Erosion und Akkumulation
Kolluvisol über Parabraunerde-Pseudogley aus
grusführendem Kolluvialsand über Lösslehm
Auch
nach Ende der letzten Eiszeit vor gut 10.000 Jahren kam es zu intensiven
Erosionsprozessen, zumeist infolge von Starkniederschlägen. Diese Ereignisse
beschränkten sich jedoch weitestgehend auf die nicht bewaldeten
Landschaftsteile. Betroffen von der Erosion waren und sind Böden in
Hanglagen. Ursache und Transportmedium ist oberflächlich abfließendes
Wasser. Das abgetragene Material wird bei nachlassender
Strömungsgeschwindigkeit vor Abflusshindernissen, in Hangmulden oder sich
öffnenden Tälchen wieder abgelagert. Die fachspezifische Bezeichnung eines
so entstandenen Bodens ist »Kolluvisol« (zusammengeschwemmter Boden).
Der Boden an Station 4 weist eine dementsprechende
Entstehungsgeschichte auf: Ein jüngerer (rezenter), unter periodisch
wiederkehrendem starken Regen aus Abtragung und Wiederablagerung sandigen
Materials gebildeter Boden (1) überlagert ein älteres, durch Tonverlagerung
und stauender Nässe gekennzeichnetes Bodenprofil aus Lösslehm (2). Dieses
ist infolge der Überdeckung als fossil zu bezeichnen.
Das junge Alter des überlagernden Profilteils ist u.a.
an Holzkohleresten ableitbar. Derartige Böden sind typisch für die
Ebenheiten der vorderen Sächsischen Schweiz.