Region Sächsische Schweiz
sind auf der Webseite des Nationalparks (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de)
gut übersichtlich aufgelistet und so sind wir auf die folgende Wanderung
gestoßen:
Die Stillen Seiten der Sächsischen Schweiz
Die Affensteine
Tagestour über ca. 20 km und bis zu 500 Höhenmeter -
Anmeldung bis zum Vorabend erbeten! -
Treffpunkt: Bad Schandau, Markt
Information: (Telefonnummer);
www.auf-touren.de
Nationalparkführer: Ralf Schmädicke
Preis: Erwachsene 11 € , Kinder bis 12 J. 3 € (siehe
http://www.auf-touren.de/preise)
Zeit: Dienstag 20.7.2010 (10:00)
Ort: Bad Schandau, Markt (D)
Da meine Frau keine Lust zu der Wanderlänge hatte, habe ich nur mich am
Vorabend telefonisch angemeldet und Herr Schmädicke meinte dabei, dass
mit zwei Teilnehmern die Runde stattfindet und ich der zweite wäre. Also auf zum Startpunkt.
Der zweite Teilnehmer der Wanderung war ein Student im Urlaub und so hatte
sich die Wandergruppe schnell am Start auf dem Bad Schandauer Marktplatz
zusammen gefunden. Das erste Ziel der Wanderung ist die Ostrauer Ebene
und so geht es quer über den Marktplatz rüber zur Kirchstraße, dann ein
kurzes Stückchen auf der Kirnitzschtalstraße bis zur ersten Brücke über die
Kirnitzsch. Hier wird der Stadtpark nur durchquert, um dann an der
gegenüberliegenden Hangseite den Aufstieg nach Ostrau zu starten. Dieser
sehr versteckte Aufstieg zwischen den Häusern ist zwar beschildert, wird
aber nur ziemlich selten von Wanderern benutzt. Nach den ersten
paar Aufstiegsmetern passiert man eine große Gedenktafel an Martin
Luther und es geht relativ angenehm über ein paar Stufen aufwärts. Schon
bald ist man an der oberen Station des Aufzuges angekommen. Netterweise kann
man die Zugangsbrücke zum Aufzug für die erste Rast mit einer schönen
Aussicht auf Bad Schandau benutzen.
An dem Aufzug befindet sich ein
neu saniertes Freigehege für eine Luchsfamilie.
Als wir dort oben
vorbeigekommen sind, hatte sich einer der Luchse auf einem Baum in
luftiger Höhe niedergelassen. Irgendwie machte das einen ziemlich komischen
Eindruck, da es eigentlich so aussah, als ob der Luchs aus dieser Position
ohne ein Problem aus seinem Gehege ausbrechen könnte. Vielleicht wäre dann
wieder ein nachweisbarer Luchs im Nationalpark unterwegs.
Die Wanderung führt weiter bergauf, bis nach einem kurzen Aufstiegsstück
das bewohnte Gebiet von Ostrau erreicht wird. Weiter geht es an der
vorderen Kante mit den Schweizer-Häusern von Rudolf Sendig vorbei. Sehr nett
ist eine kleine Informationstafel (www.rudolf-sendig.de),
die die Entstehung der Häuser erklärt. Hier kann man auch noch deutlich
sehen, dass die Hänge runter ins Elbetal zu der Bauzeit (1903) unbewaldet
waren. So hatten damals die Bewohner eine viel tollere Aussicht als
heutzutage. Die Wanderung stößt am Ende der Villen bzw. des Ostrauer Rings
auf die Wanderwegmarkierung grüner Punkt
,
der es in Richtung Schrammsteinbaude bzw. Falkenstein hinterher
geht. Am Ende von Ostrau müssen ein paar Meter über die asphaltierte
Zufahrtsstraße gewandert werden, um nach 300 Metern nach rechts abzubiegen.
Dafür, dass man auf der Straße wandern muss, hat man aber als
Entschädigung eine schöne Aussicht rüber auf den Falkenstein und die
Schrammsteine.
Nachdem man die Fahrstraße verlassen hat, geht es weiter auf der
Wanderwegmarkierung, die dann auch bald in den Zahnsgrund absteigt. Dadurch,
dass die Sandsteinfelsen sehr häufig von dem Hauptgrund noch verästelte
Nebengründe bilden, kann man schön leicht absteigen und gleich auf der
gegenüberliegenden Talseite weiter wandern. Beide Ab- bzw. Aufstiege sind
relativ enge Schluchten und so ist der Weg sehr schön abwechslungsreich. Auf
der Fahrstraße im Zahnsgrund muss man ein Ministück von 100 Metern vor der Schrammsteinbaude (www.schrammsteinbaude.de) auf der Straße wandern, um dann in den Schießgrund
abzubiegen. Der Wanderweg ist immer noch mit dem grünen Punkt markiert.
