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Die
Entstehung dieser Wanderung beruht darauf, dass mich ein Leser unserer
Webseite fragte, ob wir denn die gigantischen Schluchten unterhalb von
Mittelndorf kennen würden. Er hätte in dem Wust an Wanderungen noch nichts
Passendes gefunden. Schluchten bei Mittelndorf waren uns tatsächlich nicht
bekannt. Bisher waren uns schon mehrmals die Schluchten
zwischen Lichtenhain und Ottendorf begegnet, aber sollte gleich vor unserer
Haustüre auch so etwas zu finden sein? So musste gleich mal eine
kleine Erkundungstour unternommen werden.
Der Startpunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz östlich von Mittelndorf.
Von hier geht es in die einzige sinnvolle Richtung zu den Affensteinen.
Schon auf den ersten paar Metern über das Feld hat man ein wunderbares
Panorama, das mit fortschreitender Wanderung immer besser wird. Die
ersten paar Meter von dem Parkplatz weg sind noch unmarkiert, aber dann
stößt die Wanderwegmarkierung grüner Strich
dazu. Auf der linken Seite passiert man den Birkenberg, der am Waldrand
einen richtig netten Rastplatz besitzt.

Wer keine Lust hat, die paar
Höhenmeter bis zu der Aussicht hoch zu steigen, dem bieten einige Bänke am
Wegesrand eine nette Rastmöglichkeit an. Je weiter man sich von der Straße
entfernt, desto ruhiger wird die Wanderung. Deshalb ist es auch
überhaupt kein Wunder, dass hier ganz vereinzelt ein paar kleine Wochenendhäuser
stehen. Von manchen sieht man gerade mal das Dach hinter einem Hügel
hervorragen, andere wollen nicht nur einen ruhigen Platz, sondern auch
noch eine gute Aussicht auf die Felsen der Affensteine genießen. Von diesen
Häusern findet man einige auf dem Weg zum Kirnitzschtal.
Nachdem die Wanderung auf dem grün markierten Wanderweg den Waldrand
erreicht hat, geht es unmarkiert weiter. Dazu muss man an dieser
unauffälligen Kreuzung den passenden Weg finden. Wenn das mit dem Zählen
richtig geklappt hat, dann treffen hier fünf Waldwege aufeinander und die
Wanderung geht nach rechts vorne auf dem einzigen Weg mit deutlich
sichtbaren Fahrspuren weiter.
Schon nach wenigen Metern verlässt der
Wanderweg den Wald wieder und man erreicht eine Wiesenfläche mit
dem Namen "Das Schaar". Nachdem man ein Stück (ca. 200 Meter)
gewandert ist, erreicht man in der Mitte der Wiese ein einzelnes Haus.
Ungefähr 10 Meter vor der Hecke des Grundstückes biegt nach rechts ein Weg
ab. Vollkommen unauffällig führt in der Verlängerung des Feldweges die
Wanderung in den Wald hinein. Neben dem Zugang in den Wald befindet sich ein
Schild mit folgendem Inhalt:
"Kroatenschlucht
Von den Schaarwiesen kann man in die Kroatenschlucht gelangen, die ins
Kirnitzschtal führt.
Der Überlieferung nach sollen sich im Dreißigjährigen Krieg, in dem
Mittelndorf zweimal von Kroaten verwüstet wurde, hier kaiserliche Kroaten
aufgehalten haben. Aber auch im Siebenjährigen Krieg 1756 - 1763 waren
österreichische Kroaten in hiesiger Gegend, so dass der Name auch auf diese
zurückgehen kann."
Die Wanderung führt über einen Schlenker in die Schlucht hinunter. Dabei
passiert man noch ein ganz einsam im Wald stehendes Haus. Besonders
auffällig bei diesem Haus ist der Waschplatz an dem Bachlauf. Was auch
immer hier gewaschen wird, ob es nur Füße sind oder auch Geschirr,
auf jeden Fall
hat sich an der Stelle jemand viel Mühe gegeben, einen bequemen Platz
herzurichten. Ein paar Meter unterhalb der Hütte befindet sich ein Teich.
Obwohl ich schon so einige Male durch das Kirnitzschtal gefahren und gewandert
bin, habe ich zwar schon häufig gesehen, dass hier eine Zufahrt ist, aber
dass sich gleich neben der Zufahrt auch noch ein richtiger Teich befindet,
ist mir erst auf dieser Wanderung aufgefallen.
Gleich an dem Teich, noch bevor man die Kirnitzschtalstraße
erreicht, geht es nach rechts. Dieser Waldweg steigt wirklich sehr angenehm an und
nach ein paar hundert Metern umrundet man den vollkommen unauffälligen Kirnitzschberg. Eigentlich sollte die Wanderung genau nach diesem Berg
benannt werden, aber praktisch ist der Kirnitzschberg so unsichtbar, dass
man meinen könnte, die Kartenmaler haben einen Schattenberg eingezeichnet.
