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Den Naturkundlichen Rundwanderweg
Neustadt/Sachsen haben wir entdeckt, als wir die
Götzinger Höhe erkundet hatten und da
es sich nach etwas Interessantem anhörte, musste die Strecke gleich mal
erforscht werden. Schon mal als kleine Warnung vorneweg: Der Lehrpfad
scheint schon etwas älter zu sein und deshalb ist die Beschilderung nicht,
wie man es sich wünscht. Entweder sind die Markierungen im Laufe der Zeit
verloren gekommen, oder man hat sich bei der Erstellung nicht so die riesige
Mühe gegeben. Die Wanderung startet man am Freizeitbad Monte Mare. Von dem
riesigen Parkplatz kommend, geht es nach rechts auf die Götzinger
Straße. Die Wanderung geht unter der Bahnlinie zwischen Sebnitz und
Pirna drunter her und dann an der abknickenden Vorfahrtsstraße weiter
geradeaus. Spätestens ab hier ist die Wanderung mit dem roten Strich
markiert. Die Wanderung führt links von einigen größeren Mehrfamilienhäusern
vorbei und erreicht nach ein paar hundert Metern eine Allee, die nach links
abbiegt. Diese Allee sieht wirklich sehr schön aus, da der Weg nur etwas
mehr als einen Meter breit ist und die Bäume schon ziemlich alt und damit
mächtig sind. Ab hier beginnt ein sehr angenehm ruhiger Teil der Wanderung.
Gleich am Anfang der Allee befindet sich eine
Informationstafel
zum Rundwanderweg mit einer Karte. Hier kann man gut erkennen, dass dieser
Wanderweg in fünf Teile unterteilt ist: Ornithologischer, dendrologischer,
waldkundlicher Teil,
Teil des Feuchtgebietes und Teil des
Wiesen-Parkgebietes. Kurz bevor man ein ruhiges Kneippbecken erreicht hat,
befindet sich am Wegesrand eine erste Informationstafel über Singvögel. Der
Lehrpfad ist mit dem grünen Querstrich
markiert und führt in Richtung Götzinger Höhe. Der eigentliche
Lehrpfad steigt zwar nicht auf die Anhöhe, aber diesen Miniabstecher sollte
man sich nicht entgehen lassen, da es sich gerade mal um
¼ Kilometer
und 25 Höhenmeter handelt. Auf der Götzinger Höhe befindet sich ein
beliebtes Ausflugslokal (www.goetzinger-hoehe.de) und ein sehenswerter Aussichtsturm. Das
besondere an diesem Turm ist ein bisschen die Aussicht, aber viel
interessanter sind die filigrane Bauart und das komische Gefühl, wenn man
den Turm besteigt. Da der Turm aber schon seit mehr als 125 Jahre den
Besuchern und dem Wind standhält, muss man sich wohl keine Sorgen machen.
Nachdem man den Lehrpfad wieder erreicht hat, stößt man auf eine Schutzhütte, die mit reichlich Informationstafeln zum
Thema Vögel bestückt
ist. Alleine an der Schutzhütte hängen 9 Tafeln mit der Vorstellung von
unterschiedlichen Vögeln aus unserer Umgebung. Gleich daneben befinden sich
noch weitere zahlreiche Tafeln, wie schon auf dem vorherigen Teilstück der
Wanderung. Nach einem Wegstück von ungefähr ½ Kilometer erreicht man eine
Landstraße, die aber nur überquert werden muss, um dann auf der
gegenüberliegenden Seite gleich wieder in den Wald zu verschwinden. Wenige
Meter im Wald, biegt der Lehrpfad nach links, hier war im Sommer 2008 das
Schild verloren gekommen, ab. Nach wiederum 100 Metern geht es nach rechts,
sodass die Wanderung nur ein kleines Zickzack gemacht hat und jetzt die
bisherige Richtung beibehalten wird. Nach einem angenehm ruhigen Waldweg
erreicht die Wanderung mal wieder eine Straße, der man ein kleines Stück
nach rechts folgen muss. Die Straße macht einen Bogen nach links und
passiert eine Bushaltestelle. Wenige Meter hinter der Bushaltestelle biegt
nach links der Wanderweg in den Wald ab. Das jetzt folgende Teilstück
dürfte ganz sicher der Lehrpfad mit der mit Abstand höchsten
Informationstafeldichte sein. Auf einer Strecke von einem Kilometer sind mir
38 Tafeln aufgefallen. Leider sind einige Tafeln inzwischen in einem
ziemlich verwitterten Zustand, aber den Großteil kann man immer noch sehr
gut entdecken und auch entziffern.
