Wenn es mal wieder in der Sächsischen Schweiz
richtig schön kalt ist, dann gibt es mehrere Schluchten oder Täler, die durch
ganz besonders viele Eiszapfen auffallen. Einer der Gräben mit besonders
auffälligen Eiszapfen ist der Kohlichtgraben oberhalb von Kohlmühle. Genau
dorthin soll diese Wanderung führen. Der Startpunkt liegt in Goßdorf am
Freibad. Die Schutzhütten für die historischen Landmaschinen oberhalb des
Parkplatzes bzw. des Freibades werden am Ende der Wanderung passiert und
deshalb kann die Wanderung gleich in die Richtung der Ortschaft starten. Da
ich für diese Wanderung den Winter als beste Wanderzeit empfehle, macht das
Freibad natürlich einen ziemlich traurigen Eindruck. Im Sommer herrscht hier
bestimmt richtig gute Stimmung. Der Weg führt durch ein ehemaliges
Gehöft und erreicht nach wenigen Metern die Dorfstraße (Bergstraße). Dieser
Straße folgt man bergabwärts, bis nach ungefähr ¼ Kilometer nach links
die kleine Straße Butterlecke abbiegt.
Die Straße führt leicht ansteigend
bis zum Zugang des Hankehübels. Auch wenn der Hankehübel vom Ortsrand
Goßdorf vollkommen unauffällig aussieht, so sollte man unbedingt die paar
Meter bis auf den Hügel unternehmen. Der Zugang erfolgt über einen Pfad
zwischen dem Ortsrand und dem Hankehübel. Dabei kann es ziemlich
unterhaltsam werden, wenn der Wind den Schnee hinter dem Hügel zu einer
ordentlichen Schneeverwehung aufgetürmt hat. Zum Glück ist dann die Strecke
nur 100 Meter lang, aber hier kann man sich gut vorstellen, was es wohl
bedeuten würde, eine mehrere Kilometer lange Strecke durch einen Meter hohen
Schnee zu stampfen. Gut, dass man nicht durch Grönland oder die Alpen wandert,
sondern durch die Sächsische Schweiz. Die Aussicht vom Hankehübel ist für den
eigentlich sehr einfachen Aufstieg spitzenmäßig. Von dem Hügel sieht man im
Westen den Lilienstein und den Königstein, im Norden den Gickelsberg und die
Waitzdorfer Höhe, im Osten den Tanzplan und dann nahtlos anschließend den
Großen Winterberg und die Steine der linken Elbeseite. Natürlich nicht
zu vergessen im Vordergrund den Altendorfer Hausberg, den Adamsberg.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber bis zu dieser Winterwanderung war mir
noch nicht aufgefallen, dass man den Hankehübel auch an der nördlichen Seite
besteigen bzw. in diesem Fall verlassen kann. Da es aber zum Goßdorfer
Raubschloss weiter gehen soll, bietet sich genau diese Richtung jetzt
hervorragend an. Der Pfad führt vom Hankehübel herunter. Auf der Wiese
sollte man sich links halten, damit man auf dem Feldweg an der linken Seite
weiter wandern kann.
Dieser Weg führt auf den Wald drauf zu und ist
netterweise schon mit dem Goßdorfer Raubschloss ausgeschildert. Zum Anfang
verläuft die Wanderung leicht abfallend über einen Waldweg, auf dem man sich
gleich an zwei Stellen rechts halten sollte.
