Tonverlagerung
Pseudogley-Parabraunerde aus sandigem Lösslehm über
Zersatzsand aus Sandstein
Hangaufwärts
nimmt die Stärke des Lösslehmdecke (1) zumeist ab, so auch hier bei Station
8. Die Staunässemerkmale sind relativ gering, jedoch ist auch an diesem
Standort eine Tonverlagerung (Lessivierung) abgelaufen.
Lessivierung ist die Verlagerung von Tonmineralen mit
Sickerwasser. Sie läuft in tonhaltigen schwach bis mittel sauren Böden ab (pH
Bereich 6,5 – 5). In stark sauren Böden (pH < 5) hingegen verhindern
flockende Aluminium-Ionen diesen Prozess. Die Tonteilchen werden bei
Lessivierung im Oberboden frei gesetzt, der dadurch tonärmer wird. Mit
Abnahme des Säuregrades im Unterboden endet der Transport und die
Tonpartikel werden in Rissen und Fugen (Poren) abgelagert. Der resultierende
Bodentyp trägt die Bezeichnung »Parabraunerde«. Mit Zunahme der
Tonverlagerung in den Unterboden geht dort die Wasserleitfähigkeit durch
»Verstopfung« der Leitbahnen verloren, wodurch es zum Wasserstau über dieser
Schicht kommen kann. Damit setzt der Prozess der Pseudovergleyung, der bei
Station 7 dargestellt wird, ein.
Die an diesem Standort gegenüber Station 7 weniger
intensive Vernassung kommt an Bestockung (Zunahme der Kiefer) und dem
Vorkommen von Drahtschmiele und Heidelbeere zum Ausdruck. Der hohe Grad der
Bodenversauerung wird durch beginnende Podsolierung (Podsoligkeit) im
Oberboden deutlich (siehe Station 2).
Der unterste Teil des Bodenprofils gewährt einen guten
Einblick in den bereits vor Lösseinwehung (fossil) zersetzten Sandstein (2),
in dem die Tonanreicherungsfront bänderartig ausläuft.