Nach diesem sehr interessanten Stückchen erreicht man einen gut ausgebauten
Radweg, der aber netterweise nicht besonders bekannt bei den Radfahrern ist.
Diesem Radweg folgt man nach links, um dann nach wenigen Metern nach rechts
abzubiegen. An dieser Abzweigung läuft man relativ schnell dran vorbei, da
dieser Waldweg ziemlich zugewuchert ist. Die Wanderung führt auf die
Zufahrtsstraße des Ungers. Hier ist die Streckenführung recht
ungewöhnlich, da das nächste Ziel, der Unger, zu verführerisch nach rechts
über die Straße zu erreichen wäre. Der Lehrpfad geht aber auf der
gegenüberliegenden Zufahrtsseite wieder in den Wald, um einen Minischlenker
zu manchen. Durch diesen Schlenker um die Spitzkehre der Zufahrt erreicht
man zwei Informationstafeln zur
Geologischen Struktur zwischen Lausitzer Granit und Elbsandstein und
einer sehr anschaulichen Skizze. Die Wanderung erreicht wieder die besagte
Zufahrtsstraße, um diese aber auch nur wieder zu überqueren und dann südlich
unterhalb der Zufahrt in die Richtung des Ungers weiter zu gehen. Hier
befindet sich eine Tafel zum Fichtenwald.
Wenige Meter hinter dieser Informationstafel erreicht man eine einsame, aber
sehr gut gepflegte Hütte am Südhang des Ungers. Obwohl ich schon einige Male
auf dem Unger gewesen bin, war mir bis zu dieser Wanderung diese Hütte noch
nie aufgefallen. Es ist immer wieder verwunderlich, was es noch zu entdecken
gibt. Besonders gut hat mir an dieser schon relativ großen Hütte die separat
stehende Grillhütte gefallen. Wenige Meter weiter von dieser Stelle aus befindet sich eine Bank am Waldrand. Nicht nur, dass diese Bank eine sehr
nette Aussicht bietet, hier ist auch ein Maximum an Ruhe zu finden. Von
hier aus sind es nur noch wenige Meter bis auf den Unger hoch. Auch hier kann
man in der Gaststätte (www.berggaststaette-unger.de) natürlich eine nette Rast einlegen. Leider ist im
Moment (Stand 2008) der Aussichtturm auf den Unger wegen Baufälligkeit
gesperrt. Wenn man sich den Riss in der Mauer rechts neben der Türe ansieht,
dann braucht man kein Bausachverständiger zu sein, um zu erkennen, dass ein
Aufstieg zu gefährlich ist.
Die Wanderung führt links hinter dem Turm wieder vom Berg herunter. Hier ist
der Weg mit dem Lehrpfadzeichen und dem roten Strich markiert. Dass der
Unger einer der höchsten Berge der Sächsischen Schweiz ist, fällt weder beim
Auf- noch beim Abstieg auf. Die Flanken des Berges sind flach
ansteigend bzw. abfallend und deshalb ist der weitere Weg ganz angenehm. Am
Abstieg vom Unger stehen gleich drei von den größeren Hinweistafeln. Die
Themen sind Bergmischwald,
Waldwirtschaft und
Buchenwald. Bald überquert die Wanderung mal wieder die Zufahrtsstraße des Ungers, um
aber weiterhin geradeaus zu führen. Als nächstes passiert man den Mittelweg
des Ungers und erreicht bald darauf den Hungerweg. Dieser Weg wird jetzt
erst mal nur passiert, um wenige Meter weiter zu wandern. Nach diesen paar
Metern erreicht man den Waldrand und von hier aus hat man einen netten Blick
über ein paar Wiesen in Richtung Langburkersdorfer Anbau. An der
Schutzhütte am Waldrand weist eine Tafel auf die
Teichlandschaften hin. Hier muss die
Wanderung kehrt um machen, um das kleine Stückchen wieder zurück bis zum
Hungerweg zu gehen. Ich hatte leider den Streckenverlauf falsch gedeutet und
bin bei meinem ersten Versuch am Waldrand entlang gegangen. Irgendwann kam
es mir dann doch zu komisch vor und ich habe mich nach rechts in den Wald
geschlagen. Auch wenn der richtige Weg nur wenige Meter entfernt war, so war
das ein saudämlicher Gedanke, da hier ein kleiner Bach den gesamten Wald in
ein erstklassiges Feuchtgebiet verwandelt. Nach diesem Experiment landete
ich auf dem offiziellen Wanderweg, dem Tännigweg. Bei diesem Waldweg
handelt es sich um einen ziemlich breiten Weg, der sehr gerade seine Strecke
durch den Wald auf die Landstraße zwischen Sebnitz und Neustadt drauf
zusteuert.