Im Schießgrund hat Herr Schmädicke sehr gut verständlich den Umbau des
Waldes in der Sächsischen Schweiz erklärt. So lagen und standen doch so
einige standortfremde Pflanzen bzw. Bäume in dem Grund, die mit den Jahren
durch heimische Bäume (meistens wird von Tannen gesprochen) ersetzt werden
sollen. Sehr schön war auch die Gegenüberstellung der beiden Nadelbaumarten
Fichte und Tanne. Damit sollte wirklich jeder Teilnehmer einer Wanderung mit
Herrn Schmädicke eine Tanne im Wald erkennen.
Am oberen Teil des
Schießgrundes verlässt man für einen kurzen Schlenker den markierten Wanderweg
und wandert einmal um den Falkenstein herum. Auch wenn der
Falkenstein für Wanderer eigentlich ein ziemlich uninteressanter Felsen ist
(man kommt einfach ohne richtiges Klettern nicht hoch), so haben wir doch
mindestens etwas über Raubschlösser und die Sächsischen Kletterregeln
gelernt.
Nach der kompletten Umrundung des Falkensteins geht es dann wieder auf den markierten
Wanderweg zurück und weiter in Richtung Schrammsteine. Die
Wanderung soll aber zu den Affensteinen führen und deshalb geht es an der
nördlichen Seite der Schrammsteine auf der gelben Wanderwegmarkierung
weiter. Dieses sehr gemütlichen Teilstück wandert man bis kurz in das
Sandloch und hier haben wir erst mal eine kleine Rast eingelegt,
um uns für den Aufstieg zu stärken. Hier hat uns Herr Schmädicke sehr
anschaulich die unterschiedlichen Wanderkarten der Sächsischen Schweiz
erklärt. Es ist schon sehr interessant, wie sich die Wanderkarten mit den
zeitlichen Gegebenheiten ändern. So waren in den DDR-Zeiten die Bereiche
hinter der Grenze unkenntlich, dafür gibt es heutzutage Bereiche, die auf
einmal überhaupt keine Wege mehr enthalten. Zumindest sieht es so auf
offiziellen Wanderkarten aus.
Nach dieser kleinen Rast geht es an den Aufstieg beim Kleinen Dom.
Netterweise ist dieser Aufstieg ziemlich abwechslungsreich und auf halber
Strecke befindet sich sogar noch eine schöne Felskanzel mit einer netten
Aussicht. Hinter der Aussicht müssen unterschiedlichste Aufstiegsvarianten
(Treppe, Hühnerleiter, Leiter) bewerkstelligt werden, die aber normalerweise kein
zu großes Problem sein sollten. Dann erreicht die Wanderung den Oberen
Affensteinweg, der nach links weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung
verfolgt wird. Nach einem Kilometer verlässt seltsamerweise die gelbe
Wanderwegmarkierung die Obere Affensteinpromenade, die Wanderung führt aber
weiter auf dem breiten Felsband, bis die Wilde Hölle und der Carolafelsen
(nach etwas weniger als einem Kilometer) ausgeschildert sind. Hier geht es
über einen ziemlich unebenen Weg nach rechts hoch zum Carolafelsen. Dieser
Aussichtspunkt ist verhältnismäßig beliebt bei Wanderern, aber durch seine
Größe steht man sich nicht im Wege. Ganz besonders schön an der Aussicht
ist, dass der Falkenstein und der Lilienstein in einer Linie hintereinander
stehen. Auf der linken Bildseite befinden sich die Schrammsteine und der
komplett bewaldete Berg auf der rechten Seite ist die Hohe Liebe.
Die weitere Wanderung führt jetzt natürlich wieder zurück auf den Weg
(wer
will schon auf der Aussicht übernachten) und dann den Aufstieg nach rechts
bis zur nächsten Kreuzung. Ab hier ist die Wanderung auch mal wieder für ein
Stückchen von ½ Kilometer mit der Wanderwegmarkierung blauer Strich
gekennzeichnet. Dann geht es nach links in die ausgeschilderte Richtung
Idagrotte/Frienstein. Der Frienstein ist eigentlich ein relativ langweiliger
Felsen, aber durch die Idagrotte wird er doch relativ häufig angesteuert.
Die Idagrotte ist für die Sächsische Schweiz schon eine große Höhle und mit
einer sehr netten Aussicht ausgestattet. Was aber ganz besonders an diesem
Platz ist, ist der Zugang um den Felsen herum. Man muss, um in die Höhle zu
kommen, auf einem schmalen Felsband (ca. 1 Meter breit) den Felsen umrunden.
Eigentlich ist das nicht besonders schwierig,
da man normalerweise auch
nicht vom Bürgersteig fällt, aber irgendwie freut man sich angesichts des
Abgrundes doch über die Eisenbänder am Felsen, die psychischen Halt geben. Obwohl ich die gesamte Wanderstrecke bis hierhin schon
kannte, war eine sehr interessante Frage des Mitwanderers, woher der Name
Affensteine kommt. Das war eine sehr gute Frage und an der Idagrotte
befindet sich eine Möglichkeit zur Erklärung. Herr Schmädicke zeigte uns
einen Felsen oberhalb der Idagrotte, der tatsächlich ziemlich deutlich nach
einem Affenkopf aussah. Na bitte, wieder was gelernt.
