Diese Wanderung habe ich gemacht, weil auf
mehreren Wanderkarten der Sächsischen Schweiz in einem meiner Lieblingstäler ein
Schloss eingezeichnet ist, das ich nicht kannte und von dem ich noch nie
etwas gehört hatte. In der großen Übersichtskarte von Dr. Böhm
heißt das Schloss Roschgärtners Raubschloss. Auch wenn ich mir sowas bisher
nicht vorstellen konnte, so gibt es bis heute (Ende 2007) keinen einzigen
Eintrag unter diesem Namen in Google. Das muss
gleich mal geändert werden. Irgendwie war ich so neugierig, dass
ich mich sogar bei einem wirklichen Sauwetter (Regen und Nebel) auf den Weg
gemacht habe. Hier kommt der Versuch einer Beschreibung: Den Startpunkt habe ich ins Sebnitztal an den Ulbersdorfer Bahnhof gelegt.
Hinter dem Bahnhof befindet sich ein größerer Platz, der so einige Autos
aufnehmen könnte. Die ersten paar Meter sind auch die einzigen wirklich
anstrengenden. Es geht vom Bahnhof auf der Fahrstraße den Berg hoch,
Richtung Ulbersdorf. Zum
Glück sind auf der Straße nur selten Autos unterwegs. Man folgt also der
Wanderwegmarkierung roter Punkt
bis nach Ulbersdorf. Die
Markierung
biegt kurz vor der Ortschaft nach rechts ab,
die Wanderung geht aber weiter
geradeaus auf der Hauptstraße durch den Ort. So ziemlich im Zentrum von Ulbersdorf steht auf der rechten Straßenseite (wenn man von unten kommt) das
ehemalige Trafohaus. Heutzutage erstrahlt dieses Gebäude mit einer Vielzahl
an Bildern, die alle irgendwelche Märchen darstellen. Die tolle Idee zu
dieser Gestaltung hatte der Verein Märchenturm Ulbersdorf e.V. Auf der
Internetseite
www.ulbersdorf-sachsen.de befindet sich eine wirklich schön geschriebene
Geschichte aus der Sicht des Turmes. Wir haben folgende Märchen auf dem Turm
entdeckt: Rumpelstilzchen, Bremer Stadtmusikanten, Frau Holle, Hänsel und
Gretel, Rapunzel, die sieben Raben, Der Froschkönig, Dornröschen, Hase und
Igel.
Die Wanderung verläuft noch ein Stückchen weiter auf der Hauptstraße nach
oben, bis man die Landstraße bzw. Staatsstraße erreicht. Zwischendurch kommt
man noch an dem ehemaligen Rittergut Ulbersdorf - manchmal auch Schloss
genannt - vorbei. Dieses erhabene Gebäude steht auf der linken Straßenseite.
Das Gebäude ist uralt, bzw. zumindest die Grundmauern sollen aus dem
15./16.Jahhunderts stammen.
Früher
hat hier der Grund- und Bodenbesitzer der Ortschaft residiert, heutzutage
sind der ortseigene Kindergarten und die Gemeindeverwaltung in dem Gebäude
untergebracht. Nachdem man die Landstraße erreicht hat, sieht man auf der
gegenüberliegenden Straßenseite eine wirklich auffällige
Buswartehäuschenbemalung. Passend zum Märchenturm ist hier der Gestiefelte
Kater abgebildet und ist damit ein schöner Blickfang für die vorbei
brausenden Autofahrer.
Auf die Landstraße braucht man bei dieser Wanderung überhaupt nicht, da es
gleich im spitzen Winkel wieder zurückgeht. Die Straße Am Sportplatz/
Hutbergstraße geht zwischen dem Sportplatz und der Gaststätte Almenhof (www.almenhof-saechsische-schweiz.de)
entlang und ist mit dem grünen Strich
markiert. Nach wenigen Metern verlässt man die Ortschaft und knapp hinter
dem letzten größeren Haus bzw. kurz vor der hohen Antenne biegt nach rechts
ein Feldweg zum Großen Hutberg ab.
Den
Abstecher sollte man sich nicht entgehen lassen, da der Aufstieg wirklich
nicht anstrengend ist und man vom Berg eine sehr ruhige Aussicht auf die
Landschaft genießen kann. Die Wanderung geht wieder zurück bis zur
Hutbergstraße, um nach rechts weiter auf dem markierten Wanderweg in die
Richtung des Sebnitztals zu wandern. Auf der rechten Weg-/Straßenseite
befinden sich noch ein paar vereinzelte Häuser, die man passiert und ein
paar Meter hinter diesen Häusern verlässt der markierte Wanderweg unsere
Wanderroute. Es geht weiter geradeaus auf einem unmarkierten Weg auf den
Wald zu. Als ich die Wanderung durchgeführt habe, standen auf der linken
Wegseite einige Autos im Feld geparkt. Irgendwie konnte ich schon deutlich
erkennen, dass es sich um Jäger handeln musste. Wer parkt sonst sein Auto
mitten auf dem Acker und ist dann nicht in der Nähe zu sehen. Damit hatte
ich dann die Befürchtung, dass jetzt gleich am Waldrand ein Schild in der
Form: Vorsicht Jagd! Betreten verboten! stehen würde. So etwas war uns
wenige Tage vorher am Unger passiert. Dadurch, dass es während der Wanderung
regnete, war der Waldweg ziemlich aufgeweicht und ich konnte deutliche
Spuren der Jagdgesellschaft sehen (endlich mal wieder Indianer auf
Spurensuche gespielt). Die Wanderung geht den Hang hinunter. Nur an einer
Stelle teilt sich der Weg und hier geht es nach rechts weiter den Hang
abwärts. Kurz hinter dieser Weggabelung saß auf meiner Wanderung der erste
Jäger im Wald. Ich hab mich leise an ihm vorbei geschlichen. Aber schon nach
wenigen Metern saßen gleich noch mehrere Jäger im Wald verteilt herum.
