Dunkle Appareille

 
 

 


Im Jahre 1589 wurde der Festungsaufgang in einer natürlichen Felsspalte, die man erweiterte, angelegt. Die Bearbeitungsspuren an den Felswänden sind noch deutlich erkennbar. Das Niveau des Fußweges lag ursprünglich einige Meter höher. Um 1730 wurde der Aufgang zur besseren Verteidigung abgesenkt und mit verschiedenen Verteidigungseinrichtungen versehen: eisernen Toren, Steinschmeiße (Öffnung im Gewölbe, um Steine auf den Feind "schmeißen" zu können), Pechnase (durch dies sollte siedendes Pech, Öl u.ä. herabgeschüttet werden). Später wurden die Fallpalisade (aus Pfählen bestehendes Tor) und Balkenfalze (zur Verstärkung des inneren Tores mit Holzbalken) hinzugefügt. Diese mussten jedoch ihre Wirksamkeit niemals unter Beweis stellen.
Mit der Längsachse über dem oberen Teil der Dunkle Appareille (franz. Rampe) wurde 1631 der Johannissaal errichtet, der sowohl als Festsaal als auch zur Verteidigung genutzt werden sollte. Deshalb war der Holzfußboden, der gleichzeitig den oberen Abschluss des Aufganges bildete, ehemals mit Falltüren versehen. Das über der Appareille befindliche Gebäude stellte jedoch eine ständige Gefahr dar, denn bei einer eventuellen Zerstörung durch Brand oder Beschuss hätten die herabstürzenden Trümmer den einzigen Zugang blockiert und die Besatzer eingeschlossen. Aus diesem Grund wurde die Holzdecke 1790 enfernt und der Aufgang mit einem mächtigen Tonnengewölbe überspannt. Darunter befindet sich längs des Aufganges eine Caponnierengang (bombensicher eingedeckt, mit Schießschachten zur Verteidigung). 1792 erfolgte der Einbau der Fallpalisade, die von dort aus betätigt werden konnte und deren Stempel einzeln zu bewegen waren. Nach einem Brand wurde das Gebäude 1816 als Neues Zeughaus wiedererrichtet.