Standortnutzung, Verbrauung
Parabraunerde-Braunerde aus sandigem Lösslehm über
tiefem Grussand aus Sandstein
Der
Mensch hat den mitteleuropäischen Raum zu einer Kulturlandschaft umgeformt.
Eine der Konsequenzen dieses Prozesses war die Verdrängung des Waldes auf
die aus landwirtschaftlicher Sicht schlechtesten Standorte. Die
entscheidenden Faktoren bei dieser Selektion waren Morphologie, natürliches
Nährstoffangebot und Klima. In »Notzeiten« wurden dabei andere Maßstäbe
angesetzt als in Zeiten ausreichender Versorgung. Besonders
nährstoffreichere Standorte in morphologisch ungünstigen Lagen wurden dann
zusätzlich landwirtschaftlich genutzt. Einige Lösslehmvorkommen in der
Sächsischen Schweiz entsprechen diesen Verhältnissen. Diese Böden zeichnen
sich durch eine gutes Nährstoffangebot und günstige bodenphysikalische
Eigenschaften aus.
Die vormals landwirtschaftliche Nutzung dieser heute
wieder aufgeforsteten Standorte erkennt man an den durch die Pflugarbeit
entstandenen AP-Horizonten (1) (relativ mächtiger homogenisierter
Oberboden). In der Krautschicht findet sich die Gemeine Quecke als
Begleitpflanze der ehemaligen Nutzung (Bauernwald) steht am Profil eine
große Rotbuche, die die landwirtschaftliche Zwischennutzungsphase überlebt
hat.
Neben Tonverlagerungen im oberen Abschnitt zeigt das
Bodenprofil den in Mitteleuropa weit verbreiteten Bodentyp der »Braunerde«.
Bei seiner Entstehung verwittern Primärminerale und es kommt zur Bildung von
Tonmineralen bei sinkendem PH-Wert. In der Regel geht dieser Prozess einher
mit der namengebenden Braunfärbung des Bodens.