Die Wanderung Valtenberg ist bei der
Nachbearbeitung der Wanderung Neustadt
entstanden. Beim Blick in Google Earth fielen mir östlich der Ortschaften Nieder-
bzw. Oberottendorf mehrere Steinbrüche auf. Da ich solche Orte
immer wieder sehr interessant finde, musste doch gleich mal eine Wanderung
dorthin unternommen werden. Überraschenderweise tauchten bei dieser
Wanderrunde noch gleich zwei weitere interessante Stellen im Wald auf. Aber
dazu später.
Eigentlich sollte der Startpunkt gleich gegenüber der Hohwaldschänke sein,
da dort in der Wanderkarte ein Parkplatz eingezeichnet war. Leider stellte
sich dieser Parkplatz schon bei der Anfahrt als Privatparkplatz heraus,
sodass der Startpunkt ein paar Meter weiter in Richtung Steinigtwolmsdorf liegt.
Hier befindet sich auf der linken Straßenseite eine ungewöhnlich breite
Waldeinfahrt, an der man so einige Autos abstellen kann. Genau auf diesem
Forstweg geht es dann auch die ersten paar Meter in den Wald hinein, bis ein
Waldweg nach rechts abbiegt. Dieser Weg ist mit Hohwaldweg und Nestelberg
ausgeschildert. Die Wanderung führt über diesen Weg auf den Nestelberg hinauf.
Dabei
fällt auf, dass der Berghang vollkommen anders aussieht als bei den Bergen
in der Sächsischen Schweiz. Hier liegen ziemlich viele Fels- bzw.
Granitmurmeln herum und der Buchenwald ist mächtig hoch. Das liegt
anscheinend daran, dass der gesamte Berg als Flächennaturdenkmal ausgewiesen
ist und damit die Bäume weit über 200 Jahre alt sind. Der Nestelberg ist
512,1 Meter hoch und damit würde er in der Sächsischen Schweiz zu den
höchsten Bergen zählen. Da aber um den Nestelberg alle Berge ähnlich hoch
sind, fällt dessen Höhe überhaupt nicht auf.
Auf der anderen Seite des Berges führt die Wanderung wieder ein Stückchen hinunter,
bis zum nächsten Querweg. Dieser Weg ist mit dem grünen Punkt
markiert und wird nach links weiter verfolgt. Im Ursprung sollte die
Wanderung an der Kreuzung noch ein Stück weiter geradeaus führen,
so
wie es auf der ganz neuen Wanderkarte eingezeichnet war. Aber hier geht ganz
sicher kein Weg geradeaus, da der Steilhang des Steinbruchs, dessen Kante
sich in etwa 30 Meter Entfernung vom Weg befindet, nicht bewältigt
werden kann. Mehrere Pfade führen
zu Aussichtpunkten in den Steinbruch, der heutzutage nicht
mehr gewerblich genutzt wird und mit klarem Wasser gefüllt ist. Als wir die
Wanderung unternommen haben, waren auf der gegenüberliegenden Seite ein paar
Badende zu sehen. Nach ein paar Metern über die grüne Wanderwegmarkierung
erreicht man eine Kreuzung mit mindestens 6 Wegen.
Die Wanderung folgt dem zweiten Weg nach rechts, der mit dem
gelben Strich
markiert ist und ausgeschildert mit dem Valtenberg. Es geht noch ein weiteres
Stück auf diesem breiten Forstweg bergab, bis nach links die rote
Wanderwegmarkierung
abbiegt. Ausgeschildert ist auch noch das nächste Ziel, die Wesenitzquelle.
Da sich die Quelle am Hang des Valtenberges befindet, geht es jetzt ein paar
Höhenmeter (bis zur Quelle ca. 60 Höhenmeter) aufwärts.
Die
Wesenitzquelle befindet sich auf der rechten Wegseite und ist gut
ausgeschildert. Ziemlich überraschend ist, dass die Quelle aus dem
ehemaligen Valentin-Erbstollen austritt. Ein Erbstollen wird, wie der Name
schon sagt, von Generation zu Generation vererbt und dient mehreren darüber
liegenden Stollen zur Entwässerung und Belüftung. Die Betreiber der oberen
Stollen mussten an den Erbstollenbesitzer eine Abgabe von 1/9 (das Stollenneuntel) entrichten. In den unterschiedlichen Stollen ist angeblich
nach Gold gebuddelt worden. Leider ist dieser 60 Meter lange
Bergwerksstollen verschlossen und nur ein Gedenkstein oberhalb der
Wesenitzquelle erinnert an ihn.
