Die Kinder mussten mal aus der warmen Stube
herausgelockt werden und da dachten sich die Eltern, dass eine Wanderung
durch den winterlichen Kohlichtgrund das Richtige wäre. Wir kennen kein
anderes Tal in der Sächsischen Schweiz, das im Winter mit mehr Eiszapfen und
Eiswänden geschmückt wird. Damit auch eine einigermaßen brauchbare Wanderung
daraus wurde, haben wir den Startpunkt ans Freibad von Goßdorf gelegt. Hier
sind eigentlich reichlich Parkplätze vorhanden, aber bei übermäßigem
Schneefall muss man manchmal doch kreativ bei der Parkplatzsuche werden. Im
Ort selber sind auch mehrere einzelne Parkplätze,
die
zwar auf zwei Stunden begrenzt sind, für diese Wanderung aber auch
ausreichen sollten. Vom zugefrorenen Schwimmbad geht es durch einen
Bauernhof in den Ort hinein bis zur Bergstraße. Dieser Straße folgt man nach
rechts bergabwärts. Im unteren Teil von Goßdorf sind links und rechts von
der Straße mehrere eingezäunte Wiesen zu sehen, die unsere beiden Mädels zum
Rätseln gebracht haben. Irgendwie konnten sie sich bei diesen
schneebedeckten Hängen kein Tier vorstellen, die hier grasen könnte. Für die
meisten Tiere dürfte das Gefälle zu groß sein und so haben wir uns auf
Ziegen geeinigt. Wir werden im Sommer mal nachsehen, ob wir richtig getippt
haben.
Am unteren Dorfende befindet sich auf der rechten Straßenseite ein kleiner
Granitsteinbruch, der, wie die meisten Granitsteinbrüche der Sächsischen
Schweiz, der Versorgung der Ortschaft mit hartem Gestein diente. Eigentlich
ist die Bergstraße eine offizielle Straße, die die Ortschaften Goßdorf und
Kohlmühle verbindet. Im Sommer wird die Straße auch von einigen Autofahrern
benutzt. Da die Straße aber nur vom Schnee und nicht vom Eis geräumt wird,
benutzen im Winter nur ganz wenige verwegene Autofahrer diese Ministraße.
Auch ist die Straße so schmal, dass ein entgegenkommendes Fahrzeug eine
richtige Herausforderung darstellt. Wenn dann im Winter noch Schneehaufen an
den Rändern liegen, ist das besonders unangenehm.
Dadurch
kann man als Wanderer aber recht gut über die Straße in Richtung Kohlmühle
hinunter wandern. Als wir die Strecke bergabwärts unterwegs waren, war die
Straße übelste Sorte glatt und wir konnten sehr gut das Hinweisschild mit
der Schneekette verstehen. Vermutlich ist die Bergstraße bzw. im unteren
Teil heißt die Straße Am Kohlichtgraben die einzige Straße der gesamten
Sächsischen Schweiz mit Schneekettenpflicht. Zumindest ist uns bis heute
nirgendwo anders das blaue Schild mit der Schneekette begegnet. Zwei weitere
Schilder aus diesem Bereich sind "Eingeschränkter Winterdienst nur Räumung
keine Steuung" und "Radrundweg Hohnstein; Achtung Kurven; Starkes Gefälle".
Stimmt, wer die Straße mit dem Fahrrad hinunterfährt, der sollte die Bremsen
gut im Griff haben.
Nach einer Strecke von etwas mehr als ½ Kilometer überquert die Straße den
Bach und erreicht damit gleich zwei Hinweisschilder. Das eine ist eine alte
Sandsteinsäule, die auf Waitzdorf und Hohnstein hinweist und das andere ist
ein typisches Wanderweghinweisschild. Hier geht es auf der gelben
Wanderwegmarkierung
in Richtung Grundmühle durch den Kohlichtgraben.
Der
Kohlichtgraben ist ein enger Grund, über dessen Felswände von allen Seiten
Wasser herunterläuft. Im Sommer fällt einem das beim Durchwandern überhaupt
nicht auf, aber im Winter gefriert das Wasser an den Felswänden und bildet
einen besonderen Anblick.
