Nachdem im Herbst 2007 der Rathmannsdorfer
Aussichtsturm mit einem großen Medienaufwand eröffnet worden war, waren wir
natürlich zur ersten Inaugenscheinnahme auch schon mal mit dem Auto bis auf
den großen Parkplatz gefahren und dann den Bogen um das Feld gewandert.
Schon damals mussten wir feststellen, wie wichtig es ist, das passende
Kleingeld dabei zu haben. Zum Glück haben wir Bekannte in Rathmannsdorf
wohnen, die uns netterweise mit dem passenden Geld ausgeholfen haben. Sonst
hätten wir schwer Pech gehabt, da es leider in ganz Rathmannsdorf keine
Wechselmöglichkeit gibt. Diesmal sollte der Turm mit einer kleineren
Wanderrunde besucht werden. Hier kommt die passende Beschreibung zu unserer
Wanderung:
Den Startpunkt haben wir ins Elbetal gelegt. Eigentlich ist es egal, wo man
im Elbtal parkt, ob auf dem großen Parkplatz neben der Bad Schandauer
Elbebrücke oder in Prossen vor dem Bundeswehrlager. Wir haben uns für den
Parkplatz in Prossen entschieden, da man hier keine Parkgebühren entrichten
muss. Rechts neben dem Vereinsheim der Schiffergesellschaft Elbe Prossen e.
V. startet die Wanderung auf der Straße mit dem Namen Forstweg. Dieses
kleine Stück wandert man zwischen den Felsen und den Wohnhäusern bis zum
Ende, um dann links neben dem Grundstück am Hang weiter zu gehen. Das erste
Stückchen dieses Weges ist nicht ganz so interessant, da es nur an einem
alten Gebäude, einer Lagerfläche und ein paar Schrebergärten vorbei geht.
Danach wird es ein ganzes Stück interessanter. Das erste Auffällige ist,
dass der Lachsbach auf einmal zweigeteilt ist. Der Bach an der Hangseite ist
der alte Mühlgraben, der heute eine kleine Turbine zur Stromerzeugung
antreibt. Damit dem Mühlgraben überhaupt so einigermaßen kontrolliert Wasser
zugeführt werden kann, wird im eigentlichen Bachlauf das Wasser gestaut.
Durch diese Sperrmauer entstand leider ein fast unüberwindbares Hindernis
für die Wanderfische. Aus diesem Grunde befindet sich dort eine neu eingerichtete
Fischtreppe. Über diese Fischtreppe muss sich immer eine
gewisse
Wassermenge schlängeln. Damit haben dann die Fische eine Chance, das
Sperrwehr zu passieren. Angeblich sollen im Lachsbach auch
wieder Lachse zum
Laichen hoch wandern und dann müssten sie eigentlich durch diese
Fischtreppe kommen, aber wir haben bis heute noch keine gesehen. In den
lokalen Zeitungen der Sächsischen Schweiz sind aber immer mal wieder Bilder
von diesen relativ großen Fischen an der Fischtreppe abgebildet, so dass sich
die Investition anscheinend gelohnt hat. Das nächste Interessante auf der
anderen Bachseite sind die großen Becken. Hierbei handelt es sich nicht um
eine Kläranlage, was man fälschlicherweise vermuten könnte, sondern um die
110 Forellen-Aufzucht-Becken der Rathmannsdorfer Forellenzucht (www.forellenzucht-rathmannsdorf.de). Hier kann man
tagesfrischen Fisch in einem Laden auf dem Gelände kaufen. Der Zugang würde
natürlich nicht vom Wanderweg bzw. durch den Bach erfolgen, sondern von der
Hauptstraße aus. Genau zu dieser Straße führt jetzt die Wanderung wieder
herunter. Der Wanderweg macht noch mit dem Bachlauf einen lang gezogenen
Bogen, verläuft über eine kleinere Ortsstraße zwischen ein paar Häusern
hindurch und dann erreicht man die Hauptstraße zwischen Bad Schandau und
Hohnstein. Auf dieser, der Hohnsteiner Straße, geht es ca. 180 Meter nach rechts, bis
auf der rechten Straßenseite die Zufahrt zur Forellenzucht einmündet und auf
der linken Seite der rot markierte Pferdesteig
nach
Rathmannsdorf hochsteigt. Der Weg steigt fast 100 Höhenmeter hinauf. Ganz witzig ist, dass unter dem Mühlhorn die
Sebnitztalbahn entlangfährt, ohne dass es einem auffällt. Nur auf der
rechten Wegseite kann man überhaupt noch die Bahnschienen auf den Berg zulaufen sehen, aber dass am Waldrand der längste Eisenbahntunnel (376,7
Meter) auf der Strecke zwischen Bad Schandau und Neustadt in Sachsen unter einem herläuft,
ist zumindest uns nicht bewusst gewesen. Der Weg steigt noch ein paar
weitere Höhenmeter über den Feldweg bis zum Ortsrand an. An dieser
Ortsstraße muss ich mich immer wieder über die schöne Lage der Häuser erfreuen.
