Die Wanderung Rund um Neustadt in Sachsen ist dadurch
entstanden, dass mir gleich mehrere Male der Radweg "Rund um Neustadt"
empfohlen wurde und ich die Wanderregion östlich und südlich von Neustadt
bis jetzt als sehr nett empfunden habe. Also musste doch gleich mal das Wandern
auf dem empfohlenen Radweg ausprobiert werden. Den Startpunkt habe ich
nach Rugiswalde gelegt. Hier steht gleich neben dem Parkplatz eine Tafel,
die den Radweg einmal komplett zeigt. Netterweise ist der Radweg gut
gekennzeichnet, sodass es nicht besonders schwierig sein sollte, die Strecke
zu finden.
Vom Startpunkt geht es über die Dorfstraße runter ins
Dorfzentrum. Hier steht ein kleines Gebäude (ich würde es für ein
Trafohäuschen halten), das rundherum mehrere Informationstafeln beinhaltet
und ein nettes Wasserspiel läuft daneben entlang. Hier folgt der Wanderweg
der abknickenden Vorfahrtsstraße und nach wenigen Metern biegt dann der
Radweg nach links ab. Der Weg verläuft noch ein paar Meter durch den Ort und
geht dann auf das Feld hinaus. Der Weg steigt leicht an, bis er hinter einem
kurzen Stück Wald runter zur Ortschaft Langburkersdorf abfällt. Hier
erreicht die Wanderung eine Dorfstraße, die man nach links weiter wandert. Nach ein paar hundert Metern kommt man an eine größere Kreuzung und hier
geht es nach rechts weiter in Richtung der böhmischen Grenze.
Sehr komisch ist, dass diese Straße als S 159 (S = Staatsstraße, die
sächsische Variante von Landesstraße) gekennzeichnet ist, aber spätestens am
Ortsrand kein Auto mehr auf ihr fährt.
Die Straße steigt für eine
Straße ungewöhnlich steil an und erreicht dann einen Rastplatz mit einem
einzelnen großen Baum. Hier verlässt man
sie und es geht nach links
weiterhin parallel zur Grenze. Zuerst verläuft die Strecke über eine Feld-
bzw. Wiesenlandschaft und dann geht es durch einen sehr ruhigen Wald weiter
in Richtung Hohwald. Nach einem sehr angenehmen Teilstück durch den
Wald erreicht man die Fahrstraße zwischen Neustadt und Steinigtwolmsdorf.
Diese ziemlich hässliche Landstraße muss zum Glück nur überquert werden und
auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es weiter durch den Hohwald in
die Richtung von Berthelsdorf/Niederottendorf. Die Wanderung verläuft schon
die ganze Zeit auf der Wanderwegmarkierung grüner Punkt
und natürlich
noch immer auf der Fahrradrunde. Kurz nachdem die Wanderung das schöne
Waldgebiet verlassen hat, biegt der Wanderweg nach rechts ab und verläuft
dann parallel zu den Ortschaften Berthelsdorf und Niederottendorf. Zwischendurch
geht es über ein paar seltsame Betonplatten, die früher
häufiger zum
Befestigen von Wald- oder Feldwegen benutzt wurden und auch an einem
wunderbaren Weiher vorbei.
Die Wanderung steigt auf einem gut ausgebauten
Feldweg leicht an und dann geht es ziemlich gerade auf einen Steinbruch
drauf zu. Vor diesem Steinbruch ist ein mächtiger Schuttkegel aufgetürmt,
der zumindest 2009 noch weiter vergrößert wurde. Einige hundert Meter vor
dem Gelände des Steinbruchs biegt die Wanderung und damit der Radweg nach
links ab. Auf den ersten paar Metern werden ein Rastplatz und ein Minifreibad
passiert. Danach erreicht die Wanderung die Ortschaft Oberottendorf.