Je näher man dem Raubschloss
kommt, desto interessanter wird der Streckenverlauf. Im mittleren Teil geht
es über ein paar Treppen abwärts und das letzte Stück erfolgt über einen
Gratweg. Das Raubschloss muss noch über ein paar Höhenmeter erklommen
werden. Was man heutzutage von dem Raubschloss sehen kann, sind keine
historischen Ruinen mehr, sondern neugebaute bzw. sanierte Mauerreste, die
aber trotzdem immer noch einen sehr netten Eindruck der ehemaligen Gebäude
auf der Erhebung vermitteln. An dem größten der drei Mauerreste hängen auch
gleich mehrere Informationstafeln, die einmal ganz allgemein über das
Raubschloss, die
Schatzgräber am Goßdorfer Raubschloss, die
Sterndeuter im
Goßdorfer Raubschloss und die
Sage vom Raubschloss informieren. Auch
wenn es sich nicht um ein originales Raubschlossgemäuer mehr handelt, so ist
es ein sehr schöner und meistens auch ganz ruhiger Ort.
Vom Raubschloss geht es auf
der gegenüberliegenden Seite in einem Zickzack
den Berg hinunter und man erreicht den Schwarzbach. Dieser Bach ist einer
der Bäche der Sächsischen Schweiz, der richtig zufriert und wo das Wasser
dann über das Eis läuft, wieder friert usw., so dass der Bach schnell ansteigt. Das kann für Wanderer ziemlich unangenehm
werden, da der Bach dann auch seinen Lauf auf den höher gelegenen
Wanderweg ausweitet. Aber dazu muss die Temperatur auf mindestens -10°
sinken und das ist mittlerweile doch relativ selten. Die
Wanderung folgt dem Bachlauf und ist ab hier mit dem gelben Strich
markiert. Nach ein paar Metern passiert man die Eisenbahnbrücke und erreicht
auch schon den Sebnitzbach an der ehemaligen Buttermilchmühle. Der Sebnitz
folgt man nach rechts, also bachabwärts. Schon nach wenigen Metern passiert man
mal wieder die Bahntrasse, um dann vor einem Viadukt der alten
Schmalspurbahn zu stehen. Die Bahnlinie ist zwar schon 1951 stillgelegt
worden, aber dieses Viadukt hat bis heute überlebt. Der markierte Wanderweg
bleibt die ganze Zeit in der Nähe des Sebnitzbaches bzw. der Bahnlinie. So
ist es kein Wunder, dass der Weg auch hinter dem Viadukt mal wieder über die
Bahntrasse geht und an einem dieser kleinen Bahnwärterhäuschen vorbei führt.
Heutzutage kann man es sich kaum vorstellen, dass so ein Minibahnübergang in
weit vergangenen Zeiten einen eigenen Wärter hatte. Heutzutage kommen hier
bei Hochbetrieb im Sommer maximal 50 Wanderer, 2 Traktoren und 17 Züge
vorbei. Ob früher in dem Tal viel mehr Betrieb herrschte, kann man sich
heutzutage kaum noch vorstellen. Die Wanderung überquert wenige Meter hinter
dem Bahnwärterhäuschen mal wieder die Sebnitz und dann geht es in einem
großen Bogen über eine Wiese. Von der Wiese kann man schon die ersten Häuser
der Ortschaft Kohlmühle sehen. Die Wanderung folgt aber
weiterhin der gelben Wanderwegmarkierung und erst am beschrankten
Bahnübergang geht es auf die andere Seite der Bahnlinie. Die Wanderung führt
am ehemaligen Bahnhof von Kohlmühle vorbei und nach dem nächsten Rechtsknick
geht es in den unteren Teil des Kohlichtgrabens. Kurz vor dem Ortsausgang
passiert man auf der linken Straßenseite eine alte
Turmuhr und rechts das Verkehrsschild "Schneeketten vorgeschrieben". Ich
vermute, es ist die einzige Stelle in der ganzen Sächsischen Schweiz, an der
dieses Schild steht, aber hier ist es auch wirklich sinnvoll. Ich bin selber
die Straße im Winter mit 18% Gefälle herunter gefahren und habe das Schild
auch oben in Goßdorf gesehen. Irgendwie dachte ich nicht, das es Pflicht ist,
die Schneeketten aufzuziehen und außerdem ist jede noch so kleine Straße im
Winter geräumt. Auch diese Straße war geräumt, aber trotzdem sauglatt. Sie war so glatt, dass ich im Nachhinein fast nicht mal zu Fuß die Straße
wieder hochgekommen bin. Gut, dass mir bei der Fahrt kein Fahrzeug entgegen
gekommen ist. Das wäre peinlich geworden und hätte leicht ins Augen gehen
können. Die Wanderung führt fast ½ Kilometer bergauf, bis nach links
der markierte Wanderweg abbiegt und der eigentliche Kohlichtgraben betreten
wird. Auf den ersten paar Metern sind nur ein paar Eiszapfen links des
Pfades zu sehen. Je weiter man aber wandert, desto schöner werden die
Eiszapfen. Ganz besonders interessant ist, dass viele
von diesen Eiszapfen nicht
durch
Wasser entstehen, welches von oben über die Felsen läuft, sondern hier im Kohlichtgraben kommt das Wasser auf einmal mitten aus dem Sandsteinfelsen.