Ich finde es überhaupt nicht verwunderlich, dass sich hier oben der Leiter
des Nationalparks Sächsische Schweiz ein Haus an den Hang gesetzt hat. Bei
dem schönen Ausblick verstehe ich das sehr gut. Die Pestalozzistraße führt
weiter, bis links der Zugang zum Rathmannsdorfer Aussichtsturm erreicht ist.
Hier zweigt der neu angelegte Feldweg ab. Über den Untergrund dieses 200
Meter langen Weges haben wir schon ziemlich gerätselt, da auf der rechten
Wegseite schöne glatte Platten liegen und auf der linken Seite so was wie
Rasengittersteine. Warum auch immer diese unterschiedlichen Steine verlegt
worden sind, es ist auf jeden Fall ein sehr ordentlicher Zugang zu dem Turm.
Nachdem man den Zugang passiert hat, bieten sich die beiden Möglichkeiten Treppe
oder Aufzug an. Beide Varianten haben als Ziel die Aussichtsplattform. Solch
einen erstklassigen Rundumblick wie von diesem Turm hat man an sehr wenigen
Stellen der Sächsischen Schweiz. Schwer verwundert hat uns, dass der Turm selbst bei starken Windböen kein bisschen schwankt. Wir haben auf
der Plattform bei einem ordentlichen Sturm gestanden und hatten eher Angst,
von der Aussicht gepustet zu werden, als dass der Turm wackelt. Wer schon
einmal bei Wind auf dem Weifbergturm oder der Götziger Höhe gestanden hat,
weiß die Stabilität zu schätzen.
Informationstafel am Anfang des Zugangsweges:
Der Turm ist täglich ab 9:00 Uhr geöffnet. Bei Einbruch der Dunkelheit sowie bei Gefahren wie Frost, Schnee, Glatteis,
starkem Wind und Gewitter bleibt der Aussichtsturm geschlossen und das
Betreten der Anlage ist untersagt! Festgelegt durch den Bürgermeister Gemeinde Rathmannsdorf Eintritt pro Person - 1,00 € oder - 2 x 0,50 € oder - 5 x 0,20 € oder - 10 x 0,10 €
(Das bedeutet auf jeden Fall, dass man passendes Kleingeld benötigt, um dass
Drehtor zu passieren. Sonst muss man wie der Großteil der Besucher wieder
kehrt um machen.)
Informationstafel am Fuße des Turm:
"Wer weiter sehen will, muss den Turm besteigen!" Für die Konstruktion wurden ca. 25 t Stahl benötigt. Die Höhe der Plattform
über Gelände beträgt 15 m. Oberkante Gelände ca. 245 m ü.NN Informationen zur Bedienung des Drehtores
- 1 € Münze einwerfen - Drehkreuz rechtzeitig nach innen bewegen - Aufzug-Taste drücken oder 81 Stufen zur Aussichtsplattform steigen - Beim Verlassen des Turmes Drehkreuz von innen anschieben und einzeln
durchgehen - Hinweise im Fahrstuhl beachten Eingang und Turm werden videoüberwacht.
Nachdem man das Panorama ausreichend lange genossen hat, geht es wieder
zurück bis zum Löschteich an der Straßenkreuzung. Ab hier geht es unmarkiert
nach links weiter. Der Weg gabelt sich gleich mehrmals, solange man sich
immer links hält, erreicht man bald den Abstieg ins Elbetal. Dieser Weg wird
als Arbeiterweg bezeichnet und ist gerade erst erneuert worden. Der
Grund für diese Neuanlage ist das Gasrohr, welches durch die Schlucht und
damit im Untergrund des Weges verlegt worden ist. Der Weg geht angenehm
abwärts. Nach ungefähr 350 Metern zweigt nach rechts eine Treppe ab. Hier
trennt sich der Weg für die Wanderer. Wer an der Elbebrücke geparkt hat, folgt dem Arbeiterweg bis
zum Parkplatz, wer wie wir in Prossen am Bundeswehrlager geparkt hat, steigt nach rechts die Treppen abwärts. Der Weg
erreicht bald das bewohnte Gebiet an der Gartenstraße und die wandert man
einfach nur geradeaus. Nach einem kleinen Knick erreicht man die schon
bekannte Hohnsteiner Straße. An dieser Stelle wird sie aber nur überquert,
um gegenüber in Richtung Prossen weiter zu wandern. Leider muss man die
letzten paar Meter (½ Kilometer) auf der Fahrstraße den gelben Strich
entlang wandern, aber zum Glück ist die Straße nur eine Sackgasse zur
Ortschaft Prossen hin. Damit erreicht man den Ausgangspunkt der Wanderung,
und unserer Ansicht nach ist es schöner, den Aussichtsturm mit einer kleinen
Wanderung zu bezwingen, als langweilig mit dem Auto bis zum Turm zu fahren.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Vom Bahnhof sind es
aber noch mal 2,5 Kilometer mehr bis zum Startpunkt, oder man benutzt die
kleine Fähre.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Der Parkplatz liegt gleich am Ende der Elbebrücke.
Empfohlener Parkplatz:
Bad Schandau Elbebrücke
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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