Bis jetzt war die Wanderung sehr schön und es war auch an einem normalen
Schönwettertag überhaupt nicht störend, dass es sich um einen
kombinierten Rad-Fußweg handelte. Bis hierhin würde ich der Wanderung 4 von
5 Punkten geben. Das änderte sich aber im nordöstlichen Teil der Wanderung
schlagartig. Die ersten paar Meter verlaufen noch ganz normal durch den Ort
hindurch und von der Hauptstraße geht es nach links in Richtung
Rückersdorf weiter. Zuerst ist es noch eine normale Straße mit ein paar
Häusern und eine paar Industriehallen auf der rechten Seite. Spätestens ab
dem Bahnübergang wandelt sich die Straße aber in eine dieser sehr gut ausgebauten
Landstraßen. Wenige Meter hinter der Bahntrasse muss auch noch eine neue
Umgehungsstraße überquert werden. Hier fühlt man sich als Wanderer
vollkommen fehl am Platz. Der Rundweg um Neustadt geht auf der
gegenüberliegenden Straßenseite weiter. Auch diese Landstraße ist aus
Sicht eines Autofahrers toll ausgebaut, aber als Wanderer macht es überhaupt
keinen Spaß, am Straßenrand unterwegs zu sein. Da ich selber von Zeit zu Zeit
auch Rad fahre, empfinde ich solch eine Straße auch für Radfahrer als ziemlich
abstoßend. Hier fühlen sich nur Autofahrer besonders wohl. Auf halber
Strecke zwischen der Kreuzung und dem Ortsrand befindet sich auf der rechten
Straßenseite ein Rastplatz, der auch Wanderer und Radfahrer ganz nett
einlädt. Nach Rückersdorf geht es ein kleines Stück auf der Durchgangsstraße
hinein, um dann nach links weiter zu gehen. Die Wanderung verläuft ein paar
Meter durch die Ortschaft und biegt dann wieder nach links ab. Bei diesem
Abzweig handelt es sich um eine Zufahrt zu ein paar Wohnhäusern, die am Hang
des Mühlbergs stehen. Deshalb sind schon ein paar Höhenmeter zu
absolvieren. Obwohl dieser Weg relativ schmal ist, wird er nicht nur von
Fußgängern und Radfahrern benutzt, sondern auch von ein paar Autofahrern mit
Insiderwissen.
Nachdem man die Bahnlinie Bad Schandau - Neustadt - Stolpen - Pirna
unterquert hat, betritt man ein kleineres Industriegebiet vor dem Ortsteil
Neustadt - Polenz. Auch hier verläuft der Radweg nicht gerade auf einer
tollen Strecke, da man sich die Straße mit einigen dicken LKW teilt.
Fast am
Ende der Straße steht auf der rechten Seite, leicht unterhalb auf einem
Parkplatz, ein ausgeschlachteter Hubschrauber. In diesem Zustand ist er ganz
sicher hier nicht hingeflogen, aber imposant sieht das Ding immer noch aus.
Nach einem kleinen Schlenker erreicht der Rundweg um Neustadt die
Bundesstraße zwischen Neustadt und Stolpen. Hier geht es wieder ein paar Meter
auf einem Rad-/Fußweg in Richtung Neustadt, um dann nach rechts zum Karrenberg
aufzusteigen. Früher ist dieser Weg anscheinend eine Fahrstraße nach Polenz
gewesen, da diese Straße aber fast über den höchsten Punkt des Karrenbergs
führt, war das nicht gerade die schlaueste Wegführung. Auf der linken Seite
befindet sich ein Pfad bis auf den Gipfel des Karrenberges und die paar
Meter sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Karrenberg ist ein sehr
ruhiges Plätzen mit einem aussichtreichen Rastplatz.
Die Wanderung führt runter ins Tal der Ortschaft Polenz. Schon vom
Karrenberg konnte man gut über das Dorf hinwegsehen und genau dorthin
geht es jetzt. Dazu wandert man in den Ort hinein, überquert die
Hauptverkehrsstraße und auf der gegenüberliegenden Ortsseite geht es weiter
in die ausgeschilderte Richtung "Waldbad".