So
entstehen bei tiefen Temperaturen mal vereinzelte Eiszapfen, die mehr als 2
Meter lang sind, an anderen Stellen wird die gesamte Felswand von einer
Eisschicht überdeckt. Was im Kohlichtgraben auch noch ganz lustig ist, sind
die vielen kleinen Brücken, die über das Bächlein führen. Netterweise sind
diese in den letzten Jahren wieder neu hergerichtet worden. Vorher musste
man häufig mit einem Sprung den Kohlichtbach überqueren, was im Winter schon
zu ganz interessanten Figuren führen konnte.
Insgesamt führt der Kohlichtgraben einen ¾ Kilometer aufwärts. Dann gabelt
sich der Weg und die Wanderung biegt nach rechts ab. Angeblich soll dieser
Weg auch noch Kohlichtgraben heißen, aber irgendwie wirkt das Tal jetzt ganz
anders als der Grund vorher.
Im
Sommer ist der Weg sehr angenehm zu wandern, aber im Winter, wenn man nach
ordentlichem Schneefall als erster auf diesem Waldweg unterwegs ist, hat man
schon mal ein bisschen mehr zu kämpfen und der Aufwärtsweg ist, besonders
für Kinder, ordentlich anstrengend. Das Tal sieht zwar sehr nett aus, zieht
sich aber unter den Bedingungen schon ziemlich hin und kann für die
mitwandernden Zwerge etwas langweilig sein. Da hier aber nur sehr selten
andere Wanderer unterwegs sind, kann man dafür überraschend viele Wildspuren
im Schnee und manchmal sogar die passenden Tiere dazu am Waldrand entdecken.
Insgesamt geht es einen Kilometer durch den oberen Kohlichtgraben, bis man
die Zufahrtsstraße von Goßdorf erreicht. An dieser Straße wird der markierte
Wanderweg verlassen und es geht ein paar hundert Meter nach rechts in
Richtung Goßdorf.
Die
Straße steigt leicht an und macht zwischendurch eine Spitzkehre. Wenn man
sich hier umdreht, dann kann man den Waitzdorfer Berg sehen. Da wir zu
dieser Miniwanderung erst relativ spät aufgebrochen waren, wurde der
Waitzdorfer Berg in der Abendsonne von hinten rot angeleuchtet. Nachdem wir
noch ein paar Meter weiter aufwärts
gewandert
waren, erreichten wir den Viehweg, der nach rechts von der Straße wegführt.
Als wir hier auf der Höhe über den Feldweg gingen, leuchtete der Himmel noch
viel mehr und wir standen staunend auf dem Feld. Selbst die dauernd
quasselnden Kinder konnten mal den Schnabel halten. Auf dem Viehweg wandert
man 300 Meter,
bis
man auf der linken Seite die wie an einer Perlenschnur aufgereihten Hütten
der landwirtschaftlichen Geräteausstellung erreicht. Hier geht es abwärts
und man sollte auf jeden Fall den einzelnen Stationen immer mal wieder einen
Blick gönnen. Es ist selbst für die "Mittelalten" schon sehr interessant,
welche Gerätschaften früher in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Am Ende
der 8 Ausstellungshütten ist auch der Ausgangspunkt der Wanderung erreicht.
Diese Wanderung ist eine nette kleine Winterrunde, die ein ganz besonderes
eisiges Tal bietet. Was die Wanderung leider abwertet, ist der relativ
langweilige Weg durch den oberen Kohlichtgraben und die 400 Meter über die
Fahrstraße.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit
dem Bus R-236 oder
Bus R-237.
Auto:
Aus Bad Schandau kommend vor der Elbebrücke nach rechts in die Richtung Hohnstein. Man passiert Porschdorf und an der abknickenden Vorfahrtsstraße geht es weiter in die Richtung Hohnstein. Das Tal des Tiefen Grundes fährt man ungefähr 3 Kilometer, bis nach rechts die Ortschaften Waitzdorf und Goßdorf ausgeschildert sind. Hier geht es teil aus dem Grund heraus und nach 2 Kilometern erreicht man den Ortsrand von Goßdorf. Der Parkplatz liegt rechts am Ortsrand.
Empfohlener Parkplatz:
Goßdorf Freibad
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
0,86 kByte
Dateigröße:
2,28 kByte
Dateigröße:
0,48 kByte
Dateigröße:
2,73 kByte
Dateigröße:
13,59 kByte
Bitte
benachrichtigen sie mich,
wenn sie Schwierigkeiten haben, die Datei in ihr Programm zu laden oder
sie irgendwie fehlerhaft ist.