Die Wanderung geht von der Idagrotte wieder bis zur Oberen
Affensteinpromenade zurück und hier wandert man auf der Wanderwegmarkierung
grüner Strich
nach rechts weiter. Der Weguntergrund wird schon an einigen Stellen ziemlich
uneben und man muss mehrmals mit größeren Schritten einen Höhenunterschied
überwinden. Dafür sind auf dem Pfad nur noch selten andere Wanderer
unterwegs und man kann den Weg bis zum Kleinen Winterberg genießen. Ab dem
Kleinen Winterberg ist der weitere Wanderweg mit dem roten Punkt
gekennzeichnet und es geht nur ganz leicht ansteigend weiter. Auf der
östlichen Seite des Kleinen Winterbergs fällt zwischendurch der
Weguntergrund auf. Hier ist der breite Waldweg mit großen Sandsteinplatten
ausgelegt, die noch in einem ganz hervorragend Zustand sind. Ab dem Kleinen
Winterberg ist der Wanderweg wirklich sehr angenehm zu gehen und man
erreicht die Kreuzung mit dem Reitsteig.
Hier ist seit ein paar Jahren etwas ziemlich komisches zu beobachten. Wenn
man nach rechts vorne blickt, dann steht dort eine Vielzahl an abgestorbenen
Fichten. In jedem normalen Wald würden solche Borkenkäferbäume so schnell wie
möglich entfernt, aber im Nationalpark bleiben sie stehen. Die Aussage
des Nationalparks ist bei diesem Fleck: "Natur Natur sein lassen".
Seltsamerweise ist das Verhalten nicht ganz so schlüssig, da ein
ähnlicher Schädlingsbefall beim Hinteren Raubschloss (Winterstein) gleich
neben dem Kernzonenschild entfernt wurde. Zumindest mir erschließt sich das
Verhalten nicht.
Die Wanderung geht weiter nach links auf der roten Wanderwegmarkierung in
die Richtung des Großen Winterbergs. Die Wanderung führt aber nicht auf
den großen Winterberg hoch (die Anzahl der Höhenmeter reicht für diese
Wanderung), sondern an der auffälligen Sandsteinsäule in 700 Meter
Entfernung geht es nach rechts
auf dem breiten Forstweg weiter. Dieser Weg ist unmarkiert und führt auf
gleichbleibender Höhe um den großen Winterberg herum. Nach etwas mehr als
einem Kilometer erreicht man den Abzweig nach rechts zur fantastischen
Kipphornaussicht. Auch wenn die Wanderung sich jetzt schon eine ganze Weile
hinzieht, so sollte man diese letzte tolle Aussicht nicht auslassen. Sie
ermöglicht wirklich einen schönen Blick ins Elbtal.
Nach diesem letzten Höhepunkt der Wanderung geht es an den Abstieg nach
Schmilka. Ohne dass man es besonders gemerkt hat, sind die letzten paar
Meter vor dem Zugang zum Aussichtspunkt schon über die Zufahrt zum Großen
Winterberg erfolgt. Genau auf dieser Straße geht es jetzt ein Stück
(ungefähr 1 ¼ Kilometer) auf der gelben Wanderwegmarkierung
abwärts. Auch wenn die Straße zwischendurch geteert ist, so sind hier
ziemlich wenige Fahrzeuge unterwegs. Normalerweise dürfen hier
nur Nationalparkfahrzeuge und die Wirte der Gaststätte fahren. Damit es
keine zu langweilige Wanderung wird, folgt man der Wanderwegmarkierung und
es geht in einem kleinen Bogen parallel zur Grenze und dann oberhalb der
Elbe entlang. Zwischendurch passiert man auf dem Weg noch eine nette
Aussicht runter auf Schmilka und die Elbe. Auf dem markierten Wanderweg
erreicht man dann bald die ersten Häuser von Schmilka.
Die letzten
Höhenmeter werden auf der Straße durch Schmilka bewerkstelligt und dann wird
der Endpunkt am Parkplatz in der Mitte von Schmilka erreicht. Um wieder zum
Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen, bietet sich die kleine Elbefähre
oder der Linienbus an.
Die Wanderung mit Herrn Schmädicke und dem anderen Mitwanderer hat reichlich
Spaß gemacht. Ich habe selber noch einiges über den Waldumbau in der
Sächsischen Schweiz gelernt und außerdem fand ich die Wahl der Wanderstrecke
ganz hervorragend.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Vom Bahnhof sind es
aber noch mal 2,5 Kilometer mehr bis zum Startpunkt, oder man benutzt die
kleine Fähre.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Nach ungefähr einem Kilometer auf der rechten Elbeseite, kommt links das Nationalparkhaus und auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der ausgeschilderte Parkplatz.
Empfohlener Parkplatz:
Bad Schandau Elbe
GPS Daten:
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