Ich bin mal wieder mit dem Finger über die
Karten von Herrn Böhm (www.boehmwanderkarten.de)
gewandert und auf der Wanderkarte Königstein an einem Eintrag "Altes Bad" in
der Nähe von Cunnersdorf hängen geblieben. Obwohl ich die Felder östlich von
Cunnersdorf schon ziemlich häufig gesehen habe, ist mir dort noch nie ein
Teich oder so etwas aufgefallen. Das musste doch gleich mal mit einer
kleinen Wanderung untersucht werden. Der Startpunkt liegt am neuen Freibad
bzw. in Cunnersdorf spricht man vom Waldbad. Von hier geht es mit einer
kleinen Dorfbesichtigung los. Dafür wandert man wieder auf der
Zufahrtsstraße in Richtung Dorfmitte zurück. Netterweise sind in
Cunnersdorf eine Vielzahl Informationstafeln aufgestellt worden, sodass man
alle paar Meter über historische Stellen informiert wird. Gleich am Ende des
Parkplatzes steht zum Beispiel ein Meiler, aus dem ein "Tortenstück" zur
besseren Anschauung herausgeschnitten ist. Die nächste Station ist ein Stückchen
einer alten Wasserleitung. Leider kann man heutzutage schon deutlich sehen,
dass Holz nicht richtig witterungsbeständig ist und deshalb wird diese
Station wohl nur noch kurze Zeit dort erhalten bleiben. Auf dem weiteren Weg in
die Dorfmitte passiert man noch das Wohnhaus von Gerd Neumann, einer
herausragenden Persönlichkeit von Cunnersdorf, mehrere alte Wohnhäuser
und das alte Floßwehr. Es ist immer wieder verwunderlich, dass mit solch
einem regelbaren Staudamm die Baumstämme bis runter zur Elbe gespült werden
konnten. Heutzutage kommt so ein riesiger Lkw in den Wald gefahren und
transportiert das Holz dann irgendwohin in Europa. Da war die Arbeit früher
doch um ein Vielfaches anstrengender und zeitaufwändiger, aber eben auch
viel umweltschonender.
Ein paar Meter hinter dem Floßwehr erreicht die Wanderung die Hauptstraße
(Cunnersdorfer Straße), auf der es nach links weiter dem Cunnersdorfer Bach
hinterher geht.
Schon von der Kreuzung
aus kann man das riesige Herrenhaus bzw.
den Forsthof (Sitz der kurfürstlichen Forstverwaltung für die linkselbische
Sächsische Schweiz) sehen. Dieses Gebäudeensemble und die riesigen
Stützenmauern an der Frontseite sind in einer Ortschaft wie Cunnersdorf
schon wirklich besonders auffällig. Nach den ersten 200 Metern auf der
Cunnersdorfer Straße kann man nach rechts auf die Schulstraße wechseln und parallel zum Bach weiter wandern. Auch hier weisen
noch ein paar grüne Schilder auf besondere Bäume hin und dann passiert man
noch ein paar Schaukästen vor einem Bauernhof. Hier wird sehr anschaulich
dargestellt, dass Milch oder Käse nicht in der Theke des Supermarkts
entstehen.
Die Schulstraße endet auf einer breiteren Straße (Kohlweg in Richtung
Gohrisch) an der Kirche. Hier
folgt die Wanderung der Wanderwegmarkierung roter Strich
nach rechts den Berg hoch. Schon nach ein paar Metern passiert man die
ehemalige Schule von Cunnersdorf. Von 1844 bis 1979 wurde das Gebäude als
Schule benutzt, aber in den letzten Jahren ist es leider vollkommen
ungenutzt. Das wird sich hoffentlich in den nächsten Jahren wieder
ändern. An der ehemaligen Schule wird die Straße verlassen und es geht über
einen gepflasterten Pfad aufwärts. Der Wanderweg ist hier immer noch mit dem
roten Strich markiert. Nach dem halben Aufstieg bietet sich ein netter
Rastplatz zu einem kurzen Zwischenstopp an. Von hier kann man sehr gut auf
Cunnersdorf und die gegenüberliegende Talseite blicken.
Die Wanderung führt weiter auf dem Pfad den Hang hinauf. Nachdem man wieder aus dem Wald auf die Felder
und Wiesen hinausgetreten ist, geht
es an der ersten Möglichkeit (nach insgesamt ½ Kilometer Aufstieg) nach rechts. Der unmarkierte Weg führt auf vollkommen
gleichbleibender Höhe durch den Wald. Nach ziemlich genau einem Kilometer
erreicht der Waldweg den Waldrand (zumindest auf der rechten Wegseite) und
bei dieser Wiese handelt es sich um irgendetwas ganz besonderes.