Die Wanderung führt weiterhin auf dem markierten Weg den Valtenberg hinauf.
Die Markierung verlässt wenige Meter hinter der Quelle den breiten
Waldweg und absolviert aber doch noch ganz angenehm die paar Höhenmeter (ca.
70 Höhenmeter) bis auf den höchsten Berg des Lausitzer Berglandes.
Auf
dem Valtenberg befinden sich eine Gaststätte, ein sehr schöner Spielplatz
und der König-Johann-Turm.
König
Johann war ein sächsischer König, der vom 12. Dezember 1801 bis zum 29.
Oktober 1873 gelebt hat. Er stammte aus dem Geschlecht der Wettiner und hat
Sachsen von 1854 bis zu seinem Tod regiert. Der Aussichtturm ist geöffnet,
wenn die Gaststätte (www.bergbaude-valtenberg.de)
in Betrieb ist. Leider hatte die Gaststätte bei unserem Besuch für eine
Woche geschlossen. Schade, sonst hätten wir eine schöne Aussicht
vom Zittauer Gebirge zum Elbsandsteingebirge bis zum Erzgebirge genießen
können. Aber das wird ganz sicher noch nachgeholt.
Die Wanderung führt links neben dem Turm weiterhin auf dem roten Strich
wieder vom Berg hinunter. Nach ½ Kilometer erreicht man die
Wanderwegmarkierung grüner Punkt
,
der man nach links folgt. Der Weg fällt leicht ab und führt wieder zurück an
die Kreuzung mit den 6 unterschiedlichen Richtungen. Auch dieses Mal geht es
wieder nach rechts, aber den ersten Weg auf der rechten Seite. Dieser
unmarkierte Weg fällt leicht ab und ist überraschend stabil ausgebaut. Ich
würde mal tippen, dass es sich um eine der ehemaligen
Steinbruchzufahrten gehandelt hat. Der zweite Steinbruch in dieser Region
hat sich auf der linken Seite des Weges befunden. Auch dieser Steinbruch ist
heutzutage stillgelegt, dafür stehen so einige
Flächennaturdenkmalschilder herum. Irgendwie finde ich das leicht
irritierend, zuerst werden riesige Krater in die Landschaft gewühlt und dann
werden die Schilder aufgestellt. Aber in dem gesamten Waldgebiet ist auf
jeden Fall eine ziemliche Ruhe und so geht es 2,5 Kilometer auf dem breiten
Forstweg entlang. Dann erreicht man eine große Wiese auf der linken Seite.
Zwischen der Wiese und dem Wald biegt die gelbe Wanderwegmarkierung
ab. Dieser Waldweg ist ziemlich unscheinbar und führt auf ziemlich geradem
Weg zur Hohwaldschänke. Insgesamt werden auf einer Strecke von etwas mehr
als 1 ½ Kilometern 120 Höhenmeter überbrückt. Der Wanderweg endet wenige
Meter vor der Hohwaldschänke auf der Fahrstraße. Zum Glück geht der
markierte Wanderweg (weiterhin gelber Strich) gleich rechts neben der
Gaststätte wieder in den Wald hinein, sodass man nur wenige Meter auf dieser
hässlichen Straße wandern muss. Von der Gaststätte folgt man der
Wanderwegmarkierung noch ungefähr 300 Meter und dann erreicht man wieder
den breiten Forstweg vom Anfang der Wanderung. Der Startpunkt liegt ein paar
Meter nach rechts.
Damit ist eine sehr ruhige Wanderung zu Ende gegangen, die zwar keine
besonders aufregenden Steinbrüche beinhaltete, aber dafür die Quelle der
Wesenitz und einen überraschenden König-Johann-Turm auf dem Valtenberg.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Mit dem Bus R-267
entweder von Sebnitz oder von Neustadt zur Haltestelle Hohwald -
Hohwaldschänke
Auto:
Von Sebnitz Richtung Neustadt. Am Ortseingang von Neustadt der Beschilderung zur Hohwaldklinik folgen. Hinter der Hohwaldschänke befindet sich der Parkplatz auf der linken Straßenseite.
Empfohlener Parkplatz:
Hohwald - neben Hohwaldschänke
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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