Diese Landstraße muss zum Glück nur überquert werden, um auf der
gegenüberliegenden Seite in einem sehr ruhigen Wald weiter zu wandern. Hier
beginnt ein ganz anderes Teilstück des Lehrpfades:
Die Teichlandschaft.
Auch wenn vorher der Bereich um den Langburkersdorfer Anbau schon als
Teichlandschaft bezeichnet wurde, so fällt es auf dieser Wanderung erst auf
der östlichen Seite der Straße richtig auf. Hier befinden sich gleich
mehrere größere Teiche, die zum Teil sogar richtig schöne romantische Plätze
bieten. Am Wegesrand befindet sich eine weitere Informationstafel, diesmal
zum Thema des Wildes im Wald.
Die
Wanderroute führt rechts (östlich) der beiden großen Teiche (Treibteich und
Inselteich) vorbei und soll theoretisch kurz vor dem Langburkersdorfer
Schloss nach links abbiegen. Hier habe ich zwar auch einen Weg gefunden,
aber der ist durch einen sehr massiven Zaun als Privatgrundstück
gekennzeichnet. Außerdem ist es noch ganz interessant, das alte Rittergut
und das Schloss zu besichtigen. Deshalb führt die Wanderung bis an die
Ortsgrenze heran und biegt dann am Rande des Ortes nach rechts ab, bis sich
die erste Möglichkeit bietet, in den Ort reinzugehen. Dann folgt man der
ersten Straße nach links (Westen) um die beiden Punkte (Rittergut
und Schloss) zu erreichen. Das Rittergut ist leider im Moment nicht
gerade in einem perfekten Zustand, aber dafür ist es äußerst erfreulich zu
sehen, wie das Schloss von Langburkersdorf hergerichtet wird. Auch ist
ziemlich beeindruckend, was das Schloss früher für einen riesigen Innenhof gehabt hat. Sehr schön ist, dass der südliche Neubau dieses Aussehen
beibehält und damit die Wirkung nicht verloren kommt.
Man überquert wieder die Landstraße zwischen Neustadt und Sebnitz
und folgt dem Bachlauf.
Die Wanderung läuft am Rande von Langburkersdorf,
ab der Eisenbahnbrücke Neustadt, entlang. Netterweise sind die Wanderwegmarkierungen in Neustadt noch ganz
gut erhalten, sodass man gut zum Markt geleitet wird. Der Markt wird
von der Wanderung einmal im Uhrzeigersinn umrundet, um an der Kirche von
Neustadt in Richtung Stadtpark die letzten paar Meter der Wanderung zu
absolvieren.
Damit ist eine nette Wanderung zu Ende gegangen, die riesige Mengen an
Informationen lieferte. Es war bestimmt eine gigantische Arbeit, die 96
Tafeln zu erstellen, aber leider ist es bei diesem Lehrpfad wie mit fast
allen dieser Pfade, dass es nicht nur bei der einmaligen Einrichtung des
Weges bleiben sollte, sondern einer weiteren Pflege bedürfte. Auch glaube ich
nicht, dass sich wirklich jemand die Mühe macht, die 40 Tafeln zu den
unterschiedlichsten Vögeln zu lesen. Trotzdem ist es eine sehr nette
Wanderrunde, die man auch bei großem Besucherandrang in der Sächsischen Schweiz
unternehmen kann.
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