Aber gleich auf mehreren Wegweisern wird der Pfad am Hang entlang Kirnitzschbergweg genannt und so gehe ich mal davon aus, dass der Hügel
oberhalb des Pfades der Berg sein muss. Nachdem die Wanderung den
Kirnitzschberg umrundet hat, erreicht man nach einem Kilometer eine sehr
ungewöhnliche Wanderwegmarkierung
:
Ein diagonal geteiltes Quadrat, dessen linksuntere Hälfte weiß und rechtsobere
Hälfte rot ist. Solch eine
Markierung gibt es sonst normalerweise in der Sächsischen Schweiz nicht,
aber hier hat sich anscheinend jemand aus Mittelndorf viel Mühe für eine
ordentliche Wanderwegmarkierung gegeben. Nicht nur, dass man
Markierungen am Kirnitzschbergweg finden kann, mindestens zwei
besonders nett gestaltete Hinweisschilder sind ebenfalls zu entdecken. Nach
dem besagten Kilometer biegt der breitere Weg verführerisch nach rechts ab,
für die weitere Wanderung sollte man aber eher nach links dem Pfad weiter
folgen. An diesem abzweigendem Neuweg hängt auch eins der schönen Schilder,
aber leider sieht man es viel besser, wenn man aus der anderen Richtung des
breiten Weges kommt. Laut dem Höhenprofil der Wanderung geht es noch ein
paar Meter auf und ab, aber so richtig aufgefallen sind mir die Höhenmeter
überhaupt nicht.
Viel einfacher sind dagegen die gigantischen
Granitschluchten zu sehen. Es ist wirklich komisch, dass eine Schlucht im
Granit ganz anders aussieht als im Sandstein. Eine Sandsteinschlucht hat
entweder einen relativ flach abfallenden Hang oder es stehen wirklich senkrechte Felswände am
Rande der Schlucht. In einer Granitschlucht, zumindest am Rande der Lausitzer Verschiebung, sind die Schluchten relativ lang und mit solch einer
Hangneigung, dass man ganz sicher nicht versucht, sie zu Fuß zu absolvieren.
Solch eine Schlucht zu durchqueren dürfte in die eine Richtung immer
schneller werden und der gegenüberliegende Aufstieg ist entweder ein
gigantisches Geschnaufe oder es klappt überhaupt nicht. Irgendwie kann ich
es mir kaum vorstellen, dass die armseligen kleinen Rinnsale, die man dort
vorfindet, irgendwann mal diese Furchen in die Landschaft gefräst
haben.
Nach ½ Kilometer erreicht man den nächsten schönen Wegweiser.
In
dieses Schild ist ein Meisenkasten integriert, der im Frühjahr 2010
tatsächlich auch bewohnt war. Das Hinweisschild steht an einer Kreuzung mit
drei Wegen. Leicht irreführend ist, dass der linke Pfeil mehr in die Richtung
des Feldes zeigt und nicht auf den Hangweg, den man aber weiter wandern
sollte. Nachdem man ein paar Meter auf dem Hangweg weiter gewandert ist,
trifft man auch wieder auf die rot-weiße Wanderwegmarkierung. ¼
Kilometer hinter dem liebevoll gestalteten Schild erreicht man die nächste
Granitschlucht und
noch ein paar Meter weiter kann man rechts des Weges sehr
deutlich die Granitfelsen sehen. Auf der gesamten Wanderung sieht man auch
viel mehr von dem für Granituntergrund typischen Buchenwald als von dem in
der Sächsischen Schweiz noch häufigen langweiligen Fichtenwald.
Die Wanderung biegt bald nach rechts (Richtung Norden) ab und führt parallel
zum Mittelndorfer Dorfbach entlang. Hier kann man gleich an mehreren Stellen
neben dem Weg kleinere Steinbrüche entdecken, an denen Granit abgebaut wurde. Ziemlich überraschend ist, dass man auf einmal neben einem
Wohnhaus auf der Mühlbergstraße in Mittelndorf herauskommt. Hier biegt man nach rechts ab
und hält sich dann am Dorfrand.
Schon nach wenigen Metern erreicht man
den Panoramablick und damit den kleinen aber feinen Campingplatz „Kleine
Bergoase“ (www.panorama-camping.de)
von Mittelndorf. Die letzten paar Meter werden wieder auf der bekannten
Wanderwegmarkierung grüner Strich
absolviert. Auf den ersten paar Metern hinter dem Dorf hat man noch mal die
Chance, das Panorama der Schrammsteine und Affensteine zu genießen,
dann fällt der Weg leicht ab und die Sicht wird von einigen Bäumen
behindert. Nach ½ Kilometer erreicht die Wanderung wieder den
bekannten Zugang auf der linken Seite zum Parkplatz Birkenberg. Wenn man die
paar Meter hoch gewandert ist, sollte man sich unbedingt noch mal herumdrehen
und das sehr schöne Panorama genießen.
Damit ist eine sehr interessante und auch ruhige Wanderung zu Ende gegangen.
Ich bin immer wieder überrascht, dass mich nette Leser der Internetseiten
auf Stellen aufmerksam machen, die wir nicht kennen. Ganz komisch ist, wenn
solche Stellen so wenige Meter neben unserem "zweiten Zuhause" liegen.
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