Die gesamte
Fläche ist übersät mit größeren und kleineren Steinen und gleich an mehreren
Stellen kann man hervorragend im Matsch versinken.
Auf der
schräg gegenüber liegenden Seite
der Wiese befindet sich tatsächlich ein Teich, der heutzutage ein
wunderbares Feuchtbiotop ist. Hier schwimmen tatsächlich eher Frösche und
Molche, als dass irgendein Mensch in die Brühe steigt. Trotzdem ist das
Biotop ein sehr schöner Anblick.
Die Wanderung führt über den bekannten Waldweg weiter, um nach ein paar
Metern auf einem Feldweg bis zur Fahrstraße zu gelangen. Hier sollte man
nicht versuchen, den kürzeren Weg an der Baumreihe über die Wiese zu
wandern, da auch diese Wiese übersät ist mit Steinen. Das führt ziemlich
schnell zu umgeknickten Füßen und dann ist eine Wanderung nur noch schwierig
zu beenden. Auf der asphaltierten Straße geht es nach rechts. Schon von
weitem kann man ein riesiges Jauchebecken, das mit einigen Sträuchern
eingerahmt ist, sehen. Wenn man an diesem Becken vorbeiwandert, gibt es
seltsamerweise überhaupt keine Geruchsbelästigung.
Vielleicht ist es anders, wenn hier gerade Jauche abgepumpt wird, aber zu
normalen Zeiten ist es fast geruchlos.
Nach etwas weniger als einem
Kilometer passiert die Wanderung eine Fahrstraße und dahinter erreicht man
zwei riesige Flachsilos. Silos in solch einer Größe habe ich bis dahin noch
nie gesehen. Die Silage stapelt sich auf fast 5 Meter Höhe und die Fläche
dürften pro Fach mehr als 800 m² sein. Das ist wirklich riesig.
An dem Waldrand, den man nach ein paar Metern erreicht, befindet sich die
Wanderwegmarkierung grüner Punkt
.
Hier geht es auf dieser Wanderwegmarkierung nach rechts weiter. Sehr seltsam
ist, dass nach wenigen Metern ein kleines Holzschild nach links in den Wald
zum Bad weist. Es stimmt natürlich, dass es auf diesem Weg zum Cunnersdorfer
Waldbad geht, aber im Gegensatz zum markierten Wanderweg müsste man so
einige Höhenmeter durch einen relativ langweiligen Wald unternehmen.
Viel
schöner ist der Weg am Waldrand entlang. Gleich neben dem breiten Waldweg
stehen mehrere Grenzsteine mit deutlich sichtbaren Kronen, die damit
signalisieren, dass es sich um Königliche Forstgrenzsteine handelt.
Wenn man
einmal über das Tal hinweg blickt, dann kann man ungefähr die Lage des alten
Bades erahnen. Der eigentliche Teich versteckt sich ganz hervorragend hinter
ein paar Sträuchern, aber das Biotop mit der darüber liegenden Wiese ist gut
zu erkennen.
Wenn man der grünen Wanderwegmarkierung folgt, dann erreicht man nach 1 ½
Kilometern eine größere Halle der Forstleute, die einmal umrundet werden
muss. Auf allen möglichen Wanderkarten sind links von der Zufahrt die
Goldbrunnen eingezeichnet. Wenn man nur wenige Meter von dem markierten
Wanderweg abweicht, dann stellt man tatsächlich fest, dass sich hier überall
kleine Rinnsale durch den Wald schlängeln. Leider habe ich auch beim
gründlichen Schauen nichts Goldglitzerndes entdeckt. Also geht es von der
Einfahrt die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt am neuen Waldbad von
Cunnersdorf zurück.
Damit ist dann eine nette Wanderung zu Ende gegangen, die tatsächlich mal
wieder eine bis dahin unbekannte Stelle in Form eines Alten Bades
präsentiert hat. Auf der Umrundung des Tals war eine äußerst angenehme Ruhe
und das an einem Samstagnachmittag mit dem einzigen schönen Tag in der
Woche. Im Gegensatz dazu trampelten sich morgens früh die Wanderer auf den
Schrammsteinen gegenseitig auf den Füßen herum. Da ist die linke Elbeseite
tatsächlich deutlich im Vorteil.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Linie R-244 von
Königstein nach Cunnersdorf Haltestelle Deutsches Haus.
Auto:
B172 - Königstein - vor Bad Schandau in Richtung Krippen. Durch Krippen fährt man, bis hinter dem Dorfende eine Straße nach rechts abknickt. Ausgeschildert ist Kleingießhübel und Cunnersdorf. In Cunnersdorf biegt man die erste Straße nach links ab, um dann bis zum Waldbad durch zu fahren.
Empfohlener Parkplatz:
Cunnersdorfer Bad
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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