Kurz
vor dem Waldbad waren die Schilder des
Radweges irgendwie verloren gekommen, aber hinter dem Waldbad tauchten sie
wieder auf. Hier verlässt die Wanderung die Ortschaft und es wird ein
ruhiges Waldstück begangen. Tja, nach diesem ganz angenehmen Waldweg kommt
das hässlichste Teilstück der gesamten Wanderung: die Landstraße zwischen
Neustadt und Cunnersdorf/Ehrenberg. Diese Landstraße ist für Wanderer
vollkommen ungeeignet und kann überhaupt nicht empfohlen werden. Ich habe
selber versucht, ein paar Meter am Straßenrand entlang zu wandern, aber
fast 2 Kilometer an dieser sehr schnellen Straße zu verbringen habe ich
vorzeitig abgebrochen und bin in den Wald abgebogen. Auf mehreren Landkarten
sind ein paar Waldwege eingezeichnet, die bis auf wenige Meter an die
Ortschaft herangehen. Also sollte es doch nun wirklich kein Problem sein,
auf die Ortsstraße von Neuhäuser zu kommen. So leider nur die Theorie. Die Praxis
sah anders aus und ich bin auf immer schmaleren Pfaden in Richtung Krumhermsdorf gewandert. In einer Entfernung von 200 Metern konnte
ich die Dorfstraße und damit den Radweg sehen, aber ein Bach und die Rückseite von einigen Gärten
versperrten den Zugang. Nach einem elenden Gelatsche am Waldrand entlang
(und insgesamt drei Zecken) habe ich dann an der Brücke doch noch mal die
Straße erreicht.
Jetzt ging es in Richtung Krumhermsdorf hinunter. Hier geht es zwar auch
auf einer Ortsstraße entlang, da hier der Verkehr aber gering und
außerdem ein Bürgersteig vorhanden ist, ist dieses Teilstück ganz angenehm
zu gehen. Auf der nordöstlichen Seite des Ortes steigt die Wanderung ein
paar Meter zum Bahnhof von Krumhermsdorf hoch. Das ehemalige Bahnhofsgebäude
wird umrundet und es geht in Richtung des Ungers weiter. In diesem
Bereich ist die Wanderung wieder auf einem sehr schönen Weg unterwegs und
erreicht bald die Zufahrtsstraße des Ungers. Damit die Wanderung ein Ende
findet und weil der Unger sowieso keine tolle Aussicht liefert, geht es weiterhin
auf der Zufahrtsstraße nach links. Auch wenn auf dieser asphaltierten Straße
normalerweise nur sehr wenige Autos unterwegs sind, fühlt man sich hier
als Wanderer am falschen Platz. Das ist vermutlich für Radfahrer schon
wieder anders, weil man sich als Radfahrer über leere, aber asphaltierte
Straßen doch freut. Nach etwas mehr als 1 ½ Kilometern erreicht man die
Landstraße zwischen Sebnitz und Neustadt. Sie wird nur überquert und wenige
Meter nach rechts geht es weiter auf einem Zugang zum Rugiswalder
Waldparkstadion. Über diesen großen Fußballplatz bin ich immer wieder
erfreut, weil ein paar fleißige Mitmenschen das gesamte Areal in einem Topzustand halten. Die Wanderung führt an der südlichen Seite des Platzes
vorbei und erreicht nach noch ein paar hundert Metern den Ausgangspunkt der
Wanderung.
Tja, das erste Stück der Wanderung im Bereich östlich und südlich von
Neustadt war sehr schön zu gehen und dürfte auch allen Radfahrern Spaß
machen. Der Rundweg auf der westlichen Seite um Neustadt in Sachsen führt
leider mindestens an zwei Stellen über längere Strecken auf vielbefahrenen
Landstraßen, an denen die Fahrzeuge mit hohen Geschwindigkeiten (Tempo 100
km/h) vorbeiflitzen. Das macht sowohl für Wanderer als auch für Radfahrer
überhaupt keinen Spaß. Deshalb wird die Wanderung noch einmal wiederholt,
aber nur im östlichen Teil von Neustadt. Die Wanderbeschreibung ist
hier
zu lesen.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Die schnellste Verbindung um nach Neustadt zu kommen, ist die Bahnverbindung
von Bad Schandau oder Pirna. Da sie leider nur relativ selten fährt, bietet
sich dann noch die Busverbindung
Buslinie 267
(Sebnitz - Neustadt) an. Für die Busverbindung ist die Haltestelle
Hohwaldschänke empfehlenswert.
Auto:
Von Sebnitz Richtung Neustadt. Bis zur Kreuzung nach Rugiswalde. In Rugiswalde kann man ganz hervoragend am Straßenrand oder auf dem Parkplatz am Sportplatz parken.
Empfohlener Parkplatz:
Rugiswalde Sportplatz
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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