Irgendwie sehen die Jäger ja wirklich witzig aus, wenn sie in erstklassigem
Tarngrün im Wald herumsitzen, dann aber ein Reflexionsband um ihren Hut
haben. Nach ein paar Hundert Metern saß ein Jäger mitten auf dem Waldweg und
sein Hund sah eher so aus, als ob er mit mir spielen wollte, als langweilig
herum zu sitzen. Da dieser Herr sehr freundlich dreinschaute, habe ich ihn
gefragt, wie denn wohl diese Jagd funktioniert. Er war sehr gesprächsbereit,
was ich überhaupt nicht erwartet hatte, und erklärte mir, dass es sich um
eine Treibjagd handeln würde. Eine Gruppe Jäger würde durch den Wald
streifen und die zweite Gruppe würde auf die flüchtenden Tiere warten. Meine
Bedenken, dass ich durch ihr Jagdgebiet kreuzte, hatte er sehr nett
entkräftet, da ich auch nichts anderes unternehmen würde als die Treiber.
Mit meiner schönen roten Jacke bräuchte ich auch ganz sicher keine Bedenken
haben, dass ein Jäger mich als Wild interpretiere. Die Wanderung ging nach
diesem netten Gespräch weiter den Hang zur Sebnitz hínunter. Eigentlich
hätte jetzt irgendwo auf der rechten Seite das ehemalige Schloss stehen
sollen, aber es ist weit und breit nichts mehr zu sehen. Selbst irgendwelche
Mauerreste habe ich nicht entdeckt. Entweder ist hier äußerst gründlich
aufgeräumt worden, oder irgendein Kartenmaler hat für die abmalenden
Kollegen ein Dummy eingezeichnet. Aber vermutlich ist es in diesem Fall eher
ersteres, da ein Freund aus Ulbersdorf meinte, dass man eher Archäologe sein
müsste, um noch Spuren zu finden.
Die Wanderung erreicht auf jeden Fall den rot markierten Wanderweg
gleich an der Sebnitz bzw. der Bahnlinie. Jetzt geht es die letzten 1 ½
Kilometer nach links das Sebnitztal bergauf. Der Wanderweg macht schon so
ein paar interessante Schlenker zwischen der Sebnitz und der Bahnstrecke.
Auch sind die Stellen, an denen nur noch wenig Platz zwischen dem Bach und
dem Hang war, ganz reizvoll. Mindestens an zwei Stellen ist der Pfad so
knapp, dass Ketten zum Festhalten angebracht wurden. Damit ist auch dieses
Teilstück der Wanderung noch ganz abwechslungsreich. Unter einer Brücke der
Sebnitztalbahn ist dann noch ein Punkt, der mich ein wenig
nachdenklich stimmt. An einem der Brückenköpfe ist eine kleine Tafel
angebracht, die an den Tod von einem Herrn Peter Kupfer erinnert. Der genaue
Wortlaut der Tafel ist: Im Gedenken an unseren lieben Peter Kupfer
* 25.10.1952 † 25.01.2003 der an dieser Stelle auf tragische Weise
verunglückte. So
eine Tafel kann einen schon nachdenklich stimmen. Ganz besonders da sie
nichts über den Unfall verrät. Vielleicht was es ein Selbstmord (auffällige
Ähnlichkeit von Geburtstag zum Todestag) oder ein Unfall bei der
Bahnstreckensanierung (Tafel am Brückenkopf). Vielleicht wird sich dieses
Rätsel irgendwann mal lüften. Von dieser Gedenkstelle geht es die letzten
paar Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Ulbersdorfer Bahnhof,
zurück. Die Wanderung hat zwar nicht das gewünschte Ziel in Form einer alten
Ruine gebracht, aber trotzdem ist eine schöne Runde entstanden, die sich
ganz besonders gut anbietet, wenn mal wieder der riesige Trubel in der
Sächsischen Schweiz herrscht.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Die beste Verbindung zum Ausgangspunkt der Wanderung ist die Sächsische
Semmering Bahn durch das Sebnitztal.
Auto:
Zuerst bis Bad Schandau über die B172 und dann in die Richtung Sebnitz. In Lichtenhain nach links bis zum Bahnhof Ulbersdorf.
Empfohlener Parkplatz:
Ulbersdorf Bahnhof
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
1,19 kByte
Dateigröße:
2,58 kByte
Dateigröße:
1,32 kByte
Dateigröße:
3,24 kByte
Dateigröße:
16,01 kByte
Bitte
benachrichtigen sie mich,
wenn sie Schwierigkeiten haben, die Datei in ihr Programm zu laden oder
sie irgendwie fehlerhaft ist.