Der Aufstieg aus dem Kohlichtgraben ist ganz angenehm und ziemlich
abwechslungsreich, da es immer mal wieder über den Bachlauf hinweg geht.
Nach einem sehr schönen Wegstück durch den Kohlichtgraben erreicht man nach
700 Metern eine Weggabelung, auf der es nach rechts weiter geht. Hier fällt
auf, wie sich auf einmal die Form des Tals
ändert und keine Sandsteinfelsen mehr links und rechts zu sehen sind,
sondern die Form des Tals in V-förmig übergeht. Dies liegt einfach daran, dass
im oberen Drittel des Kohlichtgrabens der Untergrund auf einmal nicht mehr
Sandstein, sondern Granit ist.
Die Wanderung geht leicht ansteigend bis zur Zufahrtsstraße von Goßdorf.
Damit man wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück kommt, biegt man an der Straße nach rechts ab. Zum Glück ist die Straße sehr ruhig
und so wandert man bis zum Ortseingang von Goßdorf. Am Ortseingang ist dann
auch schon der Parkplatz nach rechts ausgeschildert. Warum auch immer dieser
Feldweg so perfekt angelegt ist, auf jeden Fall führt er auf die Oberseite
der schon angesprochenen Ausstellung historischer Landmaschinen.
Insgesamt
sind 9 Schutzhütten aufgestellt worden. Gefördert wurde die Ausstellung
durch die EU unter dem Namen LEADER. In 8 der Hütten sind
landwirtschaftliche Maschinen mit einer kleinen Erklärungstafel (z.B. Name:
Jauchepumpe; Funktion: Entleeren der Jauchgrube; Alter: um 1950; Spender:
Hof XYZ Goßdorf) und einem gut gesicherten Ausstellungsstück zu sehen. Die 9.
Hütte ist mit Bänken ausgestattet. Die letzten paar Meter führen am schönen
Spielplatz von Goßdorf vorbei, der aber im Winter ziemlich ruhig ist. Damit
ist eine Wanderung zu Ende gegangen, die richtig viel Spaß gemacht und
mit dem verschneiten Hankehübel und den riesig vielen Eiszapfen im
Kohlichtgraben eine ganze Menge Abwechslung geboten hat.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit
dem Bus R-236 oder
Bus R-237.
Auto:
Aus Bad Schandau kommend vor der Elbebrücke nach rechts in die Richtung Hohnstein. Man passiert Porschdorf und an der abknickenden Vorfahrtsstraße geht es weiter in die Richtung Hohnstein. Das Tal des Tiefen Grundes fährt man ungefähr 3 Kilometer, bis nach rechts die Ortschaften Waitzdorf und Goßdorf ausgeschildert sind. Hier geht es teil aus dem Grund heraus und nach 2 Kilometern erreicht man den Ortsrand von Goßdorf. Der Parkplatz liegt rechts am Ortsrand.
Empfohlener Parkplatz:
Goßdorf Freibad
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
1,5 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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